Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 63 (1899)
- Issue
- Heft 47 (24.11.1899)
- Date
- 1899-11-24
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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-- 2 -~ , „Peter Llrblles. der Heilige der Inquisition"; Rabb. Dr. Porges über: „Jüdische Erwerbs- und Vermögen^verhältilisse im 13. Jahrhundert", tu Bernburg Dr. M. Spanier: „Zur Emanzipation, der Juden in Deutschland"; in Hamburg Dr. Leimdörfer über: ,.Die Ethik der hebräischen Sprache". Das rveitere Vortragsprogranun setzt sich dort folgendermaßen zusammen: Rabbiner Dr. B l u rn e n t h a l - Natibor: „Weltliche Klänge ans der hebräischen Poesie"; Nealschnllehrer Dr. Feil ch e n selb-Hamburg: Rentylin und Pfefferkorn"; Rabbiner Dr. Grün wald-Hamburg: Thema Vorbehalten; Direktor. Dr. L o e w e n berg-Hanlbnrg: „Ahasver in Sage und Dichtung"; Rabbiner Dr. Ro sen tha l-Köln: „Don Isaak Abarbanel und sein Zeitalter"; Necitator Salzer-Wien: „Indisch-deutscher Volkshumor"; Prediger Dr. Selig mann-Hamburg: „Das Problem der jüdischen Kultur"; Dr. med. S i m ch o w i tz - Köln: „Die jüdisch - deutsche Litteratur". Jll Elberfeld eröffnete Rabbiner Dr. Frank den Neigen mit einem Vortrag: „Der Prophet Elia in Geschichte und Sage"; außerdem sprachen Lehrer Ziwi über: „Ursprung und Entwickelung der Synagogennnlsik". Dr. Seligman N-Hamburg übenden geschichtlich-dramatischen Höhepunkt des Judenthnms; in Frankfurt a. M. hielt Herr Alfred Auerbach eine Recitalion über: „Jehnda Halevi"; Dr. Ackermanil sprach über: „Der Ursprung und die Originale unserer Synagogenmelodieu". Dr. K o t t ek-Hauibnrg über: „Reuchlins Kaulpf für den Talmud." In K öln sprach Dr. S im cho w i tzstber: „Zangwills Ghetto-Novellen." In A a ch e n werden in diesem Winter folgende Vorträge stattfinden: im November Dr. Franbergen-Düsseldorf: „Der jüdische Kultus und die Kunst"; 9. Dezember Direktor Dr.Loewenb erg-Hamburg: „Ueber moderne jüdische Erziehung"; 3. Januar Rabbiner Dr. I a u l u s - Aachen: „Rückblick auf die äußere llild innere Entloickelung der deutschen Juden iin 19. Jahrhundert"; 7. Februar: Regierungsrath Professor Dr. Cohen-Marburg: „Die Messiasidee"; 21. März Professor Dr. Lefm an u - Heidelberg: „Die Ethik des Talmud". In München hielt Rabbiner Dr. Werner einen Vortrag über: „Samuel Gabirol und Jehuda Halevi". Am 21. eröffnete der dortige Verein feine mit einer Lesehalle verbundene Bibliothek. Dieselbe enthält den Nachlaß des verstorbenen Gelehrten Max Grünbanm und wurde durch die Liebensuu'irdigkeit des Herrn Dr. Merzbacher noch dadurch vergrößert, daß derselbe einen großen Theil seiner bekannten Sammlung dem Verein zur Benutzung überließ. Die Bücher können in der Lesehalle zu bestimmten Stunden benutzt oder entlehnt werden. In der Lesehalle liegen auch mehrere jüdische Zeitungen Unb Zeitschriften auf. Das Vortragsprogramm tu Nürnberg setzt sich in diesem Winter wie folgt zusammen: 24. Oktober Nabbiller Dr. Zielnlich: „Aus der Chronik der israelitischen Knltusgcmeinde Nürllberg"; 7. Novenlber Rabbiller Dr. Strauß: „Spinoza, ein Vorläufer heutiger Wissenschaft"; 21. Novenlber Dr. phil. Wertheiln: „Soziale Gesetzgebung der Bibel"; 19. Dezember Dr. med. P. Münz: Thenia Vorbehalten; 