Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 70 (1906)
- Issue
- Heft 20 (18.5.1906)
- Date
- 1906-05-18
- Page
- Seite 231 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3224737-3228690-3228711--62616-3289772- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
231 Solange der „Reichsbote" nicht den genauen Nachweis für diese Behauptung geführt und bewiesen hat, daß es ernste Männer, nicht dumme Gassenjungen gewesen sind, die solches von sich gerühmt haben sollen, wird es wohl gestattet sein, die Nachricht in das Gebiet zu verweisen, wo sämtliche Berichte der berüchtigten „Petersburger Telegraphenagentur" hingehören. * Also jetzt ist auch Schweden verjudet. Man traut seinen Augen kaum, wenn man diese Nachricht liest. In ganz Schweden wohnen 3402 Juden und zwar erst seit etwa einen: halben Jahrhundert, und in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit haben es diese 3402 Juden fertig gebracht, ein ganzes Land mit 57s Millionen Einwohnern zu verjuden- So berichtet wenigstens die „Deutsche Tageszeitung"., In diesem sehr geschätzten Blatt beklagt eine Frau Olga Müller aus Stockholm, daß, wie überall in Europa, so auch in Schweden das Bestreben der Juden darauf gerichtet sei, „das Nationalbewußtsein abzustumpfen". Zü diesem Zwecke habe man die glorreiche Nationalgeschichte kritisch zu verarbeiten versucht. Als abschreckende Beispiele werden Strindberg und von Heydenstam — beide natürlich Juden — genannt. Wie mit der Geschichte, so haben sie es auch mit der Religion und ihren Vertretern in der Kirche gemacht, z. B. Selma Lagerlöf — natürlich eine Jüdin. Die literarische Kabale der Juden hat aber auch ihre Arbeit auf die Zerstörung des Familienlebens gerichtet, siehe den Juden Ibsen. Dazu kommt der tägliche Krieg der Zeitungen, die natürlich alle in jüdischen Händen sind, gegen die gesellschaftliche Ordnung. Das alles aber genügt ihnen nicht. „Das historische Schweden und das gegenwärtige war in den Händen der Juden. Es blieb doch der Zukunft übrig: die Jugend! Um diese zu verderben, galt es die Lehrerschaft zu gewinnen." Wer hat dieses Kunststück in Schweden zustande gebracht? Kein Geringerer als Herr Abrahamsohn, der auf seinem Rittergute den Handfertigkeitsunterricht (Slojd) in einer Weise eingerichtet hat, daß dieses dadurch zu einer europäischen Berühmtheit und zu einem Muster für die ganze Kulturwelt wurde. Aber auch damit haben sich die bösen Juden noch nicht begnügt. Sie haben auch noch alle Lehrstühle der Literaturgeschichte und Aesthetik in Schweden besetzt. Und nun ging ihr einziges Bemühen darauf aus, den einen Aeropag, in den sie bisher noch nicht zu gelangen vermochten, nämlich die schwedische Akademie, auch noch zu erobern. Dieser Akademie ist nämlich die Verteilung des Nobel-Preises anvertraut worden. Und wenn erst die schwedische Akademie auch schon in den Händen der Juden sein wird, kommt überhaupt kein Nobel- Preis mehr an einen Germanen. „Das: Nobel-Institut ist in Gefahr!" schreit Frau Olga Müller in alle Winde aus. Wenn man dies alles'liest, so möchte es einem fast wie heller Wahnsinn erscheinen. Aber in diesem Wahnsinn liegt doch eine sehr bestimmte, und wie die Erfahrung gelehrt hat, richtige Methode. Es wird nämlich gegenwärtig von verschiedenen Seiten für einen Dichter Stimmung gemacht, der den nächsten Nobel-Preis erhalten soll.. Dieser Dichter ist aber nicht nur kein Jude, sondern einer der schlimmsten Antisemiten. Es ist dies der hinlänglich bekannte Herr Max Bewer in Dresden, der „Lieder aus Norwegen" gedichtet hat. Das ist des Pudels Kern! Damit Herr Max Bewer den Nobel-Preis erhält, muß Schweden