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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-02-09 · Heft 6 (9.2.1900) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 6 (9.2.1900)
Date
1900-02-09
Page
Seite 2 (sequence 16)
Language
German
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ä eine Arbeitsstätte, in der die besten Waffen geschmiedet würden, sei die hiesige Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthnms. Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen nach Form nnd Inhalt gleich ausgezeichneten Vortrag. L/D Berlin, 5. Februar. Die hiesige B e t - Ha m i d ra sch-G esellscha ft hat in letzter Zeit einen umfassenden Reorganisationsplan entworfen Zunächst »vurde der neue Rabbiner der Adaß-Jisroel, Dr. E. Munk, als Lehrer an das Bet-Hamidrasch berufen, wo er neben dem bisherigen Doze»»ten Rabbiner Biberfeld wirke»» wird. Sei»»e Hauptaufgabe aber sott die Leitung eines P r apa ra n d en kn rses für jüdische Theologe»» sei»», de»» die Gesellschaft »»»»»»»»»ehr ei»»richte,» »vill, »m» Ka»»didaten, die die „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthnms" oder das „Rabbiuersemi»»ar" bes»»chen »vollen, in das Talmudstudium ei»»znführen. den Vorgeschritteneren aber Gelegenheit zu biete»», dieses Studium noch eingehender zu betreiben, als dies an beiden uftatteu möglich ist. Wir ruüffeu sage»», daß u»»s dieser Plan sehr shn»pathisch ist. Ei»» solcher Vorbercitungskursns hat bis jetzt gefehlt, und Alle, die mit de»» einschlägigen Verhältnisse»» beka»»»»t, »verden zugestehen, daß er eine dringende Nothwendigkeit ist. Gleichviel welcher Richtung die j»»ngen Theologen a»»gehöre»», das eingehende linb gründliche Stndi»»»»» des Talmuds muß in»mer eine ihrer Hanpt-- anfgaben bilde»». n. Berlin, 6. Febr»»ar. Das sünfzigjährige Lehrerjubilänm ihres allverehrten Lehrers, Herrn Rafael C o h »». feierte»» ehemalige Schüler der Knabel»sch»»le der jüdische»» Gemei»»de z»» Berlin durch ein solennes Festmahl am 4. d. M. in Cassels Hotel. Der Verlauf des Festes, das von ca. 120 Persone»» bes»»cht »»»»d a»»ch d»»rch die Antvesenheit des Jubilars inseltener geistiger »»»»d körperlicher Frische, sowie einer großen Anzahl von Lehrern der Knabenschule verschönt »v»»rde, »var ei»» ansgezeich»»eter. n»»d legte Zengniß ab vo»» de»»» schö»»e»i Verhält»»isi. das zrvischen der jüdische»» K»»abensch»»le resp. den Lehrer»» derselben und ihre»» Schüler,» besteht. Reden, Vorträge, Toaste. Lieder der Herren Dr. Lachiiia»»»». Dr. Eugelmann, Lewinthal. Fischer. Tasch, G»»tu»a»»n, Weber, Dr. G»»t»nai»n. so»vie Erwiederungen des Jubilars, der i»» bekannter Bescheidenheit alle Ovationen abznlehnen bestrebt »var, rvechselte»» mit ansgezeichi»eten »nnsikalische»» Darbietungen der Herren Konzertmeister F. Rehseld. William Wols und Barnch ab. Auch wurden dem Jubilar seitens der ehemalige»» Schüler. so»vie seitens des israelitische»» Gen»eindebu»»des Adresse»» überreicht. Jedenfalls »vird dieses selte»»e Fest jedem Theil»»ehmer in dauernder Erinnerung bleiben. Kp. Aus der Provinz Posen, in» Febr»»ar. Der Re»»tier L. Rothe »lud dessen Ehesra»» in Meseritz feierten neulich das Fest der goldene»» Hochzeit. — Lehrer Buttermilch in S ch ö n l a n f e ist in den Ruhestand getreten. DieVer»valt»»»»g der jüdische»» Volksschule daselbst ist dem bisherigen Lehrer Her mann Wolf ans L a b i s ch i»» übertragen »vorbei,.