Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1906-02-02 · Heft 5 (2.2.1906) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
70 (1906)
Issue
Heft 5 (2.2.1906)
Date
1906-02-02
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3228690-3228696--62368-3289503
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

ein Verhältnis, das erst im Jahre 182.1 infolge regelnräßiger Süb- : ventionen ein ständiges geworden ist. Diese Subventionen haben begonnen mit 15 200 Mark jährlich, .während sie jetzt bereits 80 000 Mark betragen. .. Die . .Kosten des jetzigen Krankenhauses beliefen sich auf 60 000 Taler, die bis aus die fehlende, von den Gemeindebehörden geleistete Nestsumme von 25 000 Mark auf dem Wege der freiwilligen Wohltätigkeit aufgebracht wurden. Die Kosten des neu zu errichtenden Krankenhauses werden außer dem Bauplatz die Höhe von 2V2 Millionen Mark erreichen. Nach der Berechnung des Redners wird allerdings auch für die nächste Zukunft im neuen Krankenhause keine Not an Bettenzahl vorhanden sein, ein Notstand wird aber eiutreten, um die Errichtung und Unterhaltung der dringend erforderlichen Frauenaustalten herbeizuführen, für welche 40 Betten vorgesehen worden sind. Der Bau der Anstalten wird 300 000 Mark kosten. Zur dauernden Sicherung der Unterhaltungskosten bei einer Belegzahl von 30 Betten und unter Berücksichtigung, daß ungefähr die Hälfte armer, nichtszahlender Patienten Aufnahme findet, wird ein Kapital von 960 000 Mark erforderlich sein. Die Gemeindebehörden werden nach Möglichkeit diese Bestrebungen fördern und haben, wie der Redner unter freudigem Beifall der Versammlung hinzufügte, bereits beschlossen, anläßlich der Silberhochzeit unseres Kaiserpaares als Grundlage für die Errichtung dieser beiden Frauenstationen eine große Summe zu stiften. Pflicht eines jeden Mitgliedes unserer Gemeinde wird es sein müssen, sich an der Aufbringung der erforderlichen Kapitalien nach Kräften zu beteiligen. — In den ständigen, geschäftsführenden Ausschuß des Komitees zur 200. Jahresfeier sind die Herren Hugo Heilmann, Stadtrat Kali sch, Karl Leopold Netter, Prof. Dr. Wassermann und Louis Sachs deputiert worden; es haben sich ferner zum Beitritt in den Ausschuß bereit erklärt die Herrear: Kommerzienrat Siegmund Borchardt, Kommerzienrat Dannenbaum, Isidor Frehmark, Geh. Kommerzienrat Goldberger, Geh. Kommerzienrat Helfst, Moritz Lewenz, Direktor Minden und Gustav Sachs. Damit war die Tagesordnung erschöpft und mit herzlichen Dankesworten an die drei Redner und an die Versammlung für das bewiesene rege Interesse, schloß der Vorsitzende die Sitzung gegen 1 Uhr mittags. 8. Berlin, 26. Januar. Auch der zweite populärwissenschaftliche Unterhaltungsabend des Vereins für jüdische Geschichte und Literatur hatte einen außerordentlichen Erfolg. Herr Dr. Paul Lindau erzählte in seiner geistreichen Weise viel Interessantes und Amüsantes über die Juden der Türkei, speziell in Salonichi, wo er als Gast des angesehensten Mannes der Stadt, des Bankiers Alatini, wiederholt geweilt, und Herr Direktor Siegmund Laute nburg erfreute die überaus zahlreich erschienenen Zuhörer durch die diskrete, vornehme und naturwahre Rezitation der großenSzene zwischen Saladin und Nathan in Lessings unsterblichem Humanitätsgedichte. — Aus den auswärtigen Literaturvereinen: In Memel sprach Lehrer Josef Kahn über „Hillel und Schammai"; in Tilsit Dr. Stein-Memel.. „Aus dem Leben unserer Ahnen", Dr. Epp enstein-Briefen: „Jüdische Staatsmänner in Spanien", Dr. Ehrlich: „Tapferkeit und Treue bei den Juden"; Dr. med. Pelz-Königsberg i. Pr. : „Die anthropologische Stellung der Juden"; in Neisse Dr. Braunschweiger-Kattowitz: „JüdischeFrauengestaltenim modernen Drama"; Jacob Guttmann-Neisse: „Bericht über die Tagung des Verbandes der deutschen Juden"; Regina Neisser-Breslau: „Bedeutende jüdische Frauen.des 19. Jahrhunderts"; in Grünberg: Frau Regina Neisser-Breslau über „Bedeutende jüdische Frauen des 19. Jahrhunderts in Literatur, Kunst.und Humanität"; in Forst i. L. Dr. Hochfeld-Düsseldorf über „Das Judentum im Kampf mit den geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts"; in Hamburg und Bremen Dr. I. Landau-Berlin über „Bühne und Judentum"; in Elberfeld Konsularagent A. Epstein über die „Geschichte der russischen Judengesetze"; in Köln Freiherr B. v. Münchhausen „Eigene Dichtungen"; in M.