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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-04-13 · Heft 15 (13.4.1900) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 15 (13.4.1900)
Date
1900-04-13
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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2 M e y e r einen nnu-mcmpfuuDeneu Nachruf uub (\ab beu Bericht über die Thätigkeit des Vereins im Vorjahre. Die Zahl der ausgebildeten Schwestern beläuft sich augenblicklich auf 32, doch ist die Zahl bei weitem noch nicht ausreichend, um den an den Verein gestellten Anforderungen genügen zu können. Der Gedanke, der zur Gründung des Vereins geführt, hat in vielen Städten des Reiches, ferner auch in Oesterreich und Rußland Wurzel gefaßt, und zahlreiche Gesuche um Ueberlassung von Schwestern sind bereits eingegaugen. Nach München werden demnächst einige Schwestern zur Thätigkeit im Siechenhans übersiedeln, dort soll auch eine Tochteraustalt errichtet werden. Einern Arrsuchen aus Breslau dürfte kaum errtsprocheu werde«, da dort au das neue jüdische Krankenhaus, welches 600 Betterr errthalten wird, ein eigener Verein für Krankenpflegerinnen angeschlosseu werden soll urrd der hiesige Verband die hier ausgebilbeten Schwesterrr als Mitglieder vertieren würde. Mit dem Ausbau der vierten Etage des Schwesterrrhauses ist für die Aufnahme vorr 60 Schwestern Platz geschaffen und bannt für die nächste Zeit Vorsorge getroffen. Dem Schatzrrreister »vrirde Decharge ertheilt. In beu Vorstand wurderr wiedergewählt Frau Dr- Franke, Frau M at h i lde W e ig e r t, die Herren Geheimrath Senator und Metze nberg, und neugewählt die Herren Rechtsantvalt Dr. Arthur Gers on und Hugo Deutsch. Zn Kassenreviforen wurden die Herren Hugo H e i l m a n n, M a n h e i m e r und R e i s e n b e r g ernannt. Das neu aufgestellte Pensionsreglement der Schwestern wurde en bloc genehmigt. Der Satz ist aus 800 Mk. pro Jahr und Kopf bcstilnmt worden. Die Aufstellung des Etats pro 1900, der mit 38 700 Mk. in Einnahme und Ausgabe balaucirt, wurde ebenfalls genehmigt. Herr Sachs schloß seinen Bericht mit einem warnren Appell, für die Verbreitung des Gedankens des Vereins und für eine Vermehruug der Zahl der Mitglieder nach Kräften 311 sorgen. Berlin, 3. April. In der Generalversauunlung der G e s e l l sch a f t jüdischer Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheitsfällen wurden in den Vorstand der gewählt die Herren: Herrmann Landsberger als Vorsitzender, Rechtsanwalt Ignatz Holz als Kontroleur, Landschaftsmaler Julius Bodenstein als Rendant, und als deren Vertreter die Herren: Hugo Heilmanu, M. D. Feilchenfeld und Joseph Fränkel; die Herren: Benno Mirauer, M. Bleisteiu, Ph. Arndt und L. D. Perl als Krankeuversorger, die Herren I. Salomonis, L. Lazarus. S. Weile, Leopold Aron, M. Hartwig, Benno Jachmanu, H. Strauch als Mitglieder der Kommission für Wittwell und Waisen; endlich die Herren: Karl Leopold Netter, Isidor Meyer I und Oskar Berlin als Revisoren. ^2 Berlin, 10. April. Die vereinigten Chöre der hiesig eil Synagogen veranstaltetell anl 8. d. M. iu der Synagoge Liudenstraße ein geistliches Konzert unter der Leitung des Chordirigenten Herrn Georg Bloch das einen glänzenden Verlauf nahm. Die Chöre wurden durchweg exakt und reiil ausgeführt, narueiltlich waren die Damenstimmen voll besonderer Klallgschöilheit. Die Solisten des Abends, die Herren Nikolalls Rothmühl, Willy Bellda, Professor Holy. Organist Deckert rnld Fräulein Hella Sauer boten jeder iu seiner Art vorzügliche künstlerische Leistruigen, die das zahlreich versanunelte Auditorium alis ben besten Kreisen unserer Gemeinde mit tiefer Ergriffenheit aufnahm, namentlich die Arien nlld Lieder, die Herr Rothmühl mit seiner herrlichen Stimme lind seinem tief eingreifeildell Verställduiß vortrug, waren von mächtiger Wirkung. Hoffelltlich steht der materielle Erfolg des schönen Unternehmens auf gleicher Höhe lvie der küllstlerische, damit der gllte Zweck, dem das Konzert diente, erfüllt lverde. B. Berlin, 10. April. Die Zeitschrift des kölliglichen preußischen Statistischeil Bureaus bringt eine Stlldie über die rückfälligen Verbrecher i 11 den Z n ch thäu s er n. Diese Stlldie umfaßt im Gallzen 15539 Männer und 2510 Weiber. Von diesen lvaren 115 Mällner mld 5 Weiber jüdischer Religion. Diese Ziffer ist bemerkenswerth niedrig, beim nach dein Verhältniß i 11 der Bevölkerung hätten es 187 Männer und 31 Weiber sein müssen. Diese Ziffern sind eine neue Bestätigung dafür, daß die Kriminalität der Juden viel günstiger steht als bei der übrigen Bevölkerung. e. DMizig, 10. April. Es wird Ihre Leser interessiren zu erfahren, daß Herr Landrabbiner Dr. Frendeuthal aus Dessau gestern von Vorstand und Repräsentanten einstimmig zum