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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1899-12-22 · Heft 51 (22.12.1899) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
63 (1899)
Issue
Heft 51 (22.12.1899)
Date
1899-12-22
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 90 Mitglieder zählt, mit einem Vortrag von Rabbiner Dr. Perlitz über „Heine und das Judenthnm" eröffnet. In Glogau sprachen Rabbiner Dr. Llrca^ über „Die Inden in Spanien" und Professor Dr. Philippson über „Das Judenthum und die übrigen Kulturreligionen". In Brandenburg a. H. Redakteur M. A.Kla usner über „Jüdische Zeitfragen; in Steinen Rabbiner Dr. R o s e n ak „Ueber jüdische Litteratnr und Geschichte" <11. Theil, von Maimonides bis Mendelssohn), A. M. Epstein-Elberfeld über „Zur Kulturgeschichte der russischen Inden", Referendar S. Groll ema n n-Hannover über „Die Juden in „Soll uub Habell" und in „Ut mine Stromtid", Rabbiner Dr. R o s en ük - Bremen über „Ueber G. Levinsteins Broschüre „Die Taufe" und ein anderes Mal über „Dogmenfrage im Jndenthnm"; in Gee stem tt it b e Lehrer Bachenheinler über „Das Kaddischgebet"; in H a Nl bürg Rabbiner Dr. R o s e n t h a l - Köln über „Don Jsak Abarbanel und seine Zeit"; in Elberfeld Rabbiner Dr. Jaulns-Aachen über „Rückblick auf die äußere und innere Entwickelung des Judeuthums im 19. Jahrhundert"; tu Frankfurt a. M. Professor Dr. Lesmann-Heidelberg über „DasParadies und die Völkertasel"; in Würz bürg Rabbiner Bamberger über „Das jüdische Vereinswesen". Aus Bonn wird uns vom 15. d. M. geschrieben: Nach einem Vortrage des Herrn Rabbiners Dr. Nüls konstituirte sich gestern hier der „Verein für jüdische Geschichte u n b Litterat u r", dessen Begründung seit zwei Monaten von einem provisorischen Komitee erstrebt wurde. Der Vorstand besteht aus den Herren Rechtsanwalt Harff, Vorsitzender, Rabbiner Dr. Cohn. Dr. Alfred Klee, Rechtsanwalt Dr. 'Rosen berg und Bankier Louis David. Herr Dr. R ü l f wurde zum dauernden Ehrenmitglied des Vorstandes gewählt. Der Verein zählt bereits gegen 90 Mitglieder, darunter erfreulicherweise auch eine erhebliche Anzahl von Stndirenden der Universität. So sind z. B. sämmtliche Angehörige der jüdischen Verbindmlg „Rhenosilesia" zu gleicher Zeit Mitglieder des „Vereins für jüdische Geschichte und Litteratnr" geworden. F. Berlin, 15. Dezember. Die „Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner z u Berlin" hielt ihre Monatsversammlting am 9. d. M. im Vereinslokal ab. Nachdem der Vorsitzende. Herr Dr. Adler, die vom Vorstand des Vereins jüdischer Religionslehrer Ostpreußens übersandte Nummer 44 der Israelitischen Wochenschrift vom 3. Noveniber d. I.. die einen Artikel des Kollegen Peritz-Königsberg über die Mitgliederbeiträge bei den Hilfs-Pensions- und Unterstützungskasfen für jüdische Lehrer und Kultnsbeamte in Deutschland enthält, hatte vertheilen lasten, gab er Kenntniß von einem Schreiben, in dem Herr Remack aus persönlichen und sachlichen Gründen seinen Austritt ans dem Verein erklärt. Ueber dieses Schreiben des früheren Mitgliedes Remack geht die Versammlung ohne Diskussion zur Tagesordnung über. Alsdann erfolgte die Verlesung des Jahresberichts, und im Anschluß daran die Ertheilung der Decharge au die Herren Falkenberg