verjudet sein und eine Agitation eröffnet werden, die der betreffenden Kommission die Augen darüber öffnet, in welche Gefahr Schweden und mit ihm das Nobel-Institut durch diese Verjudung geraten muß. Die^ Sache ist, wie man sieht, schlau eingefädelt, und es ist deshalb dringend notwendig, daß man beizeiten die Aufmerksamkeit der öffentlichen Meinung auf diese dunklen Machenschaften lenkt. ♦ Die englische Edukations-Bill ist schon in zweiter Lesung angenommen worden. In der vorigen Woche war eine Deputation der jüdischen Schulverwaltungen beim Unterrichtsminister, um diesem ihre Wünsche bezüglich der neuen Schulvorlage vorzutragen. Die Deputation bestand aus dem Chief- Rabbi, den Parlamentsmitgliedern Sir Philipp Magnus und Mr. H. Lucas wie auch Mr. Claude G. Montefiore usw. Sie haben dem Leiter des Board of Education und Schöpfer der neuen Bill ihre Beschwerden vorgetragen, die darin gipfelten, daß die religiöse Erziehung der Juden, besonders der Unterricht der hebräischen Sprache, gefährdet sei. Die Deputation wandte sich vor allem gegen die in Aussicht gestellte Bestimmung des Gesetzentwurfes, daß in den jüdischen Schulen nur an zwei Vormittagen in der Woche Religionsunterricht erteilt werden dürfe und daß auf Verlangen von vier Fünfteln der Eltern der betr. Schulkinder die Lokalbehörden eine Erweiterung des Religionsunterrichts zulassen können. Man hob hervor, daß es hiernach ganz in das Belieben der Lokalbehörden gestellt sei, ob sie dem Wunsche der Eltern nachgeben wollen und daß also jene die Möglichkeit hätten, die Klausel illusorisch zu machen. Man ersuchte den Unterrichtsminister, zur Verhinderung derartiger Eventualitäten der Klausel einen obligatorischen Charakter zu geben, und einen alltäglichen Religionsunterricht von 50 Minuten zuzulassen. Der Minister war zwar der Ansicht, daß von den Lokalbehörden nichts zu fürchten sei, sagte aber wohlwollende Prüfung des vorgetragenen Verlangens zu. Nach der Fassung der von der Regierung mitgeteilten Grundzüge des neuen Gesetzes könnten die Behörden die jüdischen Lehrer in den jüdischen Privatschulen durch christliche ersetzen; letztere dürsten dort sogar mit dem Religionsunterricht betraut werden. Der Minister erwiderte auf die hiergegen erhobenen Beschwerden, derartiges sei keineswegs mit dem Gesetzentwurf beabsichtigt, allerdings sei es nötig, den Wortlaut des betr. Paffus dementsprechend zu präzisieren. Die Deputation wünschte ferner eine Aenderung des bisherigen Zustandes, daß die jüdische Religionsschulverwaltung für die Benutzung der Räume der öffentlichen Schulen, zur Erteilung des Religionsunterrichts an die diese Schulen besuchenden Kinder, Miete zahlen muß. Der Minister bemerkte, es lasse sich schwerlich in das Gesetz eine derartige Bestimmung einfügen, da dieser Punkt nicht zu den durch das Gesetz zu regelnden Fragen gehöre; er hoffe jedoch, daß die Lokalbehörden es hier nicht an Entgegenkommen fehlen lassen würden. Mr. Birrel nahm alle Einwendungen steundlich entgegen, suchte sie zum Teil mit Gegenargumenten zu entkräften und versprach schließlich, einzelne der ihm vorgeschlagenen Amendements in die Bill aufzunehmen. Ä Rußland hat nun ein Parlament, eine Volksvertretung, und mag sie in ihren Rechten auch noch so sehr beschränkt, mag der Spielraum, welcher der zaristischen Willkür Vorbehalten worden ist, auch noch so groß sein, sie ist da und sie wird bleiben. Nehmen kann das Moskowitertum dem Volke seine Duma nicht mehr, und es kömmt nicht mehr auf die Regierung an, ob sie die Institutionen „treu bewahren" will oder nicht. Rußland hat den Weg des Verfaffungslebens msäSSrti&ian/Mt., , ...