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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-04-06 · Heft 14 (6.4.1900) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 14 (6.4.1900)
Date
1900-04-06
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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. —rirwnmiMiBmMi——im—i > > rrrwrrwwM > 1 i uni i 1TTinT“-™”"!! 1— 64. Jahrgang. Ar. ^4. 1Xi$\1Xb$ 1X0%$+ Berlin, 6. April 1900. 'Neikctge zur „Allgemeinen Zeitung des Zuöenthums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin, 29. März. Heute Abend fand im Repräsentantensaale die Delegirtenversammlung des Verbandes für jüdische Wohlt hätigkeitspslege unter sehr zahlreicher Betheiligung der Mitglieder desselben und der Vertreter der allgeschlossenen Vereine statt. Nach der Wiederwahl der vier ansscheidenden Mitglieder des geschäftssührenden Ausschusses, der Herren Dr. Georg Minden. Siegfried Sachs und der Dainen Frau Julie Neu mann und Frau Dr. May bäum, gab der jetzige Vorsitzende des Verbandes, Justizrath Breslauer, den Bericht über die Thätigkeit des Verbandes im verflossenen Jahre. Die Zahl der angeschlosseuen Vereine hat sich ans 59 erhöht, und von den anfgeforderten Stiftungen sind bis jetzt 24 nicht beigetreteu. Es sind das zum größten Theil Stiftungen, lvelche kein Interesse am Verbände zu haben glauben, oder auch landsniannschaftliche Vereinigungen ohne konfessionellen Charakter. Von sännntlichen hier bestehenden Frauenvereinen steht nur noch der Anschluß eines einzigen, des israelitischen Franenvereins der Oranienburger Vorstadt aus. Die Centralstetle hat ihre Thätigkeit in ganz ansgezeichneter Weise ausgeübt. Sie ist von dein Direktor der städtischen Armenverwaltnng, Herrn Stadtrath Dr. Münsterberg geprüft lvorden. der sich lobend über ihre Funktionen ausgesprochen hat. Es sind an die Centralstelle nicht weniger als 9503 Anfragen gerichtet worden, denen 11370 Berichte gegentiberstehen, welche von ihr ertheilt lvorden sind. Seit Beginll der Verbandsthätigkeit, seit Mai 1896, sind im Ganzen 36 877 Anfragen gestellt und 41 790 Bescheide ertheilt lvorden. Den Werth dieser Ziffern erkennt mall erst, wenn man die Zahlen der städtischen Centralstelle ihnen gegenüberstellt. lvelche von April 1898 bis März 1899 3101 Anfragen erhielt und 19116 Berichte gegebell hat. Der Verband glaubt ans die Arinenpflege iin günstigen Sinnedadnrch einlvirken zu können, lvenn Arme lvieder existenzfähig gemacht lverden. Ein dahingehender Versuch ist dadurch gemacht lvorden. das; die Franenvereine zu einzelllen Sitzungen eingeladen lvnrden, in lvelchen im Beisein von Vertretern des Krankenhauses, der Armen- und Waisenkommission geeignete Fälle vorgelegt lvnrden. Von den zur Besprechung gebrachten 31 Füllen stellten sich 11 Fälle als ungeeignet heraus, die übrigen sind zum Theil durch Ueberweisung der Petenten an den Verein für Arbeitsnachlveis. lvelcher für Beschäftigung aller Bittsteller Sorge trug, theils durch Unterbringung der Kinder im Kinderhorte und siecher Personen im Hospital erledigt lvorden. Wesentlich geeignet erscheinen nur diejenigen Fälle, in lvelchen durch gemeinsame Thätigkeit der Vereine eine Familie selbständig gemacht, sie vor der Verarmung belvahrt oder der Armenpflege lvieder entrissen lverden kann, ferner diejenigen Fälle, in denen das Haupt erkrankt und eitlem anderen Familienmitglied eilte Existenz geschaffen lverdelt mns;. Der Verband ist lticht nur dazn da, die Schtvindler heransznsortiren, solldern auch um den Aruieu zu Helsen. Daraus hielt Frau Direktor Henriette May einen längeren, sehr beifällig anfgenonnnenen Vortrag über Ertnittelungen in Unterstütznngsangelegenheiten. Wir kötllrell hellte um so nlehr darauf verzichten, den Inhalt des Referates lviederzugeben, als dasselbe im Druck erscheinen soll. In der Diskussion lvnrde n. a. angeregt, bcn Mitgliedern durch häufigere Zusamlnenkünfte die Möglichkeit eitler gemeinsalnen Aussprache zu bieten. Mehrfach lvnrde init Nachdruck betont, das; die Vereitle sich nicht gegenseitig Konkurrenz machen sollen. Sehr wesentlich schien uns noch die nur in lvenig Worte gekleidete, aber recht beherzigenswerthe Mahnung zu sein doch endlich von dem Bornrtheil abzukommen, das; die jüdischen Hatldlverker nichts leisten, und für Arbeitszulvendullg an dieselben nach Kräften Sorge zu tragen- L2 Berlin, 2. April. Der sechste Jahresbericht des Vereins s n r j ü d i s ch e K r a n ke n p f l e g e r