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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-03-13 · Heft 31 (13.3.1838) · p. Seite 123

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 31 (13.3.1838)
Date
1838-03-13
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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125 geben, wenn diese unsre Zeit das Judenthum seinem Ziele > naher bringt: so ist die Epoche Mendelssohn's und Wesse-; ly's ewig denkwürdig, da sie den Wendepunkt abgab, für; das Judenthum, und es überhaupt wieder aus die Bahn; brachten. So wie aber Wessely und Mendelssohn die alte : Zeit in die neue führten, so bleiben sie noch jetzt die Vermittler der jetzigen Zeit mit der Vergangenheit, rechtfertigen; jene in dieser, und werden uns bei der Zukunft vertreten, j Diese ist die allgemeine Stellung, die der Nachlaß Wes-! sely's für uns einnimmt, und die ihm allerdings schon im! Allgemeinen eine große Bedeutung verschafft. Sehen wir i aufs Spezielle, so werden sich seiner erstens alle die im hochj sten Grade erfreuen, die noch an der Tradition gläubig fest-! halten, dann die, welche überhaupt der Tradition vom literar-historischem Standpunkte ihr Studium widmen, endlich j alle die, welche einer geistreichen Exegese im schönsten, graj ziösesten Hebräisch ihre Aufmerksamkeit und Liebe schenken.! Aber auch diejenigen, welche diesen Bestrebungen fremd sind, > legen wir es als eine Pflicht der Dankbarkeit, als einen j Tribut der Achtung auf, die Herausgabe dieses Commcn- >. tars auf mögliche Weise zu fördern. Wir könnten es nicht! anders, als ein trauriges Zeichen der Zeit ansehen, wenn! dieser Versuch, den Nachlaß Weffely's ans Licht zu drinj gen, erfolglos bliebe. Es ist bekannt, daß mehre Schriften! Weffely's auf Kosten einiger berliner Reichen erschienen sind, : die zu diesem Zwecke zusammcntraren. Wird es deren keine! mehr geben, die für Solches Sinn haben? j Und nun die Art der Subscription. Die Herausgabe ' soll keine buchhandlerische Spcculation sein", sondern die sich! dazu darbietenden Kräfte sollen allein auf den Druck, und so Gott will, auf einigen Gewinn für die Nachkommen Weffely's, denen der Lohn für die Arbeiten ihres Vaters i gebührt, verwendet werden. Der Redacteur dieser Zeitung will sich der Mühe unterziehen, die Subscriptionen zu sammeln, und demgemäß die Herausgabe zu vermitteln. Um nun aber dies zu vereinfachen, so werde ich hiermit einige befreundete Männer nennen, die gewiß gern die Besorgung der Subscribentenlisten an mich übernehmen, und an die sich daher die Herren im Umkreise wenden mögen. In Berlin. - Königsberg. . - Wien. - Prag. - München. . . . - Frankfurt a.M. - Wiesbaden . . - Hannover . . . - Padua. Herr A. Asher, Buchhändler. — Dr. M. Freystadt. — Di. Mannheimer, Prd. — L. Pollack. — Rabb. Dr. Auö. — Dr. Ereizenach. — Rabb. Dr. Geiger. — Rabb. Dr. Adle r. — Professor Luzzatto. In Kopenhagen. . Herr Rabb. Dr. A. Wolfs. - Breslau .... — M. B. Friedenthal. u. s. w. u. s. w. u. s. w. Ich mache aber ganz besonders darauf aufmerksam, daß ich hiermit jeden Freund der hebr. Literatur auffordere, in der Sache zu wirken, und sich auch persönlich deshalb mit mir in Verbindung zu setzen. Ich bemerke, daß ein Jeder, der 5 Subscriprionen zu melden hat, unfrankirt, der weniger, frank irt sich an mich wenden kann. — Zur Zeit werden wir dem Publikum darüber Kunde geben. Der Redacteur. Correspo ndeuzen, Auszüge, Repliken. Teplitz, 15. Febr. Gem eindea »stellten. Im Jahre 1831 war unsere Synagoge, so wie der Gottesdienst, nach alter Art und Weise. Als aber 1831 Herr Dr. Frankl als k. k.^ leirmerilzer Kreis- und hiesiger Localrabbinner angestellr wurde, unrernabm er, vereint mit dem damaligen Svnagogenversteher Herr Simon Straffer, die Einführung eines geregelten Gottesdienstes mir Choralgesang, und den Bau des inncrn Gotteshauses in Form der neuen kirchlichen Bauart. Im Jahre 1836 wurde Herr Dr. Frankl als Oberrabbiner nach Dresden berufen, und seine hiesige Stelle ward mit dem Pastoralen , edlen, humanen und wohlthärigen Dr. Pick besetzt. Dieser hoch Herst ge Rabbine, vereint mit der Energie des gegenwärtigen Kultus-Directors Herrn A. Stern, und des Gemeindevorstehers Herrn G. Perutz, haben das Gotteshaus mir »lehren Logen, mit einer Gallerie für den Chor und mit einer neu erbauten Orgel, die den Itt.Aprii v. I., am Geburtstage Sr. Bttajejtat des Kaisers Ferdinand 1. unsers erhabenen Landesvaters, im Beisein des Herrn Kreiskoimnigärs, des Herrn OberamtmannS und mehren Beainten und Honoratioren, eingeweiht, wo vom Rabbinen eine dem Tage und der Feier angemessene gehaltvolle Predigt gehalten wurde; sie haben Ordnung, Verbesserung hergesiellt, und alles religiöse Gefühl belebt, erhöht und gelautert. Die vom Rabbinen von 14 zu 14 Tagen gehaltenen Predigten, die sich durch gediegene Ausarbeitung, durch guten und lebendigen Vortrag auszeichnen, erhöhen das Gefühl und ergreifen alle Herzen, und Alle, auch Nichtjuden, deren viele das Gotteshaus besuchen, Verlagen. es befriedigt und erbaut. Bei der am vergangenen tzoüvmini Azeret vom Rabbinen Herrn Dr. Pick gehaltene eindringliche und ergreifendeConfirmations-Predigtder sammtlichen Confirmanden des verflossenen Jahres waren Sr. Excellenz der Herr Oberstburggraf und Landeschef Carl Graf von Choteck, Sr. Durchlaucht Herr Edmund Fürst von Clary, der Kreischef und Gubernialrath Klzansky und mehre Beamten und Honoratioren zugegen, die erbaut und zufrieden das Gotteshaus verließen; der Tempel war aufs Glänzendste decorirt, und eine eigends dazu verfaßte deutsche Hymne mit Orgelbegleitung wurde vom Chor abgesungen. Wie aber überall das Gute verkannt wird, so auch hier; noch gibt es manche eigensinnige Opposition der Abergläubigen; noch sieben Zeloten im Kampfe gegen die Beffergesinnten; ich sage Heloten, denn^ nicht wahre Religiosität, sondern Scheinheiligkeit, Aberglaube und Indolenz sind ihre Triebfedern; doch die Omtigkeit und der Sinn für das Bessere der Kultusdirection überwindet alle Hindernisse und macht alle ihre Plane scheitern. So kann die Gemeinde des Guten noch vieles erwarten, da die meisten Beffergesinnten die pecuniaren Mittel zugleich in Händen haben.

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