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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-04-20 · Heft 16 (20.4.1900) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 16 (20.4.1900)
Date
1900-04-20
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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G4. Jahrgang. Nr. 16. iöerlm, 20. Äpril >900. HZeikcrge zur ,Allgemeinen JeiLung des IuöenLHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin, 15. April. Heute, am zweiten Passahtage, fand in dem überfüllten Gotteshause der Reformgemeinde die K on fi rm a ti on sseier in üblicher Weise statt. Prediger Dr. Lev in leitete die heilige Handlung, die in ihren» ganzen Verlaufe ans die Jugend sowohl lvie auf die zahlreich versammelte Gemeinde einen tiefen Eindruck machte. Es wurden 23 Mädchen und 24 Knaben eingesegnet. Der Feier voran ging die gottesdienstliche Liturgie; dann leitete ein von der Konfirmandin Clara Nathan, einem Zögling des Mosse'schen Erziehnngsinstitutes in Wilmersdorf, mit tiefer Empstndung gesprochenes Dankgebet für Gottes Huld und Gnade und für der Elter»» und Lehrer- Mühen um die Erziehung 31t der eigentlichen Feier über. Daraus ergriff Dr. Levin zu einer Predigt das Wort, der er beu Text zu Grunde legte: „Als Israel jung war, da liebte ich es und aus Mizrajim berief ich meinen Sohn". In sinniger ruld geistvoller Weise legte der Redner dar, daß als letzte Macht die Religion gelte, der es Vorbehalte»» sei. des Herzens volle Entfaltung zu bewirken. Der eigentliche Schatz, der das Leben lebe»»swerth mache, sei nur der, den das Herz geben könne, jene Gottesfurcht, ans der die Liebe ströme. Wo keine Liebe, da fei keine Pietät, »vo keine Pietät, da sei keine Dankbarkeit. wo keine Dankbarkeit, da sei keine Treue. Den einzig richtigen Beg für das Thun und Lassen weise die Znsarnmengehörigkeit, die unter allen Menschen bestehen solle und als deren letzten Grund »vir uie Gotteskindschaft erkennen. Durch die Kinder bleibe die Lehre Gottes in Erbgut der Gottesgemeinde; sie seien darum nicht nur die Jünger, velche ii» den Bund anfznnehmen feien, sondern sie seien auch die Üanmeister an» Bau des Gottesreiches. Nach der Rede, die einen iefen Eindruck ans die Zuhörer hinterliest, trugen die Ko»»firmandei» ^ie vo»» ihnen gewählten Bibelsprüche vor, und ei»» K»»abe, Fritz Manu, egte für Alle das Gla»»be»»sbeke»»»,tnist ab. Die Segensertheil»n»g n»»d >as groste Hallelujah (Psalm 150) gäbe»» der eindrucksvollen Feier inen würdigen und erhebenden Abschl»»st. L2 Berlin, 17. April. Die Lehranstalt für die Wiss euch aft des In den ihn »ns in Berlin versendet das Verzeichnist >er i»»» Son»n»erse»nester 1900 zuhalte»»den Vorles»mgen. Dr. Ba n eth vird lese»»: Taln». stat.: (Jernschalnn »md Babli) P'sachin» Kap. II Fortsetzung) 4 Stunden, Montags und Donnerslags 8—10 Uhr; Talmud j Babli stat. Hnllin Kap. VII (Fortsetzung), 3 Stu»»de»», Montags,! Dienstags u»»d Donnerstags 12—1 Uhr; Tallnud Babli kursorisch: Baba! Mesi'a. Kap. V (Fortsetzung). 