16. Janllar Religionslehrer M. N ü l f: Thenia vorbehalterl; 13. März: Qberkantor Rosenhanpt: „Musik und Poesie im jüdischen Alterthum"; 27. März: Rechtsanlvalt Dr. I. Gallinger: Thema Vorbehalten; 10. April: Dr. med. S. Wenburger: Thema Vorbehalten. In Wnrzbnrg sprach Dr. Heillern ann - Frallkflirt über „UnserGebetbuch von, geschichtlichellStandPnnkte aus", Dr. K o h ll - Ansbach über: „Die Zeugen ilnd Allssagen bei ben alten jüd. Gerichten"; in Mannheim Rabb. Dr. Rose nthal-Köln über: „Die Belvegungerl des Judellthunls im 19. Jahrhundert". Neue Vereine haben sich gebildet in He i l bron n, P v ts d a m, Illtroschi n. Stein- Heim, lvo Lehrer G o l d sch mid t-Brakel einen Vortrag über: „Die Nothwendigkeit der Errichtung von Litteratnrvereinen nild ihre Bedelltnng" hielt; in Prenzlau durch eilten Vortrag des Herrli Albert Katz über: „DieEthik des Talmud". Dem Vereill traten auch sofort 60 Mitgliederbei, lind wurden die Herren Rabbiner Dr. Baer als erster Borsitzeilder, Dr. D. Meyer als zweiter Vorsitzender. Louis Marcuse als Schatzmeister, Leo Fried län der als Schriftführer und Albert Li ndenheiln als Bibliothekar iu den Vorstand gewählt. Außerdem hat in Sch n ei den»ü hl anl 22. eilte Delegirtenversammlung der Litteratllrvereirle S ch u e i d e m ü h l. S ch ö ll l a nk e, Filehne und Rogasen stattgefullden, deren Resllltat die Gründung eines Bezirksverbandes der Litteraturvereille von Nord-Posen erfreulicherlveise ergab. Als Vorort ist Schneidemühl und zu Vorsitzenden die Herren H e r z B e r l i n e r und Dr. Mislowitzer gewählt. Wir srenen uns, zllm Schlüsse noch die Mittheilullg machen zu können, daß der Verband der Litteraturvereille den ersten Versuch ullternommen hat. Wanderredner ans' KmeMM - Stiftung auszusenden, und zwar zunächst in der Propd^^EW^mknrg. Aut 21. v. M. sprachen in Arn^lvalde undNeuwedelEedaktenr W o hl b erg, iu Königsberg N.-M. Willy Bambus. in Vietz Herr Nedaktenr Fl alt t e r, ill S p a n d a n Dr. L, Pick. DieVersnche werden weiter fortgesetzt werden. F. Berlin, 14. Novenlber. Die „Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin" hielt am 4. d. M. ihre ordentljche Monatssitzung unter Leitung des Herril Rektor Dr. Adler ab. Nachdem der Vorsitzende von dem Ausscheiden zweier Mitglieder, das durch Verlegung des Wohnsitzes derselbell nach Zürich veralllaßt lvurde. Mittheltung gemacht tttib ein Mitglied iten ausgenommen hatte, trat die Versammlung in die Berathung der Thesen über die Umarbeitung der Anerbacbstchell „Biblischen Erzählullgen für die israelitische Jllgeild" ein. Da allgemein die Al,sicht herrschte, daß diese Thesen noch weiter ansgestaltet werden sollten, wurde 'eine aus beu Herren Auerbach, Hanfs ulld Hirschseld bestehende Komulission. die das Recht der Kooptation haben sollte, mit der Redaktioll betraut ulld ihr anfgegebel,. die neu redigirteil Thesell in der Dezembersitzung vorzlllegen. Alsdann theilte der Vorsitzende mit, daß Herr Dr. Kellerlllaun ill der Jallliarsitzullg über „Lazarus. Ethik des Judenthllms" referiren werde. Nullmehr ging die Versammlung zllr Diskussion der Entgegnung über, die Herr Nedaktenr Klausner in der letzten Nummer der „Israelitischen Wochenschrift" ans Anlaß des in Nr. 43 derselben