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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1898-12-30 · Heft 52 (30.12.1898) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
62 (1898)
Issue
Heft 52 (30.12.1898)
Date
1898-12-30
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 Kp. Aus der Provinz Posen, im Dezember. Anfangs d. Mts. feierte der israelitische Lehrer Spieldoch in Buk sein 25jähriges Amtsjubiläum. Aus diesem Anlaß herrschte an diesem Tage innerhalb der dortigen Gemeinde Festesstimmung. Frühere Schüler vom Jubilar übersandten eine gemeinsame wundervolle Adresse unter Beigabe eines Werthpapieres. Der Schulvorstand überreichte ihm eine kostbare goldene Uhr mit entsprechender Widmung. Von den christlichen Lehrern Buks und Umgegend erhielt der Jubilar einen werthvollen Teppich. Abends fand ihm zu Ehren ein Festessen statt. — Die Erben des jüngst verstorbenen Kommerzienraths Moritz Milch haben der Stadt Posen 20000Mark zugewendet. Die Zinsen von 10 000 Mark sollen den Armen daselbst zufallen, die Zinsen der anderen 10 000 Mark sollen für das Wohl der arbeitenden Klassen zur Verfügung gestellt werden. — Die jüdische Gemeinde in Jastrow ist bei der städtischen Schuldeputation daselbst vorstellig geworden, die jüdische Privatschule, die von etwa 30 Kindern besucht wird, als öffentliche Schule zu übernehmen. — Am 3. d. M. verstarb in Posen der Kaufmann Joachim Bend ix. Der Dahingeschiedene hat 12 Jahre hindurch dem Repräfentantenkollegium der dortigen Gemeinde angehört und während dieser Zeit mit regem Eifer und hingebender Pflichttreue für die Gemeindeinteressen gewirkt. — Stadtrath und Bankier Aronsohn in Bromberg hat dem Verein zur Begründung und Unterhaltung von Kleinkinder-Bewahranstalten daselbst ein mehrere Morgen großes Grundstück mit einem neuerbauten Hause zur Errichtung einer neuen Kleinkinder-Bewahranstalt zum Geschenk gemacht. — Der israelitische Frauenverein in Schildberg veranstaltete neulich eine Wohlthätigkeitsvorstellung zum Besten der Kinderkrankenhäuser zu Kolberg und Jastrzemb. ** Kempen (Posen), im Dezember. Am 14. d. M. feierte der hiesige Waisenverein das Fest seines 60jährigen Bestehens. Am Vorabend hatten sich die Herren Vorsteher mit ihren Gemahlinnen im Waisenhause versammelt, um armen Kindern eine Chanukahfreude zu bereiten. Nach einer herzlichen Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. Münz aus Gleiwitz wurden 20 Kinder vollständig neu bekleidet. Die Hauptfeier begann Nachmittags 4 Uhr im alten und ehrwürdigen Tempel. Nachdem der Chorgesang Matowu von Herrn Oberkantor Berliner meisterhaft geleitet wurde, und das Minchagebet verrichtet war, wurden die Chanukahlichter angejündet und Maos Zur gesungen. Hierauf bestieg Herr Rabbiner Dr. Münz aus Gleiwitz in Vertretung seines ehrwürdigen Vaters, der durch ein Leiden zu fungiren behindert ist, die Kanzel und hielt eine zündende Rede. Die zwei ältesten Mitglieder des Waisenvereins, Herr Salomon Warschauer und Herr Hirsch Spitz, die vor 60 Jahren an der Gründung des Vereins theilnahmen, wurden von der versammelten Gemeinde zu Ehrenmitgliedern ernannt. Abends fand im Hiller'schen Saale das Festessen statt. M Kiel, 15. Dezember. Zu Gunsten der Armen der Gemeinde veranstaltete der hiesige israelitische Frauenverein eine Wohlthätigkeitsvorstellung, die durch die geschätzte Mitwirkung einiger christlicher Herren und Damen des hiestgen Stadttheaters sowie einer Sängerin den Theilnehmern einen recht künstlerischen Genuß bereitete. Mit einem von Frau Berju sehr wirkungsvoll gesprochenen Prolog begann die Feier, die durch das darauffolgende Anzünden des Chanukahleuchters namentlich auf das christliche Publikum einen recht erhebenden Eindruck machte. Den verschiedenen Gesangs- und deklamatorischen Vorträgen schloß sich eine Verloosung nebst Ball und gemeinschaftlicher Kaffeetafel an, bei welcher Gerichtsassessor Dr. Meyer auf den Frauenverein und seine Bestrebungen, Lehrer Katz auf die Vorstandsmitglieder, Kaufmann Schümm auf. die mitwirkenden Künstler, Frau Tannenwald als Vorsitzende auf die gütigen Spender der Verloosungsgegenstände und endlich Frau Feldmann auf die Gäste toasteten. Die recht animirte Stimmung hielt die Theilnehmer bis zum frühen Morgen beisammen. $ Bielefeld, 25 Dezember. Der Ausschuß des Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens theiltmit, daßdieBeamten-Pensionskasse des Verbandes sich in erfreulicher Weise entwickelt. Zwanzig Beamte sind bei derselben bereits angemeldet. Auch hat dieselbe schon beträchtliche freiwillige Spenden erhalten, deren wesentliche Steigerung auf Grund der wohlwollenden Aufnahme, welche die diesbezüglichen Bestrebungen gefunden haben, sicher zu erwarten ist. Diejenigen Gemeinden aber, welche den Anschluß