i n n e ll zu Berlin pro 1899 giebt lvieder ein anschauliches Bild von gedeihlicher Entwickelung dieser Jllstitution. Er wird eröffllet mit einetn Nachruf ans den erstell Borsitzelldell A. Ph. Meher. Sodann lvird koustatirt, das; die sich zum Eintritt in beu Verein meldenden Frauen und Mädchen im Gegensatz zu früheren Erfahrnttgen den besseren, gebildeteren Familien angehören und von der Bedeutung nub den Pflichten ihres Berufes erfüllt, sich demselben ans iitnerer Neigrmg zulvenden. Im letzten Jahre hat voll 30 Schlvestern liur eine, lind zwar wegen Verheirathung das Heim verlassen; auch von den 18 Schülerinnen, von lvelchen zlvei für den Berllf der Krattkenpflege nicht brauchbar befnttden lvtlrden, ist nur eine einzige, ebenfalls zum Zlveck ihrer Verheirathling, lvieder ansgetreteil. Am 31. Dezember 1898 umfaßte der Verein 23 ansgebildete Schlvestern, Zugang 7, davon ansgesehiedell 1, Schülerinlien 7, neu eingestellt 11, lvieder allsgeschieden 3, zu Schlvesterll ernanilt 7, so das; das neue Jahr mit 29 ansgebildeten Schwestern nild 8 Schnlerillnen begonnen lvnrde. Von diesen 29 Schlvestern befinden sich Schlvester Amalie als Oberin des Israelitischen Siechen- und Alten- Heims in Hanlbnrg lind Schlvester Rosa als erste Schlvester der daselbst zn begründenden Filialanstalt in Nürnberg. Mit diesen auswärts lvirkendeil Schlvestern steht der Verein in dauerndeln Verkehr. Bei der Ansstellnng für Krankenpflege hat derselbe die große Porträtmedaille der Kaiserin erhaltell. Die Zahl der Mitglieder beträgt Ende 1899 1352 mit eineill Jahresbeiträge voll 13 678 Mark. Die Zahl der immerwährenden Mitglieder hat sich von 17 ans 25 erhöht; es sind dem Verein auch in dem letzten Jahre lvieder eine größere Zahl von Geldspenden für den Eisernen Fonds und andere Geschenke zugegangen. Ans dem Rechnungsabschlns; ist ersichtlich, das; einer naturgemäßen, der größeren Anzahl von Schlvesterll entsprechenden Steigernllg der Allsgaben (33 142.54 Mk.) ein erfreuliches Anwachsen der Einnahmen (46754,17 Alk.) gegenübersteht nild auch in diesem Jahre deni Eisernen Fonds der Betrag von 13 611.63 Mark überlviesell werden konnte, wozu noch die denlselben zngeftossellen Geschenke in Höhe von 11 685,91 Mark hinzntreten, so daß derselbe am 31. Dezember 1899 die Höhe von 85 771,88 Mark erreicht hat. Außerdem hat sich die Adolf Ginsberg- Stistung durch Zuwendung der Frau Frallziska Ginsberg von 5000 Alark. und des Herrn Reifenberg von 200 Mark ans 11 700 Mark erhöht, so das; die Gesammtsumine der Stiftungen die Höhe voll 15 300 Mark erreicht hat. Die Ansgabell für die Beköstigung der Insassen des Schlvesternheiuls, lvelehes neben der Oberill und den Schwesteril llvch eine Wirthschaftsschlvester. eine Köchin und drei Stnbellmädcheil beherbergt, betrugen ill diesem Berichtsjahre 7695.53 Mark, lvelche für 7646 Verpflegnngstage verbraucht lvnrden, sodaß sich der Verpflegungssatz pro Tag nild Kopf ans 1,006 Mark stellt. Der Vorstand besteht ans solgenden Herren lnld Damen : Frau Julie Gerson-Liebermann, stellvertretende Vorsitzeilde. Professor Dr. M. Mendelsohn, Schriftführer, Frau Dr. Frankl, stellvertretende Schriftführerin. M. Metzenberg. Schatzmeister, Stadtverordneter H. Witkolvski, stellvertretender Srhatzlneister. Jnstizrath Dr. Engen Apolant, Frail Hermine Rathenan, Stadtverordneter L. Sachs, Geh. Medizinalrath Professor Dr. Seilator, Frau Mathilde Weigert. ££2 Berlin, 2. April. Die Uebersieht der Eillllahmen nub Ansgabell der Gesells ch a s t j ü d i s ch e r H a ll d lv e r k e r und Künstler zur Unterstützung ill Krallkheitsfällen, solvie der Hilfsanstalt für Wittlven und Waisen, des Jnbelsouds und der sonstigen Stiftmlgen vom Jahre 1899 ist anläßlich der anl 26. d. Al. stattfindendell Generalversaiilmlung soeben ansgegeben lvorden. Wir erfahren ans derselben, daß die Einnahmen Mark 10 342.03. die Ansgabell Mark 9263,77 betrageil. Tie Krankenkasse hatte am 31. Dezember einen Bestand voll Mark 39 650. Die Wittivenkasse hatte Alark 12 941,32 an Einnahmen und Alark 7358,02 an Ausgaben. Der Bestand der Kasse ist Mark 83 550, dazn komlnt noch die Bodenstein-Stistuilg mit Mark 1300. Es folgt ein Verzeichnis; der 12 verschied eilen Stiftungen, die der Anstalt zngewendet lvordell, bereit Vorstand aus folgenden Herreil besteht: Herrmann Landsberger, Vorsitzender, Ignatz Holz, Kvlltrolenr, Julius Bodensteili, Reildant, Hugo Heilmanll, stellver-

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