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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1898-04-22 · Heft 16 (22.4.1898) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
62 (1898)
Issue
Heft 16 (22.4.1898)
Date
1898-04-22
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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62. Jahrgang. Nr. 16. Ut^iftt^llOt^ Serün. 22. April 1898. /Meilage zur „Allgemeinen Zeitung öes IuöenLHums". Korrespondenzen und Nachrichten. Drirtschla«-. 22 Berlin, 18. April. Der sechzehnte Bericht über die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums ist eben ausgegeben worden. Voran geht eine gelehrte Abhandlung von Dr. E. Baneth: „Maimunis Neumondberechnung" Theil I. Der Bericht des Kuratoriums beginnt mit der Erinnerung an das 25jährige Jubiläum der Anstalt, das im Mai v. I. gefeiert wurde. Die ordentliche Generalversammlung des Jahres 1897 hat für das Kuratorium die nach dem Turnus ausscheidenden Mitglieder Rechtsanwalt Dr. F. Landau, Geheimer Kommerzienrath L. M. Goldberger und Professor Dr. M. Philippfon wiedergewählt. Die Zahl der Hörer hat betragen: Im Sommersemester 1897 28 (17 Deutsche, 11 Reichsausländer — 9 aus Oesterreich-Ungarn, 2 aus dem Russischen Reiche —). Im Wintersemester 1897/98 30 (16 Deutsche, 14 Reichsausländer — 11 aus Oesterreich-Ungarn, 2 aus dem Russischen Reiche und 1 aus Amerika —). Sämmtliche Hörer waren Maturi. Außerdem wird die Anstalt von 12 Hospitanten (3 Deutsche und 9 Ausländer) besucht. Die Rabbinatsprüfung haben bestanden: Dr. L. Bäck (nach Oppeln berufen), Dr. L. Hannes (von Spandau nach Konstanz am Bodenfee berufen), Dr. O. Thon (nach Krakau berufen) und Dr. H. Malter. Vor Ablegung der Rabbinatsprüfung sind abgegangen: Dr. I. Jelski (an die jüdische Reformgemeinde zu Berlin), Dr. G. Weiner (nach Weinberge bei Prag) und Georg A. Kohut (nach Dallas in Texas). Außerdem ist Dr. A. Kaminka von Prag nach Essek berufen worden. Der Preis aus der Moritz Meyer-Stiftung ist am Todestage des sel. Stadtrath Moritz Meyer vom Lehrerkollegium dem Hörer I. Pollak zugesprochen worden. Die Einnahmen betrugen 48 932,05 Mark, die Ausgaben 26 438,40 Mark. Unter den Einnahmen figuriren natürlich die Geschenke: Für den eisernen Fonds: Frau Stadtrath Nanny Meyer 2000 Mark, Professor Dr. Felix Liebermann 1000 Mark, Frau Elsbeth Meyer, geb. Neumann 300 Mark, Frau Julie Neumann, geb. Rathenau 300 Mark, Leopold Feig 50 Mark, Moritz Crohn 50 Mark, Arnold Weiß, zur Erwerbung der immerwährenden Mitgliedschaft 600 Mark, Siegfried Brünn, zur Erwerbung der immerwährenden Mitgliedschaft 600 Mark, Konsul Hans von Bleichröder und Geschwister am Sterbe-» tage ihres Vaters, des sel. Herrn Geheimen Kommerzienrath Gerson von Bleichröder 1000 Mark, Frau Olga Schiff zum Andenken an ihren Gatten, den sel. Herrn Julius Schiff, 600 Mark, Adolf Abraham Ruß anläßlich seines 70. Geburtstages 300 Mark, Dr. Paul Meyer 600 Mark. Für laufende Ausgaben: Dr. Paul Meyer 300 Mark, Kommerzienrath Dannenbaum 160 Mark, Generalkonsul Franz Philippson in Brüssel für die von ihm am 6. Juni 1897 zum Andenken an seinen sel. Vater, den Rabbiner Dr. Ludwig Philippson, an der Lehranstalt 'begründete Ludwig Philippson-Stiftung zu Gunsten der ehemaligen Lehrer und deren Hinterbliebenen ein Stiftungskapital von 15 000 Mark, durch die Herren Bernhard Croner und Dr. S. Neumann behufs Errichtung von Lehrkursen für Religionslehrer an höheren Lehranstalten 2000 Mark. Bei der Stipendienkasse sind 1602 Mark eingegangen. Aus den Montags- Borlesungen sind der Stipendienkasse in diesem Jahre 1600 Mark zugeflossen. Im Jahre 1897 waren vorhanden 21 Stipendiaten (aus Deutschland 9, Reichsausländer 12). Die David Herzog'sche Freitisch- Stiftung hat an durchschnittlich 15 Hörer 3230 Tischmarken vertheilt und hat hierfür 2412,50 Mark verwendet; hierbei wollen wir nicht unterlassen, die Darlehnskasse der Hörer dem Wohlwollen der Gönner und Freunde der Anstalt wiederum dringend zu empfehlen. Der Bericht enthält noch ein Berzeichniß der Vorlesungen, der Geschenke für die Bibliothek, der Wohlthäter und Mitglieder. Möge die Lehranstalt auch ferner die allgemeine Theilnahme unserer Glaubensgenossen finden, die sie verdient und deren sie bedarf, um ihre hohen Ziele zu erfüllen. 