Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 62 (1898)
- Issue
- Heft 4 (28.1.1898)
- Date
- 1898-01-28
- Page
- Seite 42 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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42 1. Schultage oder am Tage vorher statt. Es wird beschlossen, die Leiter der Anstalten rechtzeitig persönlich zu ersuchen, die Aufnahmeprüfung an einem Wochentage anzusetzen. Von einer Eingabe an das Provinzialschulkollegium wird Abstand genommen. Es folgt nunmehr die Revision der Berbandsstatuten, welche unverändert beibehalten werden. Rabbiner Dr. Goldschmidt - Königshütte übernimmt für die nächste Sitzung ein Referat darüber, wie Kinder aus verbotenen Ehen und solche, an denen nicht vollzogen worden, religiös zu behandeln seien. Die Angelegenheit wird mit Bezug auf einen Spezialfall von dem Vorsitzenden und Rabbiner Dr. Münz-Gleiwitz eingehend besprochen. Rabbiner Dr. Kaatz - Zabrze begründet hieraus seinen Antrag betr. Einrichtung eines Lesezirkels unter den Verbandskollegen und übernimmt es, nach Einholung von Erkundigungen, in nächster Sitzung weitere Mittheilung über die Ausführung seines Antrages zu machen. Der Antrag des Herrn Rabbiner Dr. Blumenthal-Ratibor, für das in Jerusalem zu erbauende israelitische Krankenhaus eine nochmalige Sammlung in den oberschlestschen Gemeinden vorzunehmen, wird nach eingehender Erörterung der Angelegenheit abgelehnt. Herr Dr. Kaatz regt auf den Wunsch eines außerhalb Oberschlesiens amtirenden Rabbiners an, der Rabbinerverband möge die religiöse Beaufsichtigung der rituellen Restaurationen in den schlesischen Bädern in die Hand nehmen. Die vorhandenen Mißstände werden allseitig anerkannt. Mangels geeigneter Mittel, diese zu beseitigen, werden vorläufig weitere Maßregeln nicht beschlossen. Für die nächste Versammlung, welche in Gleiwitz stattfinden soll, übernimmt Dr. Loewenthal ein Referat über ein noch zu bestimmendes religiöses oder pädagogisches Thema. Rach freien Besprechungen über verschiedene die religiöse Wirksamkeit des Rabbiners betr. Angelegenheiten wird die Versammlung geschlossen. Protokoll drr Norstandsfthung des Lehrerverbandes zu Berlin im Konferenzzimmer der Mädchenschule drr jüdischen Gemeinde, am 27. und 28. Dezember 1897. Anwesend sind sämmtliche Vorstandsmitglieder und zwar -. Dr. Adler-Berlin, Blumenfeld-Adelebsen, Bernhard-Tarnowitz, Dr. Blaschke-Berlin, Goldschmidt-Köln, Gutkind-Kassel, Herbst- Lissa, Levi-Neuß, sowie auf Einladung des Vorstandes Kollege Steinhardt- Magdeburg. 1. Sitzungstag. 1. Kurz nach 9 Uhr Vormittags eröffnet der Vorsitzende, Rektor Dr. Adler die Sitzung, indem er den Vorstand herzlich begrüßt und ihn ersucht, den von ihm, dem Vorsitzenden schriftlich erstatteten und den einzelnen Vorstandsmitgliedern bereits früher mitgetheilten Geschäftsbericht über das zweite Verbandsjahr zu genehmigen. Dieses geschieht nach ewigen redaktionellen Aenderungen. 2. Der Vorstand beschließt die Veröffentlichung des Geschäftsberichtes und des Protokolls über die gegenwärtige Sitzung auf Kosten des Verbandes. 3. Auf Vorschlag des Vorsitzenden wird zur Vorberathung der Satzungen für die zu errichtende Pensions-, Wittwen- und Waisenkasse eine Kommission eingesetzt, bestehend aus den Herren Dr. Adler, Blumenfeld und Steinhardt-Magdeburg und dem Herrn Handelsrichter Theodor Lustig-Berlin. 4. Der Schatzmeister Gutkind-Kassel erstattet den Kassenbericht. Nach demselben betrugen im laufenden Jahre die Einnahmen 1962,50 Mark, die Ausgaben 1814,50 Mark, so daß der gegenwärtige Kassenbestand nur 148 Mark beträgt. Hiervon ist noch eine Reihe Ausgaben zu bestreiten. Da aus dem vorigen Jahre noch ein Defizit zu decken war, und im laufenden Jahre 16 Vereine mit 1420 Mark unterstützt wurden, dem Verbände aber nur der Beitrag des D.-J. G.