an die Kasse noch beabsichtigen, mögen in ihrem eigenen Interesse dies möglichst bald thun, da sie laut 8 4 des Statuts, falls sie erst nach dem 1. April 1899 ihren Beitritt erklären, doch auch den rückständigen Jahresbeitrag pro 1898/99 zu entrichten haben. o. Schwerte, 18. Dezember. Vergangenen Sonntag feierte die hiesige israelitische Gemeinde die feierliche Einweihung ihrer neuen ^Schule, wozu sich zahlreiche hiesige und auswärtige Gäste einfanden. Als eine Zierde unserer Stadt steht dies neue Schulgebäude, wo für den Unterricht und die Erziehung unserer Kleinen sich ein neues Heim erschloß. Herr Lehrer Katz brachte in seiner Festrede die Wünsche der Gemeinde zum Ausdruck nnd stattete seinen Dank allen Denen ab, die zum Gelingen des sinnigen Festes beigetragen haben. Der Dank des Herrn Vorstehers Steinberg galt der Gemeinde, die sich eines solch schönen Schulhauses erfreuen dürfe, wie es sich keine größere Gemeinde besser zu wünschen brauche. Im hellen Glanze der Chanukahlichter, die von den Knaben unter Gesang angezündet wurden, reihte sich dem würdigen Festaktus das Schulfest für die Kinder an. Auf ihre deklamatorischen und gesanglichen Vorträge folgte die Bescheerung und Bewirthung der Schüler, die sich beim fröhlichen Spiel noch lange des seltenen Festes erfreuten. o. Köln, 26. Dezember. Unser Verein für jüdische Geschichte und Litteratur hat in diesem Jahre nach dem Vorbild der großen Chanukahfeier, die der Berliner Verein im vergangenen Jahre anläßlich der .Tagung des Verbandes der Vereine Deutschlands für seine Mitglieder veranstaltet, ein großes Fest vorbereitet, das einen glänzenden Verlauf genommen und einen großen Erfolg hinsichtlich der Zunahme seiner Mitglieder erzielt hat. Ein Komitee unter der Leitung des Vorsitzenden des Vereins, Herrn Rabbiner Dr. Frank, hatte alles aufs Schönste veranstaltet. Am 12. Dezember fand die Feier statt. Wir übertreiben nicht, wenn wir behaupten, daß in den großen Viktoriasälen wenigstens 1500 Personen anwesend waren. Künstler ersten Ranges vom hiestgen Stadltheater hatten sich bereit erklärt, durch Gesang und Deklamation die Stimmung zu heben. Auch unser Kantor, Herr Blumenthal, und seine Tochter, Opernsängerin am Theater in Düsseldorf, sangen herrliche Lieder. Eingeleitet wurde die Feier mit einem Prolog, verfaßt und vorgetragen von einem jungen Kaufmann, Herrn Jacob Platz. Hierauf zündete der Rabbiner das Chanukahlicht an, und aus 1500 Kehlen -ertönte das alte Lied Moaus Zur Jeschuossi mit Musikbegleitung. Danach hielt Herr Dr. Franke eine wahrhaft ausgezeichnete Ansprache, wies auf das Berliner Fest im vergangenen Jahre hin und betonte, daß die Feier einen doppelten Zweck verfolge, einen materiellen, und einen ideellen. Der materielle für die Propaganda; der ideelle, die Weckung und Anregung des Interesses für die jüdische Geschichte und Litteratur, die Vertiefung des jüdischen Bewußtseins und Festigung der Treue und Liebe zum Judenthum und seiner Vergangenheit. Es waren ernste Worte, die mit großer Aufmerksamkeit vernommen wurden. Nunmehr folgte Lied auf Lied, Musik auf Musik; die Herren Hermann Moses, ein überaus thätiges Mitglied des Vorstandes und des Komitees, Mannheim, Anschel, Schümann hatten Lieder gespendet, heitere und ernste, ebenso hatten wiederum Andere die Stimmung durch Deklamationen gehoben. Es war das erste große Fest, das der Vorstand für seine Mitglieder und Gäste veranstaltete; der Erfolg war aber auch ein glänzender; mehr als 70 Mitglieder traten an demselben Abend dem Verein bei, so daß der Kölner Verein seine hervorragende Stellung unter den Litteraturvereinen Deutschlands nach wie vor behauptet. r. Nürnberg, 26. Dezember. Am 18. d. M. fand Hierselbst auf Einladung des Vorstandes des hiestgen israelitischen Armenunterstützungsvereins im Saale der Kultusgemeinde eine Versammlung von Delegirten süddeutscher israelitischer Armenunterstützungsvereine statt. Der Zweck der Versammlung war, einen Verband dieser Vereine ins Leben zu rufen, der gemeinsame Wohlfahrtseinrichtungen treffen soll, um die Armenpflege zu organisiren und besonders dem Wanderbettel zu steuern. Dieser immer stärker werdenden Kalamität, die durch das Hereinströmen oft arbeitsfähiger, aber nicht arbeitswilliger Elemente hervorgerufen wird, kann nur durch einheitliches Vorgehen begegnet werden. Es waren Delegirte aus Aschaffenburg, Augsburg, Baiersdorf, Bamberg, Frankfurt a. M., Fürth, Mainz, München, Nürnberg, Regensburg, Stuttgart, Wiesbaden und Würzburg anwesend. Nachdem Herr Justizrath Jofephthal als Vorstand der Nürnberger Kultusgemeinde die Versammlung begrüßt hatte, und das Büreau aus dLN Herren Theodor Greif. Vorsitzender des Nürnberger israelitischen i. r I t

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