Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1898-12-02 · Heft 48 (2.12.1898) · p. Seite 573

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
62 (1898)
Issue
Heft 48 (2.12.1898)
Date
1898-12-02
Page
Seite 573 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3228257-3228306--55081-3291272
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

573 kommen. So sagt auch der Hinweis auf Paradies und Hölle dem zum Wirken in die Welt gebrachten Menschen: Wer sich durch Erfüllung der göttlichen Gebote und Ausübung guter Handlungen auszeichnet, für den ist das Paradies da; wer das nicht thut, für den ist die Hölle da. —19,23. Der Engel ebnet den Weg vor Lot; darum kam er so rasch nach Zoar. — 27, 27. t^JO: 1. bögedäw: auch die Ungetreuen Jakobs duften; auch die im Glauben am tiefsten Stehenden haben Verdienste. — Exod. 20, 4. Der falsche Eid ist anderwärts verboten, Lev. 19, 12. Die Worte: Du sollst nicht den Namen des Ewigen deines Gottes in Falschheit aussprechen, enthalten die Warnung: Du sollst nicht eine Würde übernehmen, wenn du zu ihr nicht befähigt bist.— Lev. 13, 18. Statt heißt es: dies deutet an, daß nur wessen Herz weich „wie Fleisch" ist, „geheilt wird".—Lev. 16,2. Das Futurum fiK'YK, statt des Perfektum deutet an, daß Gott nur dann straft, wenn er vorher gewarnt hat. — Num. 7. 1. ö’pfib Jr6a DTO, an dem Tage, an welchem Moses die verschiedenen, probeweise vorgenommenen Aufrichtungen des Stiftszeltes beendet hatte. I. Kön. 14, 13. Die „gute Sache", die am Sohne Jerobeams gefunden wurde, bestand darin, daß er, mit Hintansetzung des ihm vom Vater gewordenen Amtes, die Festwallfahrt nach Jerusalem hielt. — Jesaja 33, 7. „Die Engel schrieen" (als Abraham das Messer erhob, um Isaak zu opfern): niklN, es ist gegen die Natur, daß er ihn schlachte. — 55, 7. na")1 „er fügt hinzu: zur Sündenvergebung". Ein Hinweis auf das sühnende Mehlopfer („das Zehntel Epha", Lev. 5, 11), welches uns Gott in seiner Nachsicht als Sühnemittel aus dem ihm Zukommenden (Lev. 2, 1: „Mehlopfer dem Ewigen") gewährt hat. — Maleachi 3, 1: Gott läutert und reinigt dereinst die zu seinem Dienste bestimmten Leviten, wie Jemand, der nur aus einem reinen Becher trinkt. Psalm 7, 12 — „Gott zürnt (richtet) an jedem Tage", doch sein Strafgericht vollzieht sich allmählich. 19, 3. Der „Tag" Josuas (Jos. 10, 13) „lehrt den Tag" Deboras (Richter 5, 20), und der Tag Deboras lehrt, wie viele Zeichen und Wunder an ihm geschahen. Die „Nacht" Abrahams (Gen. 14. 15) „kündet für die Nacht" des Erstgeborenensterbens (Exod. 12, 29). diese kündet für die Nacht Gideons (Ri. 7, 9), diese für die Nacht Sancheribs (II. Kön. 19,35) wie viele Wunder in ihnen geschahen! — 78, 60. Der Ausdruck faivü beweist, daß das Heiligthum von Schilo aus Brettern errichtet war. — 115, 8. Hieße es B.TlaU?, statt DiTlPW, so wäre es schwer zu verstehen, wie die Anbeter der Sonne und des Mondes der Sonne und dem Monde gleich werden sollen. vN'Vlp bed. die Verfertiger ihrer Abbilder, die diesen Bildern der Sonne und des Mondes gleich werden. — Prov. 15, 23. Wann „hat der Mann eine Freude" von den Worten der Lehre? Wenn er „seinen Mund antworten läßt" (wenn er mit Geläufigkeit vorträgt, was er an Wissen besitzt). — 23, 21. „In zerrissene Lappen kleidet die Schlafsucht." Wer im Lehrhause schläft, dessen Thorakenntniß wird zu zerrissenem Stückwerk. — Hiob 1,1. Hiob „wich vom Bösen"; erging mit Nachsicht über ihm angethane Schmach hinweg. — 3,19. Wer sich um der Worte der Lehre willen „klein" macht in dieser Welt, der wird „groß dort", in der kommenden Welt; wer sich dem „Sklaven" gleich macht in dieser Welt, der wird ein „Freier" in der