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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-06-15 · Heft 24 (15.6.1900) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 24 (15.6.1900)
Date
1900-06-15
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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Oie Thätiglen werden v berichten, lterstützung gestern seine uswärtigen aren. Der dmete dem pietätvollcht über die neu Jahre. Steigerung )5 gestiegen einnahmen in mehr der theilen sich Ionisation nde findet.; Kolonie lg „Esra" izelnen zur lt loorden, en in den namentlich! ruld die e Gedeihen im er über Konferenz ilisse. Bei is wurden rsitzender), e. Leopold , zu Neviinnt. Der eränderteu chlossen. — eich es der Brauerei 's sich den .aditionen als 2000 „ Kinderwährend Jmportrnden, die ireil. Cohn in wrden. — Öffe A. H^ n. — Der ger Theilhn ist seit aselbst. - irr Umball ilossen. — »itz-Schildnvählt. — Schulvorlunlaligen ehmigt. — eschlossen. höhen. — I ai’ot* n ©rau* Vorstandsn Rechtsorden. — Nyslowitz b b i n e r' treffenden hsteu Bering durch die Kollegen »nährend der großen Sommerferien geregelt. Berathnngen über die Revision des Religionsunterrichtes und Beanssichtigullg der religioseil Jnstitutiollen in ben rabbinerlosen Gemeinden nahmen einen großen Theil der Sitzung in Anspruch und führten bezüglich des erstell Punktes zu dem Beschluß des Verbandes, beim oberschlesischen Geineilldeblllld die Erledigung dieser Angelegenheit auzuregeil uild sich bereit zu erklären, gemeinsam mit diesem die Sache au zuständiger Stelle zll fordern, sowie das nothwendige gesetzliche Material zll sammeln. Die Beaufsichtigung der religiösen Institutionen, besonders der mpft und iu rabbillerlosen Gemeinden hatte bereits im Jahre 1893 und auch später wiederholt den Verband beschäftigt, doch sind nach dem Bericht des Vorsitzenden Dr. Cohll und der Uebereinstimmullg der Anwesenden, die bereits früher vorhanden gewesenen und anerkannten Schwierigkeiten noch immer vorhanden. Immerhin sei zu hoffen, daß muuneljr nach Regelung der Nevisioll des Religionsunterrichtes und durch öftere Predigten der betheiligten Kollegen nl beii rabbinerlosen Gemeinden auch für diese Beallssichtigullg und Abstellung etwaiger Mißstände Gelegenheit sich findeil lverde. Die Versammlung llinlmt auch eine demgemäße Resolution an. Des Weiteren beschäftigte die Versamnllllng die Frage der Beköstigllng der jüdischen Sträflinge in den Zuchthäusern zu Ratibor und Groß- Strelitz am Pessachfeste. Der Vorsitzende theilt mit. daß er vor denl diesjährigell Pessachfeste Veralllassullg genommen habe, sich voll einer Anzahl oberschlesischer Gemeillden Beiträge zur Bestreitung der Kosten der rituellen Verpflegung der jüdischen Sträflinge zu Groß-Strelitz ]\\ erbitten und sei auch die hierzu nöthige Summe eillgegangen. Es sei jedoch zu erwägen, daß vorallssichtlich die gleiche Rothwelldigkeit wie ill diesem Jahre alljährlich vorhalldell sein würde. Nlld in Anbetracht dessen, daß nach nunmehriger Aufhebung des Zuchthauses \n Rawitsch als Sammelplatz für jüdische Sträfliilge diese in Ratibor und Groß-Strelitz internirt feien uild es llllbillig sei. diese beiden Städte die Kosten der Beköstigung am Pessach allein tragen zu taffen, beschließt die Versammlung nach eilleghellder Erörterung der Angelegenheit, sich an den oberschlesischell Gen»eindebund mit dem Ersnchen zll wenden, diese Allgetegenheit in einer ihm geeignet erscheiuenben Weise generell zu regelll. Eillell