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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-06-01 · Heft 22 (1.6.1900) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 22 (1.6.1900)
Date
1900-06-01
Page
Seite 3 (sequence 17)
Language
German
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5 > Personen üieix Heinis dem festlich ^rschienenei. » dankbaren Anfenthaü sein AuS ehörde wav eten. Auch rn absageu äsentanten reten. Ein Nach den! der vorn ui William Vorsitzende lb die Eni in Lehnii [t hat, und len gewag: 0 eine Vei erte er als Frau, die steheil, gar res eigenen s Heim in mrauschten n Terrain ll Anspruch ideude, di^ t, und mir und ihresstätte. tun eigens ein .machst fiu en Anders >as Komitee! derer, die bekräftige» r Paares mij die immer ii Dank an in. verband üstand sied eligen Be^ Geschlecht^' ,en werden sten Beisad i die Stifte -, Fräulein urde, hieu Humanita!. cnmung de^' lthätigkeit' ein aus d-.r feierte zun> hrhundertn das ihnen lttd mit der ünes Amtu? r des Volke-: -all erheben ngen schloß beendete die rrze Labung i war, unter träume deö twas Groß' daß die au lllung gehen .ulliger Liebe d zum Heile der leidenden Menschheit. Wie wir noch vernehmen, hat sich die Eisendahnbehörde der Verwaltung des Heims gegenüber außerordentlich entgegenkommend gezeigt. In dankenswerther Weise hat sie zu einer stunde, in der die Fleischzusuhr zum Heim von Berlin aus erfolgt, üne Haltezeit des sonst durchgehenden Zuges in Lehnitz vorgesehen. X Stolp, 26. Mai. Die Ruhestörungen, die in dieser Woche isier stattfanden und zum Eingreifen des Militärs führten, haben, wie nachträglich bekannt wird, in ihrer späteren Entwickelung eineil anti- »mlitischen Charakter getragen. Während des Krawalles wurden die Schaufenster von Emma Mendel, Robert Simon und Moritz Gelbttein demolirt. Besonders das letztere wurde arg mitgenommen, da der Besitzer die vor dem Hause angesammelte Menge provocirte. Die Polizei, die sich seit mehreren Stundeil außer Sicht gehalten hatte, -nachte gegen IOV2 Uhr, als das Erscheinen des Militärs erwartet nurde, einen konzentrirten Allgriff auf die Merlge. illdem sie voll der 'tanken Waffe Gebrauch niachte, wobei es an vielen Verwundungell nicht fehlte, wie gewöhnlich bei solchen Gelegenheiten auch Unbetheingter nicht. Es sind mir eben mehrere derartige Fälle bekallnt geworden. Der Krawall kam der ganzen Bevölkerung völlig unerwartet, ßr war allsäilglich auch nicht gegell die Juden gerichtet, sondern ent- -iand aus der Aufregung, die sich der Zuschauer benlächtigte, als ein Arbeiter, wie er behauptete, ohne genügende Ursache, voll eillem Polizisten durch einen Säbelhieb über den Kops schiver verwundet wurde, freunde des Verlvundeten kamen hinzu, der Polizist erhielt mehrere Messerstiche. Kameraden eilten lvieder ihm zu Hilfe, und es sammelte ich bald eine nach Tausenden zählende Menge an, vor der sich die Polizeimannschaften schließlich zurückzogen. Unbesonllene Köpfe, vieleicht durch die detaillirtell Berichte einer hiesigeil konservativen Zeitung bereits seit Wochen etwas aufgeregt, ließen jetzt den Ruf: „Raus mit bell Juden" ertönen, der von der Menge ausgellonlmen wurde, und ilsbald ill Thätlichkeit überging. Kempen i. P., 29. Mai. Zn einem rechtell Ehrelltag gestaltete ich für Herrn Jsaac Bloch, dessen siebzigjähriger Geburtstag, der -1. Mai. Dem langjährigen Mitglied des Gemeindevorstalldes hatte iian die Synagoge llild den Betplatz mit Blumen