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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1899-01-13 · Heft 2 (13.1.1899) · p. Seite 23

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
63 (1899)
Issue
Heft 2 (13.1.1899)
Date
1899-01-13
Page
Seite 23 (sequence 11)
Language
German
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23 Axt an die Wurzel jüdischer Ethik legenden, Urtheilen aus einander zu setzen und das Prinzip der jüdischen Ethik ein für allemal wiffenschaftlich festzusetzen habe, versteht sich nach alledem von selbst. Daß diese Festsetzung aber ohne jede Apologie oder gar Polemik geschieht, ist ein nicht genug anzuerkennendes Verdienst dieses Buches. Eine von allem Persönlichen befreite Sachlichkeit und maßvolle Würde prägen dem Werk den Charakter der Vornehmheit auf. (Forts, folgt.) Me Rose von Saron. Line Erzählung. xxviii. s war gegen Abend. Das Haus des Hebräers Dathan war unterhalb Moriah auf dem nackten Felsen gebaut, wie alle Häuser in dieser Gegend von Jerusalem. In dieses Haus versetze sich der Leser. An dem erwähnten Abend lagerten in dem weitläufigen ärmlichen Gemach fünf bis sechs bewaffnete Männer auf den Bänken und sprachen mit einander in der Sprache der Araber. Es waren insgesammt finstere Gestalten, Sethrons Anhänger, und hier versammelt, um Reson zu bewachen. Der Leser weiß, daß die Pläne des Propheten und Jerobeams ihrer Reife nahe waren, nachdem der Pharao denselben seine bewaffnete Unterstützung zugesagt. Der Leser kennt diese Pläne, welche Jerobeams Erhebung auf den Thron von Israel und Edom zum Zweck hatten. Diesem Plan zufolge mußte Resons Aufstand um jeden Preis vereitelt werden, was durch Gefangenhaltung des Rottenführers leicht ins Werk gesetzt wurde. Jerobeams Ansprüche auf Edom zu sichern, mußte ferner Nasmis Hand für ihn gewonnen werden. Die Vertvirklichung des letzten Planes nrußte offenem Aufstand und offenem Angriff überlassen werden. Der gefährliche Edomiter war durch eine schändliche List unschädlich gemacht. Die Pläne der Verschworenen waren reif, die bewaffnete Unterstützung Pharaos hatte sich in Bewegung gesetzt, Reson war gefangen. Die Verschworenen legten auf diesen letzten Erfolg dieser Thätigkeit einen großen Werth. In dem erwähnten Verließ wurde der Edomiter gefangen gehalten. Sethrons Männer bewachten die Thür des Kerkers. Die Rettung Resons schien in keinem Falle durch List und noch viel weniger durch gewaltsamen Angriff ausführbar. Zudem waren die Verschworenen fest überzeugt, daß Niemand von Resons Aufenthalt wußte, und daß seine Treuen ihn an den Ufern des Todten Meeres erwarteten und wohl nach langem Warten erst zur Auffindung des Führers ausziehen würden. Die Edomiterin hatte Ahija, als die Gefangene von weit geringerer Wichtigkeit, in der That aber, um einen teuflischen Plan auszuführen, nach Bezetha in jene Hütte führen lassen, welche früher Resons Kerker gewesen. Reson sah mit Entsetzen, daß die Matrone weggeführt wurde, denn seine starke Seele bebte vor der Tücke des Aegypters und dem Zorn des Propheten. Obgleich er in seinem Kerker nicht gefesselt war, so machte doch die Festigkeit dieses Verließes jeden Fluchtversuch unmöglich. Es lag ein Verhöhnen jeder Rettung darin, daß die plumpe Thür, welche das Verließ von dem größeren Gemach schied, nicht verschlossen werden