4 Stunden, So»»»»tags und Mittwochs j ' —10 Uhr; JoreDe'a(Tur n»»d Sch»»lcha»» 'Aruch LI— LV), 2 St»n»deu, j Nontags und Donnerstags 10—11 Uhr; Eben ha-'ezer Hil. Gittii» Fortsetzung), 1 Stunde, Donnerstag 11—12 Uhr; Mischne Tora, MI. Buch (Forschung), 1 Stu»»de. Freitag 12—1 Uhr; Einleitung in n» Tal»n»»d, 1 Stunde, Montags 11—12 Uhr. Dr. Mahb a 1» m vird lesen: Horniletik, 1 Stunde, Dienstags 8—9 Uhr; Ho»uiletische leb»»»»gen, 2 Stunden, Freitags 8—10 Uhr. Dr. Schrei »»er »vird cfen: Alte Pentatenchkom»uentare, 2 St»u»de»», So»»ntags 10 —12 Uhr; Erkläru»»g des Buches Hiob. 2 St»»nde»», Dienstags »i»»d Freitags O—11 Uhr; Erklärung des More Nebuchi»»» des Mai»»»o»»ides II. Theil, Stuliden, Mittlvochs 11- 1 Uhr. Geschichte der jüdische»» Religions- 'hilosophie, 1 Stu»»de, Die»»stags 9—10 Uhr. Geschichte der Juden, 1 Stunden. Sonntags 12-1 »ind Mittwochs 10—11 Uhr. Hebräische Dtilübnngen, 1 Stu»»de, Freitags 11—12 Uhr. Die Eröffnung des Domlilersemesters finbet am 25. April um 11 Uhr Vormittags ratt. Für L e hr a m t sk a n d i d a t e»» u »»d L e h r e r i»»»»e n »verden m Son»u»ersemester 1900 folgende Vorlesnngei» an der Lehranstalt ^gehalten: Dr. Ba»»eth »vird lese»»: Die Festgebete. 1 Stunde, No»»tags 3—4 Uhr. Ausge»vählte Stücke a»»s den Propheten, 2 Stnn.de»», Dienstags 2—4 Uhr. Dr. Mayban»»» »vird lese»»: Geschichte des Gottesdienstes (Fortsetz»»»»g) »»»»d hierauf: Geschichte des jüdischer» Erziehungstvesens, 1 Stunde, Montags 4—5 Uhr. Dr. Schreiner »vird lesen: Geschichte der Inden, 2 Stunden, Montags 5—6 und Dienstags 4—5 Uhr. Beginn der Borlesunge»» an» Moirtag, den 30. April. Annreldrmgei» ninrrnt entgege»» Dr. Baneth. Wallner-Theaterstraste 20 I, täglich 1—2 Uhr Nachnrittags. m. Berlin, 17. April. Die „Vereinigung Jüdischer Studirender" hat»»» diesen» Semester, ihrem »rennten, sorvohl »rach anstei» als auch nach innen erfolgreich an der Erreichung ihres Zieles, irr de»» weiteste»» Kreiser» der jüdische»» St»»deute»»schaft Selbstbelv»»sttsei»», jüdische»» Geist u»»d jüdisches Lebe»» zn »vecken »»nd zr» heben, weitergearbeitet. Von äußeren Erfolgen sei n»»r envähnt, dast sich der Aktive»»besta»»d »»»»» 11 Mitglieder vermehrt hat, so dast jetzt die Zahl der Aktiver» 31 beträgt, »voz»» 16 Inaktive »md 15 „Alte Herre»»" trete»». Austerden» gelang es der V. I. St. in Breslau einen Brriderverei»», beu „Verein Jüdischer Studenten," zn gründen itnb die Leipziger V. I. St. zr» konsolidiren. Die vo»» einer spezifisch a»»tisen»itischer» Korporation angegrifseire Ehre der Vereinigurrg lvnrde irr ehrlichen» Kampfe vertheidigt. Im Inneren gelang es der Vereinigrmg durch Vorträge, allwöcheirtliche Referate aris jüdischer» Zeitungen jeder Parteiricht»n»g, Besprechnirg ' jüdischer Tagesfragen und irnrigste Geselligkeit i»»»»ner »»»ehr das Gefühl der errgsten Zr»sa»n»ne»»gehvrigkeit irr der ge»nei»»sa»»»en Terrdenz zn erzielen und Verstä»»d»»ist für die Pflichte»» eines