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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1898-07-15 · Heft 28 (15.7.1898) · p. Seite 335

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
62 (1898)
Issue
Heft 28 (15.7.1898)
Date
1898-07-15
Page
Seite 335 (sequence 11)
Language
German
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335 Gerechter): pHü oder p’IJJ oder pISPHv oder i.i'pIL oder 'fcOl- — Karl (b. i. Mann): 123 oder — Konrad, Kurt (d. i. kühner Rather): — Leonhard, Leo: rt'IK oder *?K'“IK. — Lothar (d. i. Ruhmhcer), Ludolf (d. i. Ruhmbegieriger), Ludwig (d. i. ruhmvoller Kämpfer), Robert, Ruprecht (d. i Ruhmglänzender), Roderich (d. i. Ruhmherrscher), Rudolf (d. i. Ruhmstarker), Waldemar (d. i. durch Walten Berühmter): NIIN'. — Paul (d. i. der Kleine): Kl'vk oder Wßp oder K1E1. — Peter (d. i. Fels): 112 oder oder.'1V'112 oder KS'2- — Philipp (d. i. Rosseliebhaber): 'viß. — Raimund, Reinhard (d. i. Rathgeber) pvl'. — Stephan (d. i. Kranz): mal?. — Theodor (d. i. Geschenk Gottes): skiZlN' oder N'3A3 oder So« oder ]A3 oder inTlflö oder ^ike? oder biOn^KE? oder ^KIBE? oder,TJ7BE? oder bttäftW'- — Traugott: 'A2K- — Wolf (urdeutsch!), Wolfram, Wolfgang: 2Kk. Allerdings steckt in Wolfram (--- Wolfraban, d. i. Wolfrabe) und Wolfgang ein Stück germanischen Heidenthums, nämlich der Glaube an die Bedeutung des sogenannten Angangs, d. h. der Begegnung gewisser Thiere. Frauennamen: Adele, Adelheid, Adelgunde (d. i. ausgezeichnet an Geschlecht), Auguste (d. i. Erhabene), Ottilie (d. i. aus adligem Geschlecht), Regina (d.i. Königin): 1221' oder mV oder rD^Ö oder rrrcw. — Agnes, Katharina (Käthe, d. i. Lautere, Reine): mß. — Bella (d. i. Schöne): nö’ oder KATBE?. — Bertha, Klara, Lucia (d.i. Glänzende, Leuchtende): Kmim — Bona (d. i. Gute): miß. — Karoline (Lina): niEM, — Clementine, Alma (d. i. Gütige), Eleonore (Leonore, d. i. Erbarmende): N3N oder n'jani- — Dorothea (Doris, d. i. Geschenk Gottes): mm. — Flora (d. i. Blühende), Helena (d.i. Glänzendschöne): oder N21N- — Friederike, Irene (d. i. Friede): rPöi^E?. — Konstanz« (d. i. Beständigkeit): njlBK. — Leonie: #'2^- — Lilli: nwlV- — Margarete (Grete, d. i. Perle): — Melanie (d. i. Schwarze): N'V12- — Paula: KAI'vk oder Krimp. — Rosa, Rosalie, Rosamunde: Kill- — Sidonie (d. i. die aus Sidon): n’311'2- — Stephanie (Fanni): mfij?. — Sophie (d. i. Weisheit): Nß2N- — Für deutsche Frauennamen wie Gertrud, Kunigunde, Mathilde, Wilhelmine (Mina), welche kriegerische Tüchtigkeit bezeichnen, dürften sich schwerlich entsprechende hebräische finden lassen. Allenfalls .1222 (d. i. Stärke). ■ Sodann könnten die Namen mancher biblischen Personen typisch gebraucht werden: z. B. D112K als Mann des Gottvertrauens (nach 1. Mos. 15, 6), P|DV als Mann des Glückes (nach 1. Mos. 39. 2,) plHK als Mann des Friedens (nach Spr. d. V. 1, 12), als Mann der Körperkraft. Aehnlich mi21 als kriegerische Frau (nach Richter 4). Auf Vollständigkeit oder Vollkommenheit erheben diese Gleichungen keinen Anspruch. Sie wollen auch nur. im Allgemeinen die Richtung eines Weges weisen, den wir schließlich wohl werden gehen müssen — um der Vernunft willen und um unserer Kinder willen. Die schönste Bestätigung meiner Gedanken finde ich nach deren Niederschrift in einem jüngst erschienenen Aufsatz der Zeitschrift „Philologus", wo R. Herzog über Namensübersetzungen im klassischen Alterthum handelt