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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1899-11-10 · Heft 45 (10.11.1899) · p. Seite 534

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
63 (1899)
Issue
Heft 45 (10.11.1899)
Date
1899-11-10
Page
Seite 534 (sequence 6)
Language
German
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verstorbenen sr»l,eren griechischen Militärärzte? Tr. Philipp Zenner, des Oberlandesgerichtsraths Adolf Epstein in München'; des Astronomieprofesfors und geheimen Negierungsrathes Dr. Eduard Schönfeld in Bonn, des geheimen Sanitätsraths Dr. Georg Mayer nnd des Justizraths Dr. Philipp Mayer in Aachen, wovon die letzteren Drei allerdings theilweise schon als kleine Kinder getauft wurden. Eduard Silbermann besuchte das Gymnasium in Bamberg und ist dort in sämmtlichen acht Klassen nicht nilr stets der Erste gewesen, sondern erhielt auch stets ununterbrochen in jedem Fache die erste Note, so daß er die damals in Bayern für derartige Leistungen eingeführte. äußerst selten aber zur Bertheilung gelangte goldene Preismedaille beim Abgang vom Gymnasium erhielt. Nach einem nur fünf Semester langen Universitätsstndium, ein Semester hatte er auf dem Bamberger Lycenm verbracht. N'urde er, wiewohl in Bayern anch damals ein Universitätsstndinm von acht Semestern vorgeschrieben war, ausnahmsweise zur ersten, sogenannten theoretischen Prüfung zngelassen nnd auf Grund des Ergebnisses derselben dem zuständigen Staatsininisterium zur besonderen Berücksichtigung empfohlen. Im Jahre 1877 bestand er die Staatskonkursprüfung, wodurch er die Befähigung zum Richteramte erlangte, mit der Note I und erhielt unter 69 Konkurrenten den zweiten Platz. 1879 wurde er dritter Staatsanwalt beim Landgericht Regensburg, 1881 Amtsrichter in Augsburg, später zweiter Staatsanwalt in Negensburg und 1891 Rath beim Landgericht München I. Silbermann ist Mitglied der Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde München, und insbesondere deren Schulkommission, sowie im Vorstand des Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur, an dessen Arbeiten er eifrigen Antheil nimmt. Auch in dieser Zeitung ist schon einmal, von ihm eine längere Abhandlung über einen Gegenstand des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches zum Abdruck gekommen. Von anderen Beförderungen habe ich noch Folgendes zu berichten: Der bisherige Amtsrichter Ernst Wilmersdörffer in Bayreuth, welcher ebenfalls Mitglied der Verwaltung der dortigen israelitischen Knltusgemeinde bisher gewesen ist, i st zum Rathe am Landgericht Augsburg ernannt worden. Zum zweiten Staatsanwalt wurden ernannt die bisherigen Amtsrichter Dr. Alfred Neu m e y e r beim Landgericht München II, Dr. Josef Haymann beim Landgericht Schweinfurt, Moriz Silberschmidt, der Sohn eines k. Reallehrers, beim Landgericht Nürnberg, zum Sekretär (Gerichtsschreiber) am Landgericht Schweinfurt der Rechtspraktikant Dr. Leopold Neuburger nnd beim Amtsgericht München I der Rechtspraktikant Dr. Arthur Gutmann. Die vorstehende Liste ist übrigens nicht vollständig; die Aufzählung der vorstehenden Namen wird aber nicht nur für die Gegenwart voll Interesse sein, sondern, da die Geschichte der deutschen Juden einstmalen zum großen Theile aus diesem Blatte heraus wird geschrieben werden nlüssen, für alle Geschlechter. Gegenwart und Zukunft aber »lögen dankbar eingedenk bleiben, daß, als der Prinzregent Luitpold des Königreichs Bayern Verweser war, die jüdischen Richter nicht nach Ungunst oder Gunst, sondern nach Gerechtigkeit und Verdienst behandelt worden tznd; der Justizminister, welcher die verfassungsmäßige Verantwortung für die Justizverwaltung in Bayern trägt, ist der frühere Lalldgerichtsj Präsident, jetzige Staatsrath im ordentlichen Dienste und k. Kämmerer Franz Freiherr von Le o n r o d, der Bruder des gegenwärtigen Bischofs von