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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1899-11-10 · Heft 45 (10.11.1899) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
63 (1899)
Issue
Heft 45 (10.11.1899)
Date
1899-11-10
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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MMMM MM s r; lieft eit Sitzung bildet die debattelose Bewilligung von 100 Mark an das jüdische Krankenhaus in Memel. Alts der geheimen Sitzung erfahren wir noch, das; Herr Heinrich Eisner als Äeliesten-Stell-/ Vertreter gewählt worden ist. Statutengemäß nimmt Herr Eisn er die dritte Stelle unter beit Stellvertretern ein. S. Berlin, 5. November. Heute Mittag fand unter reger Betheilignng vott Gönnern und Freunden des Vereins die Eröffnungsfeier des „Israelitischen Lehrerinneuheims" in Steglitz statt. Nach dem eiuleitendett Sologesänge des Psalms „Wie schön sind deine Zelte, Jacob!" von Fräulein Harts hielt Rektor Dr. Adler die Einweihuttgsrede. Er hob hervor, daß ein Gefühl der stolzen Freude und Genngthnung Alte erfüllert dürfe, die nnnmehr auf den ersehnten Erfolg ihrer Arbeit blicken könnten. Mit des Psalmistett Worten: „Preiset, preiset dett Ewigen, ihr Schaaren, ihr Diener, die ihr seinen Willett erfüllet, preiset dett Ewigen att allen Orten und allen Stätten seiner Herrlichkeit" sei der Dattk dem Etvigett zu weihen,' unter dessen Segen dieses Werk der Liebe und'Barmherzigkeit zu Stande gekommen. Dr. Adler schilderte im weiterett Verlauf feiner Rede den mühseligen uttd aufreibenden Beruf der Lehreritt uttd betonte, wie doppelt traurig das Loos der jüdischett Lehrerinnen sei, die trotz der gleichen Befähigung uttd Vorbildung in dett selteustett Fältelt itt nuferem Vaterlattde eine gesicherte Existenz an Schttlett oder Erziehnttgsanstalten erringen könnten, gehören sie doch einer Glattbettsgenossettschaft an, die schott die höchste Staffel der Leidett tntd Bedrückungen durchgemacht. die Gnt uttd Blttt freudig geopfert. Auch die jüdischen Lehrerinnen wollten im Hinblick auf ihre Ahnen selbst um den Preis einer gesicherten Existenz ihren angestatnutteu Glaubett nicht aufgeben. Für sie wäre die Schaffung eittes israelitischen Lehrerinnenheims nothwendjg gewesen, da unter detr übrigen Heimen nur die wenigen ittterkonfessionellett, und attch diese nur sehr selten, ihnen zugänglich seien. Irr dem neugefchaffenen Heim köuuten sie fern vott allem kottfessiottelleti Hader uttd Streit die ihnen lieben Traditionen des Elternhauses wahren uttd Ceremonial- und Nitualgesetz beobachten. Das Heim sei dank der regeu Thätigkeit aller Gönner und Freunde in verhältnißmäßig kurzer Zeit geschaffen worden und föune uiimttefyv mit sechs Jnsassetr seiner Bestimmung übergeben werden. Der Redner schloff mit eitlem warmen Appell.an die Opferwilligkeit der Glaubensgenossen, damit das Werk immer weiter ansgebaut titib immer mehr sich des Segens erfreuen können, der vott dieser Stätte ausgehen solle. „Wer sich der Menschen erbarmet, dessen erbarmt sich attch Gott!" Nach einigen bewegten, Dankesworten vott Fräulein Münchhausen, auf deren Initiative die Entstehuug dieser gemeinnützig.en Schöpfung znrückzuführen ist. verlas Frau Professor Dr. Landan einige Begrüffnugstelegramme und Sympathiekundgebungen, die vott Nah und