und drei Stufen aufstellt., Als roheste Form bezeichnet er die völlige Aufgabe des alten Namens und die Vertauschung desselben mit einem andersartigen neuen. Nicht viel pietätvoller sei die Akkommodation des Klanges: sie zeige Mangel an Verständniß für den Sinn des Namens und damit für den Volks- und Familiengeist. Dagegen müsse als liebevollste und verständnißvoüste Namensänderung die Uebersetzüng gelten: denn sie beweise «in möglichst treues Festhalten am Ererbten und, was die Hauptsache sei, das Verständniß für den Gehalt des Jndividualnamens als Appellativum. Im deutschen Alterthum war ein Name kein leerer Schall: man bedachte noch die Bedeutung der Namen und wählte danach einen passenden. Ganz ebenso im jüdischen Alterthum: bei einer Menge Personennamen giebt die Bibel ausdrücklich das Motiv für die Namengebung an. Warum sollten wir nicht zu einem uralten, sinnigen Brauche zurückkehren, der ebenso echt deutsch wie echt jüdisch ist? Die Sitte der Doppelbenennung drängt uns förmlich dazu, über den Sinn der Namen nachzudenken. Wahren wir in allen Stücken unsere religiöse Besonderheit, aber machen wir uns frei von Absonderlichkeit! EUILLETOH Nie Nose von Saron. Line LrzLhlung. f rote Fürstin der Sabäer hatte sammt ihrem Gefolge eines der prächtigen Gartengebäude eingenommen, die am Gestade zerstreut lagen. Dieses Haus war nach der Sitte des Morgenlandes sehr niedrig, und das platte Dach mit hartem Gips belegt. Um diese erhabene Fläche lief ein zierliches Geländer, zuweilen angelehnt an eine Laube von frischen, über einander geflochtenen Baumzweigen. Aeußerlich hatte das Gebäude keine Fensteröffnungen, blos niedrige Thüren. Die Gemächer gingen sämmtlich auf den inneren, viereckigen Hof hinaus, in dessen Mitte ein breites Wasserbecken von Steiit sich befand, dessen glänzender Spiegel Kühle aushauchte nach allen Richtungen. Doch war der Hof von oben nicht sichtbar, da man, die Sonnenstrahlen abzuhalten, breite Decken in der Höhe des Gebäudes darübergespannt hatte. Um dieses also verschlossene und verborgene Gebäude erblickte inan üppige Gartenanlagen, prangend in saftigen Farben, denn zahllose Kanäle waren zwischen den Pflanzungen hingeleitet. Auf dem Dache des Gebäudes befand sich kein Mensch; das ganze Haus schien unbelebt. Es war kurz nachdem die Sonne die Mittagshöhe verlassen. Obgleich erst der Frühling in voller Macht sich entfaltet hatte, so glühte die Sonne doch bereits blendend nieder aus dem blauen Himmel, und das Leben des Tages kroch mühsam und keuchend durch die heißen Straßen der Stadt. Auf dem Meere aber schaukelten die Schiffe unthätig an ihren Ankern; und Land und Meer, Menschen und Thiere feierten eine tiefe, wollüstige Mittagsruhe. In einer Laube des erwähnten Gartens ruhte eine Frau, welche ganz allein war. Diese Laube war von mehreren aneinanderstehenden Palmenbäumen gebildet, um welche sich grüne, mächtige Schlingkräuter mit farbigen Kelchen voll betäubender Düste gewunden und eine undurchdringliche Decke über die Laube gebreitet hatten. Hier und da hingen schwere Dolden dieser würzigen Pflanzen hernieder, gleich farbigen Glöckchen. Unter dieser lebendigen, duftenden Decke war tiefer Schatten über die langen Gräser gebreitet. Auf diesen Gräsern lagen farbige Kiffen von seltsamer Stickerei, Pflanzen und Thiere in schreienden Farben darstellend. Ueber

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