Eichstätt. Als er im Jahre 1887 Justizminister »vurde, berichteten die Zeitungen von ihm, daß er jeden Morgen, bevor er auf sein Büreau ging, mit seinem ans dem Schnlivege befindlichen jugendlichen Sohne die Kirche besuchte; lvir können konstatiren, daß, so lauge er das Ministerium bekleidet hat, bei der Berufung zu den Aemtern seiner Berwaltnng das ausschlaggebende Moment für die Anstellung einzig nnd allein die Qualifikation der zu Berufenden gewesen ist. Protokoll »brr dir Jahresversammlung des Vereins israelitischer Lehrer von Rheinland nnd Westfalen. (g^lie diesjährige Jahresversammlung tagte am 22. und 23. Mai in Essen a. d. Ruhr im Hotel „Kaiser Friedrich". Die Präsenzliste ergab 91 anwesende Lehrer. Der Vorsitzende, Herr Hauptlehrer Graf-Essen, eröffnete die Sitzung gegen 3 Uhr Nachmittags, mid begrüßte die imposante Versammlung von Vereinsmitgliedern und Gästen mit herzlichen Worten. In seinem Willkommengruß betonte er die Nothwendigkeit der Erhaltung und,- wo nur irgend angängig, Gründung neuer jüdischer Volksschulen. Die jüdische Volksschule ist berufen, die künftige Generation mit dem echt jüdischen Geiste zll erfüllen. lveil.nur ihr allein Gelegenheit geboten ist, alle Uuterrichtsgegenstände vom Geiste unserer'heiligen Lehre durchdriugeu zu lassen. Der Segen der Simultauschule, der ans dem Zusamnleuleben der Kinder friedliche Beziehungen für das spätere Leben zeitigen soll, ist längst als illusorisch erkannt lvordeu. Die Religiousschnle wird niemals im Stande sein, solche Erfolge zu erzielen, wie sie die jüdische Volksschule zu erreichen vermag. Hierauf heißt der Vorsitzende die der Versammlung beiwohnenden Gäste, und zwar den Vorstand des „Westdeutschen Lehrervereins", unter Führung des Herrn Eppstein-Hoppstätten, den Rendanten unseres Vereins, Herrn L. Hirschland, den juristischen Beirath unserer Kasse, Herrn Dr. Wallach II, den Vorstand und die Repräsentanten der Esseiler Gemeinde u. A. herzlich willkommen und verliest die Name;: derjenigen Kollegen, die ihr Nichterscheinen schriftlich entschuldigt haben. Es folgt eine Al,zahl geschäftlicher Mittheilungen, darunter die Absendnng eines Glückwunschtelegramms an Herrn Rabbiner Dr. Samuel, der gerade in Berlin seine Hochzeit feierte, und die Aufforderung des Verbandsvorsitzenden zun, Abonnement auf die in Aussicht genornnlene Verbandszeitnng. Nun nimlut Herr L. S. Hirschland, Vorsitzender des Essener Gemeindevorstandes, das Wort zu einer herzlichen Begrüßung der Lehrerversamlttlnug. Essen habe allezeit seinen Lehrern im Besolldereu und unseren, Verein im Allgemeinen Wohlwollen, und Sympathie entgegengebracht. Zinn Zeichen hierfür übergebe er der Unterstützungskasse unseres Vereins die Summe von 400 Mark. Inzwischen ist Herr Rabbiner Dr. Frank aus Köln erschienen und wird vom Vorsitzenden und der Versammlung lebhaft begrüßt. Vom Vorsitzenden des Rheinischen Rabbinerverbandes, Herrn Rabbiner Dr. Auerbach-Elberfeld, ist ein Schreiben eingegaugen, worin dieser sein Nichterscheinen entschuldigt und mittheilt, daßster die Einladung des Vereinsvorsitzenden seinen Kollegen zugesandt habe. Leider ist auch diesmal keiner von den Herren erschienen. Nur Herr Dr. Horowitz- Kreseld hatte sein Nichterscheinen entschuldigt. Wir bedauern das umsomehr, als gerade in den anderen Lehrervereinen die Herren Rabbiner lebhaften Antheil an deren Bestrebungen nehmen. Die seit vier Jahren in jeder Versammlung wiederkehrende Frage der Vereinigung des „Kölner Vereins" mit dem „Essener" wird auch auf dieser Versammlung wieder anfgerollt. Erneute Bedeutung gewinnen diese Bestrebungen dadurch, daß am Tage vorher, also am l. Pfingsttage, der „Kölner Verein" sich mit dem „südwestdeutschen" auf ihrer gemeinsamen Tagung in Neuwied zu einem „westdeutschen Verein" konstituirt hat. Dieser neugegründete Verein sandte eine

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