ferneren Plmkt der Tagesordnung bildete die Regelung des Verhältnisses der Zweigverbällde nun allgemeinen deutschen Rabbinerverbaud, »velche die Versammlung als nothwendig erachtete, und wurde beschlossen, diese Regelung beim Vorstande des deutschen Nabbinerverbandes zu beantragen. Auf der Tagesordnung stand außerdem noch die Behandlung einer halachischen und talmudischen Frage, sowie zweier Referate, welche aber zum Bedauern der Versammlung in Anbetracht der vorgeschrittenen Zeit und der nothwendjgen Abreise einiger Kollegen nach der Heimath nicht mehr zur Verhandlung gebracht werden konnten und deshalb die ersten Punkte der Tagesordnung der nächsten Versammlung bilden sollen. £$= Bielefeld, 9. Juni. Der zehnte ordentliche Gemeindetag des V e rb a u d es d er S y nag o g eng em ein d en W e st falen s, zugleich Generalversammlung der westsälischen Gemeillden in Sachen des Asyls unb Generalversammlung der Beamteu-Pensivnskasse des Verbandes findet am 17. und 18. d. M. im Voß'scheu Saale zu Witten statt. Die Tagesordnung lautet: I. Gemeindetag des Verbandes, t. Bericht über unsere Thätigkeit im neunten Geschäftsjahre. 2. Kassenbericht des Rendanten und Ertheilnng der Decharge. 3. Bericht über den Stand der Pensionskasse. Referent: Herr Dr. Coblenz- Bielefeld. 4. Antrag des Ausschusses auf Vermehrung der Ausschuß- Mitglieder von 12 auf 15. Referent Herr I. Steinberg - Münster. 5. Wahlen zum Ausschuß. 6 Bericht über die Thätigkeit des Komitees zur Bekämpfung der Wanderbettelei und Antrag des Ausschusses, die Bestrebungen des Komitees zu fördern. Referent: Herr M. Liebenseld-Bvchum. 7. Wahl des Ortes für den nächsten Verbandstag. Freie Besprechungen. II. Generalversammlung der westfälischen Gemeinden in Sachen des Asyls. 1. Bericht über die Thätigkeit des Aktionskomitees. Referent: Herr I. Mendel-Bochum. 2. Berathnng und Annahme des Statnteneutwnrfs. Referent: Herr Rechtsanwalt Dr. Cohn-Münster. 3. Wahl des Kuratoriums. 4. Freie Besprechungen. # Dortmund, 8. Juni. Heute Abend fand hier die Einweihung der neuen Synagoge statt. Der Feier wohnten der O b e r pr ä s i d e n t und der Regierungspräsident bei. Die Weiherede hielt Rabbiner Dr. Frank aus Köln. Das stolze Bauwerk, nach dem Entwürfe des Eisenbahnbaninspektors Fürstenau durch den Architekten Lorf ansgeführt, erhebt sich an der Promenade in unmittelbarer Nähe der Oberpostdirektivn; es wird von der Wißstraße und dem Hiltropwall begrenzt, lieber einen lveiteu Vorhof, der au einer Ecke später durch den Ban eines Predigerwohnhanses abgeschlossen wird, betritt man durch ein doppeltes und zivei kleinere Portale die Synagoge, und zwar zuerst im Erdgeschoß das geräumige Vestibül, von dem aus drei breite Thnren in den Hanptranm führen. Hier erblicken wir das in mehrfarbigem Marmor und hellem Sandstein aufgebaute Allerheiligste. Darüber befindet sich in einer mächtigen Nische die große Orgel. Aus zierlichen Lnstres und Wandlenchtern ergießt sich hier Abends eine Fluth von elektrischem Licht über den Raum, lieber breite, teppichbelegte Marmortreppeu steigt man zu dem in der Mitte der Rückwand liegenden Allerheiligsten auf. das durch einen schweren gestickten Vorhang verdeckt ist. Die vor demselben befindliche, von einem Baldachin überwölbte Kanzel ist derart angebracht, daß alle ans den 1200 Sitzplätzen befindlichen Personen den Prediger sehen können. Für die lvochentägigen Gottesdienste liegt nach der Wißstraße zu noch ein geräumiger Betsaal. Die Synagoge ist eines der schönsten