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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-12-28 · Heft 52 (28.12.1906) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 52 (28.12.1906)
Date
1906-12-28
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 Bedeutung des Chanukah-Festes"; .Sonntag,den 23. Dezember 1906, vormittags 11 Uhr: Oberlehrer Dr. Wölbe „Major Burg, ein jüdischer Offizier der preußischen Armee"; Sonntag, den 30. Dezember 1906, vormittags 11 Uhr: Dr. Carl Lewin „Bau und Funktion der inneren Organe"; Sonntag, den 6. Januar 1907, vormittags 11 Uhr: cand. jur. Jsi Kahn „Altjüdisches und-modernes Strafrecht"; Sonntag, den 13. Januar 1907, vormittags 11 Uhr: eand. jur. Bernhard Kahn „Die sozialpolitischen Institutionen des Judentums"; Sonntag, den 20. Januar 1907, vormittags 11 Uhr: Sanitätsrat Dr. L. Ewer „Die Ernährung"; Sonnabend, den 26. Januar 1906, nachmittags 6 Uhr: Dr. Phil. W. Neumann „Jüdische Wohltätigkeitsübung". 6. Königsberg, 17. Dezember. Am Sonntag Vormittag tagte im Sessionszimmer der Synagogengemeinde eine Versammlung der Königsberger Mitglieder des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, um über den Zusammenschluß zu einer Ortsgruppe zu beraten. Stadtrat Magnus gab zunächst einen kurzen Rückblick über die Entstehung der Königsberger Mitgliedschaft, die sich am 21. Januar 1903 im Anschluß an einen Vortrag des Justizrats Fuchs-Berlin im „Artushof" konstituiert hat. Der Verein habe sich bis jetzt seinen Aufgaben vollkommen gewachsen gezeigt, so daß zu wünschen sei, daß jeder Jude deutscher Nationalität Mitglied des Vereins werde. Am 24. Februar n. I. solle in Berlin eine Sitzung des Zentralvereins abgehalten werden, und es sei von der Zentralleitung angeregt, daß in den einzelnen Städten, soweit die Mitgliederzahl die Höhe von 75 erreicht habe, Ortsgruppen gebildet werden, die zu der Berliner Versammlung Delegierte zn entsenden hätten. Da in Königsberg über 160 Mitglieder dem Zentralverein angehörten, so ergebe sich auch hier die Notwendigkeit zur Gründung einer Ortsgruppe. Nach der Verlesung der Satzungen für die Ortsgruppen durch Rechtsarlwalt Bogusch warf Bankdirektor Marx die Frage auf, ob zurzeit, nachdem sich ein Verband der deutschen Juden gebildet habe, der die gleichen Ziele wie der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens erstrebe, ein erfolgreiches Wirken beider Vereinigungen möglich sei. Professor Tr. Lassar-Cohn gab Aufschluß über die Berührungs- und Differenzpunkte der beiden Verbände und war der Ansicht, daß beide sehr wohl nebeneinander ersprießlich wirken könnten. Kausmarrn Julius Lazar war gegen die Gründung der Ortsgruppe, deren Notwendigkeit er nicht anerkannte Die antisemitische Bewegung sei im Abflauen begriffen und habe sich speziell in Ostpreußen nie stark bemerkbar gemacht, und schließlich sei zu ihrer Bekämpfung der Zentralverein da. Demgegenüber betonte Professor Dr. Falkenheim, wenn auch der Radallantisemitismus abgenommen habe, so wäre doch zu konstatieren, daß der gesellschaftliche Antisemitismus, besonders in Beamtenkreisen, keineswegs ahe genommen habe, vielmehr nach wie vor in gefahrvoller Form florier, und eine entschiedene Bekämpfung erfordere. Nachdem noch mehrere Redner für die Gründung der Ortsgruppe eingetreten waren, wurde ihre Bildung von der Versammlung beschlossen. In den Vorstand wurden folgende Herren für eine dreijährige Wahlperiode gewählt: Rechtsanwalt Bogusch. Professor Dr. Falkenheinl, Chefredakteur Dr. Herzberg, Justizrat Holtz, Kaufmann N. Landsberger, Stadtrat Magnus, Bankdirektor George Marx, Oberlandesgerichtsrat Geheimer Justizrat Moffe und Rabbiner Dr. Vogelsteiu. r. Tilsit, 25. Dezember. Am 18. Dezember verstarb plötzlich einer unserer angesehensten Mitbürger, der Stadtrat Hermann Glaser. Der Verstorbenervar 30 Jahre lang Vorsitzender des Vorstandes der Kreis-Synagogengemeinde Tilsit und hat während dieser langen Zeit durch Pflichttreue, Ehrenhaftigkeit, Rechtlichkeit der Gesinnung und großes Verwaltungstalent sich unumschränkte Hochachtung und Anerkennung erworben. Sein Begräbnis gestaltete sich zu einer großen Trauerkundgebung nicht nur von seiten der Gemeinde, sondern auch von seiten der ganzen Stadt. Im Trauerhause hatten sich die Spitzen der städtischen Behörden, die Gemeindevertreter und die Vertreter der anderen Körperschaften und Vereine, deren Vorstandsmitglied der Verstorbene ebenfalls gewesen war, eingefunden. Herr Rabbiner Dr. Ehlik gab ein Lebensbild des Verstorbenen, der sich als Bürger, Jude und Mensch einen unvergänglichen Namen erworben habe. Der stellvertretende Vorsitzende der Kreis- Shnagogengemeinde, Herr Dr. Rosenkranz, widmete