jüdische»» Akademikers in» Lebe»» »»»»serer Zeit zu errvecker». Die körperliche Ausbildung wurde durch allrvöchentliches Turne»» und Fechte»» gepflegt. Die V. I. St. mit ihren Kartellvereine»» »vird auch in» kotn»»»enden Senrester auf der beschritterren Bah»» »veiterarbeiten; vo»» den» Antheil der größeren Oeffentlichkeit aber »vird es abhänge»», ob den Idealen der Vereinigurrg, die doch schlechthin Die eines jeden Jude»», gleichviel »velcher Parteirichtung, sind, thatsächlich die »veitester» Schichten der jüdische»» St»»dente»»schaft erschlossen »verden. Berlin, 16. April. Der Vors ch»»st v e r e i r» für hilfsbedürftige Ntitglieder der jüdischen Ge»»»ei»»de versendet die Uebersicht des Verkehrs in» abgelaufene»» Jahre. Ai» Gescherrken innnerrvähreilder, lebcnslä»»glicher Mitglieder und der Aachen-Münchener Feuerversicheruirgsgesellschast hat er 1899 Mark 1579, an jährlichen Beiträge»» Mark 2568 ei»»genornn»e»r. Die Unkosten betrüge»» Mark 1815, die Abschreibungen Mark 574. Die Addition des Riskontro-Konto ergiebt Mark 218 324 Die Wirksanrkeit des Vereins ergiebt sich a»»s folgende»» Zahlen: Es si»»d Gesuche gestellt 699 (1899) gege»» 725 (1898). 'Davon wurde»» abgelehnt: der Petentez» »vegen 42 (1899) gegen 43 (1898) der Bürger» »vege»» 44 (1899) gegen 66 (1898), vo»» Bürge»» »rach trägt ich 22 (1899) gege»» 18 (1898), so dast bervilligt sind 591 (1899) gegen 598 (1898), in Gesannnthöhe von Mark 153 385 (1899) gegen Mark 146 325 (1898), in» Durchschnitt Mark 257,66 gege»» Mark 244,70. Die Zahl der Mitglieder ist heute 737, und zwar der lebende»» i»nmerwährende»» 69, der verstorbenen imnierwähre»»de»» Ehre»»mitglieder 1, der verstorbene»» inlmerrvährende»» 137, der lebenslänglichen 209, der jährlich zahlende»» 323. y. Berlin, 13. April. Verein selb st st ändige r H a n d »v e r k e r jüdischen Gla»»bens. Die Mo»»atsversa»nn»ln»»g von» 9. d. M. »var, jedenfalls infolge der Nähe des Osterfestes, »»icht so stark »nie sonst besucht, und w»»rde vor» dem Vorsitzenden, Herr»» Bürstenfabrikant M. Herz geleitet. Ter Vorsitzende »nachte der Versa»»»rnlnng in »veh- »nuthsvollen Worte»» die betrübe»»de Mittheiln»»g von den» kürzlich jäh erfolgte»» Ableben eines sehr für die Jrrteresser» des Vereins thätigen Mitgliedes, des Herr»» Rechtsanlvalts O. Gabriel. Der hierauf folgende Bericht des zweiten Vorsitzende»» Herr»» I. Löwenstein über die Resultate der seit einen» Jahre bestehende»» Krankeirnnterstützungskasse fand allgenieine Befriedigung u»»d wurde der »vackeren Leitlmg derselbe»» hierfür Dankes-- »vorte gezollt. Der Vorsitzende »nachte hierauf die sehr a»»ge»»ehme Mittheilu»»g, daß infolge des, jedenfalls ans Verar»lassi»»»g des Leiters des Verei»»s, ai» sä»nn»tliche hiesige Geineindemitglieder gesa»»dte»» Propaga»»da°Aufr»»fs in de»» letzten 14 Tagen bereits vielfach den Mitglieder»» recht belangreiche A»»sträge u»»d Bestelln»»ge»» z»»gega»»gen seien

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