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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1900-01-26 · Heft 4 (26.1.1900) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
64 (1900)
Issue
Heft 4 (26.1.1900)
Date
1900-01-26
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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64. Jahrgang. Nr. 4. Der Gemeindebote Berlin, 26. Januar >9 00 'Nerkcrge zur „Allgemeinen Zeitung des Zuöentöums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. 8. Berlin, 22. Januar. Auch in diesem Winter veranstaltet, luie alljährlich, das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Indeuthulns eine Reihe von Vorlesungen zum Besten des Stipendienfonds dieser Anstalt. Das Programm der sechs Vorlesllngell, welche stets Montags Abends 8 Uhr im Saale der Gesellschaft der Freunde, Potsdamerstraße 9, gehalten werden, ist folgendes: Am 5. Februar Herr Rabbiner Dr. Porges aus Leipzig: „Jüdische Erlverbs- und Vermögensverhültnisse im Xtll. Jahrhundert". Am 12. Febrliar Herr Syndikus Dr. Georg M i n d e n : „Das Volksmärchen voll der bösen Nabbillerill". Am 19. Febrliar Herr Nabbiller Dr. P a li l Ni eg er aus Potsdalll: „Das Jlldellthnm an der Wende des Jahrhunderts". Aln 26. Februar Herr Dr. M ar t i n S ch re i n er: Ueber die Sittenlehre des Islam und über ihre Beziehungen zum Judellthum". Aur 5. März Herr Karl Em i l F r a ll z o s: „Aus einem uugedrncktell Romall". Am 12.' März Herr Reichstagsabgeordneter Dr. Max Hirsch: „Eill Stück soziale Frage, mit Rücksicht auf die Bibel." In Allbetracht des glltell Zlveckes ist ein recht reger Bestich der Vorträge erlvüllscht. 22 Berlin, 23. Janllar. In der Rudolf Mosse'sehen Erziehung s a ll st a l t ill Deutsch-Wilnlersdorf bei Berlin lverdell zu Osterll einige Plätze für jüdische Mädchell alls gebildeten, mitteUofeu Familien frei; doch köiluell nur Kinder von 6 Jahren, bereu Schulunterricht beginnt, berücksichtigt lverdell. S christl i ch e Meldungell nilulnt der Direktor Dr. Heillitz elltgegeil. 22 Berlin, 23. Januar. Aus beu Litteraturvere inen. In Breslau sprach Rechtsaillvalt Joe-l über „Die Bibel in der Weltlitteratur", Geheimer Rath Cohen-Marburg über „Die Versöhllllligsidee", Prof. Geiger über „Der Estherstoff in der delltscheil Litteratur"; in Hirschberg Rabbiner Dr. Biraui über „Jvseslls und die Bibel", Professor Philippfon über „Die Jllden im alten Nom"; ill Natibor Dr. med. Breslauer über „Uriel Acosta in Wahrheit ulld Dichtlllig", Rabbiner Dr. B l um enthüll über „Jllden lind Judenthllm im lleullzehllten Jahrhulldert" und Professor G ei ge r- Berlill über „Goethe und die Juden"; in Neisse Dr. Biraiu über „Erziehullgsprillzipiell im alten Israel", Zahnarzt Berger über „Geschichte der Inden im preußischen Staate" II. Theil, Prediger Ellgllther über „Die lviehtigsteil Ereignisse inl Jndenthulll währelld der letzten zwei Jahre", Dr. S i l b e r st e i u * Elbing über „Shhlock mib seiil.Urbild"; in Berllburg Rabb. Dr. Fla schlier über „Frauengestaltell der jüdischell Geschichte"; ill Leipzig las Rezitator Salzer- Wiell altbiblischeDichtullgenvor; ill Br enlell sprachDr.Sel-i g m a n n Hamburg über „den dramatischen Höhepunkt der jüdischeil Geschichte"; im Lippe'scheu Lalldesverein zu Lage Lehrer Golds ch m i d t - Brakel über „Die Chazaren", Dr. Coblenz-Bielefeld über „Jesaja", Dr. Roseuthal-Stargard über „Das Geistesleben der Gemeillde in Alexandria"; in Steinheim Lehrer G ol d sch nl i d t-Brakel über „Die Nothwendigkeit der Errichtung von Litteraturvereillen ulld ihre Bedeutung", Dr. Rosenthal-Stargard über „Geistesleben der Gemeinde in Alexaudrien"; in Warb u r g Lehrer G o l d s ch m i d t - Brakel über „Die Chazareil". Dr. Jacob-Göttingell über „Der Thontafelsnnd voll Tel el Alllarila"; ill Höxter Lehrer Plaut-Detmold über „Würdigullg der Arbeit nach Bibel mib Talmud", Reallehrer G llst av E i ch e n g rü u - Wolfeubüttel über „Biblische Erzählungen und griechische Sagen", Dr. Rosenthal-Stargard über „Drei Räthselbücher der Menschheit, Kohelet, Hamlet und Faust"; in Li pp stad t Dr. Cob lenz- Bielefeld über „Der Einfluß der französischen Nevolution auf die Emanzipation der Juden", Lehrer G o l d s ch m i d t - Brakel über „Jochenen ben Sakkai und das jamnesische