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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-04-12 · Heft 8 (12.4.1922) · p. Seite 88

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 8 (12.4.1922)
Date
1922-04-12
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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Iras JE. fo spricht nur einer. Der sich von der jüdischen Strünntficit ausschließt und an die höhere Macht, die diese Wc- :an:ficit. leitet, nicht glaubt. Xaz Ideal, dem wir, trotz und Zurücksetzung, die nicht unS, sondern deren Ur- LrDer schänden und entehren, in unverbrüchlicher Treue an- ■isxram, ist das gleiche, das unseren Vätern auch in Aegypten D^chwebte: die kommende Erlösung und Freiheit durch die ^mmde und befreiende Gvtteskraft, die in uns lebt und zzziz und, wie Dem einst geknechteten Israel im Lande der LKaraoncn. auch uns, dessen Nachkommen, wenn die Not.am ist, die aufrichtende Botschaft' vernehmen läßt: Ich id& das Elend meines Volkes, höre seine Nagen über dte LErdrückcr, ich kenne sein tiefes Weh (Erodus 3.7). Noch Hrrwr der erste Unterdrücker der Juden geboren ward, hatte Man der Erlöser gelebt, der Israel auch in spätester Zuikuissr aus Not und Leid befreien wird *). Gott ist mfkx Befreier und Erlöser! Tarum verzagen wir nicht und Urnern auch in Zeiten schwerster Bedrängnis das schöne Passah- "Assr. Dessen trostspendende Lehren wir unseren .Mindern überixcHisu indem wir ihren von der Leolenpein der Gegenwart nuninrten Blick auf die uns verheißene Zukunft lenken, von Werder Prophet Micha (7. K») im Flamen des erlösenden Gottes urrfnuDctt „Wie in den Tagen des Auszuges aus Mizrajim u«de ick Israel Wunder schauen lassen. Tie Völker werden L's Netzen und beschämt sein, sie werden die Hand auf den ^^und logen, und ihre Lhren werden betäubt sein." Noch aber ist die von Micha und den anderen Propheten Dom Irdischen Volke verkündete Zukunft in undurchdringliche Moiren gehüllt! Noch ist der jüdische Volkskörper auseinander- und in Parteien gegliedert, die auch angesichts des chmeu gemeinsam nach dem Leben trachtenden Feindes sich nicht Bruderhand reichen, sondern ähnlich den vier Töhlien der Ha gada nur Fragen stellen und Probleme erörtern, die die sie T:'zv:znat\\>£x trennende JUiift noch erweitern und jede gemeinsame Arbeit zum Wohte der Gesamtheit verhindern, v^nn das darf uns in unserer Hoffnung ans die arknnst nicht entmutigen. Als Israel am -Lchilnnecr anaelangt war. vor sich das weite Meer sah und irzzcT sich Di.it nachtrabenden, racheschnaubenden Feind gemabrre, da lockerte sich der es bis dahin geleitete gemeinsame ^'LLe und es zerfiel in vier Parteien, die nach eigener! Ein- Ni-dun-gen der drohenden Gefahr zu entgehen suchten. Tie eine a-a rre ganz verzweifelt: Werfen wir uns ins Meer: die zweite: ^strrcn wir nach Aegypten zurück: die dritte: Nehmen wir mrr dem Feinde den .Kampf auf: die vierte: Rufen loir laut, das; mit ihm verhandeln wollen. Ta griff Moses ein. Ter exnen rief er zu: Bleibt aufrecht stehen rurd vertrauet auf die tföt des Ewigen: der zweiten: Wre ihr die Aegypter heute mssoben. sollt ihr sie nie wieder sehen: der dritten und vierten: Trr Ervige wird für euch kämpfen, ihr aber seid ftiüc"). Uns fehlt ein Moses! Wochrnlchau. " > Berlin. 10. April, on der ..Altershilfe des deutschen Volkes", veranstaltet von der Reichsgomeinschaft von Hauptverbänden der dznen Wohlfahrtspflege lLrtsausschuß Gr.