-Gladbach und Aachen Dr. Rosenthal-Stargardt über „Kohelet, Faust und Hamlet"; in Nürnberg Oberlehrer Stoll-Würzburg über „Die Geschichte der Stammväter Israels im Lichte der ägyptischen Denkmäler"; in Frankfurt a. M. Dr. I. H orowitz über „Das Buch Kohelet"; Dr. Simcho Witz- Köln über „Die jüdisch-deutsche Literatur"; in Würzburg Dr.? Bra un-pch weig er - Kattowitz über „Jehuda Halevi"; in Mannhei m Ingenieur Tchernoff über „Palästina". Ein neuer Literaturverein wurde in Hattingen Muhr) gegründet. Den ersten Vortrag hielt am 14. d. M. Rabbiner Dr. David-Bochum über „Israels weltliche Poesie". Der Vorstand besteht ans den Herren: Kaufmann Jak. Urias, 1. Vorsitzender; Zahnarzt I. Markes, 2: Vorsitzender'; Lehrer M. Andorn, 1. Schriftführer und Bibliothekar; Kaufmann Mos. 'Röttgen-Linden, 2. Schriftführer; Kaufmann Hugo Kaufmann, Kassierer. §££ Berlin, 28. Januar. Die „Jüdische Lesehalle und Bibliothek E.V." hielt am 23. d.M.in den Vereinsräumen,Oranienburgerstraße 28, die 12. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Dr. Max Ginsberg, begrüßte die Erschienenen und erstattete den Jahresbericht. Die Bibliothek umfaßt 5207 Bände, 67 jüdische Zeitungen liegen im Lesesaale aus. Der Besuch des Institutes war ein überaus starker: 24202 Personen benutzten die Lesehalle im Jahre 1905! Von den Bibliotheksbeständen waren 2571 Bücher (etwa 50 Prozent) entliehen. Der Vorsitzende gedachte mit herzlichen Worten der verstorbenen Mitglieder des Vereins, insbesondere des Herrn Konsuls A. M. Simon (Hannover), Martin Simon und Justizrat Dr. Heinrich Meyer Cohn. Die Anwesenden ehrten das Andenken der Entschlafenen durch Erheben von den Sitzen. Der Schatzmeister, Herr Benas Levy, erstattete den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen 3892,35 Mark, die Ausgaben 4187,29 Mark. Er wies darauf hin, daß unsere laufenden Einnahmen nicht groß genug sind, um das Institut weiter ausbauen zu können und um allen berechtigten Wünschen nachzukommen. Deswegen müßte versucht werden, die Zahl der beitragenden Mitglieder zu erhöhen. Der Vorsitzende teilte mit dem Ausdrucke lebhaftesten Bedauerns mit, daß das überaus verdienstvolle Vorstandsmitglied, Herr Maximilian Hehmann, ans Gesundheitsrücksichten sich veranlaßt sah, sein mit großer Liebe und Gewissenhaftigkeit viele Jahre lang geführtes Amt mederzulegen. Die Versammlung beschloß, dem bewährten Manne den Dank des Vereins in einer Adresse zum Ausdruck zu bringen. — Bei den sodann folgenden Vorstandswahlen wurden die bisherigen Herren wiedergewählt, und an Stelle des Herrn Heymann Herr Karl Schiff, am Karlsbad 33, neu gewählt. — Der Vorstand besteht nunmehr aus den folgenden Herren: Dr. Max Ginsberg, Vorsitzender, Benas Levy, Schatzmeister, Dr. Zlocisti, Schriftführer, Professor Moritz Schäfer, Carl Schwarz, Dr. Erich Alexander, Heinrich Fränkel, Dr. Hirsch Hildesheimer, Dr. Gustav Karpeles, Professor M. Philippson, Oberlehrer Dr. Felix Rosenberg, Karl Schiff, Gustav Spiewkowski, Rabbiner Dr. Stier. Hieraus schloß der Vorsitzende die Generalversammlung mit dem herzlichen Wunsche für ein weiteres Gedeihen des Vereins. s. Berlin, 30. Januar. Am 28 v. M. tagten in den freundlichst zur Verfügung gestellten Räumen von Frau Fanny Reichenheim der Vorstand und das Kuratorium des Israelitischen Lehrerinnenheims unter der vertretungsweisen Leitung des Fräuleins Pauline Münchhausen, der unermüdlichen Förderin der Vereinsinteressen. Selten ist es dem Verein gegönnt gewesen; seine Mitglieder so vollzählig vereint zu sehen. Man konnte die Vertreter fast sämtlicher Ortsgruppen begrüßen." Frankfurt a. M. (Dr. Adler), Königsberg (Frau Konsul Litten), Leipzig (Frau Berta Levy), Stettin (Frau Lesser) und Posen (Frau Lea Cälvarh) waren vertreten. Der Schatzmeister Herr Netter konnte durch einen günstigen Kassenbericht erfreuen, dem zufolge die Aufnahme von zwei weiteren Bewerberinnen beschlossen wurde. Die ehemalige Vorsitzende der Wirtschaftskommission, Frau Fanny Reichenheim wurde in Anerkennung ihrer hochherzigen Teilnahme au den Vereinsinteressen zum Ehrenmitglieds ernannt. Der Gemeinsinn und das Wohltätigkeitsgefühl unserer jüdischen Mitbürger hat sich auch bei diesem Werke aufs neue glänzend bewährt. Möge der Verein „Israelitisches Lehrerinnenheim", der einem tiefen Kulturbedürfnis Rechnung trägt, auch fernerhin neue und tatkräftige Freunde erwerben. Anmeldungen zur ordentlichen (4 Mark) und zur außerordentlichen (6 Mark) Mitgliedschaft nehmen entgegen: Dr. A. Oliven, 1. Vorsitzender, Lützowstr. 79/80. Paniine Münchhausen, 2. Vorsitzende, Friedrich Wilhelmstr. 17, und C. L. Netter, Schatzmeister, Lindenstr. 5. L. Berlin, 29. Januar. Am 27. d. M. gelangte im Salon Schulte, Unter den Linden, die vom Bildhauer Jakob Pleßner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.