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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1898-07-01 · Heft 26 (1.7.1898) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
62 (1898)
Issue
Heft 26 (1.7.1898)
Date
1898-07-01
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 für den dortigen israelitischen Litteraturverein 50 Mark gespendet. — Infolge der in jüngster Zeit bedeutend gestiegenen Preise der Lebensmittel hat der als Philanthrop bekannte Beigeordnete Fabrikbesitzer Goldfarb in Pr. Stargard die Löhne seiner Arbeiter um 20 Prozent erhöht. — Bon ruchloser Hand ist kürzlich ein Fenster der Synagoge in Jastrow zertrümmert worden; es gelang nicht, den Thäter zu ermitteln. — Am 11. d. Mts. starb in Posen der emeritirte israelitische Lehrer B. Simon. Derselbe war bis vor seiner im Jahre 1802 erfolgten Pensionirung Lehrer an der israelitischen einklassigeu Schule zu Usch. — Herr Jacob Litten, der früher als Bankier in Elbing lebte und jetzt in Berlin ansässig ist, feierte am 12. Mai er. seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlasse hat er der Synagogengemeinde Preuß. Holland 10 000 Mark zum Geschenk gemacht, die zu einer Elias Jacobi- und Littenstiftung Verwendung finden sollen. Elias Jaeobi war die erste Firma des Litten'fchen Bankgeschäfts. — Lehrer Neufeld in Schrimm ist aus Gesundheitsrücksichten pensionirt und die zweiklassige Schule in eine einklasstge verwandelt worden, welche der bisherige zweite Lehrer Falk nunmehr selbständig verwaltet. — Der verstorbene Kaufmann Abraham Freudenthal in Jnowrazlaw hat der Stadt Jnowrazlaw ein Legat von 3000 Mark mit der Bestimmung hinterlafsen, daß die Zinsen alljährlich an je eine arme Familie aus den drei Konfessionen zur Vertheilung kommen sollen. Der Magistrat wollte jedoch im Einverständniß mit den Erben die 300 Mark zu dem Waisenhaussonds zuschlagen, die Stadtverordneten lehnten jedoch diesen Vorschlag ab und beschlossen, im Sinne des Erblassers mit den Zinsen zu verfahren. — Der Kantor Warschawski in Ar genau ist zum Kantor der israelitischen Gemeinde in Exin gewählt worden; derselbe tritt sein neues Amt am 1. Juli an. — Anfangs Juni beging der Kaufmann Hermann Schau! in Wronke seinen 70. Geburtstag und gleichzeitig sein 40jähriges Jubiläum als thätiges Mitglied des israelitischen Krankenpflege- und Beerdigungsvereins, in welchem er seit mehreren Jahren die Stelle eines Vorstandsmitgliedes bekleidet. Der Verein spendete ihm in Anerkennung seiner Verdienste um denselben einen werthvollen Pokal mit entsprechender Gravirung. — In Posen ist der israelitische Kantor Simon Kurz im Alter von 72 Jahren gestorben. Derselbe amtirte über 40 Jahre hindurch im Humanitätsverein daselbst. — In Gnesen ist ein neues israelitisches Gemeindehaus errichtet und dieser Tage eingeweiht worden. — Der frühere Stadtsekretär M. Wolf in Schildberg ist züm Rendanten und Sekretär der Synagogengemeinde Kempen gewählt worden. — Der vor zwei Jahren für die Provinz Posen gegründete Gemeindeverband hat den Rabbiner Dr. Bamberger in Schildberg zum Revisor der durch ihn noch zu errichtenden israelitischen Religionsschulen in Adelnau, Sulmierzye und Grabow ernannt. Krotoschin, 20. Juni. Einer der geachtetsten Bürger unserer Stadt, der Chirurg Sander, feierte am 14. d. M. sein 60jähriges Bürgerjubiläum. Anläßlich seines 50 jährigen Bürgerjubiläums am 15. Juni 1888, dem Todestage Kaiser Friedrichs, waren im Laufe des Tages bei dem Jubilar mehrere Hundert Gratulanten erschienen, darunter der Bürgermeister Sponnagel und der Stadtverordnetenvorsteher Koeppel, welche Namens der Stadt dem Jubilar ihre Glückwünsche dargebracht hatten. Auch Vertreter des jüdischen Gemeindevorstandes und Repräsentantenkollegiums hatten im Namen der jüdischen Gemeinde ihre Glückwünsche dargebracht; eine Deputation der Innung, welcher der Jubilar damals seit einem halben Jahrhundert angehörte, hatte mit herzlichen Worten ein kostbares Geschenk überreicht. Der jetzt 80 jährige Jubilar erfreut sich einer seltenen Rüstigkeit. £. Aus Schlesien, im Juni. Der Synagogen-Gemeinde-Verband für den Regierungsbezirk Oppeln unter dem Präsidium des Stadtraths Rechtsanwalt Schüller in Gleiwitz hat seine diesjährige Hauptversammlung nach Beuthen in das Hotel „Zum Deutschen Hause" für Sonntag, den 3. Juli, zusammenberufen. Aus der reichhaltigen Tagesordnung ist besonders der Antrag hervorzuheben: „Welche Mittel und Wege sind in Oberschlesien zur Verbesserung der Armenpflege, insbesondere zur Beseitigung der Wanderbettelei, einzuschlagen?" Der Waisenhaus-Etat von 28 Zöglingen pro 1898/99 balancirt in Einnahme und Ausgabe mit 13 340 Mark. — Der Vorstand und das Repräfentantenkollegium des israelitischen Gemeinde zu Kosel hielten im Gemeindehause eine gemeinschaftliche Versammlung ab. Es wurde der Haushaltplan pro 1898/99 gemäß den Vorschlägen des Vorstandes genehmigt und ein von den städtischen Gemeindemitgliedern aufzubringender Zuschlag von 40 Prozent zur staatlichen Einkommensteuer behufs Deckung der Kulturbedürfnisse beschlossen, während die auswärtigen Mitglieder des Synagogenbezirks nur 26% Prozent Zuschlag aufzubringen haben. In den Vorstand des Repräsentantenkoüegiums wurden Kaufmann Karl Wolf zum Vorsitzenden und Kaufmann Max Koslowsky zum Schriftführer wiedergewählt. —- Fabrikbesitzer Hermann Fränkel in Neustadt O.