Fern zur Feier eingelaufett waren. Mit einem Schlnffgesaitg endete die stimmungsvolle Feier. Die Räume des Heims sind aufferordentlich zweckmäßig gelegeit uttd tuachen einen freundlichen, anheimelnden Eindruck. L/D Berlin, 5. November. Am 5. v. M. trat im Bureau des Deutsch-Israelitischen Genteittdebttttdes das Preisrichterkollegium ztt gemeinsamer Feststellttttg des Ergebnisses des im Mai v. Js. verattstaltetett erneuten Ausschreibens, betreffettd die „S ch u l b e a r b e i t tt it g der Grundsätze der jüdischen Sitten lehre", zusammen. Die am Erscheinen verhinderten Mitglieder hatten ihre Voten schriftlich zttr Verfügnng gestellt. Das Preisrichterkollegium sah sich auch diesmal zu seinem Bedauern nicht in der Lage, eitler der sieben eiugelaufenen Arbeiten dett erstell Preis (150 Mark) zuzuerkennen, dagegen ist es drei Bearbeitern gelungen, den Bedingungen des Preisattsschreibetts in dem Maße ztt entsprechen, daß sie eitles zweiten Preises für würdig ztt erachten waren. Für die Veröffentlichung und Einführung durch den D.-I. G.-V. erschien keilte der Schriften tu ihrer vorliegenden Form geeigttet, dagegen ergänzten sich zwei der Bearbeitungen, die eine mit dem Motto: „Viel habe ich von meinen Lehrern gelernt, mehr noch von meinen Genossen, am meisten aber von meinen Schülern"- die andere mit dem Motto : „Ez chajim“ in so glücklicher Weise, daß durch das Zttsammettarbeiten der Verfasser das gesteckte Ziel voraussichtlich erreicht werden würde. Demgemäß beschloß das Preisrichterkollegium dem Ausschüsse des D.-J. G.-B. zu empfehlen, außer den beidett genannten Schriften auch eitler dritten, unter dem Motto: „Sprich mit dem Kinde kindlich und verstättdlich", einen Preis vott hundert Mark zuzuerkeuneu; zugleich möchten die Herrett Verfasser der beidett zuerst erwähnten Schriften zu gemeinsamer Arbeit ausgefordert werden. Der Ausschuß des D.-J. G.-B. hat den beiden Anträgen entsprochen. Die Oefinung der mit detn Motto versehenen Briefumschläge ergab folgende Verfassernamen:. Die Schrift: „Viel habe ich vott meinen Lehrern gelernt n. s. w." rührt vott Herrn Rabbiner Dr. N o r d e n, bisher in Nettstettin, jetzt in Myslowitz, „Ez. ehajim“ von Herrn Rabbiner Dr. Goldberger itt Marienbad, „Sprich mit; dem Kinde kindlich u. s. w." von Herrn Rabbitter Dr. Rosenberg,' Thorn. her. Gemäß den Bedingungen des Ausschreibens sind diepreisgekrönten Schrifteil Eigenthum des D.-J. G.-B., dagegett stehen die tticht ausgezeichneten Arbeiten des früheren tntd des letzten Ausschreibens ihren Herren Verfassern zur Verfügung,- sobald'sie unter Angabe des Mottos dem Bureau des D.-J. G.-B. diesett Wunsch aussprechen. §2 Berlin, 7. November. Der Verein für jüdische Geschichte und Litteratur hat auch in diesem Jahre Fortbildungskurse für Damen, und Herren eingerichtet. Die Kurse für jüdische Geschichte, die Herr Dr. M. Worms leitet, beginnen am 13. d. M., Abends 8V2 Uhr, die über die leitenden Jdeett des Judenthums, von Herrn Prediger I. Bleichrode abgehalten, am 15. d., Abends 8V2 Uhr. nnd der hebräische Unterricht zur Einführung in die Bibel, dett Herr Dozent Dr. I. Wohlgemuth leitet, am 16. d., Abends 8 Uhr. Der Unterricht wird unentgeltlich ertheitt ttttb fittdet in der jüdischen Lesehalle, Oranieuburgerstraße 28, Hof pari., statt. Annteldttttgeti werden von