-Berlin^ erhalten rmr mit der Bitte um Veröffentlichung folgenden Aufruf: Unsere alten Ment e h n n g c r n N n d dar b e n ' Lie haben ihre Arbeitstraft verloren, und entwerte! ist auch der . r^tc, für die Tage des Alters zurückgelegte Lparpstunig. st Erodus rabba. U. 14: "TUmTE 2^'^ .]rr«rr Tx*: rbv Ja Um 2d)tmom. B'fchallach. Ltaat uuO Vvltsvertreruug vertennen die Notlage nicht, aber tcr Umfang und die. Wirksamkeit ihre'.' Hilfe find beschränkt durch die Fiuanzuot, Eine große Zchl der bedürftigen wird durch öffentliche Hilfsmaßnahmen nicht ergriffen. Es i ft die heilige Pflicht aller, unseren alten Lcuten zn helfen! Unsere Tankesfchuld gegen die Generation unserer Eltern ist groß. Ihre hingebende Liebe und Fürsorge schützten unsere Jugend. Ihr ganzes Leben und Arbeiten galt uns. Wir bauen weiter an dem Werk threr Hände und ihres Geistes. Ta her rufen wir alle, die ernstlich am Wiederaufstieg unseres Bottes arbeiten, zu schnell entschlossener Hilfe auf.! Wir rufen den Kindern und der Jagend zu: Ehret und schützt i das Alter!! Wir rufen den Frauen zu: Lvrgt für unsere alten Leute? Erhaltet i ihnen ein Plätzchen am heimatlichen Herd. Tuldct nicht, daß sie unj dankbar herau-gestoßen werden aus der Familie, j Ihr Gefunden und Arbeitsfähigen. Ihr Reichen n n d Besitzenden, gedenket alle e u r c r Pflicht gegen die bedürftigen alten Gl oder unserer Volksgemeinschaft! schasst insbesondere für die alleinstetzenden hilflosen alten Leute eine Zufluchtsstätte in den wirtschaftlich so schwer bedrängten Altersheimen, spende und helfe ein jeder nach seinen grasten! Millionen sind erfordern ch! O . Bon der Armenzur Wohlfahrtspflege. 3eit Jahrzehnten ist man in maßgebenden Kreisen bestrebt, die Armenpflege zu verbessern, d. h. Methoden zu finden, deren Anwendung dem Bedürftigen bessere, wirksamere Hilfe bringt. Tiefe Aeorganifationsbesrrebnngen machreu sich sowohl auf dem Gebiete der interkonfessionellen wie auf dem der jüdischen Armenpflege geltend, zum Teil mir erheblichem Nutzen. Ter Weltkrieg, noch mehr aber 'eine schlimmen wirtschaftlichen Nachwirkungen ersortern eine völlige Umgestaltung der zielbewusi.en, armenpflegerischen Tätigkeit. Während früher, besonders in der jüdi'chen , ^Armenpflege, das Mitleid mir dem Bedürftigen den Antrieb gab, 'eine Nor durch eine B a r n n rer st ü tz n n g zu lindern, ist es heut. wenn ich es w nennen darf, das soziale Gewissen, welches uns veranlaßt, nicht im alten Sinne mildtätig za sein, sondern dem n'irt'chafrlich Schwachen, solange es notwendig erscheint, ein Helfer und Berater zu sein. Pfleger:'che und für'vrgeri'che Tätigtest. die z. B. in der Jugend-. Familien-. Gesundheitsfürsorge u'.v. ihren Ausdruck finden, find der modernen Armenpflege, die Ul) damit in eine Wohlfahrtspflege verwandelt har, bewährte Hilfsmittel zur Linderung bzw. Beseitigung der 'Notlage. Barunrerstützungen allein und nur in besonderen Fällen als angebracht zu erachten, w in erster Ae:he bei durch Alter otcr Krant- Ik:., dauernd erwerbsunfähigen Personen und bei augenblicklich , eingetretener Not. von der mau annchmen darf, daß sic schnell . vorübergehen lvird. Tie Gesuche um derartige Unterstützungen sind sowohl bei der öffentlichen wie bei der jüdischen Armenpflege seit Jahren stark im Rückgänge. weil bei der Geldentwertung eine wirksame Hilfe nicht erzielt werden kann, was die Bedürftigen natürlich auch empfinden. Auch bei der Berliner Jüdischen Gemeinde , sind zurzeit starke Reorganisationen im Gange. Tic Gefamti Wohlfahrtspflege soll bezüglich der Leitung in eine geschickte . Hand gegeben werden, während man nach unten eine möglichst weite Tezentralifation im Interesse der Hilfesuchenden anstrebt. Vieles ist bis jetzt allerdings noch Theorie: hoffen und wünschen wir. daß sie, dem Vorhaben entsprechend, bald in segensreiche Praxis Lurch Einrichtung eines Wohlfahrtsamtes umgefetzt werde. Aber in welcher Form auch jüdische Wohltätigkeit geübt werden mag. wir werden es stets verstehen, den auch von unseren Feinden unbestrittenen, alten Ehrentitel: ..Barmherzige. Söhne der Barmherzigen" zu rechtfertigen. Lberfekret.fr Nathan Eoün lEharlotteubnrgi. * Tie Lstpreustcnturrdgcbung. T:e Protestkundgebung gegen dir Abschnürung Lstpreußens und die Wegnahme von fünf Weichfeldörfern. die neulich int Lustgarten stattfand, war von schönstem Frühlingswerter begünstigt.

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