Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 62 (1898)
- Issue
- Heft 47 (25.11.1898)
- Date
- 1898-11-25
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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lehrer, 4 Kapellmeister, 4 Musikdirektoren, 1 Opernsänger, 4 Theaterdirektoren, 17 Schauspieler, 22 Maler, 6 Bildhauer und — 1 Tänzer. Im Staatsdienst angestellt sind 1 Geheimer Legationsrath, 3 Regierungsräthe, 1 Rechnungsrath, 1 Baurath, 15 Regierungsbaumeister, 3 Regierungsbauführer; im Kommunaldienst 5 Stadträthe, 2 Stadtbaumeister, 4 Magistratsassessoren, 1 Syndikus, 1 Standesbeamter, 2 Magistratsbeamte, 1 Registrator, l Steueraufseher; beim Postfach: 10berpostsekretär, 1 Postsekretär, l Oberpostasststent, 2 Postbeamte, 3 Postassistenten, 1 Postschaffner, 10bertelegraphenassistent, 1 Briefträger. Beim Eisenbahnfach: 1 königlicher Stationsasststent, 2 Eisenbahnbetriebssekretäre, 1 Lokomotivführer; im Baufach sind 15 Architekten, 50 Ingenieure, 8 Baumeister, 10 Maurermeister zu nennen. Hieran schließen sich in der Liste 39 Chemiker und 59 Apotheker. Indem wir nun zu den Gewerben übergehen, zählen wir 169 Schneider, 73 Kürschner und Mützenmacher, 27 Schuhmacher, 28 Uhrmacher, 15 Goldarbeiter, 18 Glaser, 21 Buchdrucker, 13 Tapezierer, 8 Buchbinder, 10 Mechaniker, 5 Elektrotechniker, 12 Techniker, 13 Photographen, 8 Tischler, 13 Klempner, 5 Bäcker, 5 Drechsler. 6 Apotheker, 5 Graveure, 6 Schlosser und 2 Kunstschlosser, 4 Bürstenmacher, 7 Posamentiere, 3 Töpfer, 1 Steinmetz, 1 Gürtlermeister, 1 Weber, 1 Lederarbeiter, 2 Färber, 2 Sattler, 2 Friseure, 1 Nadler, 1 Seifensieder, 1 Gärtner, 1 Lackirer und 2 Lithographen. Es soll aber ausdrücklich bemerkt werden, daß gerade hier die Liste am wenigsten maßgebend sein dürfte. Es finden sich außerdem noch in der Gemeindeliste: 1 Kutscher, 1 Oberkellner, 1 Privatdetektiv und 1 Artist. Was nun die glücklichen Inhaber von Titeln und Würden betrifft, so finden wir 7 Geheime Kommerzienräthe, 24 Kommerzienräthe, 1 Geheimen Kommissionsrath, 3 Kommissionsräthe und 1 kaiserlich russischen Kollegienrath, ferner 6 Konsuln, 4 Generalkonsuln in der Mitgliederliste der jüdischen Gemeinde verzeichnet. ££2 Berlin, 22. November. Der Verein „Mädchenhaus Pankow" giebt zu der Generalversammlung, die am 30. im Sitzungssaals Oranienburgerstraße 29 stattfindet, einen Rechenschaftsbericht über die Zeit vom 1. Oktober 1897 bis 30. September 1898 heraus. Wir entnehmen demselben zunächst die erfreuliche Thatsache, daß das Institut unter der vortrefflichen Leitung des gegenwärtigen Vorstandes sich in beständigem Aufschwung befindet. Das Jahr 1897/98 war das erste, in welchem der Begründer der Anstalt, Justizrath Makower, der Leitung des Vereins nicht mehr vorstehen konnte. Der Vorstand hat in feinem Sinne die Verwaltung weiter zu führen. Am 15. November 1897 ist der Umbau des Mädchenhauses vollendet worden. Das neue Haus wurde im Januar 1896 bezogen. Die neugeschaffenen und durch Umbau veränderten Räume sind größer, heller und wohnlicher als die früheren; insbesondere find Schlafsaal, Arbeitssaal, Küche und Waschhaus so geräumig, daß sie auch den strengsten Anforderungen