dem entschlafenen, langjährigen Vorstandsvorsitzenden von Herzen gehende Worte des Dankes und der Anerkennung für die dreißigjährige, treue Arbeit für die Gesamtintereffen der Gemeinde, deren letzte Grüße er dem Dahingeschiedenen nachries. Ein sehr großes T'rauergefolge geleitete die sterblichen Reste zum Friedhofe. Das Andenken dieses vortrefflichen Mannes wird bei uns unverlöschlich sein. H. Posen, 19. Dezember. Vor ungefähr 15 Jahren stiftete Moritz Rohr in Breslau zur Erinnerung seiner verstorbenen Eltern einen Betrag von 600 000 Mark mit der Bestimmung, daß in Posen ein Krankenhaus erbaut werden soll. Der Stiftungsbetrag wurde der hiesigen Synagogengemeinde zu diesem Zwecke mit der Maßgabe überwiesen, daß das Krankenhaus die Bezeichnung: „Jüdisches Krankenhaus, Abraham und Henriette Rohrsche Stiftung" führen soll. Das Stiftungskapital ist durch Spenden von anderer Seite bedeutend verstärkt worden. Die aus den Gesamtlegaten fließenden Einnahmen, welche zur Bestreitung der Ausgaben verwendet werden, reichen zu letzteren nicht aus, es muß vielmehr die hiesige Synagogengemeinde einen erheblichen Zuschuß leisten. Die Anstalt ist an der Ohlavisstraße auf einem l vier Morgen großen Grundstück belegen, wovon ein Morgen bebaut ist. Das Krankenhalls hat einen Vorgarten und einen großen Hintergarten; ferner ist noch ein an der Königstraße gelegenes, drei Morgen großes, unbebautes Gartenland vorhanden. Das Gebäude ist ein Mnheitsbau, der seinerzeit in Fachwerk hergestellt werden mußte. Das Verwaltungsgebäude bildet den Kopf, von tu* 1*1011 Mitte in der Richtung nach Westen sich das Krankenhaus erstreckt, an dessen Nordseite das Oekonomiegebäude liegt. Das Krankenhaus hat 16 größere und kleinere Krankenräume mit den dazu nötigen Nebenräumen. In jedem Stockwerk ist eine geräumige offene Liegehalle vorhanden. Die Heizung erfolgt durch Niederdruckdampfheizung, die Lüftung mittels Lnftkanälen; auch ist eine Zentrallvarmwasserversorgung vorhanden. Außer einem Verband- und Untersuchungszimmer sind zwei Operationsräume vorhanden, ferner ein Laboratoriunr und ein Röntgenkabinett. Die Waschküche liegt im Oekonomiegebäude. Neben der letzteren befindet sich der Desinfektionsraum. Ferner befindet sich im Krankenhaus eine Synagoge. Als Oberarzt sind angestellt: Prof. Jaffe für die chirurgische Station, und für die innere Station Dr. Caro. Als Augenarzt ist Herr Dr. Pulvermacher in der Anstalt tätig. Im Hanse selbst wohnt ein Assistenzarzt. Die Verwaltung erfolgt durch eine aus der Gemeinde gewählte Komnlission. Die Krankenhausverwaltung selbst leitet der Krankenhausinspektor Schwarz. Das Krankenhaus besitzt eine Hausapotheke. Die Arzneien usw. werden vom Inspektor, welcher die Befähigung hierzu besitzt, angefertigt. Die Oekonomie wird von der Wirtschaftsvorsteherin Fräulein Czapski verwaltet. Es find Wärter und Krankenpflegerinnen vorhanden, die sich gewöhnlich aus dem Wartepersonal anderer Anstalten und Schwestervereinigungen ergänzen. Es ist hervorzuheben, daß die Lage des Krankenhauses eine relativ günstige ist, daß Betrieb und Einrichtung das gewöhnliche Maß eines kleineren Krankenhauses bei weitem überschreiten. Es werden jährlich ungefähr 500 Kranke ausgenommen. — Die Söhne des verstorbenen Stadtrats, Kommerzienrats Ad olph Kantor owitsch, Hans Kantorowitsch und Dr. Ludwig Kantorowitsch, haben zu dauerndem Gedächtnis an ihre verstorbenen Eltern dem hiesigen Magistrat ein Kapital von 20 000 Mark zur Errichtung einer „Kommerzienrat und Stadtrat Adolph und Ceoline Kantorowitsch, geb. Kaysersche-Stistung" überwiesen, deren Zinsen alljährlich an den Geburtstagen der Eltern, nämlich am 7. Oktober und 16. November, an je zwei bedürftige Gewerbetreibende der Stadt Posen verteilt werden sollen — in erster Reihe Kaufleute — ohne Unterschied der Religion und des Geschlechts. mp. Breslart, 16. Dezember. Die Generalversammlung des Vereins israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen fand am 23. v. M. hier im Sitzungssaals der Repräsentanten der Shnagogengemeinde statt. Außer dem sonst üblichen geschäftlichen Teile sind folgende Punkte zur Beratung gestellt worden: 1. „Beratung über die Erwerbung außerordentlicher Mitgliederschaft lauf Grund des Beschlusses der letzten Generalversammlung); 2. „Wie können die Lehrer die Arbeiten des Gesamtarchivs der deutschen Inden unter» stützen V (Dozent Dr. Brann-Breslau); 3. „Wünsche der Lehrer und Kultusbeamten in betreff der geplanten einheitlichen Organisation der jüdischen Gemeinden in Preußen" (Bähr-Waldenburg); 4. „Kantoren' verband und Kantorensektion" (Schweitzer-Glogau); 5. Referat über

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