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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1898-07-08 · Heft 27 (8.7.1898) · p. Seite 314

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
62 (1898)
Issue
Heft 27 (8.7.1898)
Date
1898-07-08
Page
Seite 314 (sequence 2)
Language
German
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1. Biblische Geschichte: Dieselben Pensen wie in der Volksschule find durchzunehmen. 2. Nachbiblische Geschichte ist im Zusammenhang zu unterrichten. Einige hervorragende Litteraturerzeugnisse find in guter Übersetzung vorzulesen. Ein Jahreskursus. 3. Hebräisch: Der Unterricht dient lediglich der Vorbereitung zur Theilnahme am Gottesdienste. Das Maß der zu erlangenden Kenntnisse ist noch geringer als in der Volksschule zu veranschlagen. Grammatik ist möglichst knapp zu behandeln. Eine Stunde wöchentlich. 4. Bibelkunde: Es gilt das von der Volksschule Gesagte. 5. Religionslehre: Die Unterweisung in der Religionslehre besteht im Wesentlichen in der Zusammenfassung des in den früheren Zweigen des Religionsunterrichts erworbenen Wissens. Der Unterricht ist durch Sprüche und geschichtliche Beispiele zu beleben; philosophische Definitionen sind streng zu vermeiden. Anhang: Im Religionsunterricht ist den Schülerinnen auch die Kenntniß der Ceremonien und religiösen Gebräuche sowie die Gebetordnung zu vermitteln. III. Jüdischer Religionsunterricht an den höheren Schulen für die männliche Jugend. A. An Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschulen: 1. In der Vorschule: Geschichten aus dem Leben Abrahams, Jakobs, Josephs und Moses. Der Sabbath, Namen und Zeit der Feste. 2. Sexta und Quinta: (4 Halbjahre.) Aus der Schöpfungsgeschichte der erste Tag und Schöpfung des Menschen. Abraham, Isaak, Jakob, Mose und Aaron, die Israeliten in der Wüste, Josua, Gideon, Simson, Samuel, Saul, David, Salomo. Die zehn Gebote, Sprüche, Festtage, hebräisch Lesen, die wichtigsten Gebete. 3. Quarta und Tertia! 1. Halbjahr: Die Schöpfung, Wiederholung und Ergänzung der biblischen Geschichte von der Schöpfung bis zum Tode Moses, mit Benutzung einer Schulbibel. 2. Halbjahr: Josua und die Richter, Ruth (Geographie von Palästina). 3. Halbjahr: Samuel, Saul, David. 4. Halbjahr: Salomo, Theilung des Reiches, das Reich Israel bis zum Untergange des Hauses Jehu (nach den Büchern Samuel II, der Könige und Ämos). 5. Halbjahr: Reich Juda (im 4. und 5. Halbjahr steht im Mittelpunkt des Unterrichts das Wirken der Propheten). 6. Halbjahr: Geschichte von der Zerstörung des ersten bis zu der des zweiten Tempels. Auf alle Halbjahre vertheilt: Psalmen, Sprüche, der Festkalender, Zehn Gebote, das Wichtigste aus der Bibelkunde. 4. Sekunda und Prima: In vier Halbjahren Geschichte der Juden und ihrer Litteratur bis in die Neuzeit. Wiederholung der Lehraufgabe für Quarta und Tertia. Freie Vorträge der Primaner und Ober-Sekundaner. In jedem Halbjahre: Gebete oder Bibellesen. .In zwei Halbjahren Bibelkunde, Bibellesen und systematischer Religionsunterricht. B. An Realschulen. 1. Sechste und fünfte Klasse: Aus der Schöpfungsgeschichte der erste Tag und die Schöpfung des Menschen. Abraham, Isaak, Jakob, Mose und Aaron, Israeliten in der Wüste, Josua, Gideon, Simson, Samuel, Saul, David, Salomo. Zehn Gebote, Sprüche, Festtage, hebräisch Lesen, die wichtigsten Gebete. 2. Vierte und dritte Klasse: 1. Halbjahr: Die Schöpfung, Wiederholung und Ergänzung der biblischen Geschichte von der Schöpfung bis zum Tode Moses (mit Benutzung einer Schulbibel). 2. Halbjahr: Josua und die Richter, Ruth (Geographie von Palästina). 3. Halbjahr: Samuel, Saul, David, Salomo. 