— Rabbiner Dr. Bamberger in Schildberg hielt kürzlich z»»»u Beste»» des dort vom Vaterländischen Frauenverein z»» errichtenden Kinderheims einen sehr beifällig anfgenolnmenen Vortrag über das Thema: „Fröbel, der Begründer der Kindergärten". — Der israelitische Kar»tor Lesser Cohn in Neustadt b. P. ist jüngst nach kurzen» Kranksein im Alter von 49 Jahre»» gestorben. Cohn »var vorher 7 Jahre an der Synagoge i»» Che»m»itz »n»d hatte a»»s religiösen Gründen »vegen der dort eingeführten Orgel diese Stelle allfgegeben. — Der Kaufmann L. Bärwald in Nakel ist z»»»»» Stadtverordnetenvorsteher daselbst gewählt »vorden. — De»»» Glasern»eister A r»»dt ii» La bi sch in ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehe»» »vorden. Arndt hat alle drei Feldzüge mitgel»»acht u»»d ist Mitglied des israelitische»» Gemeinde- »md Schulvorstandes soivie der Vorstände fast sämmtlicher Vereine daselbst. — Der Inhaber des beka»»»»ten Keilerffche»» Hotels ii» Posen, Herr Lelvin, ist jüngst im Alter voi» 52 Jahre»» plötzlich am Herzschlag gestorben. — I»» Grätz ist neulich der Rentier Barnch E s r a i ni in» 81. Lebensjahre gestorben. Derselbe »var eine lange Reihe vo»» Jahre»» Mitglied des dortige»» Stadtverord»»ete»»kollegi»»»ns i»»»d z»»letzl Mitglied des Magistrats daselbst; außerdem gehörte er mehrere Jahrzeh»»te der israelitischen Gen»ejndever»valtung. und zuletzt 20 Jahre dem dortigen Rabbinatskollegiun» an. — Zn Schulvorstandsinitgliedern der jüdischen Volkssch»»le in Rits ch e n »valde si»»d dieser Tage die Herren Kaufmann Za Hel und Sch»»eidermeister Rummelsburg daselbst auf die Dauer von 6 Jahren ge»vählt worden. — Rechtsanwalt Warschauer in Tremesse»» ist zun» Stadtverordnetenvorsteher daselbst gewählt worden. — Z»uu Gemeindesekretär in Bromberg ist der in Ruhestand getretene Bügernieister Enge ans Sailwtschin gewählt »vorder». Filehne, 5. Februar. Wie fast jede größere jüdische Gemeinde, hat nun auch die uufeve eine Friedhofshalle. Dieselbe führt de»» Na»»»e»» „S. I. S alleres che Stiftung" und ist von de»» Spe»»den errichtet »vorbei», die Herr Siegn»n»»d Satter ii» Berlii» gelege»»tlich seines 70. Geburtstages im Vereitle mit seinen beide»» ebenfalls dort wohnhaften Neffe»» Herrn Julius Goldschmidt und Herr»» Moritz Leviu »u»d seinem Br»»der Herrn Isaak Saller a»»s New»)ork der hiesigen jüdischen Gemeinde zu diesem Zwecke zugelveudet habe»». Die Spender stamme»» sümlntlich vo»» hier u»»d sind mit Herrn Regierungsrath Professor Dr. Lazarus nahe verwandt. Der Bau ist nach alle»» Seite»» hin als gelungen a»»z»»sehe»». Er präsentirt sich »rach außen hi»» recht stattlich n»»d birgt in sich einen Ra »im, der bei»»ahe .800 Persone»» fasse»» ka»»»». Auch befilldet sich in demselben eine Stätte zur zeitweiligen Niederlassung der Bahre und eine auf einem Podium sich erhebende prachtvolle Kanzel. A»n 31. v. M. fand die Einweihung dieser Friedhosshalle statt. Der gesammte Vorstand, die Vertretung u»»d fast der größte Theil der Mitglieder der hiesiger» jüdische»» Gerneiude so»vie a»»ch viele Nichtjudei» wohnten derselben bei. Herr Rabbi»,er Dr. Richter hielt eine tiefdurchdachte nnb ergreifende Weihrede. Er legte seiner Rede die Worte des Propheten Jesaja (26, 2) „Oeffnet Euch. Ihr Pforte»», damit einziehe ein gerechtes Volk, das treu den Glauben hütet" zu Grullde. Ein feierlicher Choral leitete die Feier ein. und beendete dieselbe. Abeirds schloß sich an diese ei»» solennes Festessen au, an den» die Stimmung eine sehr gehobene war nnb der Spender, die a»» demselben zu erscheine»» verhindert waren. mehrfach gedacht »vurde. 