Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-06-22 · Heft 25 (22.6.1900) · p. Seite 293

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 25 (22.6.1900)
Date
1900-06-22
Page
Seite 293 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3228365-3228391--56562-3292878
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

293 > die Ernte Zweck, die nder Weise en. Datier Kolonien h Platz für Die Be- : Einzelbracht. daß verflossenen terthe vor! 79 Seelen, ziebig und shels Hafer en in den innen. Dir n sind mit > schwatzen virthschastmen, aber 15 russische auf eigene und hatten 2400 Acre.- aber da 311 nach Hirsch el-Chanin ßere An Waad el »nisten), für b. Davon 'lonie 1SS0 klngerweis: 3aneu amt. )ie Weizen durch Hen nd anderer 7 Hektoliter ) Hektoliter Geringsten nl. einiger nur von Gesellschaft nben einer.!00 Hektar acht hatte w steinigen nisten zu selbstständigen Arbeitern gemacht werden könnten. Aber auch um das Wohlergehen der unabhängigen Kolonien sind wir sehr bemüht. Wir waren bestrebt, eine gemischte Kultur einzuführen, damit dieselben nicht gar zu sehr vom jedesmaligen Erfolg der Weinernte abhängen mühten. Typern. Die von dem Londoner Verein Ahawath Zion auf Cypern gegründete Kolonien Margo-Tiflik muhte total reorganisirt werden. Von den 15 Familien, die im September 1898 sich da ansiedelten, gingen 10 sehr bald nach England zurück. In die leer gewordene Stelle rückten 10 Landarbeiter ans Palästina ein. Die Kolonie besitzt inklusiv einen Administrator, einen Schochet, einen Lehrer, einen Ladenbesitzer und mehrere Handwerker, 83 Seelen. Diese Zahl wird aber bald einen namhaften Zuwachs erhalten, da die jüngeren Kolonisten sich baldigst zu verheirathen wünschen. Zwei Dämme wurden angelegt, um das in der Nähe fließende Wasser aus die Kolonien zu leiten. Die Dämme haben „schweres Geld" gekostet, dafür ermöglichen sie es, 170 Hectar Land zu bewässern. Das Wasser treibt auch während 4 Monate im Jahr zwei Mühlen. Die Ernte ergab: Von 51/'-2 Hektar Weizeuland 30 Hektoliter, ebensoviel wurde von 3 Hektar Haferland geerntet. Wickengesät ans 4 Hektar Brachland ergaben 4 Hektoliter und die Gerste gerieth so schlecht, daß es sich nicht gelohnt hat sie zu ernten. Unter diesen Umständen muß jeder Kolonist, um existiren zu können, soviel Land haben, daß die Kolonie höchstens 20 Familien wird beherbergen können. Rleinasien. Od Jehuba heißt die erste von der Gesellschaft in Kleinasien angelegte Kolonie. Sie ist 107 Kilometer von Smyrna und 3 Kilometer von der Station Kapaklh, 6 Kilometer von der Station Ak-Jssar an der Eisenbahn Magnesia-Soma lZweigbahn der Linie Smyrna- Kassaba), entfernt. Die Kolonie umfaßt 2587 Hektar, von denen 1105 zur Kultur geeignet, der Rest gebirgig ist. Vorerst haben sich einige ehemalige Zöglinge von Mikweh-Jsrael da niedergelassen.! Rußland, Rumänien und Galizien. In Rußland hat die Gesellschaft das Feld ihrer Thätigkeit beträchtlich erweitert. Sie hat 21 Agricultur- und technische Schulen! mit ca. 850 Zöglingen unterstützt und an 15 landwirthsckmftliche Unter-! nehmungen respektive Kolonien Darlehen gewährt, von denen ein j Theil bereits zurückgezahlt ist.! In Rumänien wurden einstweilen zwei Handelsschulen und! 14 Volksschulen von der Gesellschaft subventionirt.! In Galizien ist mit Hilfe der J. C.A. eine „Kreditgenossenschaft j für Kleinhandel und Kleingewerbe" eröffnet worden, welche an ihre ’ Mitglieder Darlehen mit wöchentlichen Rückzahlungen gegen sehrmäßige Zinsen giebt. Die Genossenschaft hat in Stanislan, Tarnow und Kolomea ihre Thätigkeit begonnen. Von den Boryslawer Bergarbeitern haben aus Kosten der J. C. A. 83 Familien mit 394 Seelen die Stadt verlassen und bereits anderswo Beschäftigung gesunden. Auch die deutschen Juden haben die Segnungen der Gesellschaft erfahren. Der deutsch-israelitische Gemeindebund in Berlin, der Israelitische Verein für Obdachlose in Hamburg, die Gärtnerschule in Ahlem empfingen von ihr Darlehen oder Unterstützungen. Soweit in Kurzem der Bericht. Eine Besprechung desselben von fachmännischer Seite wird demnächst erfolgen. 'erbau vor beschäftigt 1 Juden in e wird am l 13 Frauen ilt wurden. t Leichtigverflossenen en an die die Mittel gten Kolo- Nheinhesftsche Provinsialkonferenx des Israelitischen Lehrervereins für das Großherzogthuw Kessen m 29. April d. I. tagte in Mainz die Provinzialkonferenz der rheinhessischen Mitglieder des „Israelitischen^ Lehrervereins für das Großherzogthum Hessen". Herr Rechtsanwalt Dr. F. Ph. Meyer und Herr Kommerzienrath Hirsch, als Vertreter der Mainzer israelitischen Gemeinde, sowie Herr Rabbiner Dr. Salfeld-Mainz beehrten die Konferenz mit ihrer Anwesenheit. Auf der Tagesordnung standen folgende Punkte: 1. Mittheilungen und Besprechungen über Standesangelegenheiten. 