4. Halbjahr: Theilung des Reiches, Wirken der Propheten in den Reichen Israel und Juda. Auf alle Halbjahre vertheilt: vie zehn Gebote, Psalmen, Sprüche, der Festkalender, das Wichtigste aus der Bibelkunde. 3. Zweite und erste Klasse: In drei Halbjahren die wichtigsten Abschnitte aus der Geschichte der Juden und ihrer Litteratur bis in die Neuzeit. In jedem Halbjahre Wiederholung eines Abschnittes aus der biblischen Geschichte, der zehn Gebote, des Festkalenders und daneben Bibellesen oder Gebete. Im vierten Halbjahr nur Bibelkunde und Bibellesen. Es versteht sich von selbst, daß diese Pläne, die aus den Berathungen eines aus Fachmännern und Laien zusammengesetzten Kollegiums hervorgegangen sind, nicht dazu bestimmt sind, als Schablone benutzt zu werden. Es mußte darauf Rücksicht genommen werden, daß wöchentlich nur eine knappe Zeit zur Verfügung stand, ein Mangel, der dadurch ausgeglichen werden wird, daß sich der Unterricht über die ganze Schulzeit ausdehnen soll, während er sich jetzt meistens nur auf wenige Halbjahre beschränkt. Die Individualität des Lehrers soll durch die Pläne ebenso wenig eingeschränkt werden wie die Rücksichtnahme auf die religiöse Richtung der Gemeinde, in welcher sich die Schule befindet. In keinem anderen Lehrgegenstand kommt es so wesentlich darauf an wie in dem Religionsunterricht, daß sich ein seelischer Konnex zwischen Lehrer und Schülern herausbildet. Dies kann nicht durch eine noch so detaillirte Formulirung des Lehrgegenstandes bewirkt werden, sondern nur durch das Einsetzen der ganzen Persönlichkeit des Lehrers. Die Woche. Berlin, 5. Juli. ie Zeit der Rekriminationen nach den Wahlen ist gekommen, und auch wir können aus den Betrachtungen der verschiedenen Blätter viel lernen. Besonders charakteristisch ist der Nachruf, den die „Kreuzzeitung" der deutsch-sozialen Partei widmet, von der sie sagt: „Die „deutsch-soziale Reformpartei" hat ebenfalls bei den Wahlen trübe Erfahrungen gemacht. Sie hat die Lehren, die von einem ihrer ehemaligen Führer, dem Dr. Förster ertheilt worden waren, nicht be achtet, sondern hat geglaubt, durch einen mit konservativen „Rosinen" gespickten Wahlaufruf einerseits und. durch demokratische Allüren („Radau mit Schlagwörtern") andererseits mächtige Geschäfte mache:: zu können. Diese Spekulation ist mißglückt, und speziell als „Mittel standspartei" haben die Antisemiten nirgends die prahlerisch vorausgesagte Anerkennung gefunden. Beachtenswerth auch für andere Kreise ist dieser antisemitische Mißerfolg hauptsächlich deshalb weil die „Reformer" in ihrem Wahlaufrufe wie auch bei ihrer Agitation, in erster Linie die materiellen Interessen der Wählerschaft ins Auge gefaßt hatten; es dürfte nunmehr, nachdem sich die rein wirthschaftliän Wahlagitation als wirkungslos erwiesen hat, feststehen, daß in den konservativen Theile unserer Bevölkerung immer noch die Betonung de: Ideale größeren Anklang findet als die der materiellen Interessen. Der Rückgang der antisemitischen Bewegung datirt von dem Moment wo sie infolge der „Fusion" mit der demokratischen Zimmermann'schen Gruppe immer mehr in das antikonservative Fahrwasser hineingedrängworden ist. Die konservativ gerichteten Anhänger der „reinen" Anti semiten werden sich dieser Lehre nicht verschließen können. Die „Deutsch soziale Reformpartei" in ihrer bisherigen Verfassung hat unzweifelhaft „abgewirth schäftet"." Die Antisemiten werden über diesen Dank von der Tivolipartei wohl in geeigneter Form quittiren. * Das Hinscheiden unseres berühmten Glaubensgenossen, des Professors Dr. Ferdinand Cohn in Breslau, das wir schon kurz gemeldet, lenkt die Aufmerksamkeit auf die interessante Thatsache, daß Müü

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