und Topfgewächsen msmerksain geschnlückt. In beit Vormittagsstunden wurden reiche Ehrungen denl Jubilar dargebracht. Alle Vereine hatten ihm glückivünschende Deputationen entfanbt, Vorstand und Repräselltanten der synagogengemeinde erschiellell in eorpore und überreichten eine künstlerisch ausgesührte Adresse. Der Magistrat und die Stadtverord-;ieteti ehrten das trenbewährte Mitglied des Magistralskollegiums durch ie Ernennung zum Stadtältesten. Bei Ueberreichung des diesbezügichen Diploms hob Herr Bürgermeister von Borcke besonders hervor, 'aß der Jubilar, obwohl Besitzer ttitb Leiter eines der bedeutendsten Geschäfte seiner Branche, stets feine regste Thätigkeit in den Dienst der stadt gestellt habe. Des Jubilars Beliebtheit kann kaum besser erwiesen sein als durch die große Menge der Gratlilanteil, welche während des Tages lim ihn sich schaarten. Möge der treffliche Mann noch lange zum Wohle der Stadt und Gemeinde in Gesundheit und traft sich seines Daseins erfreuen! Zfc Breslau, 29. Mai. Der Verein israelitischer Lehrer in Schlesien ulld Posen ladet zur 22. ordentlichen General-Verianlmlung am 6. Julli hier im Saale der Lessing-Loge ein. Die Tages-OrdllUllg ist folgende: 1. Berichterstattung des Vorstandes über >as Vereiusjahr 1899/1900 sowie über die Thätigkeit des Verbandes der jüdischen Lehrer-Vereine im Deutschen Reiche. 2. Rechnungslegung der Kassenverwaltung. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Die Unteritützungskasse des Vereins israelit. Lehrer in Schlesien und Posen, lieber die Satzungen der Pensious-, Witwen- und Waisenkasse des Perbandes der jüdischen Lehrer-Vereine im deutschen Reiche und die azu eingegangenen Abänderungsvorschläge. 5. „Die Lage der siultusbeamten in denkleinen und mittleren Gemeinden oes Ostens" (Bähr - Waldenburg). 6. Die Nebenämter des jüdischen Lehrers." (Rabb. Dr. Freund-Ostrowo.) 7. Ev. Referat über das Verbandsthema: „Soll die systematische Religiouslehre in der Volks- und Religiousschule als besonderer Unterrichtsgegenstand behandelt werden? 8. Probelektion. 9. Etwaige Anträge aus der Mitte der Versammlung. 8. TarrwWitz i. Schl., 16. Mai. Am 13. d. Mts. bewegte sich ein Leichenzug durch unsere Stadt, wie dieser wohl au Größe der Betheiligung kaum dagewesen, nach dem israelitischen Friedhofe. Es galt dem allgemein in allen Kreisen unserer Bevölkerung und weit darüber hinaus mehr als beliebten, hochgeachteten Kaufmann David Kamm die letzte Ehre zu erweisen. Unsere sehr geräumige Leichenhalle war nicht im Stande, das überaus große Trauergefolge zu fassen. Vor dem Leichenwagen ging der hiesige Feuerwehrverein mit umflorter Fahne. Unter dem Trauergefolge bemerkten wir das Oberhaupt der Stadt, den Magistrat in ecrrpore. das ganze Stadtverordneten-Kollegium und eine überaus große Anzahl Befreundeter aller Konfessionen. Am offenen Grabe schilderte Herr Rabbiner Dr. Löwenthal in tief empfundenen Worten die vielen Vorzüge des leider viel zu früh Dahingeschiedenen. eines strenggläubigen Israeliten, ehrenbrav und bescheiden, welcher nie mit seinen großen Talenten in den Vordergrund treten wollte; sein Hauptaugenmerk galt seiner Familie und seinen Nebenmenschen. gleichviel welcher Konfession. Der Verstorbene stellte sein ganzes großes Können und Wissen ohne irgend welche materiellen Interessen in den Dienst unserer Stadt und unserer Gemeinde. Außer vielen anderen Ehrenämtern bekleidete er bereits durch viele Jahre das Amt eines