-B. von 1500 Mark und ein Zuschuß desselben zu den Kosten der Statistik von 150 Mark, die Beiträge der Mitglieder ä 50 Pfg. im Betrage von 302,50 zur Verfügung standen, so war ein abermaliges Defizit nicht zu verhüten. Im Laufe der Verhandlung über die Deckung des Defizits wird darauf hingewiesen, daß die Zuweisung an die einzelnen Vereine seit dem Bestehen des Verbandes eine größere geworden ist. Im Jahre 1895 wurden 11 Vereine mit 1250 Mark, 1896 14 Vereine mit 1230 Mark, in diesem Jahre 16 Vereine mit 1420 Mark subventionirt. Der Vorstand beschließt im Hinblick auf die geringen Mittel, welche dem Verbände zur Verfügung stehen, an die Einzelvereine das Ersuchen zu richten, daß diese entweder ihre Delegirten auf eigene Kosten zum Delegirtentage (stehe unter 6) entsenden — oder daß sie zu den Kosten dieses Delegirtentages einen angemessenen Beitrag an die Kasse des Vorstandes zahlen mögen. Die in Berlin wohnenden Mitglieder des Vorstandes haben mit dem Schatzmeister des D.-J. G.-B. die Revision der Verbandskasse vor" genommen und nach sorgfältiger Prüfung dem Schatzmeister des Vorstandes Decharge ertheilt. Die genannten Herren sollen ersucht werden, auch in diesem Jahre die Revision vorzunehmen. 5. Der Vorsitzende schlägt die Einsetzung einer Kommission vor, welche die Verbandssatzungen und die etwa einlaufenden Anträge der Vereine auf Abänderung derselben einer Prüfung unterziehen und event. dem nächstjährigen Delegirtentage Abänderungsvorschläge unterbreiten soll. In diese Kommission werden gewählt: Blumenfeld, Gutkind und Lehrer Amram-Borken. 6. Es wird beschlossen, die nächste Borstandssttzung Montag, den 26. und den Delegirtentag am darauf folgenden Tage, Dienstag, den 27. Dezember 1898, in Berlin abzuhallen. Die Tagung des letzteren soll eine öffentliche sein. 7. Auf Grund der von den einzelnen Vereinen gelieferten Nachweisungen haben einzelne Vereine aus den ihnen gewährten Subventionen für ihre Jahreskonferenzen den Mitgliedern die Reisekosten vollständig, andere nur 20 pCt. derselben erstatten können; deshalb wird die Subvention einiger Vereine gekürzt, die anderer erhöht. Für die Folge soll bei der Festsetzung der Subventionen der durchschnittliche Prozentsatz der ersetzten Reisekosten der vorhergehenden Jahre zu Grunde gelegt und von diesem Grundsatz nur dann abgewichen werden, wenn ein dringendes Bedürfniß vorliegt. Der Delegirtenversammlung bleibt es Vorbehalten, einen anderen Modus vorzuschlagen. 8. Aus Anlaß der Gründung mehrerer Bezirksvereine, der Abzweigung kleinerer Vereine von größeren und der dadurch entstehenden Zersplitterung saßt der Vorstand den Beschluß: Die bisher bestehenden Vereine werden anerkannt, dagegen soll bei neu zu gründenden oder neu gegründeten die Gewährung der Subvention jedesmal von der Frage abhängig gemacht werden, ob die Neugründung berechtigt oder nothwendig gewesen ist. 9. Die Vereinsvorsttzenden sollen ersucht werden, auf den Jahresversammlungen anzufragen, wer von den Lehrern bereit ist, sich dem D.-J. G.-B. zur Mitarbeit bei der Herausgabe des statistischen Jahrbuches zur Verfügung zu stellen. Dem D -I. G.-B. soll empfohlen werden, die betreffenden Fragebogen auch den Lehrern zuzusenden sowie den Lehrern das Jahrbuch zu ermäßigtem Preise abzugeben. 10. Zu Punkt 6 der Tagesordnung, Besprechung der Resolution der Spezialkonferenz der jüdischen Lehrer Süd-Hannovers, betreffend die Erhaltung und Begründung von jüdischen Elementarschulen, welche sich in der Hauptsache mit der im Jahre 1896 gefaßten Resolution des Vereins der Ostprovinzen deckt, wird der Beschluß gefaßt, dieselbe zur Kenntniß sämmtlicher Vereinsmilglieder zu bringen. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: Zur Erhaltung und Begründung jüdischer Elementarschulen beizutragen, ist Pflicht des Lehrers. Dieses kann er, indem er 1. die gegen die jüdische Elementarschule bestehenden Vorurtheile und Mißverständnisse durch Aufklärung beseitigt und den hohen Werth derselben zum Berständniß bringt, 2. bei den maßgebenden Stellen die Einrichtung einer öffentlichen jüdischen Elementarschule in die Wege zu leiten sucht und 3. wenn dieses nicht zu erreichen ist, für Begründung einer Privat- Elementarschule — als Borläuferin der öffentlichen Volksschule — eintritt und wirkt. 11. Auf die Anträge von Mitgliedern des Verbandes auf Herausgabe eines Jahrbuchs oder einer Monatsschrift bezw. einer Lehrerzeitung beschließt der Vorstand, zur Prüfung aller vorliegenden AntrM