-S. hat dem Bürgermeister Engel mitgetheilt, daß er der Stadt Neustadt O.-S. am 8. Oktober ein Kapital von 100 000 Mark für einen Wohlthätigkeitszweck zur Verfügung stellen würde. — Vom Vorstand der Synagogengemeinde Myslowitz und dem Repräsentanten-Kollegium ist der verwittweten Frau Rabbiner Dr. Jaffe eine jährliche Unterstützung von 500 Mark bewilligt worden, gleichzeitig hat dieselbe auch für den laufenden Monat die Gnadenpension ihres Ehemannes erhalten. SS Bruchsal, im Juni. Der zehnte Jahresbericht des Landesvereins zur Erziehung israelitischer Waisen im Großherzogthum Baden theilt mit, daß sich zu Beginn des vorigen Jahres in seiner Fürsorge 97 Waisen befanden. Dazu wurden neu ausgenommen 18, und entlassen wurden 20. Von diesen hat der Eine seine Lehrzeit als Photograph, der Andere als Bäcker vollendet, 2 werden Kaufmannslehrlinge, 3 Dienstmädchen, 5 wunderten nach Amerika zu Verwandten aus, und zwar 2 mit unserer Unterstützung, 6 kehrten zu ihren Angehörigen zurück, ein Waisenmädchen wurde vom isr. Waisenverein in Mannheim übernommen, ein Weisenknabe ist gestorben. Von den aus der Schule entlassenen, aber noch in Fürsorge sich befindenden Waisen besucht ein Knabe eine Vorbereitungsanstalt für Lehrer, 2 erlernen mit Unterstützung des Vereins zur Förderung des Handwerks unter den Israeliten in Freiburg das Sattlerhandwerk, 6 Mädchen bilden sich als Kleidermacherinnen aus, eines als Büglerin. Von den noch schulpflichtigen Waisen sind 17 in Pflege bei dafür geigneten Familien untergebracht, 68 befinden sich gegen Zahlung von Erziehungsbeiträgen bei Verwandten.. Die Anerkennung, die der Verein durch seine Thätigkeit in allen Theilen des Landes findet, bekundet sich insbesondere durch die Zuwendung von 5 weiteren Stiftungen. Aus dem Rechenschaftsbericht ergiebt sich, daß die großen Ausgaben nur durch die unverminderte Erhaltung der Jahresbeiträge und Spenden der Mitglieder und Freunde bestritten werden können. Der Vorstand besteht aus den Herren: Rabbiner Dr. I. Eschelbacher, Vorsitzender. Moritz Marx, Stellvertreter desselben. Louis Marx, Schriftführer. Nathan Katz, Rechner. Ludwig Groß. Alexander Dreifuß. Dr. I. Kusel. Rabbiner Dr. M. Appel in Karlsruhe. Vorsteher B. Harburger in Gailingen. Vorsteher B. Herzberger in Bretten. Rabbiner Dr. A. Lewin in Freiburg. Rabbiner Dr. L. Löwenstein in Mosbach. Rabbiner Dr. B. Mayer in Bühl. Bezirksältester I. Nordmann in Lörrach. Rabbiner Dr. M. Rawicz in Offenburg. Rabbiner Dr. H. Sondheimer in Heidelberg. Die Einnahmen betrugen 33 089,63 Mark, die Ausgaben 32 398,63 Mark, der Stand des Vermögens ist 126 793,28 Mark. O Freibnrg, 26. Juni. Das Friedrichsheim für israelitische Sieche und arme Greise veröffentlicht seinen Jahresbericht für 1898. Haus und Garten sowie die Umzäunung des neuen Hauses stehen fast fertig da. Die Einrichtung von 17 Wohnzimmern, dem Verwalterzimmer, dem Bet- sowie dem Speisesaale und der Küche sind in Auftrag gegeben. Am 1. September wird der Religionslehrer F. Naumann aus Sinzig a. Rh. das Amt des Verwalters antreten, seine Frau die Leitung des Hauswesens übernehmen. Fünfzehn Anmeldungen aus allen Theilen des Landes find bisher eingegangen. Sie werden — sobald noch fehlende Schriftstücke eingegangen sind — einer wohlwollenden Prüfung unterzogen, und die Personen, welche nach den Statuten und ihrem Gesundheitszustände zugelassen werden können, werden Aufnahme finden. Freilich gestatten die gezeichneten Jahresbeiträge von 4956 Mark — auch wenn keine Ausfälle zu verzeichnen finb — vorläufig nur die Aufnahme von höchstens 10 Pfründnern. Das Vermögen des Friedrichsheims hat den Betrag von 92 266,60 Marl erreicht, während es vor Jahresfrist nur 77 573,65 Mark betrug, so daß es um 14 692,85 Mark angewachsen ist. Stiftungen und Schenkungen brachten mindestens ebenso viel als die Mitgliedsbeiträge. Die Anstalt und ihre Einrichtung verzehren freilich dieses ganze Kapital — und für die Verpflegungs- und Verwaltungskosten ist die Verwaltung

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