Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 64 (1900)
- Issue
- Heft 19 (11.5.1900)
- Date
- 1900-05-11
- Page
- Seite 221 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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S21 lrzem eine rßer den erlangen 40 Wersi oder bei luucj tritt, nctbenfrifi eben. Der zu suchet lge betrie en an bei ker als jo :en Theil- Geschäfth deshalb ceifen, un* sine neu« Von u n Grenz; um ein. cht miibei Zchmugge' aß n i ei) i?lgeschäfts tu birnt erfchiedev g des 2. April. : Dr. Di rank-Kölll > der neu hatte ir tz-Krefeld Vorsitzende Erfolg de. Die Be ukt ferne. Verbände c 1899 ii lebvncft v, t; er U\v raeli tische Kchem sulch er (bei ineli tische > ter Köluc igt. Nor; Au erb ml nit diesendos Iah. prter znn^ . Hieran' über den m deutsch erverband zender die über die ilnssig zu über 189!' uuter Theilnahme fast aller rheinischen Rabbiner statt; die Ausschllßsitzuug am 10. Dezember, die Beschlußfassung über das Statut am 4. Februar d. Js. Regelmäßig wurden unsere Wünsche (Anstellungs- -uodus der Beamten, Schiedsgericht. Religiosnnterricht n. s. w.) vom Referenten wirkungsvoll vertreten, und besonders die Bestimmungen erzielt, daß der jedesmalige Vorsitzende des Rheinischen Robbineraerbandes oder dessen Stellvertreter Mitglied des Ausschusses sei, und eruer, daß sämmtliche rheinländische Rabbiner als geistliche Berather u allen Generalversammlungen des Gemeindeverbandes eingeladeu iverden. Wenn auch der rheinischen Lehrerschaft ein Sitz im Ausschüsse - iugeräumt worden sei, so wäre dies durchaus gerechtfertigt und nur die . orangegangenen Debatten zu beklagen. In der Diskussion hierüber wird auf das Auftreten besonders jüngerer Lehrer gegen die Rabbiner lind den 'tabbinerstand hingewiesen. —Hiernach stehen All träge aus der Versammlung zur Verhandlung. Kollege Jaulus bealltragt Repartirung derReisetofteil für die Konferenzbesncher. Dieselbe lvird beschlossen, und soll auf Vorschlag von Kollegen Auerbach derart erfolgen, daß jedem der Er- 'chienenen die vollen Kosten eilles Retourbitlets II. Klasse alls dem orhandenen Kassenüberschuß erstattet, iiub lueun dieser nicht ausreiche,! er noch fehlende Betrag von sällilllttichen Theililehrnern zu gleichen 'heilen erhoben werden solle. Voll zwei weiteren Anträgen des 'ollegeu Sillger-Coblei-.z, der zllr Zeit 3111* Wiedergewinnung seiner Zesundheit iu Bad Soden lveilt, fiel der erste in das Gebiet der uompeteuzen der einzelnen Rabbiner, und wurde durch folgenden Kschluß erledigt: „Die Versammlung erklärt, daß es jedem eingetnen iabbiner gestattet sein niuß. sich im Interesse seiner Gemeinde oder mzelner Angehöriger derselbell auch an solche Behördeil unmittelbar il wenden, die ihreir Anltssitz an eillem aildereil Orte habeil, ohne sich rst mit denl Kollegeil all denr betreffenden Orte in Verbindung zu ' tzen. Dagegen hält es die Versammlung für selbstverständlich, daß keinem einzelnen Rabbiiler zustehe, sich in allgemeineil Angelegenheiten, i' ie für einen über seinen Amtsbezirk hillausgehendell Kreis voll Beutung sind, mit den Centralbehvrdeu in Verbindullg zu setzell. i )iie hierzu voll beit betheiligteu Kollegeil, beziehungsweise voll dem Rheinischen Rabbinerverband ein ausdrückliches Maildat erhalten zu! aben." Der andere Antrag Sillger. 31t spät ein gereicht, um zur i erathung zu komnten wurde verleseil und als Material übernommen; lautete: „Die GeneralversanlUllung der rheinischen Rabbiner am :. April wolle ihren Delegirten beauftragen, bei der nächsten . nsschußsitzung des allgeuteinell Rabbinerverballdes in Deutschland ' .lhill zu wirken, daß der Ausschuß die Besserstellullg der Rabbiner lustellungsmodus. Peilstoilsberechtigllllg u. s. w.) doch atlch in den ' reis feiner Berathnngeu ziehe." Endlich erhält Kollege Sailtuel das ^ort zu feinem angeküudigten Vortrage: „Reue Maßllahmen tmd liele", und spricht in zlvei Theiletl über die äußere Stellung des abbilters im Staate, in der Gemeinde und gegeilüber aildereil Kultns-! amten, ruld über die innere Festiguilg und Fortentwickelung des abbinerstandes. Seilte Leitsätze lauteten: „A. 1. Es ist darallf hiuilvirkeil, daß die Königlichen preußisehell Staatsbehördeil den geistlichen >nd Beamteilcharakter der Rabbiiler iu demselben Umfange wie die ißerpreußischeil auerkeilnen, nnb die Anstellnngs-, Besoldnngslind - .steuertulgsverhättnisse in einer den Geistlichen der christlichen ' oufessionen entsprechenden Weise regeln. 