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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-07-13 · Heft 28 (13.7.1906) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 28 (13.7.1906)
Date
1906-07-13
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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sichern, sondern auch von Repräsentanten verwaltet werden ^olle; die diesbezüglichen Wahlen sind bereits erfolgt. — In Posen werden pro 1906 39 Prozent an direkten Steuern erhoben. Insgesamt haben 1700 Zensiten diese Steuerlast zu tragen. — Im Alter von 72 Jahren ist der Kantor I. Cohn in Schönlanke gestorben. Derselbe war 50 Jahre im Amte, davon 30 Jahre in Schönlanke. — Kaufmann Markus Hopp in Schulitz ist zum Korporationsvorsteher daselbst gewählt worden. — Der Kaufmann und Beigeordnete Samelsohn in Pakosch hat für das dort neu erbaute Rathaus ein kostbares Kaiserbild gespendet. — Die jüdische Volksschule in Pakosch ist wegen zu geringer Schülerzahl an: 1. Juli aufgelöst worden. Die Schüler dieser Schule sind der evangelischen Schule daselbst einverleibt worden. — Die Verwaltung der Synagogengemeinde Namslau hat eine eingehende Renovierung des Gotteshauses beschlossen. — Der Kantor Czechano wicz in Wreschen beging neulich seinen 70. Geburtstag, nachdem er erst kurz vorher das Jubiläum seiner 40jährigen Amtstätigkeit begehen konnte. — Die Shnagogengemeinde in Znin hat die Anlegung eines Friedhofes beschlossen, da der bisherige sich als unzulänglicherwiesen hat. — Die Synagogengemeindeverwaltung in Lobsens hat beschlossen, pro 1906 an Korporativnsbeiträgen 36 Prozent und an Schulbeitrügen 65 Prozent der Einkommensteuer zu erheben. — In Adeln au ist der langjährige Verwalter der Synagogengemeinde, Rentier Feibelsohn, gestorben. ecl. Magdeburg, 26. Juni. Der Synagogengemeindeverband der Provinz Sachsen hat seinen Bericht für das Geschäftsjahr 1905/1906 veröffentlicht. Die Gemeinde Suhl ist mit Rücksicht auf die durch den Synagogenneubau ihr erwachsenen größeren Ausgaben aus dem Verbände ausgetreten. Es gehören ihm sonach nur noch 22 Gemeinden an, und zwar: Aschersleben, Bitter' feld, Bleicherode, Burg, Delitzsch, Egeln, Eisleben, Erfurt, Gardelegen, Halberstadt, Halle a. S., Calbe a. S., Magdeburg, Mühlhausen i. Th7, Nordhausen, Neuhäldensleben, Quedlinburg, Schönebeck a. E., Staßfurt, Stendal, Taugermünde und Zeitz. Das Vermögen des Verbandes hat sich um ein Geringes verbessert. Der Kapitalgrundstock ist durch Zuführung der nicht verbrauchten Einnahmen um einiges verstärkt worden. Die wichtigeren und wesentlichsten Aufgaben des Verbandes haben durch die gebotene Sparsamkeit eine Einbuße nicht erlitten. In Neuhaldensleben ist wegen Mangels an schulpflichtigen Kindern der Religionsunterricht eingestellt worden. Zu den Gemeinden Calbe und Tangermünde, von denen man im vorigen Jahre gleiches berichten mußte, gesellt sich also diese Gemeinde als dritte. Noch vor fünf Jahren wurden dort elf Kinder von Verbandswegen unterrichtet. Im übrigen wurde mit Hilfe von Verbandsmitteln Religionsunterricht in den Gemeinden Burg, Gardelegen, Merseburg, Neuhaldensleben und Zeitz erteilt. Inspektionen haben in Eisleben durch Rabbiner Dr. Feßler und in Quedlinburg durch Rabbiner Dr. Auerbach stattgesunden. - In den Verbandsgemeinden Bitterfeld, Eisleben, Staßfurt, Stendal und Tangermünde haben an den hohen Festtagen Hörer der Lehranstalt sür die Wissenschaft des Judentums und des Rabbinerseminars in Berlin als Pre- . diger fungiert. Von Jahr zu Jahr erkennen die Gemeinden immer mehr den Wert und die Bedeutung dieser von Verbandswegen getroffenen und aus Verbandsmitteln unterhaltenen segensreichen Einrichtung. An dem Gemeindetage, am 9. April 1905 in Magdeburg, haben sieben Verbandsgemeinden teilgenommen. Die Zahl der Ausschußmitglieder ist von neun auf 15 erhöht worden. Auf den beiden bedeutsamen Tagungen im Lause des Verwaltungsjahres, dem zehnten Gemeindetag des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes — am 12. und 13. Juni 1905 in Frankfurt a. Main — und der Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden — am 30. Oktober 1905 in Berlin — ist der Synagogengemeindeverband vertreten gewesen. Die Einnahmen betrugen 3087,09 Mark, die Ausgaben 2248,93 Mark, mithin ist ein Kassenbestand von 838,16 Mark vorhanden. Dresden, 10. Juli. Der Verwaltungsbericht der Israelitischen Religionsgemeinde auf das Jahr 1905 bietet auch diesmal ein übersichtliches Bild reger Tätigkeit im Interesse des Gerneinwohls. Die Israelitische Religionsgemeinde Dresden hatte Errde 1905: 549 (534) stimmberechtigte Mitglieder. Ausgeschieden sind 1905: 36 stimmberechtigte Mitglieder, und zwar 12 (11) infolge Ablebens, 20 (20) infolge Wegzuges, 3.