Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 63 (1899)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1899)
- Date
- 1899-06-30
- Page
- Seite 305 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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SWMWWMKMWWMBWWWMWMWWWWSMMM^-MMMM?°'' - 305 - und den verwahrlosten Kindern befaßt; dann die Waisenkommisston, endlich der Ausschuß zur Unterstützung hilfsbedürftiger Durchreisender. Die anderen Wohlfahrtseinrichtungen der jüdischen Gemeinde, insbesondere die von ihr verwalteten oder beaufsichtigten Stiftungen und Anstalten, ebenso die von Privaten ins Leben gerufenen oder geleiteten, sind nicht in einem besonderen Abschnitt, sondern in den einzelnen Kapiteln des Buches angeführt. In dem Kapitel Armenfürsorge allgemeiner Art finden wir die „Israelitische Volksküche", ferner den Verein „Israelitisches Heimathshaus" mit einem „Mädchenheim", „Altenheim", „Kindergarten", „Kinderhort", „Haushaltungs- und Kochschule"; hierauf kommen die Altersversorgungsanstalten der jüdischen Gemeinde, und zwar die in der Großen Hamburgerstraße mit 92, die in der Schönhauser Allee mit 100 Betten. Die Errichtung einer dritten Anstalt ist bekanntlich in Aussicht genommen. Diese beiden Anstalten besitzen zahreiche Stiftungen, die aber nicht in dem Buch verzeichnet sind. Es schließt sich hieran das Hospital der jüdischen Gemeinde, welches für 100 Personen Platz hat und z. Zt. 65 Personen beherbergt. Das vierte Kapitel bringt die Stiftungen für Beschaffung von Heizmaterial für Arme, darunter die Gesellschaft Haspakath Ebjonim, deren Zweck es ist, arme jüdische Familien mit Brod und Brennmaterial zu unterstützen. In dem fünften Kapitel, „Kleidung", sind die Anstalten zur Bekleidung bedürftiger Personen der jüdischen Gemeinde verzeichnet (Chebrath Malbisch Arumim), die jährlich 8—10000 Mk. verausgaben, sodann das Komitee zur Chanukah-Bescheerung, von dem 1200 Kinder Kleider, Stiefel, Wäsche, Lehrmittel erhalten. In dem 6. Kapitel, das der Pflege, Beaufsichtigung und Erziehung von Kindern gewidmet ist, finden wir den Verein israelitischer Kindergärten und Horte und das Komitee für das jüdische Kinderheim. Unter den Erziehungsanstalten die Dina Zaduck-Nauen-Cohn'sche Erziehungsanstalt, die 16 jüdische Knaben im Alter von 8—11 Jahren unentgeltlich aufnimmt und erzieht; unter den Anstalten für Kinder mit körperlichen Gebrechen die israelitische Taubstummenanstalt für Deutschland des Vereins Jedide Ilmim, die Platz für 60 Kinder hat, unter den Waisenanstalten das Reichenheim'sche Gemeindewaisenhaus mit 76 Zöglingen, die Baruch Auerbach'sche Waisenerziehungsanstalt für 70 jüdische Knaben und 35 Mädchen. Die zahlreichen Fonds und Stiftungen leider sind ebenfalls nicht angeführt; sodann das Erziehungshaus in Pankow für etwa 50 Waisenknaben, die ein Handwerk erlernen, und die Erziehungsanstalt des Frauenvereins von 1833 zum Besten israelitischer Waisenmädchen mit 20 Zöglingen und 7 Stiftungen, ferner die Emma Weiß geborene Strelitz-Stiftung. Unter den Vereinen und Stiftungen zu Erziehungszwecken sind verzeichnet die Wolf und Clara Hagelberg-Stiftung zum Unterhalt von 4—5 jüdischen Waisen, der Kinder-Sparverein zu gleichem Zweck, die Moses Mendelssohn'sche Waisenerziehungsanstalt sür 30 arme Waisen, die Bütow'sche und die Henrietten - Waisenstiftung für Mädchen. Im 7. Kapitel, „Unterricht und Ausbildung", werden in der Abtheilung „Ausbildung und Beruf" erwähnt: Die „Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate" mit 76 Lehrlingen und 3 Stiftungen, das „Lehrlingsheim in Pankow", das Raum für 60 Zöglinge, die „Nanny, Julius und Rosalie Böhm-Stiftung", das jüdische Mädchenstift zur Erziehung von 15 armen Mädchen und 2 Stiftungen, sodann der Verein „Esra zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien", der Palästinaverein zur Unterstützung jüdischer Bauern und der Palästinensische Hilfsverein. In der Abtheilung „Unterstützung für Schüler