2. Dem Rabbiner, als dein; Östlichen Leiter der Shnagogengemeindeil. ist eilt höherer Alttheil an 1 v Verivaltung derselben einzuräumen. So dankellslverth auch das l iltgegeilkommell einsichtiger Vorställde in Kultusaugelegenheiteu ist, reichen doch die statutarischen Bestimmungen nicht atls. um ihm . metl feinem Stande gebührenden Einfluß auf das Wohl uild Wehe seiiter l emeinde. die Wahrung ihrer religiösen Güter uild die Anfrechterhaltllng u; 1 b Festigung des Jndenthums zu sichern. 8. Wir erkeillleu nur die! rs rechtuläßige Weise, auf Grund der üblicheil Vorbildung, Prüfullg und Diplomirung erlangte rabbiuisehe Würde als mr Wahrnehmung des höchsten geistlichen Anltes in Israel berufen -m. uild halteil diese bnrdi Tradition uild Geschichte in ihren Pflichten und Rechteil für genügend gekellnzeichltet und über den Streit der 'teinnngen erhaben. Wir ltehmen aber atls verschiedeltetl Borkonunl'.issen, öffentlichen Debatten uslv. Anlaß, zu erklären, daß wir dentnach eilte Gleichberechtigung oder -bewerthung des auch im Predigtaulte fungirenden israelitischeil Elementarlehrers oder Kultusbeamten mit dem Rabbiner bei aller Hochachtung vor den zahlreichen, lvackeren und würdigen Vertretern jener lvichtigen Stände abweisen müssen, ö^s ist vielmehr^darauf hinzuwirken. daß besonders leistungsfähigere Gemeinden neben ihren Kuttusbeamteu behufs itachdrucklicherer Förderung der höchsten, religiösen Interessen in allen Schichten und Kreisen der Gemeillde akademisch-theologisch gebildete Rabbiiler austellen, und daß endlich auch dem kleinstell Orte, all dem Juden lvohnell, der Segelt rabbillischer Wirksautkeit zu Gute komme. — B. 1. Es ist auf eitlen zeitgemäßelt Ausball der bestehendell vabbiniTctjen Hochschulen uild ihre bessere ntaterielle Flllldirullg Bedacht zu ltehmell, atlch die Gründung einer rabbiltischen Hochschllte im Westen Deutschlands (Köln, Bonn, Fratlkfurt rc.) ins Auge zu fassen. 2. Bennfs lviffellschaftlicherNeuatlregung der Rabbiiler unb Fördertlng threr praktischen amtlichen Thatigkeit sollen periodische Zusammenkünfte (rabbinische Faknltätsknrse) eingerichtet und eilte gemeinsam zu benutzende Bücherei angetegt werden. 3. Zttr ununterbrochenen Konunnnikation sämmtlicher Angehörigen des Rabbinerstandes soll eine Zeitschrift gegründet iverden, die ausschließlich oder vorzugsweise den Interessen der Rabbiner gewidmet ist." Die Versammlung tohllte den Redner durch Beifall, konnte jedoch, wegen der Kürze der Zeit, nur einige Punkte vorab einer kurzen Besprechung unterziehen; sie beschloß: Kollege Santuel möge zunächst Theil A seines Referats schriftlich näher ausfnbren und das Manuskript dem Vorstände des Verbandes 31t weiterer Veranlassung übergeben. Die Versammlung drückte alsdautl den Wunsch ans. daß Kollege Frank als zeitiger Vorsitzellder, der die Verhandlungen aufs Beste geleitet habe, sich des Rabbinerstaildes, seiner ernsten Sorgen und Bestrebungen nach allen Seiten und an den geeigneten Stellen thatkräftig annehlltell möchte, und Kollege Frartk verspricht dies mit markigen, eindrucksvollen Wortetl. mit delten er zugleich gegen 7ri Uhr die Versammlung schließt. Der Schriftführer: Rabbiner Dr. S. S a mu e l - Essell. Bas Märchen vom Mtuatmord vor 1900 Jahren. Von A rt h u r Ata h e r. as grausige Märchen vom jüdischen Ritualmord, dessen entsetzliche Folgen wir jetzt lvieder beklagen, ist bekanntlich so alt wie der Haß gegen die Inden. Es ist stets von Leuten verbreitet worden, die den Glauben mit dem Aberglauben zu bekämpfen versucht habet:, und es ist deshalb wohl kallm wunberbar, baß bie Blutlüge schon 30 Jahre vor Christus eine traurige Rolle im Kampfe gegen bie Juben gespielt hat. Man kann sich von ber Unüberwindbarkeit des Aberglaubens nnb ber Lüge nicht besser überzeugen, als bnrch bie Geschichte oonr Ritualmord, wenn nmu bedenkt, daß derselbe Wahnsinn, der heute vom verblendeten Pöbel geglaubt wird, schon vor 1930 Jahren dieselbe Wirkung gehabt hat. Es ist fast selbstverstäirdlich, daß der Neid, der Haß und die Vornrtheile welche die griechische Kuttnrwelt gegen die; Juden zur Zeit der Alexaudrinischen Bluthe hegte, in Schriften! und Pamphleten gegen die Inden Ausdruck fand. In Alexan-! drien besonders, wo die Gegensätze mehr als anderswo an den Tag traten, war die judeufeindliche Partei sehr stark, deren Führer Apolonins Molon, Posidouius aus Apamea, Chäremon. Lysimachlls und Apiori wäret:. Der gefährlichste und gemeinste dieser griechischen Antisemiten war Apion, der mit Verleumdungen aller Art die Juden verdächtigte und beschimpste, ans alle mögliche Weise gegen sie agitirte und es sogar verstand, den lvahnstnuigen Kaiser Calignla gegen sie aufznhetzen. Gegen diese Verdächtigungen und Angriffe hat später Flavins Josephns, der bekannte jüdische Schriftsteller, eine Gegenschrift verfaßt, in der er die ganze Gemeinheit der Apionffchen Abhandlung geißelt und alle Angriffe würdig und