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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-05-25 · Heft 21 (25.5.1900) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 21 (25.5.1900)
Date
1900-05-25
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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2 gionslehre in der Volksittib Religlonsschule als besonderer Unteri richtsgegenstand behandelt werden?" Referent: Schreiber-Danzig.! Korreferent: Napp-Pr. Friedland. 2. Der Anfangsunterricht iui hebräischen Lesen. Besprechung eitler nelien Fibel. Referent: Mannheim- Gratldenz. 3. Feststellung des Ortes nnd der Zeit für die nächstjährige Generalversaintnlnng. 4. Innere Angelegenheiten imb Mittheilllligen. S. Stettin, 14. Mai. Seit Jahren schon machte sich das Fehlen einer großen uui> zeitgemäßen Friedhvfska p ell l e verbllndeit mit eitler Leichenhalle recht fühlbar, die alte war zu klein und entsprach allch nicht den geringsten Atlfordernngeil mehr, die eine Großgemeinde alt dieselbe zu stellen berechtigt ist. Jtn vergangenen Jahre beschlossen die Geuteinde-Behörden den Neuban eitler solchen und gestern fand die Einweihung derselben statt. Zahlreiche Mitglieder ntlserer Gemeinde lvarerl dazlt erschiellen und alle fiub darin einig, daß etwas Gutes geschaffetl ist; ob dagegeit auch praktisch als Leichenhalle, das toird erst die Znkltllft lehren. Mit Uebergabe des Schlüssels seitens des Ballmeisters an beu Vorstand unserer Gemeinde, zu Händen des ersten Vorstehers Herrn Dr. Freilltd begann die Feier, daun folgte von Letzterem die Festrede, die allgemeinen Beifall fand. Hierauf Gesang votn Synagogen-Chor, danlt die Weiherede von unserem verehrten Rabbitier Dr. Vogelstein nnd zum Schlttß wieder Gesang. Xp. Aus der Provinz Posen, im Mai. Zmn Vorsteher der jüdischen Gemeinde in B orek ist der Stadtkämmerer Max Wollmann daselbst gewählt und bestätigt tvorden. — Die Shnagogen-Getneinde in Ostrotvo hat die Ausnahme eines Darlehns von 20000 Mark zn baulichen Zwecken beschlossen. Mit dieser Suntma soll hauptsächlich die eingehelide Renovirung des Gotteshauses bestritten tverden. — Der Kantor Lemke in M ixstadt ist als Kantor der israelitischen Gemeinde in Jarotschin berufen tvorden. — Znm Vorsteher der jüdischeit Geitteilide itt Schmiegel ist Herr Belljamin 9tenmann dasebst ttettgetvähll wordett. — In Grä tz ist der langjährige Vorsteher der dortigeit „Chewra Kadischa", Herr Bick, im Witter von 81 Jahren gestorbeit. — In Won - g r o w i tz ist kürzlich das nelierbaute jüdische Volksschttlhaus feierlich eingeweiht worden. — Znm erstell Kalltor der Syttagogeilgenleillde itt O st r o tv o ist eillstininlig der bisherige Kalltor Schatz itt Regellsbtlrg getvähll lvordelt. — Deit Kittderlt der Wtve. Johaittta Schmul itt W re s ch e n ist vont Regierungspräsidenten ztl Posen gestattet lvordelt, fortan beu Namen Selbach Ztl führen. - Der kürzlich in Berlin verstorbene Kauslnanll Geist hat feiuer Heimathgelneinde Czartlikau eine nnmhafte Summe zu Unterstütznngsztvecken hinterlassen. — In N e tt ln a r k ist Herr Moritz Lasch, der 40 Jahre hindurch dent dortigell Repräsentantenkollegiutn allgehörte, gestorbelt. " Hannover, 21. Mai. Atll 0. uub 7. Juni findet hier ittt Restallrant „Börse", Osterstraße 16 B die 36. Versammlung des Vereins j ü d i s ch e r L e h r e r i ll d e r P r o v i w z H a n n o v e r statt. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Berichterstattling. 2. Borstatldstvahl. 3. „Die Anstellnngsverhältnisse der jüdischen Lehrer in der Provitlz Haltnover." - Referent: Herr Nagel-Diepholz. 4. „Soll die systelllatische Religiotlslehre itt der Volks- Utld Religionsschute als besollderer Ullterrichtsgegenstalld behandelt tverden?" — Referent: Herr Katz- Drattsfeld?" — Korreferent: Herr Fabisch-Göttiitgen. ö. Lehrprobe des Herrll Rothschild-Achim: „Das 5. Gebot." iOberstnse.) 6. „Die Abällderullgsvorschläge des ostprenßischen Vereins zn den Satztliigen der Pensions-, Wittlvell-tlnd Waisettkasse des Verbandes." — Referellt: Herr Bachrach-Hatneln. 7. Rechnungslegultg imb Entlastung des Rechnuugssührers nach Prüsulig der Kasse dtlrch zwei Vereitlslilitglieder. 8. Bericht der in der Versamntlnttg itn Jahre 1898 gewählten Kommission zur Umarbeitung der Zeuguißbücher, Schulprotokolle u. s. w. — Referent: Herr Sterit-Hildesheim. 9. Freie Besprechungen. 10. Feststelllltlg der Zeit tUld des Ortes der llächstjährigen Versamtnluttg. Jtll Anschltlß an die Lehrerversamnllutlg tverden die Mitglieder der Ultterstützlltlgskasse ztl eitler Gelleralversamnllllttg auf dett 7. Jutli d. I. in das Restallrant „Börse" eiilgeladett. Die Tagesordttung lalltet: 1. Recheilschaftsbericht. 2. Wahl eines Vorstandsmitgliedes an Stelle des verstorbenen Herrn Jnstizrath Benseh auf füllf Jahre. 3. Wahl dreier Revisoretl zur Prüfling der Finanzlage imb des Haushaltes der Kasse. 4. Etwaige Ailträge voll Mitgliederll. >1. Hamburg, 14. Mai. Der langjährige Präses des Krankenhauses der Delltsch - Israelitischen Gemeillde, Herr Lollis Leivh, ist itach längerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben. i Der Verblichene gehörte seit 28 Jahren der Verwaltung des! Krankenhauses all tutd widlnete seitle ganze freie Zeit der Ausgestaltung und Organisation dieses Instituts, er hat sich um das Emporblühen der Anstalt so große Dienste erworben, die ihm einen tlnvergeßlicheil Nanleil in der Geschichte des Heinestchen Kranken Hauses sichern. Die Bestattnllg fand gestern Nachnlittag statt, außeeiner Deputation des Gemeindevorstaudes war der gesammtl Krankellhallsvorstand sotvie die Oberärzte, Aerzte. die bienftfmer Wärter, Jttspektoren u. s. w. erschieneit. Der letztwilligen Verfügung gelliäß tvnrde voll jeglicher Trallerseier abgesehen und erfolgte die Bei setzung in einfacher Weise nach strellg jüdischetll Ritlls. — Herr D. Wormser, der Begründer und Vorsitzende des Jsrae litischell Ullterstühullgsvereilis für Obdachlose, der im bester Mannesalter verstarb, wurde gestern unter Theilnahme der ganzer Genleitlde zur ewigen Ruhe bestattet. Der Verstorbene hat fiel namentlich um die Ullterstühullg der aus ihrer Heiinath vertriebener hier durchreiselldeil russischeil Juden große, unvergängliche Verdienst erworben. Viele der Vertriebenen haben es denn auch nur de Initiative des Verstorbenell zn verdanken, wenn sie sich in Englan und Amerika eine neue Heinrath gründen kvtlnten. Die edlen Bc strebliugelt des Dahillgeschiedenell fanbeu zn elften Zeiten volle All erkenllung und Unterstützung der Behörden. Die russischen Auswanderer dürfen bekanntlich seit dem Jahre 