Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 62 (1898)
- Issue
- Heft 46 (18.11.1898)
- Date
- 1898-11-18
- Page
- Seite 548 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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' -. . "f '■- *■*■• -r •■■;’■'k, 548 aramäische Bezeichnungen für Dinge aus dem gewöhnlichen Lebens welche Jehuda nach der Notarikonmethode etymologisch erklärte. Außer den Genannten, sind auch andere Koryphäen der babylonischen Schulen zu erwähnen, zu denen Zetta in Beziehung stand; so Nachman den Jakob, Schescheth, Hamnnna (der Aeltere). Ulla hört er noch in Babylonien einen Lehrsatz Elearars vortragen, den er nachher in Palästina von Chija den Abba ebenfalls in Elearars Namen vernahm. In seinen jungen Jahren lernte Z.! in Bäbylonien den sich dort in ~ amtlicher Sendung aufhaltenden- Samuel ben Nachman kennen. Hingegen ist es zweifelhaft, ob die Aufforderung, die Z. an Simon richtete, er möge die im Exilarchenhause beobachteten Mißbräuche rügen, nicht schon der Zeit angehört, in welcher Z. bereits in Palästina lebte. Die Liebe zum heiligen Lande trieb Zetta dazu, sein Vaterland zu verlassen. Er mußte seine Absicht, gleich Abba, vor seinem Lehrer Jehuda, der die Auswanderung aus Babylonien mißbilligte, geheim halten; doch belauschte er den Meister noch einmal im Bade und nahm die dort vernommenen Worte Jehudas als werthvolles und lehrreiches Andenken mit. Zerras Reise nach Palästina ging über Akrokonia, wo er Chija ben Aschi traf, und über Snra. Vor seiner Reise hatte er hundert Tage in Fasten zugebracht, um den Talmud Babyloniens (die dialektische Lehrweise der babylonischen Schulen, wie sie namentlich in Pumbeditha herrschte) zu vergessen, damit er ihm im heiligen Lande nicht hinderlich sei. Auch ein günstiger Traum, der ihm verkündete, daß seine Sünden vergeben seien, ermuthigte ihn zur Reise ins heilige Land. Als er an den Jordan kam, konnte er seine Ungeduld nicht bemeistern und ging in den Kleidern hinüber. Die spöttische Bemerkung eines dabei anwesenden Ungläubigen erwiederte er mit den Worten: Wie sollte ich nicht ungeduldig sein, wo es gilt, eines Glückes theilhaftig zu werde», das Moses und Ahron versagt blieb. Die Ankunft Zettas in Palästina und seine ersten Erlebnisse daselbst sind in verschiedenen Anekdoten verewigt. Er war von kleiner Statur und von dunkler Gesichtsfarbe, weshalb ihn Assi mit einer in Babylonien gebräuchlichen Redensart den „schwarzen Topf" nennt, womit wohl' auch das Sprudelnde seiner Sprechweise ausgedrückt werden sollte. Man nannte ihn auch den „Kleinen mit den versengten Schenkeln", wahrscheinlich wegen irgend einer Mißbildung seiner Beine; doch knüpfte sich an diesen Beinamen eine Legende, welche die asketische Frömmigkeit Zettas ins Licht setzen sollte. Dieses auffallende Aeußere war es wohl auch, das bald nach seiner Ankunft einen Fleischhauer, auf dem Markte von Liberias, dazu bewog, sich mit dem unbekannten Babylonier einen brutalen Scherz zu erlauben. Den Fleischhauer soll noch am selben Tage der strafende Tod ereilt haben. Ein anderes Mal forderte Zetta, als er etwas auf dem Markte einkaufte, den Verkäufer auf, gut zu wägen. Da fuhr ihn dieser an: Gehst du nicht hinweg von hier, Babylonier, dessen Vorfahren einst das Heiligthum zerstört haben! Verwundert fragte sich Zetta: Sind meine Vorfahren nicht gleich denen dieses Menschen? Hierauf ging er ins Lehrhaus und hörte^ wie Schela predigte tmb die Worte im Hohenliede 8, 9 dahin deutete, daß, wenn alle im babylonischen Exil Lebenden „wie eine Mauer" heimgekehrt wären, das Heiligthum nicht zum zweiten Male zerstört worden wäre. Da verstand Z., was der Händler gemeint hatte, und er sprach: Gut hat mich jener Unwissende belehrt. Auch durch die Befolgung eines liturgischen Usus der babylonischen Juden stieß ec einmal in der Synagoge an. Den Unwillen der Gemeinde beschwichtigte Chija