und Dr. Fiegel für die Verwaltung der ihnen unterstellten Kassen. — Nunmehr schritt die Versammlung zur Wahl des Vorstandes für das Jahr 1900. Da Herr Dr. Adler gezwungen ist, den Vorsitz niederznlegen, so wurde zum 1. Vorsitzenden Herr Kollege Auerbach, außer ihm zu Vorstandsmitgliedern die Herren Hauff, Dr. Fiegel, Falkenberg und Hirschfeld gewählt. Herr Dr. Adler dankte dem Verein für das Vertrauen, das ihm seit Begründung des Vereins entgegengebracht worden sei. sowie für die vielen Beweise der Anhänglichkeit und Zuneigung, deren er sich stets zu erfreuen gehabt, und gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Verein auch ferner wüchsen, blühen und gedeihen imd zu innner größerer Bedeutung im Leben der jüdischen Lehrer Berlins gelangen möge. Der neue Vorsitzende entwickelte. nachdem er der Thätigkeit des Herrn Dr. Adler rückhaltslos Anerkennung gezollt, die Gesichtspunkte, nach denen er beit Verein zu leiten beabsichtige. — Zum Schluß wurde in eine Diskussion über die Thesen eingetreteu. dieHerrKottege Hirschfeld im Anschluß än sein Referat über „Auerbach, Biblische Erzählungen für die israelitische Jugend" aufgestellt hatte. Die Thesen wurden von der Versammlung in folgender Fassung angenommen: Die „Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin" halt die Umarbeitung der „Biblischen Erzählungen" von Auerbach, wenn anders sie ihre hervorragende Stellung unter den Lehrmitteln für den Unterricht in der biblischen Geschichte behalten sollen, für dringend nothiveudig und empfiehlt für. eine solche hinsichtlich der Auswahl, Sprache und äußeren Form die Berücksichtigung folgender Forderungen: 1. Gedrängtere Darbietung des Stoffes im Allgemeinen, der Königsgeschichte im Besonderen, dagegen stärkere Hervorhebung der Religiösen Bedeutung der Schriftpropheten, vornehmlich der exilischen, Ausscheidung aller entbehrlichen Namen und Zahlangäbeu, Verttrehrurtg Und.Verbesserung der Karten« 2. größere Einfachheit der Sprache, insbesondere bei den für die Unterstufe bestimmten Erzählungen; 3. häufigere Altwendnng des Sperrdrucks für Kernstellen und wichtige Namen, sowie Angabe der hebräischen Form der letzteren unter dem T,ext; Vereinigung beider Bündchen zu einem; 4. erwünscht ist dte Zusammenstellung des MerLwtirstöffs in einem Buche, das auch das Wichtigste ans der Bibelknnve, der biblischen Geographie, dem Festkalender u. s. u>. enthält — eventuell in verschiedenen Ausgaben für Volks- und höhere Schulen — sowie die Abfassung eines besonderen Büchleins mit ausgewählten Erzählungen für den Unterricht der Vorstufe. — Am 23. Dezember, Abends 8V4 Uhr. wird eine außerordentliche Sitzung stattfiudeu, in welcher Herr Professor Dr. Tachau-Wolfenbüttel „Ueber den jüdischeü Religionsunterricht an höheren Schulen" Vortrag zu halten stch freundlichst bereit erklärt hat. E. Jnowrazlaw, 17. Dezember. Die vom Kreistage beschlossene Ehrung des Andenkens an den im Jahre 1879 oerstorbenen Kaufmann Michae l L evy hat nnmnehr am 15. d. Mts. stattgefunden. An dem in der Bahnhosstraße belegenen Hause des Sohnes des Verstorbenen, des Herrn Kommerzienraths Julius Levy, ist eine nach einem sinnreichen Entwurf ansgeführte Bronze-Tafel mit folgender Inschrift angebracht: Dem Andenken des Kaufmanns Michael Levy, geb. 