(3) wegen Steuerrestes, 1 (0) wegen Austritts aus dem Judentum. Die Religionsschule besuchten 1905:173 (165) Knaben und 146 (141) Mädchen. Die Religionsschule hat 6 Knaben- und 6 Mädchenklassen mit je zweijährigem Kursus für die unterste und die oberste Klasse. An ihr unterrichten Herr Rabbiner Dr. Winter als Direktor, die Herren stellvertretender Rabbiner Auerbach und Dr. Stein, Lehrer Wolfsohn und Levi, sowie Frau Wolfsohn. Nach den Ergebnissen der Volkszählung vom I. Dezember 1900 befanden sich von 12 419 Juden in Sachsen, 3059 in Dresden, 6314 in Leipzig, 1137 in Chemnitz. Die Sitze der israelitischen Religionsgemeinden in Sachsen befinden sich in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen, Annaberg, Zwickau, Bautzen und Zittau. — Der Gemeinderat besteht aus den Herren a) Vorstehern: 1. Adolph Salzburg. 2. Max Elb. 3. Oscar Lesser. d) Deputierten: 4. Julius Hirsch. 5, Max Levi. 6. Eduard Richard Mattersdorff. 7. Dr. Carl Mendel. 8. Carl Meyer. 9. Julius Salinger. 10. Gustav Tuchler. II. Dr. med. Emil Zimmermann. — Durch den Tod des Justizrats und Notars Gustav Meyer hat die Gemeinde einen überaus schmerzlichen Verlust erlitten. — Die Ministerien des Kultus und der Finanzen haben untern: 7. März 1905, laut Nr. 12 im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen, folgende Verordnung erlassen: 8 1. Auf Ansuchen der Vorstände der im Königreich Sachsen bestehenden israelitischen Neligionsgemeinden haben die Gemeindebehörden als Ortsbehörden der Staatssteuerverwaltung über die staatliche Einkommensteuerveranlagung derjenigen Israeliten, die im Gemeindebezirke ihre Staatseinkommensteuer zu entrichten haben, nach Maßgabe 'der folgenden Grundsätze Auskunft zu erteilen. 8 2. Die Vorstände haben in ihrem Gesuche diejenigen Personen nach Namen und Wohnung (Straße und Hausnummer oder Brandkatasternummer) zu bezeichnen, über deren Veranlagung zur Staatseinkommensteuer Auskunft gewünscht wird. 8 3. Tie Gesuche sind alljährlich bei der Gemeinde einzureichen. § 4. Die Vorstände der israelitischen Neligionsgemeinden sind verpflichtet, die ihnen mitgeteilten Katasterauszüge ausschließlich für die Zwecke der Kultussteuererhebung zu verwenden und streng geheim zu halten. — In Gemäßheit dieser Verordnung hat der Gemeinderat beschlossen, daß ab 1. Januar 1907 die Umlegung der Kultussteuer auf die Gemeindemitglieder im Verhältnis ihrer Veranlagung zur Staatseinkommensteuer durch einen auf Amtsverschwiegenheit zu beeidenden Beamten unter Aufsicht eines vom Gemeinderat zum Besteuerungskommissar zu wählenden Vorstehers erfolgen solle. — Unserer Gemeinde sind an milden Spenden und Stiftungen zugeflossen: Von den Herren Fritz Heller hier, Dr. Ernst Heller, Potsdam, Dr. Hans Heller, Berlin, zum Andenken an ihre in Gott ruhenden Eltern, Herrn Varuch Heller, Frau Ludmilla Heller geb. Gutmann und Frau Jenny Heller geb. Gutmann, 5000 Mark sächs. 30/^ Rente zur Errichtung einer „Baruch-Heller-Stiftung" und 4000 Mark dergl. zur Errichtung einer „Ludmilla und Jenny Heller-Stiftung", zusammen 9000 Mark, mit der Bestimmung, daß die Zinsen von 3000 Mark an einen Insassen des Henriettenstifts ausgezahlt werden, welcher aus den Mitteln des Stifts selbst keine Barunterstützung, erhält (s. VI). Ferner sollen die Zinsen^von je 1500 Mark dem Israelitischen Frauenverein und der Israelitischen Krankenverpftegungs-Gesellschaft und von je 1000 Mark dem Mendelssohn-Verein, dem Israelitischen Armen- und Fremden- Unterstützungsverein und dem Kinderhort zugeführt werden. Von den Herren Kommerzienrat und Konsul Max Arnhold und Kommerzienrat Georg Arnhold hier, sind uns zur Verstärkung der im Jahre 1889 errichteten „Dr. Adolph Arnhold Stiftung" 1000 Mark Mitteld. Bodenkr. 4% Pfandbr. übergeben worden. Die Stiftung führt fortan die Bezeichnung „Dr. Adolph und Mathilde Arnhold- Stiftung". Von Herrn Geh. Kommerzienrat Leopold Koppel, Berlin, 1000 Mark bar, welche nach dessen Bestimmungen wie in den Vorjahren verteilt worden sind. Aus dem Nachlasse des verstorbenen Herrn Dr. med. Edmund Levi infolge dessen letzwilliger Verfügung 500 Mark bar. — Die Gründung eines Verbandes der Israelitischen Gemeinden des Königreichs Sachsen, welcher die Wahrnehmung gemeinsamer Rechte und Interessen bezweckt, ist nunmehr soweit gediehen, daß die gemeinsame Beratung ihrer Vertreter zur endgültigen Feststellung der Statuten einberufen werden soll. Der im Jahre 1901 in Freiberg von unserer Gemeinde eingerichtete

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