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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1899-06-30 · Heft 26 (30.6.1899) · p. Seite 306

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
63 (1899)
Issue
Heft 26 (30.6.1899)
Date
1899-06-30
Page
Seite 306 (sequence 6)
Language
German
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!*“■.. 306 Oppenheim'schen Aushilfesonds, die Stiftung eines Ungenannten, dii Liepmaiin Meyer Wulf-Stiftung, den ifraelitifchen Miethe-Hilfsverein, der 1897 507 Unterstützungen ansgegebe», und die Miethe- Unterstützungsanstalt der jüdischen Gemeinde (Chewrath Ohel jescharim), die im Jahre ca. 10000 Mark verausgabt, sodann zu gleichem Zweck die Rüben Markus'sche Nachlaßstiftung und die Lion Eduard Tausk-Stiftung. Zur Ausstattung von Bräuten ist die Gesellschaft Ilaelmassat kallali mit 7 Spezialstiftungen, die Isaak Heyniann Levy-Stiftung, die Heymain« Simon'sche, die Friederike Lachmann'jche und die Rüben Meyer-Stiftnng. Für diese und andere Zwecke sind noch zu erwähnen die M. I. Liebmann'sche uird die Naumann Lachmann-Stistiuig. Zur Unterstützung jüdischer Gemeindebeamten ist die Philippson-Stiftung des Deiitsch-Jsraelitischen Gemeindebuudes begründet «vordeu, außerdem existirt noch eine Stiftung für Wittwen und Waisen der jüdischen Rcforingemeinde. Nicht erwähnt ist die Hilfskasse der israelitischen Kultusbeamten, deren Wittwen und Waisen, der Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preußen, der Sparuird Hilfsverein der Beamten der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Zur Unterstützung von Gelehrteri sind die Vereine zur Unterstützung jüdischer Gelehrten in Hst riiü Machsike Thorah, die Mich. Markus Mnller'sche und zum größten Theil die bereits oben erwähnte Philipp Baer Goldschmidt'sche Stiftung. Die landsmännischen Vereine gehören auch zu«n größten Theil, ja fast ausschließlich in unser Bereich, vor allem der Hilfsverein Märk. Friedland, der Liffaer Hilfsverein, der Verein der Meseritzer, der ostpreußische Unterstützungsverein, die Vereine der Pommern, der Posener, der Rawitscher, der Schlesier, der Schweriner u. s. w. Auch der Verein zur Unterstützung nicht verheiratheter jüdischer Frauenspersonen Chewrath Naschim ist hier mit zu erwähnen, ferner die Gerson Bleichröder'sche, die H. Friedemann-, die Moritz Samuel Jacob-, die Johanna Jtzig-, die Karl Abraham Leo-, die Wilhelm Lewinsohn-, die M. Pollack- und Rosa Zander-Stiftung, besonders aber die Dr. Siegmund Ephraim'sche Nachlaßstiftung, außerdem noch die Siegfried und Minna Alexander-, die Gerson Bernstein-, Johanna Bluinenthal-, Abrahain Bromberger-, Hermann Dewitz-, Adolf Fiegel-, Daniel Friedheim-, Henriette Goldschmidt-, Jeanette Grätzer-, Zerline Helfft-, S. Herz-, David Herzog-, die Jtzig Hirschmann-. Minna Holländer-, Jtzig Jüdel-, Josef Lachmann-, Salomon Lachinann-, Philippine Leßmann-, Josef Lewin-, Magnus Levi Linderer-, Jacob Michaelis-, Geschtv. Notdrff-, Max Sabersky-, Gustav und Adele Sachs-, Theodor Sachs-, Eduard Schlesinger-, Ferdinand Schneider-, Alexander Schtvabach-, Jonas Seelig-, Jacob Simon-, Samson Sklorver-, Eduard Steinthal-, Hugo Josef Stern-, Bertha Weil-, Ferdinand Moritz und August Wolff-Stiftung, endlich die Louisenstiftung und der Verein zur Wahrung des Frühgottesdienstes und Unterstützung von jüdischen Leidtragenden (Chewrath schomer laboker umischan abelim). In den Vororten finden wir in. Charlottenburg den israelitischen Frauenverein zur Unterstützung Nothleidender. Wahrlich ein schönes und erfreuliches Gesainmtbild! djrjjjjjks Bericht über die XI. Jahresversammlung des, Vereins jüdischer Lehrer der Ostprovinzen. * ^u der auf Donnerstag den 25. Mai 1899, Vormittags 101/2 Uhr,- anberaumten Sitzung waren in Sterns Hotel zu Posen 36 Mit-, r glieder und 2 Gäste erschienen. Unter Letzteren war Herr Rabbinatsassessor Silberberg als Vertreter des Posener Gemeindeverbandes anwesend. Der Delegirte des Deutsch-Israelitischen Gemeinde^ bundes, Herr Victor, war leider am Erscheinen behindert. Der Vorfitzende, Hauptlehrer Herbst, eröffnete gegen 10 Uhr die V mit der Begrüßung der Erschienenen. Er verlas die eingegangenen Schreiben: des Ausschusses des D.-J. G.