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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-04-28 · Heft 9 (28.4.1922) · p. Seite 103

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 9 (28.4.1922)
Date
1922-04-28
Page
Seite 103 (sequence 8)
Language
German
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in die'em hohen H«i nie gefolgt ist. wer den zahlreiche» Reden , m lau'tin. u: rnelchen von der Unken Leite des hol)en Hauses j acgeu das Indent,im und Vie Berjudung losgevonncrt nur lde. mviliu zur NleilNlttg verleitet sein, dittz beinahe die i Halst'e diems Budget» in die Kast'a der Juden stießt. Haft da große Posten für jüdisclze Untcrrichtsanstalten. für jlidi'di lliei.'1t.'<n»cho Isnknltätcn. zur Bestreitung der jüdistl,en Kulturbedürfnifse eingestellt find, denn »nt fv hätte ich es verstehen können. das; die Herren UvntrareVner speziell die ,'ulden nun Ziel ihres Kampfes nahmen. Wir l>aben nun allerdings-kehr bedeutende Posten für kultnszwecke bewilligt, allein die fehr erheblichen Subventionen gelten lediglich den verscknedencn christlichen konst'sionen. ihren theologischen Lehranstalten. zur Erhaltung des Aeligronslmterrrchte^ mrd zur Bestreitung mannig. iaclur kultnszwecke. Turch die Reden veranlass, habe ich voll Posten zu Posten ge wirrteNMu Der Meilttttkg. nun wird auch envafür unskommen: cs werden jene Posten für jüdische kultuszwecke kommen, die die Herren ko in Harnisch < gebrachthaben. - - -! ach sah iär alle chriftlichen Konfessionen etwas eingencstr. aber rva-5 schließlich für u»is gekommen ist. würde ferne rigorose Volksvertretung mehr kürzen können. Wiewohl wir auden zu den Ltaatslaften gleich unseren christlichen Mitbürgern nach Matzgabe unserer Kräfte und der t üftl e leisteueru. gchen wir völlig leer ans und k. »den bis jetzt über diese Hintansetzung unserer konfessionellen B<- dilrinine nicht einmal Klage geführt. Wir sind zwar gesetzlich au', i^ruttd der Bcrfassung gleichberechtigt, aber wie es scheint, geht es nur dieser lsilcichbercchtignug. wie »oll ich agl n lv> e deuHerren ausPvhlnen: drevoft ihrerr nativ-- ualril «»lejücherechtigllrig atts eheuräliger Zeit zu erzählen bftogen/ ulMe^gilt der ^rundsa^ aüän durs mit der i'. re-luigüng' nicht' zu weit' gehen'. ' ' ,?er ^err Abgeordnete Tütk. der (sieneralreoner von masiesteru hat in deiri Beürebetl. die lsirnttdfätze der Bcr- ' mit '.-iiieln Programme in Eilsijang zu bringen in 'wüllag a.braüi? :nan möge die (Gleichberechtigung .rach ör der 'Bevölkerrrng zumesten und znschneiden. > > glanble in Vorschlag bringen zr« sollen, das; die Juden '.! d.u ^ou> and Mittelschulen nur in einem Prozentsätze om!, M Ergäbe oer Bevöllerung zugelasien werden möchten, l!> u-n: niiüt. ob er der Ansicht ist. dasr wir dann aitch -n du tiotieren und rnittlereu Richterposten. in die höheren und mittleren militärischen und politischen Berwaltungsair.ter nach MaMave unserer Bevölkernngszahl und Bevölkernngszifser E>rasen u»id Fürsten werden mutzten. Allein in das Staatsbudget zu Kultuszwecken nach dem Prozentsätze der Bevölkerung einen Beitrag für die jüdische .Konfession einzusitzeii. wäre nicht gar so widersinnig, llnd ich konstatiere, daß trotz der vielbeklägten -.Berjudung^ in derrr ganzen Budget nicht ein einziger, auch nicht der geringste Posten für Zwecke unserer, konfefstonellen A»igelegen beiten eingestellt erscheint. und ich mutzle diese Post I des Siebenten iuternatiolmlen Kongresses der Lrientalistcr» ll'.iblen. welcher neben anderem die Pflege der hebräischen ' Sbrache und Altertnriisknnde als eine Wissenschaft betreibt, uni daran einige Bemerkungen zn knüpfen, die ich nicht um geben kann. Ich kanri nur ragen, dasr ich mit gror'rer Bestredigrrng vernommeir trnd ersehen habe, daß der nächste 5 i lent.uiüenkollgreü in Wien ragen wird, und ich danke der l.igitluna dasi sie die Konen zu diesem Zwecke einge'em v n?,e blue eines Staates berutg nicht bloft in den rulim :e:>l,eu Inlett einer