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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-03-06 · Heft 28 (6.3.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 28 (6.3.1838)
Date
1838-03-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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h. 2°hrg»»g. Allgemeine N». ss. Zeitung des Zudenthuws. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer attergnadigster Corrcefsiorr.) Leipzig, den 6. März 1838. Zeitungsnachrichten. Papa *), 1. Febr. (Privatmitth.). Zu dem Correspondenzartiket aus hiesigem Orte No. 113. vor. Jahrg. erlaube ich mir die Bemerkung, daß die Juden nicht ein Drittel sondern ein Fünftel der hiesigen Einwohnerschaft ausmachen, indem sie ungefähr 3000 Seelen zahlen. Auch sind die Gewerbhauser nicht als. Eigenrhum, sondern gegen Pachtgebühren auf bestimmte Zeiten in den Händen der Juden. Es ist nicht überflüssig zu bemerken, daß diese nur darum im fast alleinigen Besitze der Handelsquellen sind, weil sie hier wie an vielen Orten durch ihren Fleiß, ihre rastlose Thatigkeit und gute und billige Bedienung das volle Vertrauen des Publikums besitzen. Berlin, 14. Febr. Se. Mas. haben dem jüdischen Danquier SalomonReisKrautheimzu Prenzlau erlaubt, die ihm von Sr. Maj. dem Könige von Würtemberg verliehene goldene Civil-Verdienst-Medaille zu tragen. Baireuth, 14. Febr. (Privatmitth.). Endlich ist es unserm Herrn Rabbinen, Dr. Aub, gelungen, einen Leseverein zu bilden, der sich auf populäre Zeitschriften und auf das Judenthum Bezug habende Bücher beschränken wird. Daß wir eines solchen Vereines bis auf diese Stunde entbehrten, darf Sie nicht sehr befremden; denn trotz dem, daß die hiesige israel. Gemeinde über 70 Familien zählt, ist derGemeinsinn unter den hiesigen Israeliten so dünne gesaet, daß in vielen Jahren kaum noch auf diesem Felde eine segensreiche Ernte zu erwarten steht.' Möge diese neue Gründung recht lange Bestand haben und das erwünschteste Resultat erzielen. Dem Leseverein zu Floß, dessen in dieser Zeitung schon Erwähnung geschehen, hat sich nun auch ein Gesellschafts- und Wohlthätigkeits-Verein angeschlossen, der jedoch erst provisorisch aufzuleben begonnen, aber gewiß wol seinen definitiven Geburtstag feiern wird. Das dasige kön. Landgericht, dem der erwählte Vorstand die Statuten zur gesetzlichen Bestätigung vorgelegt, verweigert diese; da sich jedoch jener an die königl. Regierung gewendet, so werde ich Ihnen bald über die Zweckmäßigkeit der Statuten Nachricht geben können. Die Juden in Floß haben leider die bemerkenswerthesten Uebelstande zu ertragen, die ich Ihnen ein andres Mal schildern werde. Negensburg, 4. Febr. (Privatmitth.). Unter diesem Dato ist der Redaction Folgendes zugesandt worden: °) In Ungarn. S. No. 113. vor. Jahres und No. 4. dieses Jahres. r D. Red. „Ich erlaube mir an die verehrt. Redaction der unpartheiischen Zeitung des Judenthums die Frage zu richten, warum'dieselbe den vomHecrn Di*. Heß, Landpabbinen zu Weimar, in der Univ. Kirchenzeit, bereits veröffentlichten Aussatz über Trauergebrauche, keiner Erwähnung würdigte? — Ein durchreisender Geschäftsmann aus dem Weimarschen, der sich für jede erfreuliche neue Erscheinung auf jüdischem Gebiete interessirt, dem ich gesprachweise obiges Befremden mittheilte, äußerte: wahrscheinlich hat der würdige Redacteur der gedachten Zeitung vernommen, wie der Herr I)r. Heß zu Stadt Lengsfeld seine Amtsbefugnisse so grell überschritten, und denjenigen, die seinem in deutscher Sprache abzuhaltenden Gottesdienste nicht beizuwohnen sich ermüßigt sehen, angedroht, daß sie ihrer Concessionen verlustig werden — und läßt Gutachten über religiöse Gebräuche, von Männern ausgehend, die kein Mittel zu klein finden, ihr Ideen zu verwirklichen, nicht so viel Achtung zu Theil werden. Soll diese bittere Anklage wirklich auf Wahrheit gegründet sein? I. M...r." Was unsere individuelle Ansicht über die weimar'sche Gottesdienstordnung ist, haben wir diese bereits in No. 7. des vorigen Jahres zu erkennen gegeben. Abgesehen davon, daß es fraglich ist, ob die in der obigen Anfrage erwähnten Facta in ihrem ganzen Umfange der Wahrheit gemäß sind, so bemerken wir, daß es unmöglich ist, von jedem Aufsätze in irgend einer Zeitung Notiz zu nehmen, und dies ist mit vielen Aussätzen der ehemaligen Universal-Kirchenzeitung geschehen, schon aus dem löblichen Grundsätze, einem Jeden das Seine zu lassen. Die Redaction. Politische Lontrole. Mittheilung aus Prag. Unter den vielen Berichten, die diesen gehaltvollen Blattern von Seiten fast aller Gemeinden Deutschlands zufließen, theils Verbesserungen und Fortschritte meldend, theils Klagen und fromme Wünsche aussprechend, dürfte eine Mittheilung von einer so bedeutenden Gemeinde wie die hiesige vielleicht nicht ohne Interesse sein. Vergleicht man das, was hier zu berichten ist, mit so-

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