-B., ihres Delegirten, des Verbandsvorstandes und des Ehrenmitgliedes, Herrn Geheimen Sanitätsraths Dr. Kristeller-Berlin. Die Versammlung nahm besonders dieses Schreiben beifällig auf, mit welchem der Absender 50 Exemplare seines Merkchens „Pirke Aboth“ dem Verein zur Verfügung gestellt hatte. Der Vorsitzende wurde beauftragt, Herrn Dr. Kristeller den herzlichsten Dank der Versammlung zu übermitteln für sein warmes Interesse und für die werthvolle Gabe. Obwohl seit der letzten Sitzung kaum 31/2 Monate vergangen waren, hatte der Vorsitzende der Versammlung eine Fülle von Mittheilungen in seinem Geschäftsbericht zu machen, dank der unermüdlichen Thätigkeit des Berbandsvorsitzenden, Dr. Adler- Berlin. Das größte Interesse nahmen die Anwesenden an der Mittheilung über den Stand der Wittwen- und Waisenkasse des Verbandes und über dessen Bemühungen, für den jüdischen Lehrersland die gleiche Vergünstigung der Einjährig-Freiwilligen-Berechtigung zu erkämpfen. Aus den Mittheilungen des D.-J. G.-B. erregten die besondere Aufmerksamkeit der Versammlung die Bemühungen des D.-J. G.-B., den Lehrern Sitz und Stimme im Schulvorstand zu verschaffen, und die Kenntnißnahme von einigen Wohlfahrtseinrichtungen, welche gelegentlich für Gemeindemitglieder in Anspruch genommen werden könnten. Auf dem Berathungstisch waren auch verschiedene neu erschienene Werkchen uiedergelegt, zu deren Mitarbeiterschaft der Vorsitzende aufforderte. Der Kassenführer erstattete Bericht über den Stand der Kasse, diese schließt mit einem Bestände von 89,60 Mark ab. Nunmehr erhält Kollege Falkenstein-Birnbaum das Wort zu seinem Vortrage: „Welche Anforderungen müssen an die jüdischen Lehrer und Lehrerbildungsanstalten gestellt und von beiden erfüllt werden?" Referent spricht über die Erhabenheit des Lehrberufs und über die nothwendigen Eigenschaften eines Lehrers, welcher zugleich Erzieher sein müsse. Er stellt als unumgängliche Postulats auf: Gründliche Kenntnisse, Lehrgeschick, Neigung zum Beruf, Gabe zur Erziehung, eine gute Gesinnung, d. h. den Geist der Liebe und des Glaubens, einen tadellosen Wandel, Klugheit im Verkehr mit Nebenmenschen. Gelten diese Forderungen ohne Ausnahme für jeden Lehrer, auch für den christlichen, so fordert er für den jüdischen Lehrer noch im Besonderen: die Unterweisung in und außer dem Schulplan der jüdischen Jugend im Hebräischen und in der Liturgie sowie die praktische Erziehung durch eigenes Beispiel zu einem guten Juden. Ferner soll der jüdische Lehrer die Fahne seines Standes Hochhalten, und sollen die Bessersituirten dahin wirken, daß alle jüdischen Lehrer den christlichen Kollegen gleichgestellt werden. Soll dieses Ideal erreicht werden, so verlangt Referent, daß die Lehrerbildungsanstalten nur tüchtig vorgebildete junge Leute als Zöglinge und nur pädagogisch gebildete Männer als Seminarlehrer aufnehmen. Das Seminar soll zweckmäßig eingerichtet sein, ein- und mehrklasstge Uebungsschulen besitzen und alle fürs Fach erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten lehren, wie die staatlichen Seminare. Außerdem aber haben die Seminare musikalisch geschulte Vorbeter und homiletisch gebildete Lehrer heranzubilden. Denn ist auch der Lehrerberuf gerade genug, um die volle Kraft eines Mannes zu beanspruchen, so muß das jüdische Seminar doch der Nothwendigkeit Rechnung tragen. Leider werden die jüdischen Gemeinden immer kleiner, und manche Gemeinde, welche früher einen umfangreichen Beamtenapparat unterhielt, sei jetzt schon genöthigt, die verschiedenen Aemter in einer Person zu .vereinigen. (Aüseitiger Beifall.) Der Vorsitzende dankt dem Berichterstatter für seine Arbeit, welche er mit großer Liebe ausgeführt habe, und welche das Richtige getroffen zu haben scheine. Eine sehr lebhafte Debatte knüpft sich daran, welche zeigt, daß der Verbandsvorstand mit der Stellung dieses Themas einen glücklichen Wurf gethan. Wie sich leicht errathen läßt, trug wieder der hebräische Unterricht den Löwenantheil von der Debatte davon. Es wurde das Wie, das Wieviel, das Wann und ob innerhalb oder außerhalb des offiziellen Lektionsplanes vielfach erörtert, was den Referenten zu der Schlußäußerung veranlaßte, er halte einen ausgedehnten hebräischen Unterrricht nicht nur für nothwendig, sondern auch für möglich, wenn nur allseitig das nöthige Interesse vorhanden sei. Nach Punkt 6 der Tagesordnung sollen die Säumigen, d. h. diejenigen Mitglieder, welche länger als 2 Jahre die Versammlungen nicht

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