Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 62 (1898)
- Issue
- Heft 49 (9.12.1898)
- Date
- 1898-12-09
- Page
- Seite 588 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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588 Die Ohanukah- Nyrnne. Im vorigem Jahre haben wir (Nr. 51) infolge einer Aufforderung des Herrn R.-A. Dr. S. Meyer in Hannover neun Uebersetzungen der alten Hymnen Maos zur jeschuossi hinter einander zum Abdruck gebracht. Die öffentliche Meinung sollte darüber entscheiden, welche die beste sei. Inzwischen sind uns noch drei Uebertragungen zugegangen, eine alte und zwei neue, die wir diesmal zum Feste unseren Lesern vorführen. Moaus Zur Irschnoffi. von Salomon Plessner. <§E^elsburg, meines Heiles Ruhm, Es ziemt uns. Dich zu loben; Erbaue doch mein Heiligthum, Daß dankend wir Dich loben. Denn hast Du erst in blut'ger Schlacht Den wüth'gen Dränger weggebracht, Dann schwingt sich frei Zur Altars Weih' Ein Siegslied Dir nach oben. Längst Hab' ich, ach, die Leiden satt, Bin ganz von Gram zerstöret; Schon der Aegypter Knechtschaft hat Mir Mark und Bein verzehret. Doch hatte Gott mit mächt'ger Hand Befreit mich aus dem Sklavenland Und Pharo's Herr Ersäuft ins Meer, In Abgrunds Schlund verheeret. Mich führt Er nun ins Heiligthum, Doch war auch hier kein Bleiben, Dem Feind gelangt bald wiederum Mich ins Exil zu treiben. Und wie mischt er den Taumelwein Beinah' zum Todestrank mir ein. Doch Babels End' Es kam behend. Nicht dürft' ich dort mehr bleiben. Die schlanke Tanne wagt im Wahn Hamdaßas Sohn zu fällen. Doch er begräbt auf eig'ner Bahn Sich in des Hochmuths Wellen. Hoch hobst Du Jeminiters Haupt, Da war des Feindes Ruhm geraubt. Der Kinder Meng' Im Glanzgepräng' Am Holz von fünfzig Ellen. Drauf drängte mich der Griechen Heer In Hasmonäers Zeiten, Verheerte Thürme, Mauer, Wehr, Die Oele sie entweihten. Da in das kleinste Krügelein Fließt eines Wunders Segen ein. Die Weisen Dir Acht Tag' hinfür Lob-, Jubelsang bereiten. O, zeige Deines Armes Macht, Ein Ziel setz' uns'ren Leiden, Geendet sei des Unglücks Nacht Beim Morgenroth der Freuden. Zu lange schon die Hilfe säumt. Das Heil noch immer nicht entkeimt. Verstoßen sei Die Tyrannei, Und förd're bess're Zeiten. Moaus Zur. von Henriette Hirschberg. 68)u, mein Fels, mein Heil und Ruhm, (3% Hoch soll preisen Dich mein Lied! Richte auf mein Heiligthum, Dort mein Herz für Dich erglüht. Wenn zerschmettert rings der Feind, Der uns höhnt, in Haß geeint. Dann bringt dar Der Deinen Schaar Dir heißen Dank am Weihaltar! Gramgebeugt und leidenssatt Schwand ich hin und meine Kraft; Und an Leib und Geiste matt Welkt' ich in Aegyptens Haft. Doch des Ew'gen starke Hand Meinen Pein'gern mich entwand: Mizrajims Heer Versank ins Meer, Sein Volk zur Freiheit führt der Herr! Als Sieger wir in Kanaan Einzogen — nur für kurze Zeit! Denn opfernd ritlem Götzenwahn Wir stürzten uns in neues Leid. . Den Taumelkelch Hab' ich geleert. Und neue Knechtschaft mir bescheert! Bis Rettung bracht' Aus Babels Nacht Mir Serubabels Heldenmacht. Der Cypresse ragend Haupt Fällen wollte Hamans Wuth: Ihm hast Du die Kraft geraubt. Und uns schirmt, Herr, Deine Hut! Deinen Liebling Benjamin, Du erhebst und segnest ihn. Doch Henkerstod Auf Dein Gebot Agag litt, der uns bedroht. Einst zur Hasmonäerzeit Jawan uns bedrängte schwer; Den heil'gen Ältar er entweiht. Die stolzen Ziiüren stürzte er. Ein Krüglein Dels doch, unversehrt. Acht Tag dem Tempel Licht gewährt. Chanukahlicht Drum uns verspricht: Du, Rose, blühest einst im Licht! Chanukahlied. Mel.: Moaus zur jeschuossi. von Lehrer s. Grünewald-Siegen. ijgkott, mein Schutzfels, meine Burg, Ich will Dich besingen Und mein ganzes Leben durch Lob und Dank Dir bringen! Trafen mich auch Plagen, Nie mußt' ich verzagen; Denn Du hast Mir die Last Stets geholfen tragen! Ein schwere Leidenszeit Lebt' ich in Aegypten; Pharo's Grimm und Grausamkeit Mir das Leben trübten; Aber Einer lenkte. Der mir Freiheit schenkte. Den Tyrann, Roß und Mann In das Meer versenkte! Eigne Heimath, eigner Herd, Wo ich herrlich wohnte, Ward mir dann von Gott bescheert; Doch ich schlecht ihm lohnte; Trat, ihn zu verdrießen. Sein Gesetz mit Füßen. — Frevelmuth Thut nicht gut; Schwer mußt ich ihn büßen! Und als in der Fremde ich Meine Schuld bereute. Hetzte mich oft fürchterlich Wilde Feindesmeute; Meinen Gottesglauben Wollte sie mir rauben Und nach Blut Ihre Wuth Hört' ich schrecklich schnauben! Doch mein Schutz Herr ließ mich nicht Ihr zum Opfer fallen; Manchen Pfeil, auf mich gericht', Sah zurück ich prallen. — Drüm, wenn Stürme toben, Schau ich nur nach oben! — Ewiglich Will ich Dich, Gott und Vater loben! Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich Mr die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.