Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 52 (29.12.1916)
- Date
- 1916-12-29
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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*• “*• - Mr Oemetndevore. Vellage 3« „Allgemeinen Leitung deK Judentums". LorrrlponLmrrn und Nachrichten. LrutschlanL 22 Berlin, 27. Dezember. Tie Gefells ch a f t z n r Ford er u n g der W i s s e n s ch a f t d e s I u d e n t u m s veröffentlicht ihren 14. Jahresbericht. Sie widwet zuerst Worte ehrenden Gedenkens den in diesem Jahre verstorbenen Herren Prof. Dr. Ai a r t i n Philippson und Rabbiner Dr. Joses E s ch e l b n ch e r. Philippson war der erste Vorsitzende der Gesellschaft seit ihrer Begründung bis zu seinem Tode; ihm verdankt sie zu einem großen Teile ihre Organisation und ihre hervorragende Stellung im deutschen Judentum. Die wissenschaftlichen Unternehuningen der Gesellschaft hat er durch Rat und Tat gefordert: zu ihren Veröffentlichungen hat er selbst durch die dreibändige N e u e st e G e s ch i ch t e de s j ü d is chen Volkes beigetragen. — Des erst anfangs dieses Monats verstorbenen Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher ist in diesen Blättern bereits wiederholt gedacht worden. Er hat in zwei Schriften, welche die Gesellschaft veröffentlicht hat, die Sache des Judentums gegen seine Darstellung von christlicher Seite erfolgreich vertreten: der Bericht rühmt an diesen Schriften „ihre vornehme Ruhe und Sachlichkeit sowie ihre Wärme und Ueberzeuguugstrene". Die Führung der Geschäfte der Gesellschaft lag seit dem Hinscheiden ihres ersten Vorsitzenden in den Händen' des Rabbiners Prof. Tr. G u t t m a n n (Breslau), Prof. Dr. Bloch (Posen) und Syndikus Dr. N a t h a n (Hamburg). Trotz der Ungunst der Zeiten hatte die Gesellschaft einen Zuwachs von nahezu hundert Mitgliedern zu verzeichnen, ein Beweis für die starke und unverminderte Anteilnahme weiter Kreise des deutschen Judentums cm ihren Arbeiten. Nicht so günstig äußert sich der Bericht über das finanzielle Ergebnis des abgelaufenen Jahres; der Kassenbericht schließt nämlich mit: einem erheblichen Fehlbetrag. Um so größere Anerkennung ist der Gesellschaft zu zollen dafür, daß sie ihre wissenschaftlichen Aufgaben in keiner Weise vernachlässigt hat; sie hat in dem Berichtsjahre nicht weniger als drei selbständige Werke herausgegeben.' eine Untersuchung des oben ge> nannten Breslauer Rabbiners G u t t m a n n über die religionsphilosophischeil Lehren des I s a a c A b r a vanel: die Ai a r t i u P h i l i p p s o n gewidmete F e st s ch r i f t „Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden" und das Handbuch der jüdischen Chronologie des Budapester Universitätsprofessors Tr. Eduard Ai a h t e r. Die Herausgabe anderer Werke kündigt die Gesellschaft au; von ihnen dürfte der erste Band der 6 e r m a n i a J u d a i c a nach der Aufnahme, welche die früher veröffentlichten Textproben gesunden haben, der besonderen Aufmerksamkeit der weitesten Kreise sicher sein — wird doch die 6 e r m a n i a J u d a i c a das erste enzyklopädische Werk sein, welches für die Geschichte der deutschen Juden in umfassender und erschöpfender, zugleich aber auch populärer Weise Aufschluß gibt. Ein Stück Kriegsarbeit hat die Gesellschaft im Berichtsjahre insofern geleistet, als sie die Zinsen der Ludwig-PhiliPPson-Gedächtnis-Stiftung zugunsten der kriegsbeschädigten jüdischen Lehrer Ostpreußens verwendet hat. Ter Bericht verweist zum Schluß mit berechtigter Genugtuung nicht nur auf die vorstehend skizzierten Leistungen der Gesellschaft, sondern auch auf die in diesem Jahre wiederholt, auch in christlichen Gelehrtenkreisen hervorgetreteneu Bestrebungen, welche die Errichtung von Lehrstühlen für die Wissenschaft des Judentums an den deutschen Unipersitüteu bezwecken. Mit Recht sagt der Bericht, daß die Gesellschaft cttten erheblichen Teil dieses Erfolges der Wissenschaft des Judentums für sich in Anspruch nehmen könne. — Der Bericht ist von dem Schriftführer der Gesellschaft, Herrn Dr. Nathan (Hamburg), Werderstraße 30, kostenlos zu beziehen, lieber die Mitgliederversammlung der Gesellschaft werden wir in der nächsten Nummer berichten. E. M. Berlin, 27. Dezember. Die Verwaltung der Berliner Jüdischen Gemeinde hat wiederum eilten schmerzlichen Verlust erlitten. Justizrat Samuel Meyer, der im Jahre 1913 als höherer Verwaltungsbeamter im Sinne des § 50a in den Ge me i n devorsta nd eintrat, ist nach längerer Krankheit am '20. d. M. verstorben. Jnstizr.it Meyer, der am '25. September 1859 zu Nöremberg in Pommern geboren worden ist und sich seit 1888 in Stargard als Rechts- I anwalt niedergelassen hatte, wurde nach der 1913 erfolgten Aende-! rung des Gemeiudestatuts von den Gemeindebehörden als besoldeten! Borstandsbeirat gewühlt. Er trat im Oktober 1913 sein Amt an. j Der Ruf eines tüchtigen Verwaltungsbeamten und geschickten i Organisators ging dem in weiten Kreisen als Förderer aller jüdii scheu Bestrebungen hochgeschätzten Manne nach Berlin voran. Hier! übernahm er die bis dahin von Sanitätsrat Tr. Feilchenseld > ausgeübte Leitung des Armenwesens der Jüdischen Gemeinde und auch den Vorsitz in der Waiscnkouunission und in der Zentralstelle für die Wohltütigkeitsanstalten der Jüdischen Gemeinde: auch die .Kommission zur Unterstützung hilfsbedürftiger durchreisender Juden ttrtb die Für so r g e ko m m ission unterstanden seiner Leitung. Bon seinen Mitarbeitern wird seine große Arbeitskraft und Arbeitsfreude und feine sichere Einfügung in die schwierigen und großzügigen Berliner Verhältnisse rühmend hervorgehoben. Auch der Deutsch-Israelitische Gemeindebund hat in Justizrat Meyer einen Mitarbeiter verloren; der Verstorbene bekleidete in dieser Körperschaft das Amt des ersten Vorsitzenden in der Zentralstelle für Wanderarmenfürsorge. &&& Berlin, 27. Dezember. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten: Vizeseldwebet Leo L e k u s , Moritz London, Unteroffizier Felix Gutfreund, Feldarzt Dr. Richard Cohn, Laudwehrmanu j Gustav I a c o I) s v h n , Unteroffizier Max Gold s ch in i d t, Feldj webet Tr. jnr. Martin Domke, Unteroffizier Fritz Jsraelski,! Fritz Hartwig, Einjährig-Freilvilliger Unteroffizier Georg Levy i und Einjährig-Freiwilliger Arthur Levy, Söhne des Kaufmanns j Julius Levy in Bromberg, Fritz Levy, Sohn der Witwe Frau Julie! Levy, Bizefeldwebel Bruno H a r t o g , Oberstabsarzt Dr. Martin i Kalischer , Feldunterarzt Max I a c o b h , Kriegsfreiwilliger Kurt! R o s e n t h a l, Sohn des Dentisten Herrn Emil Rosenthal, Musketier; Saly R uda , Oberapotheker Malwin W e i ß e n b e r g , Unteroffizier ' Harold H e r schel (Groß-Berlin). Die gleiche Auszeichnung erhielten: Vizewachtmeister Stud. jur. Bernhard G i n s b u r g (Königsberg i.P.), Gefreiter Mar Jtzig (Soldau), Unteroffizier Referendar Hermann A r o n s o h n (Thor'n), Gefreiter I a b l o u s k i (Hohensatza), Unter- Offizier Wilhelm Gronowski, Sohn des Kaufmanns Herrn ' R. Gronowski in Pown, Kaufmann Marcus K e m p e in Stralkowv, (Regierungsbezirk Po'en), Unteroffizier Berthold H a a s e (Grätz), Gefreiter Mar Koerpel, Sohn des Schnhhändters Abrahain Koerpel (Gollautsch, Kreis Wongrowitz), Unteroffizier Sind. med. Max Bloch (Kuruik), Raphael und Benno L a n d nt a n n , Söhne des Fleiicher-! meisters Herrn Landmatm (Schrimm), Vizewachtmeister Carl Heilb x it n u (Erfurt), Offizierstellvertreter Georg R o t h sch i l d (Planen), i Oskar S taub (Leipzig), Vizefeldtoebet Adolf P a k n l t a , Sohn des Fabrikbesitzers Herrn Max Pakulla (Chemnitz), Gefreiter Julius L e w - k v w i tz (Hannover), Gefreiter Fritz Oberdorfs (Kassel), Musketier Willy H a x t o ch (Duisburg), Gefreiter Otto G n m p r i ch (Münster i. W.), Unteroffizier Julius Glaser, Assistenz- und Abteitungsarzt Dr. Richard Lnbitsch, Einjähriger Kriegsfreiwilliger Gefreiter Alfred B i e b e r , Unteroffizier Fritz W e i ß \v eiler (Köln), Jäger Wilhelm Nußbaum (Köln-Dentz), Kriegsfreiwilliger Gefreiter Hermann Levy, Sohn des Kantors und Lehrers I. B. Levy, Landstnruimaun Moritz L i n z, Unteroffizier Willy M ü l l e r (Frankfurt a. MI, Unteroffizier AlN'chi neu sabri kaut Siegfried Moses (Briefen i. Westpr.), Gefreiter Hermann Davids o h n , Sohn des Kaufmanns Moritz Davidsohn (Neumark i. Westpr.), Gefreuter Alfred Leib Holz (Glowitz i. Pom.), Unteroffizier Julius F a l l e r , Unteroffizier John W i g d e r v w i t s ch (Hamburg), Unteroffizier Willy H crt* m a n n (Reneubnrg t. Westpr.), Stud. jur. E l s a ß, Sohn des Rabbiners Dr. Elsaß (Landsberg a. W.), Kriegsfreiwilliger Untcroffizer Erich .Lehens (Wesel), Kriegsfreiivilliger Aleiuhold K a i s e r lWittenberge). Fe'ldunterarzk Cand. med. Earl Reinsberg (Marsberg i. W.), Leutnant d. R. Bernhard Stern (Stuttgart), Unteroffizier Sally Rothschild (Cannstatt), Sanitätssoldat L. K itzinger (Straßburg i. E.) Das Eiserne Kreuz erster Klasse erhielten: Stabsarzt Dr. Adolf Gold mann (Köln), Stabsarzt Dr. M. Gottschalk (Mayen), Leutnant d. R. Bernhard Stern, Sohn des Kirchenvorstehers Herrn Ludwig Stern l Stuttgart),