ben Abba mit den Worten: Lasset ihn, es ist so Brauch bei ihnen. Manche neue Erkenniniß auf halachischem Gebiete knüpfte sich für Z. an die Zeit seiner Niederlassung in Palästina. Als er einmal in der Auffassung einer erbrechtlichen Mischna. seine frühere Meinung aufgab und sich zu der richtigeren Meinung Helas bekannte, sprach er dankbar das geflügelte Wort: Die Luft des Landes Israel macht weise. Es ist natürlich, daß sich Zetta zunächst den älteren, gleich ihm aus Babylonien gekommenen Gelehrten anschloß. Elearar ben Pedath traf er noch unter den Lebenden, und er hat noch viel von ihm gelernt. Am engsten aber verkehrte Z. mit Assi und Chija ben Abba. Im Verkehr mit Assi ist Z. in der Regel der Fragestellende. Einer Frage Z.'s bezeigte Assi seinen Beifall mit den Worten : Recht so. Babylonier, Du hast es begriffen. Auch Fragen der nichthalachifchen Schriftauslegung richtete er an ihn. Wir finden sie zusammen reisend. Als Assi einmal nicht im Lehrhause war, befragte er Z. über das dort Vorgetragene. Als Zetta sich einmal die Frage erlaubte, ob Assi einen von ihm tradirten Halachasatz Jochanans genau wiedergebe, wies ihn Assi unwillig zurecht. Manchmal wußte Assi nicht sofort die Frage zu beantworten. Wenn er dann später gelegentlich eine Tradition vortrng, welche die Antwort auf jene Frage enthielt, sagte Zetta: Im Laufe Deines Studiums ist Dir der Lehrsatz wieder in den Sinn gekommen. Nach Assis Tode nahm sich Zerca gegen eine übelwollende Aenßerung des guten Rufes seines Lehrers an. Chija ben Abba war in den Auge» Zettas das Muster eines Tradenten: Was Chija ben Abba lehrt — so sagte Z. — halte fest; denn er bemühte sich, den Lehrsatz in genauem Wortlaute aus dem Munde des Urhebers zu lernen, wie Rachba in Pumbeditha (der Schüler Jehuda ben Jecherkels). — Ein anderes Mal rühmt Z. Chija ben Abba wegen der Genauigkeit der von ihm aus dem Munde seines Lehrers Jochanan gelernten Sätze, im Gegensatz zu dem ungenauen Tradenten Benjamin ben Jepheth. Zuweilen fragte Z., wenn er Chija ben Abba eine Halacha Jochanans vortragen hörte, ob er sie so ausdrücklich aus dem Munde Jochanans vernommen oder nur aus anderweitigen Aeußerungen des Meisters erschlossen habe. Wo Z. als Tradent Jochanan'scher Sätze erscheint, hat er sie wahrscheinlich von Chija ben Abba überkommen. Es bestand ein intimer Verkehr zwischen Beiden. Auch mit Chija ben Abbas Sohn Abba war Z. sehr befreundet. Außer den bisher Genannten finden wir alle bedeutenderen Mitglieder der palästinensischen Schulen jener Zeit in persönlichem Verkehr mit Z. Dieser scheint besonders die Autorität Ammis, des Schulhauptes von Liberias, anerkannt zu haben; denn zweimal wird erzählt, daß er religionsgesetzliche Fragen, die von auswärts an ihn gerichtet wurde», Ammi zur Entscheidung vorlegte. In besonderer Gunst stand Z. bei Abahu, dem Schulhaupte von Caesarea, als dessen Schüler er sich betrachtete. In zweifacher Version wird von einer Mahlzeit bei Abahu berichtet, bei der sich Z. der Aufforderung, den Tischsegen zu sprechen, zu entziehen wußte. Unter den Gesetzeslehrern jener Zeit erfreute sich der besonderen Hochachtung Zerras der unter den verschiedensten Namensformen er wähnte Hela (Jlay. Z. pflegte ihn mit den Worten zu rühmen Erbauer der Lehre. Einmal trug Hela eine von Abahu vernommen Halacha Jochanans vor, welche der vorher ausgesprochenen Meinung Z.'s entgegengesetzt war. Da blickte Z. Hela an. Hela sagte: Ick trage eine Tradition vor, du nur deine eigene Meinung, weshai: blickst du mich an? — Bei einem Fastengottesdienst, der „in bc: Tagen Helas" stattfand, trug man, wie es Satzung war, die heilig Lade auf den öffentlichen Platz der Stadt und ließ sie nach Beendi gung des Gottesdienstes allein auf dem Platze. Z. machte Hela am das Unstatthafte dieses Vorgehens aufmerksam. — Auf das öffentliche Amt, welches Hela bekleidete, scheint Z. die Anwartschaft al-