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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-02-06 · Heft 16 (6.2.1838) · p. Seite 63

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 16 (6.2.1838)
Date
1838-02-06
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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63 Zeder Fest-Vorabend fyat seinen besondern Psalm — so wie die Portugiesen denn fast sammtliche Psalmen im liturgischen Gebrauch haben — der vor dem Abendgebet von der ganzen Versammlung unisono abgesungen wird; nemlich zu Neujahre Ps.81., Laubhütten Ps. 42. u. 43. Schlußfest' Ps. 12. (warum?), Passah Ps. 107., Wochenfest Ps. 68. Der Chasan wiederholt dann den Schluß-Vers, indem er sogleich in die Melodie des Fest-Lad,'sek übergeht. Festabends-Pijutim (Uavgaraliit) sind nicht vorhanden. Am kipur-Vorabend beginnt der Gottesdienst mit dem Pismon 8el»6MLvg Koli; alsdann werden drei (in Amsterdam 13) Torarollen auf die Tribüne gebracht, der Chasan steht hinter derselben und singt dreimal das Kolnidre, darauf folgt /Schehechejäou, das Gebet für die Regierung und das für die Gemeinde, ein Jimlöcli und Haschkabä und Ps. 29. .{Run werden die Torarollen weggesetzt und es folgt das Abendgebet und Selichot. Nach dem Schluß bleiben Einzelne und lesen im Ketfcr malchüt das ptolomäische Sonnensystem nach. 8ekire hajichüd und Angim Semiröt sind völlig uubeka nnt. Die Opferbeschreibung (ngAboda) im Mussaf ist die bekannte mit Ata Kooaotä anfangende. Daß sie unser Hatanoe Tokef von mainzischem Ursprung nicht haben, versteht sich von selbst. Es werden durchaus weder an diesem Tage, noch sonst, Kittel (Todtenkleider) getragen. (Fdrtsetzung folgt.) Belletristik. An Israel." Heuchler nahen Deinem Heiligthume, Auf der Lipp' den falschen Weheruf, Drohend Deinem oft bewährten Ruhme, Den Dir mehr als ein Jahrtausend schuf — Und gehetzt von Hunger und von Neid Schwirren sie um Deine Herrlichkeit. Was der Zeiten Sense nicht zermalmte, Was des Hasses Hammer nicht zerbrach, Als der Rauch der Scheiterhaufen qualmte Zu deö Himmels ewig blauem Dach — Wähnen sie zu tobten mit dem Dolch Und dem Gift von Skorpion und Molch. Hatten früher im Gewand des Spotte- Dich dem Hohne einer Welt gesetzt. Wollen jetzo im Gewand des Todes Dich begraben, lebend, unverletzt, Graben schon ein tiefes, tiefes Grab Doch statt Deiner steigen sie hinab! Rufen: „ach, wie bist Du alt, verlassen, Du der Vorwelt steinernes Gebild, Todt und stumm in ewig ebrnen Massen, Und vom Rost des AlterthumS verhüllt! Damals, als die Mauer Salem's wich, Schnell Dein..Leben und Dein Glanz verblich Auch die Krokodille, weinen Thränen, Simon weinte, der Ilion verrieth — Doch verrathen ist des Heuchlers Stöhnen, Eh' der letzte Seufzer ihm entflieht: Nicht der Palmbaum', nicht die Eiche sinkt, Wenn ein ächzend Harfenlied erklingt. Mit den Zeiten bist Du eng verflochten, Israel — das ist Dein alter Ruhm! Und wenn Völker auch mit Völkern fochten, Unerschüttert ragt Dein Heiligthum: Was der Herr gebaut mit seinem Wort, Lebt in Zeit und Raum auf ewig fort. Ob auch Mauern stürzen, Städte sinken — Was find Mauern,, was sind Städte Dir? AuS des Lebens wahrem Quelle trinken Wirst Du immer neues Leben Dir! Wer in seinen Armen tragt sein Gut, Hat eö überall in seiner Hut! Du gestorben? — standst auf Roma's Trümmern, Warst dabei, als Hellas Kaiser sank, Hörtest Grenada'ö Bewohner wimmern, Sahst, wie Gallien mit Algerien rang, Und als Colomb aus nach Welten fuhr, Schifftest Du auch nach der neuen Flur. Als versank Egypten in den Wogen, Riefst Du: Der Einige regiert! AlS die Finsterniß die Welt umzogen, Riefst Du: Der Einige regiert! Da neu Licht die Welt beleuchtend ziert, Rufest Du: Der Einige regiert! Des lebendigen Gott'6 lebendiger Zeuge, Trugst Du still das schwere Sclavenjoch; Schimpften Dich verrätherisch und feige, . Zeugtest Du von Deinem Gotte doch — Da gesunken ist der Fesseln Zwang, Zeugst Du noch in eifervollem Drang! Darum wolle nimmer Dich ereifern, Bei dem Spott in falschem Klaggesang, Wenn Dich Knaben thöncht auch begeifern, Wandelst schweigend Deinen ew'gen Gang: Rüstig sah Dich alt' und neue Zeit, Rüstig schreite, wie's der Herr gebeut!

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