starken Armee, in dem AeichtlUll 'eiiler llUwutelien ^ndllstrie. iotldern auch iu jenen Männern der Wineusch.in, welche iilr geistigen Gebell der Völker seine chiüiie Iioär tragen. Aus dem tc.ebict der hebräischen Altertumskunde wetteifern Tentschlaud. Frankreich. Holland und ikngtand. üc überbieten einander an Leistung uud_wiflenschaftlichcr Tätigkeit, wclctze anch die späte Nachwelt preitzn wird. Lestcrreich steht dieser wissenschaftlichen Bewegung gänzlich ferne. Und als das Wiener Landesgericht in der Lage war. bei (üetcgenheit eiites Prozesses Fachmänner für die hebräische Philologie zu wählend konnte es nicht Männer des Inlandes Herangehen, sondern mutzte sich tatsächlich an das Ausland wetiden. Ter einzige Mann, der hier in Lesterreich in Betracht kam. erklärte bescheiden, ans diesem (»>ebiete kein Fachmann zu sein, ^ür den Lesterreicher ist das keine erhebende Srscheimmg. Ich hege die Hoffnung, datz der Liebente Lrientaliftenkvngretz zu Wien einen großen Impuls geben wird zur Pflege auch dieses Wissenszweiges in Lesterreich und an de--, österreichischen Universitäten^ Allerdings wird das kaum möglich fein ohne Heranziehung so mancher jüdischen Lehrkraft «nd ich glaube, datz keine Universität wissenschaftlich wird prosperiere» können, wenn Vie Anschauungen, welche Abgeordneter Türk ent» wickelt hat. maßgebenden tzinflutz gewinnen. Ich wundere mich, daß der Herr Abgeordnete sich nicht veranlaßt ficht, gegen die Subventionierung dieses Kongreßes seine Ltimmo zu erheben, nachdem auch jüdische Mitglieder an diesem Kongresse teilnehmen. Er zählt an dev Wiener Universität fünfnndsnvszig Lehrer semitischer Abstammung und eine solche Erscheinung verlebt ä'ein Innerstes und beleidigt seine patriotische Empfindung. Ich rzrutz gestehen, ich wäre eher erschreckt, wenn fünfundfünfzig antisemitische Professoren die Ehre der Universität gefährden würden. Wgs aber die Perjudnng der Wiener Universität anbelangt« kirn» ich ihn vollständig beruhigen. Tie Sache sieht so schlüüm nicht, wie er angenommen hat. An der jnridifchm und medizinischen ^rkllltät wirken nur je ein einziger ordentlicher Professor jüdischer Honfession Das dürfte selbst nach Lkm Prozentsätze den dev Herr Abgeordnete vorgefthlageil hat. nicht mehr zu viel sein. ,lähtt mau alle Prioakdozerrten und die vom Ltaate nicht tzonorierten außerordentlichen Professoren jüdischer Konfession zusammen. i> gewinnt man nach dem Stande vorn Jahre die .iaht von 22. Allein es ist eine bekannte Tatsache, daß. weuri die Wiener medizinische Fakultät jetzt noch auf die anAändischeli Hörer einige Anziehungskraft uusübt. sie dies nicht etwa den vorn Staate honorierten ordentlichen Professoren dankt, sondern den Spezialisten, den nichthonorierteu außerordentlichen Professoren, ei» Verhältnis, welches namentlich in Berlin ganz anders ist. Lösterreichische Studenten reifen nach Berlin, unz dort die ordentlichen Professoren zu Horen. Tie Ursachen hierfür will ich nicht untersuchen. Zu der Zahl des Abgeordnete» Türk gelangt man erst dann, wenn man diejenigen dazuzählt, welche zwar Semiten von Mburt. aber nicht Juden der Konfession nach sind, welche also de» tteburtssehler längst repariert haben. Wenn aber düs dem Herrn Abgeordneten Türk nicht genügt, so kann ich ihm nur Mitteilen, daß man bereits mehrere christliche (Geistliche und Lrdenspriester 'emitifcher Abstammung in Wien zählt, und wenn das so sortgeht. wird die gesamte Kirche verjuder. «Abgeordneter Türk. Wir bedanken uns auch dafür: das wollen wir nicht.» Christen Nun selbst, sowie die geistige Eroberung der heidnischen Arier für dasselbe durch getaufte Juden, durch semitische Apostel und Märlmer bewerkstelligt wurde, io bleibt schien, meine Herren, nichts anderes übrig, um der Berstldttllg zu eutgeh.m. zn den alten nnzüchtigen Heidenaötteru der germanischen 'Völker girüekzukehren. Mit aller Gewalt, mit aller List, ja nur allem Hasse wird

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