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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-05-11 · Heft 19 (11.5.1906) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 19 (11.5.1906)
Date
1906-05-11
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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schließen uns dieser Bitte au. Der Bereit» Lehrlings heim Paukotv wirkt segensreich, zeigt nach innen »vie nach außen, daß der Jude auch als Handwerker Tüchtiges zu leisten vermag, und verdient schon ans diesem Grunde die weitgehendste Förderung. s. Berlin, 7. Mai. Aus dem Gebiete sozialer Fürsorge haben wir nicht viele so segensreich wirkende Institute, wie den Verein für Arbeitsnachweis, begründet von den Berliner Bnai-Briß- Logen, der sich ausschließlich mit dem Stellennachweis für Handel unb Gewerbe besaßt. Tie humanitären Bestrebungen des Vereins sind leider noch nicht so allgemein bekannt und gewürdigt, une sie es verdienen. Seit Beginn dieses Jahres, einschließlich April, erhielten durch Vermittlung des Vereins 1198 Personen Beschäftigung, außerdem wurden noch vorübergehend 235 Personen beschäftigt. Der Stellennachweis ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer unentgeltlich, »vorauf wir besonders Hinweisen. Diese humane Einrichtung verdient allseitige Förderung und Unterstützung. 8. Hohensalza, 3. Mai. Eine Konferenz der freien Vereinigung der jüdischen Lehrer des Regierungsbezirks Bromberg fand am 12. v. M. hier statt. Der Vorsitzende, Lehrer Herzberg-Bromberg, begrüßte die sehr zahlreich anwesenden Kollegen, insbesondere auch den als Gast anwesenden Gemeinderabbiner Dr. Kohn, rnit besonders herzlichen Worten und berichtete sodann über den Stand des Vereins, der bekanntlich erst vor einigen Monaten in Bromberg begründet worden und stets im Wachsen begriffen ist. Den Hauptvortrag hielt Gemeindesekretär Lehrer Samuel-Hohensalza, der über das vom Vorstande des Verbandes der jüdischen Lehrervereine int deutschen Reiche ausgestellte diesjährige Verbandsthema: „Die. methodische Umgestaltung des hebräischen Unterrichts" in fesselnder Weife sprach. Seine Ausführungen fanden wohlverdienten Beifall und allseitige Zustimmung der Versammlung; es wurde auch eine entsprechende Resolution angenommen. In freien Besprechungen gelangten noch verschiedene allgemeine Angelegenheiten der jüdischen Schule zur Verhandlung. Der auf der Tagesordnung angesetzte Vortrag des Lehrers Herzberg über jüdische Jugendschristenliteratur mußte wegen vorgerückter Zeit ausfalleu. Als Ort für die nächste Versammlung, die am 8. Oktober stattfindet, wurde Bromberg gewählt. Der Vorstand der Vereinigung besteht aus den Herren Lehrern: Herzberg-Bromberg, Vorsitzender, Perzkowski-Naket. Schriftführer, und Roßkamm-Fordon, Kassierer. — Der Volksschullehrer Ho sfma nn von hier ist zum Religiouslehrer für die jüdische Religionsschule in Kö nigs - berg (Ostpr.) gewählt worden. Der hiesige deutsche Mäunerturnverein hat in seiner Generalversammlung beschlossen, seinem scheidenden langjährigen Turnwarte in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Männerturnverein zum Ehrenmitgliede zu ernennen. — Auch in unserer Stadt wurde iu ehrender Weise der 100. Geburtstag von Gabriel Rießer gefeiert. Die Gedenkfeier fand in der hiesigen Synagoge statt, welche bis auf den letzten Platz dicht gefüllt war. In seiner Predigt schilderte Herr Rabbiner Dr. Kohn Leben und Wirken Rießers in fesselnden Ausführungen. ----- Hamburg, 7. Mai. Der Israelitische Kranken verein von 187 6 hielt seine diesjährige Generalversaunnlung unter Vorsitz des Herrn Fr. Zinner ab. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden und gedachte zunächst der im verflossenen Jahre verstorbenen Mitglieder, derer» Andenken von der Versammlung in der üblichen Weise geehrt wurde. Aus der alsdann erstatteten Jahresabrechnung ergibt sich, daß der Verein itu Jahre 1905 von 243 Mitgliedern 6984,70 M. und an Zinsen 1269,82 Mark vereinnahmte. Unter den Ausgaben figuriert an erster Stelle an Krankengeld für 763 Tage 3251.50 Mark und an Sterbegeld 150 Mark. Die Bilanz schließt mit einem Gewinnüberschuß von 1645 Mark, wodurch das Vereinsvermögen auf fast 37000 Mark angewachsen ist. Tie Abrechnung wurde als richtig anerkannt. Bei den alsdann vorgenommenen Vorftandswahlen wurde der statutengemäß ausscheidende langjährige erste Vorsitzende Herr Fr. Zinner per Akklamation wiedergewählt. Ein Antrag des Vorstandes auf Erhöhung des Krankengeldes wurde nach sehr lebhafter Debatte abgelehnt, dagegen beschlossen, in Anbetracht der günstigen Vermögenslage der Kasse den bisherigen Mitgliedsbeilrag von 60 