für den Aufenthalt einer großen Anzahl Menschen genügen. Luft und Licht haben überall Zutritt. Allerdings sind die Baukosten erheblich gewesen. Die sämmtlichen Baurechnungen beliefen sich auf 17 787,15 Mark. Diese große Summe konnte nur nach Aufnahme eines Darlehns von 12 000 Mark berichtigt werden. Die Beiträge zum Baufonds haben zusammen bisher erst die Summe von 6110 Mark erreicht. Der Vorstand wendet sich deshalb an die Mitglieder und alle Freunde mit der Bitte, dem Baufonds weitere Beiträge zuzuführen, damit er in die Lage komme, das Darlehn zurück zu erstatten. Die Einrichtung der neugeschaffenen Räumlichkeiten entspricht der bisherigen; es wurde bei äußerster Einfachheit eine möglichst große praktische Brauchbarkeit angestrebt. Trotzdem waren die Kosten, welche die Ergänzung der weiteren Ausgestaltung erforderte, nicht unerheblich. Auch die Unterhaltskosten haben sich infolge der Erweiterung gesteigert. Im April 1698 hat sich die bisherige Vorsteherin des Hauses, Frau Auguste Bellak, in das Privatleben zurückgezogen. An ihrer Stelle hat Frau Jda David aus Berlin die Leitung des Hauses übernommen. Seit der Begründung des Vereins sind nach vollendeter Ausbildung im Ganzen 23 Mädchen entlassen worden. Bon diesen 23 Mädchen befinden sich 15 als Dienstmädchen in Stellung, eines davon ist durch die Vermittelung der Nanny, Julius und Rosalie Böhm-Stiftung als Kinderpflegerin ausgebildet worden. Von den übrigen fertig ausgebildeten Mädchen ist die Mehrzahl nach kurzer Dienstzeit wieder zu ihren Eltern zurückgekehrt, zum Theil wegen veränderter häuslicher Verhältnisse. Nicht wenig hat zur Herbeiführung dieses, wir dürfen wohl sagen, ziemlich günstigen Resultats diejenige Einrichtung beigetragen, welche in diesem Jahre getroffen wurde, die Einsetzung eines Schutzdamenkomitees. In dieses Komitee sind eingetreten: Frau Minna Bamöerger als Vorsitzende, Frau Olga Eisner, Frau Elise Lipschütz, Frau Tina Mecklenburg, Frau Anna Reich, Frau Florette Saulmann. Die Schutzdamen haben für die Beschaffung von Stellen für die zu entlassenden Mädchen Sorge getragen und die in Dienst getretenen Mädchen während der ersten Dienstzeit beaufsichtigt. Die Kosten des Unterhalts sind infolge des größeren Haushalts und der Anstellung eines Portier-Ehepaares ein wenig gewachsen; bei einer Durchschnittszahl von 18 (im vorigen Jahr 17i/6) Zöglingen betrugen sie 10 212,65 Mark (im vorigen Jahr 9114,73 Mark), so daß stch die Gesammtkosten einschließlich des Gehalts der Vorsteherin und des Portier-Ehepaares auf 570,12 M. (gegen 547,48 M.) beliefen. Dagegen sind naturgemäß die Verpflegungsunkosten ein wenig gesunken; sie beliefen sich für Kopf und Tag auf 56 Pfennig (gegen 57,33 im Jahre 1896/97, 60,67 im Jahre 1895/96, 67,25 im Jahre 1694/95). Die Einnahmen haben stch ziemlich auf gleicher Höhe gehalten. Jndeß wird der Vorstand für die Zukunft auf Vermehrung der Beiträge ernstlich bedacht sein müssen. Das neue Haus bietet Unterkunft für 40 Mädchen. Wegen Mangels an Mitteln haben bisher nicht mehr als 20 Zöglinge gleichzeitig ausgenommen werden können. Der Vorstand des Vereins besteht aus den Herren Rechtsanwalt B. Breslauer, Emil