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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-03-09 · Heft 10 (9.3.1906) · p. Seite 116

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 10 (9.3.1906)
Date
1906-03-09
Page
Seite 116 (sequence 8)
Language
German
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sich auch bic oben erwähnten Bereittvilligei» des Anfangs, die sich bald wieder zurückgezogen haben. Auch so gereichen ihre Namen dem nunmehr vollendeten Werke zur Zier. Zu ihnen gehören von jüdischen Gelehrten Europas: Hermann Adler, E. Baneth. H. Dernbourg, A. Epstein, L. Errera, M. Güdemann, G. Oppert. I. Oppert, B. Rainer; D. Simonsen'); von christlichen europäischen Gelehrten : Ph. Berger, T. K. Cheyne, F. C. Conybeare, A. Cowley, H. Grimm, H. Gnnkel, P. Jensen, A. Kamphausen, M. Lidzbarski, H. L. Roack. Die Zahl der Mitarbeiter, die zu zwei bis fünf Bänden Beiträge geliefert haben, beträgt fast 200. Bon jüdischen Gelehrten Europas gehören zu ihnen: I. Abraham, E. N. Adler, M. Brann, Adolf Büchler, M. Gaster, I. Goldziher, Baron D. Günzburg, I. Guttmann, A. Harkavy, S. HorowiH, B. Jacob, G. Jarc-, Zadoc Kahn, F. Perles, N. Porges, S. Poznanski, Th. Reinach, M. Schwab, L. Stein; von jüdischen Gelehrten Amerikas M. Bnttenwieser, B. Drachmann, Marcus Jastrow, W. Popper, O. S. Strauß, St. S. Wise. Die christliche Gelehrtenwelt Europas ist in dieser Kategorie mit folgenden Namen vertreten: K. Budde, F. Buhl, C. R. Conder, K. H. Cornill, S. R. Driver, E. König, G. Margoliouth, E. Meyer, B. Ryssel, A. H. Sayce, E. Schürer, C. Siegfried, Eh. Taylor, P. Wendland; die Amerikas durch G. F. Moore, W. Muß-Arnoldt, I. P. Peters. Eh. C. Torney. Mehr als 120 Mitarbeiter lieferten Artikel zu sechs oder mehr Bänden der Jüdischen Enzyklopädie, und von ihnen finden sich 24 in der. Mitarbeiterliste jedes der elf Bände wieder. Diese letzteren, in allen Bänden der Enzyklopädie vertretenen Mitarbeiter sind naturgemäß fast durchaus Amerikaner. Die meisten von ihnen bildeten zugleich den Redaktionsstab: C. Adler, G. Deutsch, L. Ginzberg, R. Gottheil, E. G. Hirsch, I: Jacobs (zugleich der Revisor des Ganzen), K. Köhler. H. Rosenthal, I. Singer, C. H. Tvy, F. H. Bizetelly (die letzteren zwei sind Christen); die anderen sind: I. Broyde, I. M. Casanowski, L. N. Dembitz, I. D. Eisenstein, C. Levias, G. Lipkind, A. Porer, I. M. Price, P. Wiernick. Nur vier europäische Namen gesellen sich diesen an allen Bänden mit Artikeln Beteiligten bei: W. Bacher, L. Blau, M. Kayserling, S. Krauß, alle in Budapest. Es darf bei dieser Gelegenheit hervorgehoben werden, daß der verewigte Kayserling bis zu seinem Lebensende mit hingebungsvollem Eifer an den von ihm übernommenen ungemein zahlreichen Artikeln gearbeitet und auch die der letzten Buchstaben des Alphabets vollendet hat. Nur den großen Artikel über Spanien (XI, 484—500) ließ er unvollendet zurück. Bon den Mitarbeitern, deren Beiträge sich in sechs oder mehr Bänden der Jüdischen Enzyklopädie finden, seien nach der bisher angejvendeten Einteilung folgende genannt. Jüdische Mitarbeiter in Europa: Ph. Bloch, H. Brody, F. L. Cohen, M. Dubnow, I. Elbogen, A. Freimann, Mich. Friedländer, L. Grünhut (Jerusalem), M. Grunwald, I. Harris, H. Hirschfeld, S. Kahn, A. Kisch, Jsr. Lövi, Jnmi. Löw, Ed. Neumann, S. Salfeld, I. Theodor, L. Benetianer, H. Vogelstein; christliche: I. Benzinger, W.Nowack; jüdische Mitarbeiter in Amerika: M. Cohen, M. Frohberg, L. Hübner, Morris Jastrow, A. S. JsaacS, M. I.. Köhler, G. A. Kohut, H. Maiser, S. Mendelsohn, D. Philipfon, S. Schechter, El. de Sole, Henriette Szold; christliche: G. A. Barton, I. F. Mc. Curdy, W. M. Müller. Besonders seien