12. August 1807, gest. 30. Januar 1879. In Anerkennung seiner selbstlosen Thätigkeit und seiner Verdienste um die Entwickelung der Industrie gewidmet vom Kreise Jnowrazlaw. Der Bürgerschaft unserer Stadt ist der in dieser ehrenden Art anerkannte vortreffliche Mann noch in lebhafter Erinnerung als ein Mann von hervorragender vielseitiger geistiger Begabung. Er hat Skizzen über Königthum, Volkswirthschaft, politische Macht und andere wissenschaftliche Abhandlungen geschrieben. Er war ein großer Numismatiker. Seine Münzsammlung repräsentirte einen hohen Werth. Von weit umfassendem Blick für die schlummernden, der Erweckung bedürftigen industriellen Etttnnckelnngskeime unserer Stadt, des Kreises und unserer Heimathsprovinz wird man seiner als eines Mannes gedenken, dessen Hilfsbereitschaft und edler Sinn in unserer Bevölkerung unvergessen bleiben wird. — Bei der jungst stattgesnndenen Wahl der Mitglieder zur Handelskammer für den Regierungsbezirk Bromberg sind die Herren: Kommerziellrath Julius Levy und Bankier S. S a l o m o n-. s o h u fast einstimmig wieder gewählt worden. sgg Hannover, 3. Dezember. Geleitet von der edlen Absicht, die jüngere Generation jener jüdischen Kreise, in denen noch heute . der Kleinhandel, insbesondere der Hansirhandel, vor allen anderen Erlverbsarten bevorzugt zu lverden pflegt, diesem Herkommen zu entfremden und zum Gartenbau, zum bäuerlichen Kleinbetrieb und zum Handwerk, überhaupt zur „produktivell Arbeit", zurückzuführen, hat bekaniltlick im Jahre 1893 Konsul Simon in Hannover mit einer Spellde voll 200 OO0 Mark eine Anstalt ins Leben gerufen, in der israelitische Knaben lind Jünglinge tu allen Zweigen der Landwirthschaft, besonders im Gartenbau, ausgebildet nlld die betreffenden Knaben schon von der Schule aus in Verbindlnlg mit Gartenbau und Handfertigkeit erzogeil werden, um dadurch Lust und Liebe für diese Berufe in ihre Herzell zu pflanzen: die Israeli t ische Erzi eh u n g sa n st a l t in Ah kein bei Hanllover. Diese Anstalt, welche iiu Jahre 1896 die Rechte einer jnristischen Person erlangte, hat sich seitdem unter verständrrißvoller Leitung fo trefflich entwickelt, daß es sich in Anbetracht der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung dieses Unternehmens wohl lohnt, ans die Eiilrichtnngen und Erfolge dieser ländlichen Erziehllngsallstalt eillmal lveitere Kreise aufmerksanl zll machen. Bei einem Rnndgange durch die gesamrnte Anlage, den wir vor Kurzem unter der freundlichell Führnllg voll Mitgliedern des Vorstalldes und der Inspektoren der einzelnen Abtheilungen zu unternehmen Gelegenheit hatten, war wohl zu erkenlien, daß die Israelitische Erziehungsanstalt Ahlen, auf durchaus gesnnder, die weitgehendste Entwickelung ermöglichender Grlindlage beruht. Dem Charakter der Anstalt entsprecherld, nehmen den weitaus größten Theil des ca. 80 Morgen umfassenden Komplexes die gärtnerischen und landwirtschaftlichen Anlagen sowie die Wirthschastsgebällde. Gelvächshänser rc. ein, die bei unserem Rundgange sämmtlich iil gallz vorzüglichem Zustande angetroffen wlirdel». Jll den ausgedehnten Gelnnselündereien, beu prächtig bestandenen Baumschulen, aus den Wirthschaftshöfen rc. waren überall kräftig entwickelte

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