Shnhedrion", Dr. Rosenthal-Stargard über „Drei Räthselbücher der Menschheit"; in Brakel Dr. I a cob-Güttingen über „Der Thontafelsnnd von Tel el Amarna", Lehrer Goldschmidt über „Jochenen ben Sakkai lind das jamnesische Shnhedrion", Dr. R o s e n t h al-Stargard über „Mose Chaim Lnzzatto"; in Hamburg Rabbiner Dr. Grnnwald über „Goethes Beziehungen zu Inden und Judenthnm"; in Kiel Oberlehrer Dr. Feilcheuseld-Hambnrg über „Glücket voll Hameln lind ihre Memoiren"; in Ess enDr. Frank -Kolli über „Der Prophet Elia in Geschichte und Sage", Dr. Jacob-Göttingen über „Die älteste Bibelübersetzung (Septuaginta)", Dr. Seligm a n n - Hamburg über „Der dramatische Höhepunkt der Geschichte des Judenthums", Dr. Iaulus- Aachen : „Rückblick auf die äußere und innere Entwickelung der deutschen Inden im XIX. Jahrhundert". Es ist dort ein zusammenhängender Cyklus von Vorträgen, gehalten von dem Vorsitzenden Rabbiner Dr. Sa m riel, eingerichtet, der hauptsächlich für junge Leute aus den Geschäften bestimlnt ist und an Sonntag Nachmittagen von 5 bis V27 Uhr stattfinden soll. Der erste fand am 14. Januar statt, ein sehr nachahmenslverthes Beispiel! In Köln sprach Rabbiner Dr. Cohn- Jehenhansen über „Alexandrien und Spanien"; in Frankfurt a. M. Rabbiner Dr. E sch elb ach er-Bruchsal über „Die Semiten"; in Würz bürg Dr. Kohut - Berlin über .„Friedrich der Große und Kaiser Joseph II. in ihren Beziehungen zu Juden lind Judenthnm", Professor Dr. Sulzbach- Frankfurt a. M. über „Nom im Lichte des Talmuds"; in Ulm Prosessor Philippsou über „Das Judenthnm und die übrigen Kulturreligionen". — Ein neuer Verein wurde in Forst i.L. gebildet, demsämmtliche Gemeindemitglieder ohne Ausnahme — auch hier ein nachahmenslverthes Beispiel! — angehören. Der Vorstand besteht aus den Herren Rechtsanwalt Z ucker m au n, Fabrikbesitzer Jacob und Prediger Pulver m a n n. Auch in G o l l u b in Westpr. wurde ein neuer Verein gebildet. D Darrzig, 11. Januar. Ein um die heimische Knnstpflege vielach verdienter Mitbürger, der Kaufmann L. Gield zinski, vollendete am Mittwoch sein 70. Lebensjahr. Weit über unsere Stadt, ja über das Vaterland hinaus berühmt ist seine auserlesene Kunstsammlung, die der Besitzer den Besuchern von fern und nah stets mit der freundlichsten Liberalität öffnet, und in deren sorgsamer Verlvaltung er seine Lebensfreude findet. In uneigennütziger Weise hat der Jubilar seine Kunstschätze gar oft der Stadt und öffentlichen Korporationen bei hohem Besuch und sonstigen Veranstaltungen zu festlichem Schmuck zur Verfügung gestellt und mit freigebiger Hand künstlerische Schmuck- und Ausstattungsstücke für historische Räume (Marieuburger Schloß. Dauziger Rathhaus, Artushof je.) gespendet. Auch bei vielen mildthätigen uud gemeinnützigell Unternehmungen hat der Jubilar es an seiner sörderndell Theilnahme nie fehlen lassen. Zur Feier des Geburtstages waren die stattlicheil Salonräume in der Wohnung des Jubilars in der Langgasse durch Blattgewächse re. festlich geschmückt. Die erste Ovation wurde dem Jubilar um 9 Uhr durch eine Morgenmnsik der Theil'schen Kapelle gebracht. Dann liefen Gratulationen, schriftliche und telegraphische, zum Theil von prächtigen Blumenspenden begleitet, in großer Menge ein, und Gratulanten gingen aus und ein. Um 11 Uhr erschien der Vorstand der Dauziger Shnagogengemeinde, in deren Namen der Vorsitzende derselben die Glückwünsche der Gemeinde unter Ueberreichung einer künstlerisch ausgestatteten Adresse überbrachte. Namens des Magistrats unserer Stadt gratnlirte Bürgermeister Trampe. Die Militärbehörden ivaren durch den Divisionskommandeur, Generalleutnant v. Pfuhlsteiu vertreten. E. Jnowrazlaw, im Januar. Die W o l f s s o h n 's ch e Waisenhausstiftuug zu Jnowrazlaw, die unter der Leitung des Herrn Waisenhausdirigenten Rosen bäum steht, hat schon wiederholt Beweise des Edelsinnes der Schwester des seligen Stifters, der sein ganzes großes Vermögen für die Erziehung armer Waisen hiugab, der Frau L. Ke mpner, Breslau, erhalten. Neuerdillgs hat die wohlthätige Dame außer einem herrlichen Chanukahleuchter der Anstalt auch noch zwei Paar filbevne Leuchter von großem Wertste wie auch eine größere Anzahl anderer Silbergegenstände dedizirt. Auch ein

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