22 Berlin, 18. April. Unter der Zahl der Stiftungen des Krankenhauses der jüdischen Gemeinde befindet sich einevor einigen Jahren von einer durch ihren Wohlthätigkeitsstnn ausgezeichneten hiesigen Familie ins Leben gerufene Stiftung, welche wohl verdient, weitesten Kreisen bekannt zu werden. Es ist dies eine „Stiftung für Brustkranke", deren Kapital sich heute auf 6575,50 M. beläuft, und deren Revenüen zur Pflege und Heilung Lungenkranker verwendet werden sollen. Bei der großen Verbreitung, welche diese verheerende Krankheit leider in den Kreisen unserer ärmsten Glaubensgenossen findet, bedarf es wohl nur dieses Hinweises, um Wohlthäter, welche durch Hergabe von Geldspenden zur Linderung von Noth und Krankheit beitragen möchten, zu veranlassen, das Stiftungskapital zu erhöhen und dadurch die Segnungen dieser schönen Stiftung immer weiteren Kreisen der Unglücklichsten unter unseren Glaubensbrüdern zukommen zu lassen. 22 Berlin, 18. April. Herr Gustav Levinstein, der die Forderung eines Sonntagsgottesdienstes neben der Sabbathfeier zuerst ausgestellt und energisch verfochten, hat nunmehr gegen das Gutachten des Rabbinats und den Beschluß der Repräsentantenversammlung abermals eine Broschüre unter dem Titel: „Die Forderung des Sonntags - gottesdienstes" erscheinen lassen, in der er Gutachten und Beschluß einer sehr scharfen Kritik unterzieht. Es liegt augenblicklich wohl kaum eine Veranlassung vor, auf die erledigte Petition noch einmal zurückzukommen, aber es ist und bleibt doch interessant, zu erfahren, wie leichtfertig oft die Behauptungen und Erklärungen waren, die in den Kämpfen und Debatten über diese Frage abgegeben wurden. Das Schreiben des Grand Rabbin de France, Zadoe Kahn, das Herr Levinstein im Original mittheilt, und in dem der wahrhaft fromme Rabbiner erklärt, daß das Judenthum „durch eine solche Institution nur gewinnen könne", ist ein sicherer Beweis dafür; denn hier hat man in Wahlversammlungen vorher mit großer Sicherheit erklärt, daß Zadoe Kahn sich gegen die Einführung eines Sonntagsgottesdienstes mit Entschiedenheit ausgesprochen habe. 22 Berlin, 11. April. Der Bericht der Armenkommission der jüdischenGemeinde, umfassend die Verwaltungsjahre 1893 bis 1896/97, ist eben erschienen. Seit dem letzten Bericht hat sich der Umfang der Arbeiten wiederum erweitert. Der Druck, welcher lange Jahre hindurch auf den wirthschaftlichen Verhältnissen gelastet, hat noch nicht genügend nachgelassen, um eine fühlbare Verminderung der an uns herantretenden Ansprüche zu ermöglichen; andererseits hat sich mit dem allgemeinen Wachsthum unserer Gemeinde die Zahl der der Fürsorge Bedürftigen stetig vergrößert. Der „Ausschuß für hilfsbedürftige durchreisende Glaubensgenossen" hat auch in der vorliegenden Berichtsperiode gute Erfolge erzielt. Der Umfang der Fonds und Stiftungen hat sich wiederum erheblich vergrößert. Die vor Jahren geschaffene Einrichtung, die den Mitgliedern unserer Gemeinde zugehenden Bittschriften gegen eine größere jährliche Zuwendung durch die Armenkommission zur Erledigung zu bringen, hat sich außerordentlich bewährt. Die Armenkommisfion besteht jetzt aus folgenden Herren: Martin Simon, Vorsitzender, Gustav Löwenberg, I. stellvertretender Vorsitzender, Gustav Sachs, II. stellvertretender Vorsitzender, Leopold Aron, Julius Bodenstein, Paul Boernstein, Siegfried Brünn, Heinrich Buchholz, Ernst Caro, Julius Cohn, Dr. Leopold Feilchenfeld, Michael Fiegel, Joseph Fraenkel, Julius Grünwald, Hugo Heilmann, Louis Herzfeld, Dr. S. Kronfeld, Rechtsanwalt und Notar, Louis Lachmann, Hermann Lehmann, Martin Lesser, Moritz Levy, Wolff Lewin, Moritz Lewinsohn, L. Lilienthal, Rechtsanwalt Willibald Löwenthal, Siegfried Löwenwald, Dr. Maretzki, Sanitätsrath, Carl Netter, Emil Pincus, Oskar Rathenau, Hugo Rosenthal, Julius Rothstein, Leonhard Sachs, Siegfried Sachs, Theodor Schück, L. I. Sieskind, I. Weinberg. Um Bewilligung von Unterstützungen wurden vorstellig in den vier Berichtsjahren 20 794 Bittsteller. 1. Mit einmaligen Unterstützungen in Raten von 6 bis 300 Mark wurden berücksichtigt 12 281 Parteien mit 198 224 Mark. 2. Mit monatlichen und periodischen Unterstützungen in Raten von je

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