0 Gleiwitz, 5. Februar. Der Jahres-Bericht des Frauen-Vereins unserer Sy»»agogengemeinde für das Jahr 1899 bietet das Bild erfreulichen Strebens. Es, ist den» Verein n11dt) in diesem Jahre gelungen, seinen Tendenzen gemäß nach jeder Richtu»»g hi»» zu wirke»», und derselbe Fonnte mit Geuugthuilng die Anerkennung seiner Wirksalnkeit darin finden, daß auch in diesem Jahre die freiwillige»; Spende»» wieder reichlich geslosse»» si»»d. Trotz der größeren Mitgliederzahl und der dadurch erhöhten Einnahmen mache»» nur diese frei- »villigen Spenden es allen» rnöglich, größere Ausgaben, d. h. Unterstützlingen. zu gewähre»,. Der Verein zählte in» Jahre 1898 848 Mitglieder. verzogen sind 9 Mitglieder. 8 Mitglieder verstorben. Hinzngetreten sind 19 Mitglieder, so daß der Verein jetzt 350 Mitglieder zählt. Die regelmäßige»» Beiträge betragen jetzt 1878 Nt. 55 Pfg gegen 1823 M. 20 Pfg. irn Vorjahre, doch würde diese S»»»»»»»»e nicht entfernt ausreiche»», die gesteigerten Ansprüche, die ai» den Verei»» gestellt »verden. zu besriedigeu, »venn nicht die außerordentlichen Spenden wären. Ans dem Kassenbericht ist zu ersehen, daß 1899 die Einkanssgelder 108 M.. die Zi»»sen des Nothkapitals 207 M. 60 Ps., die Einnahmen von Couverts und Ergebniß der von vier Damen am Stiftungsfeste verkauften Gegenstände 647 M. 5 Pf. betrugen. Eine Sa»n»nl»»»»g zur Errichtung einer Existenz für eine arme Witt»ve betrug 126 M., die Plorskerstistnng 10 M.. besondere Einnahmen 50 M., erstes Ergeblliß der Kindersparbüchsen 543 M. 86 Pf., die freiniilligen Spe»»den 1729 M. 85 Pf. Die Einnahme erscheint gegen 500 M. höher als in» Vorjahre, doch fiiib diese das Ergebniß der Kindersparkassen »u»d der verschiedenen extra ei»»gezahltei» Smnmen. Am beste», gedeiht die Handavbeitssch»»le des Vereins, die im Frühjahr aber»nals eine Ausstellung vo»r Arbeiten ihrer Schülerinnen veranstalten »vird. Man sieht, daß der Verein seinen Te»,denzen getreu »virkt und and) gute Ersolge erzielt hat. Möge», die Mittel bemfetben stets so reichlich »vie bisher zufließe»», damit der Verein seine Thcitigkeit imn»er weiter a»»sz»»dehnei» vermag. H.. . e. Rosen ve cg (Oberschlesien) 4. Februar. Au, 2. d. M. wurde in der Nachbargemeinde Kreuz bürg ein Mann z»» Grabe getrage»». desse», Hinscheide»» »veit über die Grenzen seines Wohnortes hinaus Theil- I »»ahme und Beileid hervorgernfen hat. HerrZ'sraelHa.m inerschlag, der Kantor der Gemeinde, ist am 81. v. M. im Alter von 47 Jahren ganz plötzlich und nuerwartet seiner Genieiude und Familie durch den Tod entrissen worden. Mas der Dahingeschiedene während seiner 20 jährige»» Amtsthütigkeit seiner Gemeinde gewesen, welch schöne Tugenden er im Kreise der Familie zu entfalten Gelegenheit hatte, wie er Leid und Freud mit seinen Kollegen theilte, alles zeigte sich bei der Beerdigung, die am genannten Tage stattgefunden hat. 11m 12V. Uhr »vurde der Sarg von den Mitgliedern des Vorstandes und Amtsgenossen, die aus der Ferne herbeigeeilt waren, in die Synagoge

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