und Schülerinnen" finden wir die „Caspar Arnstein'sche Stiftung", den „Lechem-Bachurim"-Verein, die „Herxheimer'jche Stiftung" und die „Dr. Samuel Kristeller- Stiftung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, die „Minna Meyerbeer'sche Stiftung" und last not least das „Talmud-Thora- Jnstitut" nebst dessen Zweig- und Spezialstiftungen; bei den Unterstützungen für Studirende sind die Stiftungen und Stipendien der Universität nicht angegeben, sondern nur diejenigen, deren Verleihung anderen Behörden und Privatpersonen zusteht. Für Studirende der jüdischen Theologie ist nur die „Marianne Johnsohn'sche Stiftung" erwähnt, für Studirende der Medizin die „Hermann Bresler'sche Stiftung", für Studirende aller Fakultäten die „Heinrich Alexander-Stiftung", ferner der „Hilfsverein für jüdische Studirende" mit 20 Spezialstiftungen, der „Studienbeförderungsverein", die „Samuel Littauer'sche", die „Julius Neumann'sche Schülerstiftung für Studirende an technischen Hochschulen", das „Beny Burchard- Stipendium für Kunstakademiker", die „Michael Beer'sche Stiftung" und der „Zweigverein für jüdische Studirende, für Gewerbe, Baulind Kunstakademiker" mit 5 Spezialstiftungen zur Förderung von bestehenden Bildungsanstalten, dann das Carl Eduard Hertel'sche Legat. Im Kapitel „Volksbildung" ist auch die „Jüdische Lesehalle und Bibliothek" angeführt. Besonders inhaltreich ist das 9. Kapitel für kranke Wöchnerinnen und Personen mit Gebrechen. Da finden wir die Chewra Kadischa und den Frauenverein der Synagogengemeinde Adaß-Jisroel, die Jeanette Salomon-Stiftung, den Verein zur Unterstützung armer jüdischer Wöchnerinnen, den israelitischen Frauenverein der Oranienburger Vorstadt, den jüdischen Frauen- und Jungfrauen - Wohlthätigkeitsverein „Mathilde", die Regina Ephraimsohn- und Betty Lachmann-SMung. Hier fehlen jedoch einige Vereine, so der Wohlthätigkeits- und Synagogeuverein „Norden", der Frauenverein der Berliner Logen Bena: Brüh, die Frauenvereinigung des Humanitätsvereins Gewul Tauw, der israelitische Kinderverein, der Verein Linath Hazedek, der alte und große Verein Magine Reim, der Wohlthätigkeitsverein Gemilus Chassodim, ferner Stiftungen der Addaß Jisroel-Gemeinde, so die Darlehnskasse Asriel, der Kindererziehungsverein Chinnuch neorim, Kinderbekleidungsverein Malbisch Arumim, zwei Waisenstiftungen von M. W. Brasch und Dorothea Ehlich und die Hildesheimer'sche Jubiläums- und Hermann London-Stiftung. Unter den allgemeinen Krankenhäusern nimmt das der jüdischen Gemeinde mit 175 Betten und zahlreichen Stiftungen, darunter viele sür Rekonvalescenten, einen hervorragenden Rang ein; ferner das Gesundungsheim für 20 Frauen oder Mädchen in Briefen bei Birkenwerder, die Liebermann Schlesinger'sche Krankenkaste, das Komitee der Ferienkolonien für jüdische Kinder mit dem Sommerheim in Elmen. Auch das Reichenheim'sche Waisenhaus hat einen Fonds für Ferienkolonien, ferner der Brüderverein zur gegenseitigen Unterstützung, ebenso die Gesellschaft der Freunde. Das 11. Kapitel, das sich mit Arbeitsnachweis und Stellenvermittelung beschäftigt, führt an zweiter Stelle den von den Berliner Benai Brith-Logen begründeten Verein für Arbeitsnachweis auf, der im Jahre 1898 1250 Stellen vermittelt hat, und den Verein Schomre Schabbos, dessen Zweck Nachweis von Stellungen ist, in denen Sabbathruhe möglich ist. Das 13. Kapitel, Gewährung von Darlehen und Geldgeschenken ohne einen bestimmten Zweck oder mit einer Zweckbestimmung, welche keinem der in den übrigen Kapiteln genannten Zwecke entspricht, enthält die Joel Wolff Meyer-Stiftung zur Unterstützung für verschämte Arme und zur Aufhilfe für jüdische Handwerker und Gewerbetreibende, ferner den Vorschußverei» für hilfsbedürftige Mitglieder der jüdischen Gemeinde, der im Jahre 1897 655 Darlehen im Gesammtbetrage von 152 620 Mark gewährt hat, ferner die Kaufmann Bendix-Stiftung, den M. I. Bodenstein-Aufhilfefonds, die Baer Philipp Goldschmidt'sche Familienstiftung, den