1892 das Hamburgs Stadtgebiet nicht betreten und müssen in den sogenannten Auswanderer hallen am Amerikaquai ihren Aufenthalt nehmen. Daniel Wormser setzt es durch, daß hier eine Synagoge gebaut tvnrde, utld daß die Verpflegun streng rituell geschehe. Die Beerdigung dieses eiltfachelt. bescheidene Mannes, der ttieinals nach Ehren nnd Aenltertt strebte, gestaltete sin zu einer Trauerkundgebnng, voll so großartigem Charakter, wie wi sie itt unserer Genleitlde seit Jahrzehnten nicht gesehen habett. I Vertretung des Polizeiraths Dr. Stahmer wohnten ein Jnspektv itltd drei Beantte der Atlswandererhallen der Trauerseier bei. Außer bei Gemeindevorstand, einer Deputation der ^llirnme israelite universell-- lvaren sammtliche Gemeindeinstitntionen durch Delegirte vertretei Die Zahl der Leidlragenden zählte nach Tausenden, in allen Straße bildete die Menge ehrfurchtsvoll Spalier. Außer Herrn Oberrabbitrn M. Hirsch, der die- Trauerrede hielt, widmeten die Herren Direkte Dr. Goldschmidt und Rechtsanwalt I. Alexander dem Verewigte warme, tief empfundene Worte des Nachrufs. Von Herrn Polizeirat Dr. Stahmer, der Direktion der Hamburg - Amerika - Linie u. f. n wurden kostbare Blnmenspenden mit entsprechenden Widmungen im Trauerhause abgegeben. Der Verblichene hinterläßt in unserer G< meinde aus dem Gebiete der Wohlthätigkeit eine Lücke, die uns jel noch unausfüllbar scheint: sein Andenken wird für alle Zeiten ei unvergängliches bleiben. # Nürnberg, 12. Mai. In Anwesenheit von Abordnungen de beiden städtischen Kollegien, des Prinzen Max von Sachsen um sonstiger Ehrengäste fand heute Mittag in der Wärmstube Nemveze! dorf die vom Nürnberger Wärmstuben- und Wohlthätigkeitsverei i veranstaltete Feier zur Ehrung des Andenkens des verstorbenen Verein Vorstandes, Eugen Herz, statt. Der derzeitige Vereiusvorstand Kau mann Stegmann begrüßte die Anwesenden, woraus durch einen G sang der Schuljugend die Feierlichkeit eingeleitet wurde. Der Direkte des Zelleugefällgnisses, Regierungsrath Bamngärtel, hielt die Festred In beredten Worten wies er darauf hin, daß in unseren Tagen, i i welchen wohl nicht ohne Berechtigung über Mangel an Jdealisnu geklagt werde, Eugen Herz ein leuchtendes Beispiel sei. Die Dichteworte: „Edel sei der Mensch, hilfreich nltd gut" seien ihm ins Fleis und Blut gedrungen, von dem Gefühle der Menschenliebe beseelt, Hal er selbst gedarbt, um den Armen zu helfen. Nicht nach üllßere - E h r n n g e n , nicht nach O r d e n s k r e u z e n habe er gegeizt, d oft mit ungelenker Hand geschriebenen Danksagungen Derer, denen * Wohlthaten zuwandte, seien ihm die liebste Allerkennnng gelveseu. De Redner gedachte daun der unermüdlichen Anstrengungen des Ve-- storbenen zur Anfbringnug der Mittel zur Schaffung und Erhaltnn der Wärmstnbelt, und indem er Hervorhob, daß in der Geschichte d< Wohlthätigkeitsanstalten Nürnbergs der Name Eugen Herz nnvergeßti. bleiben werde, erwähnte er, daß zum sichtbaren Andenken an den Ve storbenen beschlossen worden sei, das in Erz gegossene Bildniß in den Hauptschöpfungen des Dahingeschiedenen anzubringen. Beim Schluss der Rede fiel die Umhüllung des Bildnisses, nnd es zeigte sich das vo» Bildhauer Herzog modellirte, von Erzgießer Lenz ausgeführte Medaillorn

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