2. „Schule und Hans in ihrem Verhältniß zu einander beim Werke der Erziehung." Referent: Kollege Freitag-Ober-Jngelheim. 3. Freie Besprechungen. Unser allverehrter Kollege Marx-Alsheim eröffnete die Versammlung mit einigen begrüßenden Worten. Er weist mit begeisterten und begeisternden Worten ans die hohe Bedeutung der Konferenzen hin, wie sie am besten geeignet seien, die Ideale zu pflegen und so ein wirksames Gegengewicht gegen das Ueberwuchern des Materiellen im Leben zu bilden; denn wer — nach einem Worte von Lazarus — das Ideal entbehrt, verzichtet aus den Werth des Lebens. Durch das Zusammenseiu mit gleichstrebendeu Kollegen, durch beit Austausch von Gedanken, Erfahrungen und Erlebnissen gäben sie uns andererseits neue Anregungen für unser Berufsleben und zur Weiterbildung mit. Nicht minder suchten sie durch Berathung der geeigneten Mittel eine Hebung und Besserung der sozialen Lage unseres Standes herbeizuführen. Kräftige Worte fand er auch gegen diejenigen Kollegen, die öfter den Versammlungen fernbleiben. Das seien meistens die Gleickgiltigen, Lauen und Fertigen. die da meinen, nichts mehr lernen zu können und zu müssen. Nun, wer fertig ist. dem ist nichts recht zu machen, der Werdende wird immer dankbar sein. Wir aber wollen uns nicht zu diesen Fertigen, sondern zu den Werdenden zählen. Hierauf wurden Kollege Marx-Alsheim zum Vorsitzenden und der Unterzeichnete zum Schriftführer gewählt. — Herr Kommerzienrath Hirsch heißt die Anwesenden im Namen der Mainzer israelitischen Gemeinde willkommen. Er wisse, so führt er ans, die schwere, dornenvolle Aufgabe und die hohe Bedeutung des israelitischen Religionslehrers für die Gemeinde und das Jndenthnm überhaupt voll und ganz zu würdigen. Als Grundlage und Richtschnur der Lehrerwirksamkeit betrachte er die Worte unserer Weisen „Ein Schüchterner lernt nichts rc." und „Liebe den Frieden und jage dem Frieden nach". Mit sittlich-religiösem Ernst. Charakterstärke und Streben nach Weiterbildung verbinde er echte Friedensliebe, welche die sozialen und religiösen Gegensätze auszngleichen bestrebt sei. Solche Worte aus diesem Munde riesen in der Versammlung begeisterten Wiederhall hervor, welchem der Vorsitzende lebhaften Ausdruck gab. Sei es doch eine rechte Freude für jeden Lehrer, wenn seine Arbeit von den Gemeindebehörden geschätzt und in ihrer hohen Bedeutung für die Allgemeinheit gewürdigt werde. Herr Rabbiner Dr. Salseld. welcher trotz dringender Amtsgeschäfte erschienen war. versicherte die Anwesenden seines fortgesetzten Interesses und seines aufrichtigen Bemühens, zur Besserung der Lehrverhältnisse beizutragen. Zn Punkt 1 der Tagesordnung stand natürlich die Eingabe der israelitischen Religionslehrer Hessens an das Großherzogliche Ministerium in Darmstadt im Brennpunkte des Interesses. Dieselbe wurde verlesen und einige Erörterungen daran geknüpft. Doch konnte nichts wesentlich Neues vorgebracht werden, da die Angelegenheit noch bei den betreffenden Instanzen ruht und bereits Gegenstand eingehender Berathung früherer Konferenzen war. Die Berichterstattung des Kollegen Marx-Alsheim über die Verhandlungen des „Allgemeinen Verbandes der israelitischen Lehrer Deutschlands" in Berlin dürste sich an dieser Stelle erübrigen, da sie aus dem gedruckten Bericht den meisten Kollegen bekannt sein werden. Zum Schluß ermuntert der Vorsitzende die Anwesenden zum Eintritt in die Achawah und znrn hessischen Landeslehrerverein sowie zum Wirken für den Stipendienverein, der sehr viel dazu beiträgt, einen guten Lehrerstand zu schaffen. Hieraus erhielt Kollege Freitag-Ober-Jngelheim das Wort zn seinem Vortrage. Die Quintessenz seiner Ausführungen gipfelte in den Worten: „Schule und Haus müssen ein Ziel verfolgen: Die Heranbildung des Kindes zn einem sittlich-religiösen Charakter. Beide müssen klar, bestimmt und genau ivisseu, welche Aufgaben jedem Zufällen, welcher Weg einzuschlagen und welche Mittel anzuwenden sind zur Erreichung des Zieles. Schule und Haus dürfen sich aber nicht einander ignoriren, sondern sich gegenseitig unterstützen, verständigen und fördern, wenn anders das schwierige Erziehnngswerk von Erfolg gekrönt werden soll. Vorbedingung und Grundlage dieses erstrebenswerthen Zusammenwirkens von Schule und Haus sind gegenseitige Achtung

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.