Zeitschrift abgedruckten Aufsatzes der Vereinigung über die jüdischen Lehrkräfte an beu Berliner Gemeindeschnlen veröffentlicht hatte. Schließlich machte der Vorsitzende noch ouf die am 22. November stattfindende Provinzialversammlung allfmerksam und forderte die Mitglieder zu regster Betheiligung an derselben auf. Kyritz, 18. Novenlber. Ein großes Verdienst hat sich um unsere Genleinde der Vorsteher Herr B. Calmon erworben durch seine aufopfernde Arbeit für das Wohl und Bestehen derselbell. Mehrere Vorsteher hatten es bereits versucht, für uilsere seit mehr als hulldert Jahren bestehellde Genleinde Korporationsrechte zl, erwerben, keiner von deneil aber hatte beit Mull), die Sache auszuführen gehabt wie Herr Calnwll. Er hat viele Mühe aufgewelldet, bis es nun endlich gelungen ist. von der königlichen Regierung zu Potsdam die Bestütigung der Korporationsrechte für die hiesige Synagogeugelneinde zu erringen. A. S. Strelitz, 15. Novenlber. „Wer den Bestell stiller Zeit geling gethan, der hat gelebt sur alle Zeiten." Diese Worte aus Schillers’ Prolog zunl Wallellsteill. lvelche den einfachen Grabstein des verewigten großen deutschen Sprachforschers Professor Dr. Daniel Sanders schmucken, fanden einen begeisterten Wiederholt in den Herzen Aller, bellen es vergönllt war, der erhebenden Feier beizuwohllen, welche heute Vormittag 11Uhr vor deul Hause des Fräulein Johanna Sanders, dem früheren Hallse ihres berühmten Onkels, des Professor Dr. Dailiel Sanders, stattfand. Zll Ehren des 80. Geburtstages des großen Sohnes, der Stadt Strelitz hatte diese an seinem früheren Hallse eine kunstvoll ausgesührte bronzene Gedenktafel über der Thür ailbringen losten mit folgenden Worten: „In diesem Hause wohnte von 1852 bis zu seinem Tode 11. März 1897 der Professor Dr. Daniel Sanders. Ihrem Ehrenbürger die Stadt Strelitz." Zllr Enthüllungsfeier dieser Gedenktafel begabell sich der Magistrat und die Stadtverordneten, der Kriegerverein, der Gesangvereill Wandalin, der Männergesangvereill. der Militnrverein, der Tnrllverkjn und die Schützellkonlpagllie mit Mllsik zu dem festlich im Flaggeilsthinnck prangenden Hause. Die beiden Gesangvereille sangen den Ajeihegesang von Abt: „Brüder weihet Herz uub Halld freudig gern denl Vaterland n. s. w." Darauf hielt Herr Bürgermeister Rath Müller eine tief empfundene Ansprache etwa folgeilden Inhalts: Im Jahre 1tz52 bezog Professor Dr. Daniel Sanders dieses Haus, vor dem wir Ullß heute versanlinelt haben, der große Dellker, der mit ungeheurem Fleiß und unermüdlichem Eifer für mlsere deutsche Sprache geschafft hat, der berühmte Gelehrte, bestell Werke, das große Wörterbuch, um nur eines davon zu nennen, ihm schon allein einen Weltruf weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gesichert ulld llnser kleilies Städtchell Strelitz. das lvohl vorher wenig bekanilt lvar, dadurch der Vergessenheit entrissen hat." Dann erlvähnte Herr Rath Müller, daß Se. königliche Hoheit der Großherzog den Verelvigten vor zehn Jahren an seinem 70. Geburtstag durch eine Auszeichnung ehrte und seine Vaterstadt ihn zu ihrem Ehrenbürger ernanllte. Herr Rath Müller schloß mit ungefähr folgenden Worten: „Es ist ulls llicht mehr vergönnt, beit leider uns zu früh Entristenen