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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1898-01-28 · Heft 4 (28.1.1898) · p. Seite 43

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
62 (1898)
Issue
Heft 4 (28.1.1898)
Date
1898-01-28
Page
Seite 43 (sequence 7)
Language
German
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43 eventuell zur Erledigung der Vorarbeiten und UnterbreiLung von Vorschlägen zur Begründung eines periodisch erscheinenden Verbandsorgans eine Kommission einzusetzen. In dieselbe werden die Vorstandsmitglieder Goldschmidt, Gutkind sowie Dr. Spanier-Magdeburg gewählt. 12. Der Verbandsvorstand giebt seiner Sympathie für die Bestrebungen der Gesellschaften a) für Verbreitung von Volksbildung, b) für jüdische Volkskunde, c) für innere Kolonisation Ausdruck und erklärt sich bereit, nach Kräften die Bestrebungen der genannten Gesellschaften zu fördern. 13. Als Berbandsthema für das folgende Jahr empfiehlt der Berbandsvorstand auf Antrag von Dr. Blaschke - Berlin: „Wie ist die jüdische Schule unseres (des Vereins) Bezirks entstanden, wie hat sie sich entwickelt, und was hat fie geleistet?" Die Vereinsvorsitzenden sollen ersucht werden, dem Verbandsvorsitzenden die Referate einzusenden, der die geeignete Verwerthung derselben veranlassen wird. Schluß der Monatssitzung Nachmittags 3 Uhr. 2. Sitzungstag. 14. Kollege Steinhardt - Magdeburg, der auf Veranlassung des Verbandsvorstandes das statistische Material über die Lage der jüdischen Lehrer gesichtet und bearbeitet hat, giebt einen ausführlichen Bericht. Der Verbandsvorstand drückt dem Referenten seinen Dank für die Sorgfalt und Hingebung, die derselbe im Interesse der Sache gezeigt hat, aus und saßt den Beschluß, die Ergebnisse der ^Statistik in einer Denkschrift niederzulegen, deren Bearbeitung Kollege Steinhardt im Verein mit den Vorstandsmitgliedern Blumenfeld und Dr. Blaschke übernimmt. 15. Die übrige Zeit der Sitzung wird fast vollständig mit der endgiltigen Redaktion der Satzungen für die zu gründende Penstons-, Wittwen- und Waisenkasse ausgefüllt, welche bereits Montag Abend von der aä 3 erwähnten Kommission in einer dreistündigen Sitzung vorberathen worden waren. Herr Handelsrichter Lustig hatte hierbei, wie die Mitglieder der Kommission berichten, die Güte, sie in vielen Punkten durch seinen fachmännischen Rath zu unterstützen. 16. Bei dem Antrag des Vorstandes des Rabbinerverbandes in Deutschland, betr. den eventl. Anschluß an die zu gründende Penstons-, Wittwen- und Waisenkasse für jüdische Lehrer, wird darauf hingewiesen, daß nach § 2 der Verbandssatzungen nur Lehrervereine Mitglieder des Lehrerverbandes sein können, der Rabbinerverband als solcher daher nicht Mitglied werden kann. Dagegen bleibt es den Mitgliedern des Rabbinerverbandes anheimgestellt, sich einem Lehrerverein anzuschließen und auf diesem Wege die Mitgliedschaft der Kasse zu erwerben. 17. Ein Antrag des Vereins der jüdischen Lehrer in Rheinland und Westfalen, dahin gehend, der Verbandsvorstand möge eine Besoldung der jüdischen Lehrer nach einer Skala, ihre unkündbare Anstellung und eine Versorgung ihrer Wittwen und Waisen anstreben, wird vom Vorsitzenden zur Kenntniß der Versammlung gebracht und dazu bemerkt, daß diese Ziele zu den Bestrebungen des Verbandes gehören, und daß durch die Gründung der Kasse schon ein Schritt zum Besseren gethan sei. Am Schlüsse der Berathungen, die 13 Stunden in Anspruch genommen hatten (exkl. der Sitzung der Kommission), dankt Blumenfeld dem Vorsitzenden für seine ruhige, sachgemäße, unparteiische Leitung der Sitzung. Di« Schriftführer: Herbst. Goldschmidt. Urker die Lektüre der prophetischen Bücher inr Religionsunterrichte der höheren Schulen. Bon Direktor Dr. Tachau in Wolfenbüttel. II. s folgt nun dir Lektüre von Abschn. 