Rabbiner der Danziger Gemeinde gewählt worden ist. Eine von Dr. Freudenthal am letztei, Sabbath nach vorangegangener Festlegung aller Engagementsbedingungeu gehaltene Gastpredigt hat außerordentlich gefallen. B Hannover, 9. April. In dem jüdischen Lehrerseminar fanden in den letzten drei Wochen die Examina statt. Bei dein Anfnahmeexamen bestand ein Prüfling nicht. Das Lehrerexamen bestanden sämmtliche Kandidaten. Sechs von ihnen wurden auf Grund ihrer guten Leistungen während der drei Schuljahre und ihrer guten Arbeiten in der schriftlichen Prüfung von dem mündlichen Examen befreit. Der Schein, der zum Eilljährigendienste berechtigt, konnte den jungen Lehrern aus den bekannten Gründen von dem Seminare nicht ausgestellt werden. Hierbei sei folgende Thatsache, die für sich selbst spricht, erwähnt. Den jüdischen Lehrern, die drei Jahre das Seminar besucheil und das Lehrerexamen vor einer königlichen Prüfungskommission bestehen, lvird der erwähllte Berechtigungsschein verweigert, und einem Schüler des hiesigeil jüdischeil Seminars, der wegen Unfähigkeit das Seminar verließ, damr bei einem Opernsänger Privatstunden nahm, um seine Stimme zn vervollkommnen 1111b nach 3/4 Jahren das sogenannte Künstlerexamen bestand, wurde das Recht, als Einjähriger zn dienen, eingeräumt. — Als zweiter Gemeindevorsteher für den verstorbelleir Isaak Hirsch wurde Herr S. Neuberg gewählt. Herr S. Neuberg, der schon seit vielen Jahren der Gemeindeverwaltung angehört, hat stets das regste Interesse für das Gedeihen der Gemeinde gezeigt. Seine Wahl wurde mit Genugthnuug ausgenommen. — Der Verein ehemaliger R e l i g i 0 u s s ch ü l e r i u n e u , der unter dem Protektorate der Frau Laudrabbiner Dr. Grouemanu steht, entwickelt eine immer regere und gesegnetere Thätigkeit. Nachdem der Verein einer jungen Dame die nöthigen Mittel gewährte, die ihr gestatteten, das hiesige Lehrerinnenseminar zu besuchen, so daß sie im März ihr Examen bestand, ist nun einer zweiten jungen Dame die gleiche Wohlthat zu Theil geworden. Die Gelder werden durch Beiträge und durch Erträge von Festlichkeiten aufgebracht. So wurde am 5. v. M. ein Konzert, verbunden mit Bazar veranstaltet, das nach Abzug sämmtlicher Unkosten einen Reinertrag von ca. 1219 Mark einbrachte. — Der hiesige U n t e r st ü tz u n g s v ere i n gab am 28. März seinen 19. Rechenschaftsbericht heraus. Dem Vorstande gehören die Herren S. Neuberg, Komnierzieurath Herzfeld und A. Neuberg au. Den hiesigen Armen wurden Unterstützungen in einem Gesammtbetrage von 2818,50 Mark zu Theil. Durchreisende erhielten au Unterstützungen 6769,60 Mark im Gesammtbetrage. Der Kasseubestand beträgt 153,59 Mark. In Dankbarkeit wird des leider so früh verstorbenen langjährigen Vorsitzenden, des Herrn Isaak Hirsch, und des verstorbenen Vorstandsmitgliedes, des Herrn S. K. Oppenheimer gedacht. Ani 3. April wird eine Generalversammlung stattfindeu. M. Hamburg, 8. April. Herr E. L. Rüben, eins der ältesten und angesehensten Mitglieder unserer Gemeinde, ist tut 94. Lebensjahre verschieden. Der verstorbene Inhaber einer bekannten Bankfirma entstammte einer angesehenen Hamburger Familie und gehörte zu den sestesten Stützen der Gemeinde. Die gesammte hiesige Presse widmet dem Verblichenen ehrenvolle Nachrufe. Die „Hamburger Nachrichten" schreiben n. A.: Der Verstorbene war einer unserer ältesten Börsenbesucher und erfreute sich in den weitesten Kreisen der höchsten Werthschätzung und des größten Vertrauens, vielen Persöulichkeiteu aus hohen Gesellschastskreisen war er Zeit seines Lebens ein durchaus zuverlässiger Berather in Geldangelegenheiten. Aber auch vielen Armen und Bedürftigen hat er mit Nath und That gedient, und begegnete die Nachricht von seinem Hinscheiden überall der aufrichtigsten Theilnahme. Die Beerdigung fand in Anwesenheit zahlreicher Leidtragender statt, unter denen sich außer den Verwandten des Verblichenen und den näheren Freunden desselben auch Mitglieder des Gemeindevorstandes und anderer Institutionen, sowie viele Vertreter unserer Finanzwelt befanden. Von einer eigentlichen Trauerfeier hatte man Abstand genommen, da der Verblichene in seiner bescheidenen Weise, die ihn auch während seiner langen Lebensdauer auszeichuete, eine letzte Verfügung getroffen hatte, daß keine Trauerrede im Sterbehause gehalten werden möchte. Der imposante Leichenkondukt, der ans vielen Equipagen und zahlreichen Fußgängern bestand, bewegte sich nach dem alten israelitischen Friedhof in Ottensen, woselbst die Beisetzung im Erbbegräbniß stattfand. A Köln, 3. April. Während der bevorstehenden Pfingsttage findet hier die große deutsche Lehrer ver s a mm ln n g in den Sälen des Gürzenich statt. Voraussichtlich wird dieselbe von etwa

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