Herrn Dr. Gustav Karpeles, fV. Kursürstenstraße 21, tntd von dett Herrett Dozenten att den Unterrichtsnbenden entgegengenommen. Wir brauchen ans die Bedeutung dieses Unternehntens tticht erst besonders aufmerksam zu machen, aber wir möchten attch diesett Anlaß' benutzen, um alle Eltern und Geschäftsinhaber dringend ztt bitten, im Haus und im Geschäft dafür Sorge ztt tragen, daß vott dieser segensreichen Einrichtung recht ausgedehnter Gebrauch gemacht wird. Berlin, 5. November. Die Israelitische Synagogengemeinde Adaß-Jisroel hat, da das gegenwärtige Gotteshatts in der Gipsstraße sich längst als zu klein erwiesen, das ausgedehnte Grundstück Artilleriestraße 32 käuflich erworben, um darauf eine att Umfang und Ausstattung dem Bedürfnisse entsprechende Synagoge zu errichten, bereit Bau mit möglichster Beschleunigung itt Angriff gettontmett werden soll. Der bisherige Nabbittatsassessor Dr. Ed. Biber seid hat atu 1. d. seitt Amt, das er mehrere Jahre erfolgreich verwaltete, aus privaten Gründen niedergelegt. Wegen Neubesetzung der Stelle finb bereits Verhandlungen eingeleitet, welche in kürzester Frist zu Vorschlägett für die durch die Gemeinde vorzunehme'nde Wahl führen dürften. 22 Berlin, 7. November. Gestern starb hier , nach längereut Leiden im Alter vott 32 Jahren Dr. med. .Max Teichmann. Dr. Teichmann, der seit 1891 Arzt war, beschäftigte sich mit dett Krankheiten des Kehlkopfes und der Nase. Er war itt seinen! Souderfache tntd auch itt anderett Ztveigen der Heilkunde litterarisch thätig. Unter anderen zählte er zu dett rührigsten Mitarbeitern der Schund t'schen „Jahrbücher für Medizitt". Unter seinen hiesigett Fachgenossen war Dr. Teichmann sehr beliebt. Seine Mediziner-Lieder und. feine--humoristischen Auslassungen über Zeit- und Streitfragen der Berliner Aerzte find.rühmlich bekannt und werden noch lattge umgehen. ygx Münster, 3. November. Die Marks-Hai ndorf'f.che Stiftung hat foeben ihren 39. Bericht herausgegeben, welcher ein erfreuliches Bild von', der -segensreichen Wirksamkeit dieser. Anstalt bietet Zum ersten Male ist dem Bericht eine die innere Entrichtung des Seminars beschreibende Abhandlung des Direktors beigegeben, welche das Seminar als Erziehungsttttb Nutetrichtsaustalt schildert uttd dem Fernstehenden einett interessanten Einblick'itt das Getriebe der Stiftung gewährt. Mit besonderer Genngthnung ersehen wir aus dem Bericht, daß vor allem auch der religiösen Erziehung der Zöglinge große Aufmerksamkeit zttgewendet wird. Der tägliche Morgenttttb Abeudgottesdienst, der im Betsaal der Anstalt, gewöhnlich im Beiseitt des Direktors, abgehalten wird, soll ebenso wie das gemeinsam verrichtete Tischgebet aufrichtige, uugeheuchelte Frömmigkeit und gottesfürchtigett Sinn befördern. Auch in detn Lehrplatt nimmt Religion und hebräische Sprache einen großen Raum ein. Neben der rabbinischen Lektüre ist der Homiletik mit Rücksicht auf die Wirksamkeit vieler Lehrer als Prediger eine Stelle eingeräumt. eine Einrichtung, die wir im Interesse der künftigen Lehrer mit lebhafter Freude begrüßen. Im Uebrigen entspricht der Platt in Bezug auf dett Lehrstoff dem für die christlichen Sem Marien ausgestelltett Lehrplaue in allen Theilen. — Einen schweren Verlust hat die Anstalt durch das aut

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