konnte. Aber diese unverschlossene Thür war durch starke, des Mordes gewohnte Männer bewacht. Die Aussichten der Stammgenossen Edoms waren vollkommen trostlos und fürchterlich. An dem erwähnten Abend, da man bereits die Fackeln angezündet hatte, trat in das erste große Gemach mit raschen Schritten ein hoher Krieger, bei dessen Eintritt die Wächter sich ehrerbietig erhoben. Obgleich dieser Krieger ein gewöhnliches Kleid und ganz einfache, prachtlose Bewaffnung trug, so war das Nicken, womit er den Gruß der Wächter hinnahm, doch äußerst hochmüthig und herrisch. Er öffnete die Thür, welche in Resons Kerker führte, und trat in dies Verließ. Der Edomiter, welcher in diesem kleinen Raum auf- und abschritt, blieb bei dem Eintritt einer so gebietenden Gestalt stehen und hielt seine Blicke auf dieselbe geheftet. Die Züge Resons waren bleich, aber ruhig. Als der Eintretende die Thür zugemacht hatte und vor Reson stand, überflog ein Lächeln seine Züge, während er sagte: „Wir kennen uns bereits, Edomiter!" „Wir kennen uns," wiederholte Reson mechanisch. „Und so weit ich mich erinnere, bist Du auch unter den Verräthern, unter den Schlächtern Edoms. Es ist Dir wohl manches gelungen, Hebräer, während Reson Deinen Genossen unterlag!" „Gar manches, Edomiter!" versetzte der Hebräer mit fortwährendem Hohne. „Und auch zu Theba'is am Hofe des mächtigen Pharao setzte man Jerobeams Hoffnungen über Edoms tollkühnen Aufruhr!" „Ich ahnte es, alles, alles ist mißlungen! Die Tücke falscher Freunde hat mich und Edom zur Vernichtung geführt!" „Ich dachte nicht, es würde also kommen," fuhr Jerobeam mit etwas verdüsterter Stirn fort. „Da der tapfere Rottenführer zu Ezjon-Geber an meiner Seite stand, da wähnte ich einen wackeren Kampfgenossen gewonnen zu haben. Aber der Mann von Silo leitete alles einen anderen Weg. Und es ist gut für Israels Macht und Jerobeams Glück geworden!" Reson fuhr auf, und ein tiefer Schmerz trat in seine Augen. „So ist es!" fuhr dieser rasch fort. „Ich komme zu Dir, um Edoms gesunkenen Helden noch einmal zu sehen, eh' meines Glückes Herrschaft beginnt. Vordem, Edomiter, achtete ich Deine Kraft, wie so viel Tapfere von Damaskus bis zum Nil es thun. Sieh, Du hast Deine Kraft schwächen lassen und hast Deinen Ruhm, hast Edoms Heil, hast Deine Treuen aus der Wüste dahin gegeben für das Lächeln eines unbeständigen Mädchens!" „Wie?" rief der Rottenführer zürnend und doch auch von erneutem Schmerz ergriffen, „das ist Deine Meinung von Edoms Fall und Resons unglückseligem Geschick?" „Giebt es eine andere Meinung hiervon? Du hast tollkühn Edoms Stern nach Jerusalem geführt, und Zions König hat Dir ihn geraubt, und sie liebt Salomo und hat Deiner vergeffen! Du aber, nachdem Du Dich Sethrons Klauen entrissen, bist von Liebe gequält in der Nähe Noemis geblieben, statt hinüber zu ziehen nach der Wüste, nach den Bergen Sei'r, wohin Dich Edoms Klagestimme rief! Und nun ist es zu spät! Edoms Klagegeschrei wird verhallen an den Bergen Serr, und Israel wird herrschen! Und dies ist Nasmis Schicksal: Jerobeam, von der Waffenkrafl des Pharao unterstützt, wird sie dem König von Zionlentreißen.'iswird ihn selbst des Purpurs entkleiden und wird auf seinem Haupte vereinen die Kronen Israels und Edoms! Du trittst zurück, Edomiter? Das M

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