3 (Kap. 5). Der ungewöhnliche Eindruck, den der Prophet mit seinen unheilverkündenden Reden auf das Volk gemacht haben muß, läßt sich gut veranschaulichen, wenn man die beiden ersten Verse dieses Kapitels mit Abschn. 1, 2 (Kap. 1,2) und Abschn. 2, 2 (Kap. 3, 2) zusan,menstellt: Zu einer Zeit, da es Keinem einfiel, sich wegen der Zukunft Sorgen zu machen (vergl. „die Sorglosen zu Zion" Abschn. 4, 1 (Kap. 6, 1]), kündigt der Prophet ein großes nationales Unglück an (1, 2); auffällig ist, daß er Gott selbst den bewußten Urheber dieses Verderbens des von ihm auserwählten Volkes sein läßt (2, 2); noch auffälliger, daß er ein Klagelied über den Untergang des Landes anstimmt, als wäre das Unglück schon eingetreten (3, 1—2). Den weiteren Inhalt des Kapitels bilden, unter fortwährendem Hinweis auf die bereits gerügten Sünden und das drohende Verderben, Ermahnungen zu wahrhafter Frömmigkeit. Das ist ein völlig neuer Punkt in den Reden des Propheten. Er ist überzeugt, daß das Volk als solches untergehen wird; nur Einzelne werden übrig bleiben (B. 3). Diesen gelten seine Mahnungen zur Befferung, zu wahrhafter Frömmigkeit, damit sie „leben" (V. 4). Worin die wahrhafte Frömmigkeit bestehe, sagt der Prophet negativ und positiv zur Genüge: a) Keine Gewaltthätigkeiten; b) keine Ueppigkeit; e) kein unsinniges Gottvertrauen, kein Hoffen auf den „Tag des Herrn" (welcher Ausdruck ebenso wie die „Auserwählung" von seinen Zeitgenoffen ganz falsch als eine Bevorzugung Israels anfgefaßt wurde); <t) keine Werkheiligkeit; sondern e) „das Recht ströme wie Wasser dahin und die Gerechtigkeit wie ein gewaltiger Bach" (V. 24). Zweck dieser Ermahnungen nach so vielen und so schrecklichen Drohungen: „vielleicht begnadigt Gott, der Herr Zebaoth, den Ueberrest Josephs" (V. 15). Die Darstellungsweise ist charakteristisch für Amos: in die wenigen Worte dieses einen Verses drängt er für Die, die sich beffern wollen, den tröstlichen Ausblick in die Zukunft zusammen. Dann geht er sofort wieder dazu über, grau in grau zu malen: „Auf allen Straßen wird Klage sein . . ." (V. 16). Amos zweifelt zwar nicht an Gottes liebevoller Gnade, aber er rückt sie nicht in den Vordergrund; bei ihm ist Gott in erster Linie der strenge Richter, der „heimsucht alle Sünden", der nur „vielleicht begnadigt". Daran reiht sich ganz zwanglos der Schluß des Amosbuches, Abschn. 6, 10 bis zu Ende (Kap. 9, 8 ff.), der verheißungsvolle Trost einer besseren Zukunft. Aus einer solchen Behandlung der Lektüre ergiebt sich dann mühelos folgende Disposition. Für jeden einzelnen Punkt derselben sind sämmtliche Belegstellen aufzusuchen. Inhalt des Amosbuches. I. Strafpredigten. Der Prophet tadelt: 1. Unrecht im Gerichtsverfahren; 2. Ungerechtigkeit im Verhalten gegen Arme; 3. Unehrlichkeit, rücksichtslosen Eigennutz und Gewaltthat; 4. Ueppigkeit; 5. Werkheiligkeit; 6. Götzendienst; 7. Verstocktheit gegen die Worte der Propheten und Geweihten. II. Ankündigung des Strafgerichts. 1. Warum wird das Strafgericht eintreten? a) Gott selbst will es; b) Es ist eine nothwendige Folge der Sündhaftigkeit des Volks. 2. Welcher Art wird das Strafgericht sein? a) Im Allgemeinen: ein sehr schweres. Hierher gehören außer den oben angeführten Stellen u. a. auch die Schilderung des „Tages des Herrn" (3, 18 — 20 — Kap. 5, 18 — 20) und die „Visionen" des Propheten (5, 1 — 8 « Kap. 7, 1—9). b) Im Einzelnen: «) Das Volk wird untergehen; ß) Einzelne werden gerettet werden. III. Ermahnungen. 1, Gegenstand der Ermahnungen:

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