Stadtverordneten, Bezirksvorstehers, Armen- und Waisenraths und Vorstandsmitgliedes des Vorschnßvereins; in diesen Ämtern legte er stets mit seinen klaren Ansichten ein warmes Interesse an den Tag. ganz besonders, wo es galt, für die Armen und Bedürftigen eüizutreten. In hiesiger Gemeinde war er seit mehr als 25 Jahren Mitglied des Repräsentanten-Kollegiums. sowie des Kuratorii der Rabbiner Dr. F. Löwenthal'schen Stiftung und fämmtlicher hiesigen Wohlthätigkeitsanstalten. so daß sein Heimgang wehmüthig betrauert wird. Zu erwähnen dürste noch sein, daß der Verschiedene auch in Königlichen Diensten, und zwar früher Postvorsteher zu Tworog i. Schl., war. Ehre seinem Andenken! 8. Osterode <*♦ Harz, 17 Mai. Heute wurde ein treuer Kollege zur letzten Ruhe gebettet, der durch seine vortrefflichen Uebersetzuugsbücher sich einen verdienstvollen Namen erworben hat. Es ist der Lehrer I. Wiesen. Seinen Sarg umstanden trauernd mit seiner Gattill und seinen Kindern auch der Landrabbiner Dr. Lewiusky- Hildesheim, die Kollegen aus Moringen. Einbeck. Bovellden, Dransfeld und Duderstadt, die Schüler ulld zahlreiche Ortsansässige. An der Stätte seiner Wirksamkeit, im Gotteshause, woselbst der Sarg aufgebahrt wurde, fand die Trauerfeier statt. Herr Dr. Lewinsky widmete ihm ein eil von Wehmut getragenen Abschiedsgruß int Namen der Gemeinde, seiner Schüler. Kollegeli, wie auch seinerseits. In beredten Worten schilderte er ihn als strebsamen Kollegen, treuen Berather, echten Juden. Es waren Worte, die jedell Lehrer mit heiligen! Eifer erfüllen, mit glühender Begeisterung für den schweren, aber hehren Beruf. Am Grabe widmete der Sohn des Verstorbenen, welcher Rabbiner in Laibach ist, seinem theuren Vater den Dank Namens der Mutter und Kinder für sein rastloses Streben, seine treue Fürsorge, seine hiilgeblmgsvolle Liebe. Mit einem Gebete für die Seele des Dahingeschiedenen schloß Dr. Lelvinsky die Tranerandacht. die Erde, die ihm leicht werden möge, bedeckte ihn. von seiner Hülle nur schieden wir. Sein Geist wird fortlebeu, „denn die, welche Viele zur Gerechtigkeit führten, werden glänzen wie die Sterne." Oesterreich - Ungar«. Q Wien, 28. Mai. Ueber den traurigen Ausgang der Wahlen s ü r den hiesigen G e m e i u d e r a t h haben Sie an anderer Stelle berichtet; der Kamps wäre diesmal ja ganz nutzlos gewesen, und deshalb hat die liberale Partei es zum vollstälidigen Siege ihrer Gegller kommen lassen, was vielleicht bei mehr Anstrengung und vereinten Bemühungen doch hätte vermindert werden können. Nun ist Wien auf lange Zeit hinaus den Antisemitell gesichert! — In der Krakauer Klosteraffäre Araten ist jetzt Stillstand eiugetreten; die Sache dürste wohl auch im Sande verlaufen. — Der Redakteur der antisemitischen Zeitschrift „Wieszczanin", Carl Barke, wurde wegen Erpressung zu sechs Wochen schweren Kerkers verurtheilt. Barke hatte der Wieliczkaer Sparkasse, gegen welche sein Blatt heftige Angriffsartikel veröffentlicht hatte, die Einstellung dieser Angriffe für eine entsprechende Summe offerirt. Es wurde ihm denn auch der Betrag von 2000 K. bezahlt. — Bekanntlich hat die verstorbene Baronin Clara Hirsch dem Wiener Magistrate 200000 Francs für wohlthätige Zwecke vermacht. Nachdem dieses Legat, von welchem allerdings fast ein Viertheil an französischen und österreichischen Erbschaftsgebühren in Abfall kam. erlegt worden ist. hat nunmehr d>-r Bürger- 1

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