kommenden Welt. Hoh. 5, 11: Auch solche Worte in der Thora, die dir nutzlose „Dornen" (DTlp) dünken, können — wenn sie vernachlässigt werden — die Welt in „Ruinen" (D^fiSri, von Sn, Deut. 13,17) verwandeln. — 8, 13 f. Wenn Israel das Schema einstimmig und mit derselben Melodie vernehmen läßt, dann gilt das Wort: „Laß mich hören deine Stimme ...."; wo nicht, dann trifft zu das Wort: „Fliehe, mein Freund!" — Ruth 1, 8. In dieser Rolle (dem Buche Ruth) giebt es nichts über Unrein und Rein, über Verbotenes und Erlaubtes; weshalb wurde sie verfaßt? Um dich zu lehren, wie viel kostbarer Lohn Denen zu Theil wird, die Liebesthaten üben. — Koh. 1, 11. Wie viel Fromme und Thorajünger wären würdig gewesen, ordinirt zu werden, wie z. B. Jehuda und Chi^kija, von denen das Wort gilt: „auch bei den Späteren, die sein werden, haben sie keine Erwähnung"?) Aber in der Zukunft wird Gott sich selbst eine Gesellschaft von seinen Gerechten ordiniren und sie in großer Rathsversammlung neben sich sitzen lassen. Gleichnisse. Jemand hat einen Patron, der aber, wenn ihn der Klient mehr als gewöhnlich belästigt, endlich sagt: Ich finde, daß mir N. zur Last wird. Gott hingegen ist ein anderer Schutzherr: so oft du ihn auch aufsuchst, er nimmt dich stetsauf; „wirfauf den Ewigen deine Last, er wird dich erhalten!" (Ps. 55, 23). — Jemand hat einen Klienten; den läßt er, wenn er zum ersten Male zu ihm kommt, sich auf das Ruhebelt setzen, das zweite Mal auf den Sessel, das dritte Mal auf den Schemel. Beim vierten Male sagt er unwillig: Wie drängt mich dieser, und wie belästigt er mich! Gott ist nicht so. Wie immer sich Israel hindrängt und zu Gottes Gebetsstätte kommt, es ist stets eine Freude für ihn. Daher heißt es (Deut. 4, 7): „wie der Ewige, unser Gott, wann immer wir zu ihm rufen". Prooemium zu Echa 1, 1, aus Hiob 30, 31. Die Freude, welche der Festtag des 15. Ab diesem Monat verlieh, „wurde zur Trauer" durch die zweimalige Zerstörung des Heiligthums. Die Sünden Israels hatten das bewirkt, und über sie klagt Jirmeja: Wie sitzt sie so einsam. . . . Messianisches. Wenn Zeita die Gelehrten sich über die messianische Endzeit unterredend fand, sagte er ihnen: Ich bitte euch, rückt sie nicht in die Ferne; denn es wurde gelehrt: Drei kommen, indem man nicht an sie denkt: der Messias, ein Fund, ein Skorpion! Von Z.§ halachischer Exegese sind besonders interessante Beispiele seiner Verwendung nichtpentateuchischer Bibelstellen zu erwähnen. Pseudepigraphisches. In Pirke R. Elieaer ist der Name Zenas dreimal als Autor genannt. Häufiger ist das im Midrasch Mischle der Fall. Der Traktat vom Gehinnom ist mit einem Prooemium Z.s eingeleitet, von dem auch ein echter Ausspruch über die Hölle bekannt ist. In einem späten Midrasch über Salomos Hippodrom beantwortet Z. eine Frage Jochanans. In einem Erzeugnisse des mystischen Midrasch wird Z. als einer Derjenigen genannt, durch welche sich die Kenntniß des Gottes- »amens sortpflanzte. Er hat diese Kenntniß von Abahu übernommen und übergab sie den Letzten in der Traditionskette, den „Männern des Glaubens". Vielleicht .wurde ihm diese Rolle mit Hinblick auf die Regeln zugetheikt, welche er, nach einer übrigens nicht ganz sicheren Angabe, über die Tradition der Geheimlehre aufstellt. EUILLETON Ptt Rose von Saron. Eine Erzählung. XXIII. eson war einige Tage bereits bei der Königin Sabas verborgen. Eine liebreiche Pflege hatte ihm den Gebrauch Ms seines verletzten Armes fast ganz wiedergegeben. Die Leidenschaft und die Qual seiner Seele erwachte von Neuem. 0 D. h. wohl: man erwähnt sie nicht mit dem Ehrentitel „Rabbi".

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.