Mosse, H. Eisner, I. Grunwald, Pankow, Rechtsanwalt F. Makower und den Damen Frau Gertrud Mosse, Frau Hedwig Loewe, Frau Nanny Grunwald, Pankow. Am Schluß eines arbeitsreichen Jahres kann der Vorstand guten Muthes und voller Zuversicht der weiteren Entwickelung dieser vortrefflichen Bestrebungen entgegensetzen, die die wärmste Unterstützung weiterer Kreise verdienen. S£2 Berlin, 20. November. Am 15. d. M. ist hier der Geheime Sanitätsrath Dr. Louis Flatow im 64. Lebensjahre am Herzschlag gestorben. Dr. Flatow übte seit 1860 die ärztliche Praxis aus, machte den deutsch-französischen Krieg mit und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Er nahm lebhaften Antheil an den Bestrebungen der Aerzte. Viele Jahre lang war er Vorsitzender des Aerztevereins der Friedrichstadt. Auch für jüdische Angelegenheiten hatte er ein lebhaftes Interesse, und noch einer der letzten Wahlaufrufe trägt seine Unterschrift. Die Trauerfeier fand unter großer Theilnahme der ärztlichen Kreise statt. Für die Aerztekammer, deren Vorstand der Verstorbene angehört hatte, erschien der erste Vorsitzende, Geheimer Sanitätsrath Becher. Der Geschäftsausschuß der ärztlichen Standesvereine Berlins, der in dem Heimgegangenen seinen zweiten Vorsitzenden verloren, hatte den ersten Schriftführer Dr. Alexander entsendet. Ferner waren vertreten der vom Verstorbenen geleitete Aerzteverein der Friedrichstadt, der ärztliche Klub, der Berliner ärztliche .Untersuchungsverein und die Wilhelm- Augusta-Stiftung. Unter den Leidtragenden befanden sich die Professoren Senator, Gutstadt, Landau, Julius Wolff, die Geheimen Räthe Kristeller, Abraham, Mareuse, die Stadtverordneten Kalisch und Heilmann u. A. Nach dem Gesang des Synagogenchors hielten Rabbiner Dr. Maybaum, Geheimer Sanitätsrath Becher als Vertreter der Aerztekammer und Professor Landau als Vertreter des ärztlichen Vereins der Friedrichstadt Ansprachen. Die feierliche Bestattung erfolgte in Weißensee. Kp. Aus der Provinz Posen, im November. Zu Ehren des Rabbiners Kirsch, der mehrere Jahre in Obornik amtirte und jetzt nach Antwerpen übersiedelt, fand im Lewin'schen Saale in Obornik am 6. d. M. eine Abschiedsfeier in großem Maße statt. Auch von außerhalb waren zu der Feier Gäste erschienen. Wie sehr beliebt die Kirsch'sche Familie in der Gemeinde Obornik war, beweist wohl auch der Umstand, daß 40 Herren und Damen aus der Gemeinde dem Rabbiner von Obornik bis nach Posen das Geleit gaben. — Der Kaufmann Moritz Schreiber in Schrimm ist zum Beigeordneten daselbst gewählt und von der Regierung zu Posen bestätigt worden. Der Lehrer Spieldoch an der jüdischen Schule zu Buk feiert ain 1. Dezember er. sein 25 jähriges Amtsjubiläum. — Der Kaufmann Goldschmidt in Fileh ne hat dem dortigen Magistrat 5000 Mark zu wohlthätigen Zwecken überwiesen. — Lehrer Auerbach in Tremessen ist im Alter von 471/2 Jahren nach längerer Krankheit gestorben; der Verstorbene war Vorstandsmitglied des Vereins jüdischer Lehrer in den Ostprovinzen. — Der israelitische Frauenverein in Buk wählte in seiner letzten Generalversammlung den Lehrer Spieldoch zum Vorsitzenden. — An Stelle des vor Kurzem verstorbenen Lehrers Rose in Schneide-