Bauwerke unserer Stadt. — Frankfurt a. M., 5. Juni. Der zweite Bericht der I ü d i s ch e n H a u s h a l t u n gs s ch ule für die Zeit vom 1. Oktober 1398 bis 30. September 1899 konstatirt mit Genngthnnng. daß die Zöglinge in den weitaus meisten Fällen etwas Tüchtiges gelernt haben, und soweit sie Stellungen angenommen haben, sich die Zufriedenheit ihrer Herrschaften erwerben. Vom 1. Oktober 1898 bis dahin 1899 wurden wiederum 25 Zöglinge ausgenommen, 19 nahmen sofort Stellungen an, von den übrigen mußte ein Theil wegen Krankheit bereits vor Vollendung der Lehrzeit entlassen werden. Die Zahl der Anmeldungen ist in stetem Wachsen begriffen; damit mehren sich auch die Abweisungen, die sehr oft seitens der Eltern als ein ihnen angethanenes Unrecht betrachtet werden, während wir doch mit dem besten Willen die Zahl 12 nicht überschreiten können. Frau Baronin Wilhelm von Rothschild hat der Anstalt 1000 Mark zur Deckung des ersten Jahresdefizits und weitere 4000 Mark für den Kapitalfonds zur Versngnng gestellt. Auch Herr Baron Wilhelm von Rothschild spendete 200 Mark, und Herr Baron Heh. von Königswarter übersandte eine gleiche Summe zur Erwerbung der lebenslänglichen Mitgliedschaft. Eine große Anzahl von baaren Geschenken, im Ganzen 7252,05 Mark, und anderen Spenden sind der Anstalt gleichfalls zngekounnen. Der Vorstand der Indischen Haushaltungsschule besteht ans folgenden Herren und Damen: Alfred Geiger, erster Vorsitzender. Emma Mainz, zweite Vorsitzende. Emil L. Heidenheimer, Kassirer. Th. Fürth, Schriftführer. Adelheid Geiger, Oekonomin, Bertha Baruch, Henriette Benario, Elise Goldschmidt, Hanna Goldschmidt, Philippine Hochschild, Elise Marx, Flora Schwarzschild, Gella Stern. Dr. I. Benario. Max Bauer. — Nauheim, 10. Juni. Der Jahresbericht der „Israelitisch e n Kinderheilstätte" in Bad Nauheim wirst einen Rückblick ans das abgelanfene Jahrzehnt der Geschichte der Anstalt, die ihrer Zeit mit einer Versuchsstation in einer aus 2 kleinen Zimmern bestehenden ermietheten Wohnung eröffnet Ivurde. Die Erfolge, welche sie bei der Verpflegung der ihr anvertranten kleinen Patienten hatte, zeigten, daß man ein Werk ins Leben gerufen, dessen Zweck der Ausbietung aller Kräfte werth sei. Nachdem aber durch die Schenkung von 5>000 Mark seitens der Frau Eva Dreyfus-Jeidels hier der erste Grund zu einem eigenen Heim gelegt worden war. ist dessen Ausbau und Vollendung unter Zugrundelegung der neuesten hygienischen Erfahrungen durch die Mnnifizenz der Freifrau Wilhelm von Rothschild nunmehr ermöglicht worden. Das Terrain der Kinderheilstätte umfaßt eine Grundfläche von ca. 7000 Quadratmetern, gewiß Raum genug für herrliche Gartenanlagen. Spiel- und Turnplätze. Die Anstalt selbst besteht ans einem großen mit allen therapeutisch technischen Erfordernissen reich ausgestatteten Hauptgebäude, das als Jsolirhans für eventuelle ansteckende Krankheiten dient. In der Saison 1899 wurden 153 Kinder, und zwar 79 Mädchen und 74 Knaben, in der Anstalt verpflegt. Der Heinrath nach waren die Kinder größtentheils ans Frankfurt a. M.. nämlich 76, ferner aus Straßbnrg 15, ans Köln 11. Kassel 8, Karlsruhe und Ems je 5. Offenbach und Friedberg je 3. Rothenburg a. T., Alsfeld und Hamburg je 2, Marburg, Witzenhansen, H.-Minden, Steinfinkbart, Nordenstädt, Gudensberg, Essen, Großsteinheim, Borken, Würzbnrg, Wiesbaden, Butzbach. Oberseemen, Niedergemünden, Darmstadt, Fulda, Homburg, Echzell, Rödelheim.

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