ans 50 Pfennig per Wcche herabzusetzen, vorbehaltlich der Genehmigung der Behörde für Krankenversicherung. — Außer den vou jüdischer Seite arrangierte»» Eriunerungsfeiern zum Andenken an Gabriel Rießer hat noch in der April-Sitzung des Bürger-Vereins zu Hau»-' bürg Herr Dr. Peter Toeplitz einen Vortrag gehalten über: „Dr. Gabriel Rießer, ein Hamburger Bürger, ein deutscher Patriot." Dem Redner wurde für den interessanten Vortrag der Dank der Versamullung zuteil. ----- Frankfurt a. M., 4. Mai. Der Jahresbericht des Philantropin ist erschienen. Er enthält zunächst eine Arbeit von Oberlehrer Dr. M. Levy über Sauromatium guttatum. Zur Beseitigung der von Jahr zn Jahr immer mehr fühlbar gewordenen ungünstigen Lage der Schule ist ein gut gelegener Platz in der Hebelstraße für den Neubau ermorbe»» worden, der in spätestens zwei Jahren dürfte bezogen werde»» können. Bei der Schlußprüsung 1904/05 erhielten von 23 Schüler»! 22 die Berechtigung zum Einjährig- Frei willigendienst, die des gegenwärtigen Schuljahrs bestanden sämtliche 17 Examinanden. Die Realschule wurde am 1. Februar 1905 von 207 (die Vorschule von 109), am Anfang des Schuljahres 1905/06 von 219 bezw. 109, am 1. Februar 1906 von 226 bezw. 109 Schülern, die Mädchensch»»le im Sommersemester von 185, im Wintersemester von 180 Schülerinnen besucht. Aus dem zur Jahrhundertfeier des Philantropin von früheren Zöglinge»» gestifteten Jubiläu»»»sfonds ist ein Preis von 1000 Mark ausgesetzt, den der Schulrat im soeben erschienenen Jahresbericht der Anstalt zur Ausschreibung bringt. Der Preis, der am 16. April 1907 zum erstenmal vergeben werden soll, »vird für eine hervorragende Leistung auf dem Gebiete der Wissenschaften. insbesondere der Nat»»r- oder Handelsnnssenschaften, der Kunst oder der Technik, gewährt, und zwar nur an frühere Schüler oder Schülerinne»» des Philantropins, die an dieser Anstalt einen »vesentlichen Teil ihrer Ausbildung empfangen haben. i. Darmstadt, 6. Mai. Vor kurzem fand im Ministerium des Innern eine Beratung darüber statt, wie der zu konstituierende Oberrat oder das Konsistorium der Israeliten beschaffen sein solle, wie die Mitglieder berufen oder ernannt werden sollen und welche Befugnisse der neuen Oberbehörde znftehen sollen. Zn dieser Beratung »varen zugezogen die Vorstände der israelitischen Religivrrsgemeinden von Mainz, Worrns und Gießen, nicht aber der der hiesigen Gemeinde, obwohl sich doch die Verhältnisse hier inzwischen zuu» Guten geändert haben. Im übrigen ist kaum abzusehe»», wie bei der gesetzlich festgelegten Trennung von Orthodoxen und Reformern in unserem Lande ein gemeinsamer Oberrat möglich sein sollte. --- Kreuznach, 2. Mai. Am 27. v. M. wurde Herr Isaak Neu in Odern Hein» an» Glan int Alter von 65 Jahren zur letzten Ruhe bestattet. Ein nach Hunderte»! zählendes Trauergefolge aus allen Schichten der Bevölkerung, ohne Unterschied des Bekenntnisses, der Kriegervereil» und der Gesangverein des Ortes mit Fahnen und Abzeichen, der Bienenzuchtverein (Herr Neu war Vorstandsmitglied des Vereins) gaben dem allgemein beliebten Verstorbene»» die letzte Ehre. Rabbiner Dr. Tarvrogi hielt die Grabrede, in welcher er den Verstorbenen als Familienvater, als Me»»schenfreund r»nd als Bürgerin eindrucksvoller Weise schilderte und in Anschluß an Sprüche Salomos 24, 21 darauf hinwies, daß der Verstorbene alle Eigenschaften eines echten deutschen Kriegers in sich vereinigte. Sodann sprach noch der nichtjüdische Vorsitzende des Bienenzuchtvereins herzliche Worte des Abschiedes und des Dankes für die großen Verdienste, die der Verstorbene sich um den Bieuenzuchtverein erworben hat- Ich bemerke noch, daß. der Bürgermeister des Ortes, Herr E. Schmidt, Reichstagsabgeordneter für den Kreis Odernheim, von Berlil» aus an die Kinder des Verstorbenen folgendes herzliche Beileidschreiben gerichtet hat: „Aus einer»» heutigen Briefe von Hanse lese ich u. a. die für mich erschütternde Nachricht von de»n plötzlichen Ableben Ihres Vaters und drängt es »»»ich, Ihnen aus diese»»» Anlasse mein herzlichstes Beileid auszusprechen. Wie ich Ihren Vater als Mensch hoch geschätzt, so »var er mir insbesondere stets als treues, altes Mitglied des Kriegervereins, infolge seiner begeisterter» Hingabe zur Sache, lieb m»d »vert. Es hat sich mit ih»»» »nieder ein bewährtes, festes Glied losgelöst — rnögen Sie in Ihrer gerechten Trauer um Ihren geliebten Vater Trost in der Teilnah»ne seiner Freunde finden. Freundlichen Gr»»ß C. Schmidt." <><1. Karlsruhe, 2. Mai. Bekanntlich hat der antiserrntische Gastwirt Jakob Albiez in Oberlanchringen (Baden) früher an

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