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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-03-06 · Heft 28 (6.3.1838) · p. Seite 110

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 28 (6.3.1838)
Date
1838-03-06
Page
Seite 110 (sequence 2)
Language
German
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ÜO manche-r trostlosen CorrespHydznzen aus mitunter bedeute^ den GDsirtzetz' HchMchP, f> Wichtz ef -tzeG. Gerichtstattch'-M BeWh^WS, daß bei. soHichn^ waß noch zu wW^ schon bleibt, bei so manchem Mißbrauche, der abzustellen, doch noch des Guten hinreichend vorhanden ist, um Prags Gemeinde jenen Ruf des Strebens zu erhalten, dessen sie sich von jeher in Deutschland zu erfreuen hatte. Daß Prag eine noch vom Kaiser Joseph H. gegründete Haupt- und Mädchenschule besitzt, ist als allgemein bekannt vorauszusetzen. Es wird an dieser Anstalt von 13 Lehrern und Lehrerinnen 398 Schülern und 271 Schülerinnen der Unterricht in den Normatgegenständen ertheilt, und in. neuerer Zeit ist eine aus zwei Elasten bestehende Gesangschule damit in Verbindung gesetzt, in welcher der Chor für das neue Gotteshaus gebildet wird. Hier wird auch den Praparanden für sich bildende Schullehrer Unterricht ertheilt, so wie der als Stylist und Grammatiker bekannte Wolf Mayer Vorträge, über hebräische Sprache und Literatur hält. Wir besitzen ein Lehrhaus für arme Waisen (Bet-Hamidrasdh), die hier unentgeltlichen Unterricht im Talmud, und außerdem Wohnung und Kleidung erhalten, deren Beköstigung aber der Mildherzigkeit der Gemeindeglieder anheimfallt. Bei dem Austritt aus dieser Anstalt werden die, zugleich in der deutschen Schule unterrichteten Kinder, zu Handwerkern in die Lehre gebracht. Es geschieht jedoch dieser Anstalt, nur deshalb Erwähnung, um im Berichte keine Lücke zu lassen, und um dabei in Erinnerung zu bringen, wie sehr dringend es schon sei, diesem Institute eine wohltätige zeitgemäße Reform zu geben. Vor nicht langer Zeit haben wir eine Kleinkinderwahranstalt entstehen sehen, die, wie alles Neue noch so Gute, gegen viele Schwierigkeiten und Vorurtheile zu kämpfen hatte, aber nun unter der umsichtigen Leitung unsers um den Fortschritt der Gemeinde emsig bemühten ersten Gemeindevorstehers, Herrn M. I. Landau, ihre wohlthätige Wirksamkeit so ausgedehnt hat, daß sie schon 130 Zöglinge von 2 bis 5 Jahren zählt, und so für die frühzeitige Erziehung vieler zarter Wesen gesorgt wird, worunter viele Kinder armer, theils dem Handel, theils der Arbeit nachgehender Eltern, die sonst der Verwahrlosung an Geist und Körper anheimsallen könnten. Es wird zur Pflicht, hier des Lehrers dieset Anstalt, des Herrn A. Brandeis, lobend und ehrenvoll zu erwähnen, da 'die erst vor wenigen Tagen abgehattene Prüfung von seinem Fleiße und seiner Geschicklichkeit das überraschendste und befriedigendste Zeugniß ablegte. Hier schließt die Reihe drr der Gemeinde eigenen Bildungsanstalten, und die bis in die 3te und 4te. Hauptschulktasse unterriKtettz Jugentz..aehe dann' tztz HMnasren ttUd .KHlsHlchnhkM, Ho He ßon StaaMegA gPch aller? gntzE WMbWMthM «Erwiesen wird. Den Religionsunterricht an der 3ten und 4ten Hauptschulktasse besorgt Herr Peter Beer, an der Isten und 2ten hingegen, so wie für die Gymnasial- und Real-Schuljugend, der, die Herren Beer und Herz Homberg rühmlich supplirende Dr. Wessety. An Wohlthätigkeitsanstalten sind wir minder reich. — Wir haben keine geordnete Armenpflege; doch wird bei dem leider sehr unvortheilhaften Verhältnisse der Begüterten zu den Unbemittelten ungemein viel Gutes gethan, und es gibt mehre der Mildthätigkeit gewidmete Vereine (ttVOn), die ihre Wirksamkeit bis in die geheimsten Schlupfwinkel der Armuth verbreiten. Hospital, Beerdigungsbrüderschaft und mehr dergleichen besitzen wir, wie jede größere Gemeinde, doch läßt sich hier nichts besonders Hervorstechendes berichten. Was die hiesige Gemeinde besonders ruhmvoll auszeichnet, ist der betriebsame und industriöse Geist ihrer Mitglieder. Wer nur immer kann, entzieht sich dem Handel und betreibt ein solides Gewerbe. Wir haben Oel-, Leder-, Siegellack-, Federn-, Cichorien-, Kammgarn-, Spinnfabrikanten; von den 12 großen Kattunfabriken nicht zu sprechen, deren schon so oft erwähnt wurde, und die bestimmt diesen Zweig der Industrie auf einen in Rücksicht auf Menge der Erzeugnisse in Böhmen nie geahnten Standpunkt brachten, und auch jetzt mehre Fabriken in Hinsicht der Schönheit des Fabrikats mit den ersten Etablissements des In- und Auslands wetteifern. Alle diese Fabriken beschäftigen hier in Prag bei 6000 Menschen, worunter viele Juden als Werkführer, Coloristen, Färber, Zeichner, Graveurs und Modelstechec, viele aber auch als Taglöhner eine ehrende und nährende Existenz finden. — Hier muß auch noch der ausgezeichneten Landau'schen Buchdruckerei ehrenvoll gedacht 'werden. Daß es in Zünfte vereinigte Handwerker in unserer Gemeinde gibt, ist bekannt; wir zählen nebst den längst bestehenden Schneidern, Schuhmachern, Uhrmachern, Buchbindern, Glasern und Goldarbeitern, in neuerer Zeit geschickte Tischler, Drechsler, Spengler, Schwertfeger unter dieser Klasse, und sicher würde sich der vielverschriene, und doch nur durch die Nothwendigkeit bedingte Tandelmarkt bald sehr lichten, wenn unseren Gewerbsleuten nicht die vortheilhafte Ausübung ihres Handwerks durch gewaltsames Hineindrängen in die Judenstadt gestört würde/ wo von keinen Kunden aufgesucht, schon viele geschickte und ausgelernte Meister

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