noch zum Schlüsse die internen Mitarbeiter der Redaktion genannt, die sehr zahly Auch die beiden Begründer des Zionismus sind als Mitarbeiter genannt. Th. Herzl im II. und M. Nordau im VIII. Bande. reiche Artikel verfaßt haben: M. Seligsohn, M. Schlössingcr, I. L. Lauterbach, S. Ochser. Die Fülle der vorgeführten Namen, die zu vermehren nur der Raummangel verbietet, beweist vor allem, daß es der Redaktion der Jüdischen Enzyllopädie gelungen ist, eine ungewöhnlich große Anzahl von Kräften zur Mitarbeit an dem großen Werke zu gewinnen und daß die Teilnahme so vieler und so verschiedenartiger Kräfte eine Gewähr für die Vorzüglichkeit des so ungemein mannigfaltigen Inhaltes der Enzyklopädie bietet. Daß auch nichtjüdische Gelehrte dem Unternehmen sich zur Verfügung stellten, darf als erfreuliches Zeichen dafür gelten, daß wissenschaftliches Jnteresie und echte Kulturarbeit die konfessionellen Gegensätze überbrückt und daß die gesellschaftliche Unterscheidung von Jüdischem und Nichtjüdischem, wie sie sich heute allenthalben, auch jenseits des Ozeans, in oft gar schroffer und liebloser Weise geltend macht, nicht verhindern konnte, daß an ejnem so eminent jüdischen Literaturwerke Nichtjuden in hervorragendem Maße sich beteiligt haben. Und da sei auch mit Dankbarkeit hervorgehoben, daß es die Opferwilligkeit und der Mut einer nichtjüdischen Buchhändlerfirma war, die die von Isidor Singer mit unentwegter Beharrlichkeit und kühnem Vertrauen gehegte und propagierte Idee der Jüdischen Enzyklopädie der Verwirklichung zuführte. Die zwölf Bände dieses die jüdische Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts in imposanter und vielverheißender Weise einleitenden Werkes werden in den Annalen unsers Schrifttums ein dauerndes Denkmal ihres ersten Urhebers, I. Singer, und ihrer.Herausgeber, Funk, Wagnalls & Comp., bilden. Nicht ohne Bedauern werden die Juden Deutschlands und anderer Länder daran denken, daß es der jüngsten Heimat jüdischer Bestrebungen und jüdischen Wissens beschieden war, dieses Werk hervorzubringen; aber da zu seiner Vollendung gewissermaßen die geistige Mithilfe von ganz Israel beitrug und da die Juden englischer Zunge, die zunächst sich seiner zu freuen berechtigt sind, in steigendem Maße zur Führerschaft in Israel bestimmt sind, so darf die glückliche Beendigung der Jüdischen Enzyklopädie von allen treuen Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft mit Freuden begrüßt werden. Lur Grlchichte der Juden in Tirol. Von Dr. Bernhard Münz. i. ine wesentliche Hebung des Handels erfuhr die Hauptstadt Tirols dadurch, daß sie die bleibende Residenz des Landesfürsten wurde. Schon im ersten Jahre seines Innsbrucker Hofhaltes fiel es dem im Jahre 1529 geborenen Erzherzog Ferdinand, dem zweitgeborenen Sohne des Kaisers Ferdinand (., auf, daß „goldene, silberne, sammtene, seidene und wollene Waren" dort in einem höheren Preise standen als in Prag. Die darüber zwischen der Kammer und dem Stadtrate gepflogenen Besprechungen ergaben als Ursache der Teuerung den Umstand, daß die großen Kaufhäuser, welche die italienischen Erzeugniffe vertriebe»», dieselben von Italien nach Augsburg bringen ließen, von wo sie erst der Innsbrucker Kleinhändler bezog. So mußte sich der Preisnatürlich höher stellen, weil die Ware erst aus dritter Hand in Innsbruck zu haben »var. Un» also die Hosbedürfniffe leichter und billiger zu befriedigen, sah Ferdinand sehr gern die Niederlassung auswärtiger Firmen in seiner Residenz und er begünstigte dieselbe d»»rch Erteilung von Privilegien, freilich nicht, ohne dadurch den Aerger der einheimischen Handelswelt zu erregen. Unter

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