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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-02-06 · Heft 16 (6.2.1838) · p. Seite 62

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 16 (6.2.1838)
Date
1838-02-06
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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62 in Wolhynien liegt; ebendaselbst auf der zweiten Spalte werden einige Städte Galiziens zusammengestellt, die nicht ganz zusammenpafsen, hingegen sind andere, die angemessner in diesem Verhältnisse gewesen, ausgelassen worden; ebendaselbst muß Sam. BL — Bik heißen. In No. 97 lesen wir Ln einem Art. aus Wien, daß zu der Wahl des Herrn Sam. Rappoport als Rabbiner zu Tarnopol die Bestätigung der niederösterreichischen Regierung erwartet wird. Allein zu einer Rabbinenwahl ist in Galizien nur die Bestätigung des betreffenden Kreisamtes nothwendig; diese ist langst erfolgt, und der würdige undausgezeichnete Rappoport befindet sich schon Ln seiner Function zu Tarnopol. □ — Zu der in No. 7. gegebenen Nachricht, daß das Gebet für den Landesvater fortan in deutscher Sprache gehalten werden soll: füge ich hinzu, daß das Gebet uns von der hohen Regierung zugefertigt worden. Nachdem in demselben für das lange Leben, die glorreiche Regierung unsers geliebten Landesfürsten, für das Wohl der hochverehrten Landesmutter, für das der ganzen hohen kaiserlichen Familie und der Staatsbeamten, für das Glück und Heil des Vaterlandes ein inniges Gebet vorangeschickt wird, überrascht uns der Schluß des Gebetes, der wörtlich so lautet: „Gib, o Gott, daß jedes Streben und Wirken gelinge, und auch wir des Segens theilhaft werden, unsere Wünsche und Bitten Erhörung finden, wir einen Ehrenstand finden mögen im Vaterlande, Wohlwollen finden unter den Menschen, wie wir Gnade und Erbarmen zu finden hoffen, Herr, vor Deinem Weltthrone." Diese Worte zeigen jedem den Willen der weisen Landesregierung, uns zu bürgerlicher Achtung zu führen und auf diesem Wege uns zu fördern. Wie hoch schlagt bei diesen Worten das Herz jedes wahrhaften Israeliten, wenn es sich in ihnen bewußt wird, was Alles möglich, was Alles einer schönem Zukunft aufbewahrt ist. —.. Theologie. Der Ritus der portugiesischen Synagoge. (Fortsetzung.) Wer zur Tora gerufen wird, tritt auf die Tribüne mit denWorten: Adonai nglmniaehemm und erhält von den Umstehenden dieAntwort JebarechechäAdoni; hierauf spricht er die Bersebä wie bei uns (die Orientalen sagen aber et torstö) torät tzmet) und entlaßt seinen Vormann, der so lange wartete, mit einem kleinen Bückling. Sobald er ganz zu Ende ist, kommen seine Kinder, Enkel, Neffen, zu ihm heran auf die Tribüne und er segnet sie sogleich, gleichsam um ihnen die eben eingesogene Weihe schnell mktzutheilen. Jeder, der zur Tora war, erhält ex oKeio einen Mische-Beräcb (es werden aber aufBestellung gewöhnlich drei daraus) mit hebräischen Eingangsworten und portugiestschem Text, dessen Variationen je nach den Familienverhältnissen des Betreffenden sehr mannigfaltig sind, und von Seiten des Vorsängers eine sehr specielle Kenntniß erfordern So heißt es z. B. Uisclieberacl» Abotenu A. J. & J. hu jebarech et Iiageblr oder habachür Senhor N. N. (Vorname und Familienname, des Vaters Vornamen mit anzugeben, ist nicht unbedingt nothwendig, wie bei uns); schemnadeb (Nennung der Summe) a Sedakä pela Saude (Gesundheit) de S? N. N. (man läßt nemtich immer den segnen, dem man den Aufruf verdankt, hier gewöhnlich dem Sr. Paruas Presidente) e Sra. Sua Prima (Gemahlin), e fiihos etc. Nun folgt z. B. bei einer hochschwanger«' que Dios Ibe concoda huma boa hora und dgt. m. Die pela Saude’s nehmen gar kein Ende, und diese Benedictionen bilden unstreitig den langweiligsten Theil dieses Ritus5 denn beim Wegsetzen der Tora treten noch viele andere vor die offene Lade und lassen sich oder ihren Freunden einen Misehe-Beräch lesen. Geopfert wird hierbei Geld, Wachs oder Del. — Jeder, der obligatorisch — als chijub — zur Tora kommt, kann sich außer der OKertas noch eine Haschkabä für verstorbene Verwandte, mit Erwähnung ihrer Namen, lesen lassm. Außerdem liest der Ebasau eben wie bei uns, eine Haschkabä für verstorbene Gemeindegenossen, nach einem fortlaufenden Register, woraus jedesmal eine bestimmte Anzahl Namen genannt wird. Unsere ordentliche Seelen- Eedachtnißfeierlkchkeit mit klatnat - Jad Haben sie aber nicht; sondern es wird die mit letzterer verknüpfte Spende unter der Benennung Uirnat Schalösch-Peugannm bezahlt. Das Hastara-lesen ist nicht leicht, da dieGemeinde blos zuhört und eben^wie bei den Absätzen im Äorlesen aus der Tora, den Schluß-Halbvers (Si^am) mitst'ngt. Nach jeder Haftara wird von allen Anwesenden der Vers Goalenu Ad. Zeb. Sehern« Kedösch Israel gesungen. Wenn aus mehren Rollen vorgelesen worden, wird der gebräuchliche halbe Kadifch erst über das letzte^Sefer gelesen. Der zuletzt zur 1 Tora gerufene heißt nicht Achärön sondern Mascblim, und man nimmt wo möglich einen Mann über 60 Jahre dazu. Die Stücke Berich schemeh, Jeküm purkäu und Äb-Haracheimm haben sie n'icht. Am Sabbatsschluß wird zuerst ohne Pardon der ganze Pf. 119 abgesungen, und dazu noch alle 14 Stufenpsalme nebst mehren andern, endlich auch unser Pf. 144. Der ziemlich kurzen Segenspruchsammlung Warten lechä geht das Lied Eliähu liänabi und das Gebet voran, in welchem von dm vielen Pforten (des Segens, der Wonne rc.) die Rede ist; hinterdrein folgt das Lied Hämabdfl.

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