Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 8 (12.4.1922)
- Date
- 1922-04-12
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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36. Jahrgang. Nr. S Mgemerns Berlin, 12. April 1922 Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse Diese Jeinmg ertbetnr pieritbntäalidf. 3b0nnrmrnt*‘Prrts: burd? dm Ziacb» Handel oder die pvÄ «in Verlm and Vox» otten dur«h vnfare D(rtrieb$äriim» bezogen »ierreljLhrlich 6 ZU. — po-fcheckkonro 224. Bc^xüa&rt m Rabbiner Dr. Ledvig Philippfon Verlag: Rudolf Moose. Bexfin. Jerusalemer Strasse 46-49 NBe SmtiGvnzn fär H/fcafnon m» Lrpkdinon ün» an die Abreise: Vtrla* der .äußern. Zerrnnz r« Jadensnns^ SerLm 8^'. ^rJaUrmr Straft 44-49. zm ndhen. Oering »#«■ Saleif 20«(fe, Oerils. ♦ Ter Erlöser Israels. Den Albert Kall. — WoebeL- » schau. — 3. H. 3?ifliAu;ic9. Don 0. Elboaen. — Xü Derfuduna B:r deutschen Literatur. Don 3. M e i s e l 3 iL6e-*r-. — Feuilleton. T.r A::»;ua aus -lcavvtcn. — Im Bannk^rs (sä'arcn. [h. nc»rt»J -Cifti?ri»ct‘c (fnähluna von (5 arola &&£:- h e: m. — Literarisch. M : t l e i l u n a e n. Ttt ($€mtinttbüt€ >D.i!aac rur ..-lllaemcinen Intuna ds tums"»: Berlin. Br.slcru. Nauen. Tüpoldvrst Dom Ntuin. Zürich. '3h£5cp.n. Lina D. - V o n Nab und Hern. Drr lEriöfrr hlraris. Don Albert Katz. ^>^^ir feiern das Passahfest nicht blas; zum Andenken «ra I ben Auszug unterer Vater aus Aegypten, wir feiern es auch zur Erinnerung an bi: Befreiung von Truck und Hneetrfrijaft. die Israel auch in späterer Zeit und in anderen Länderrder Welt so oft erfahren hat. „Nicht einer allein". wird uns alljährlich in der Pasiahnacht eingeschärst. „stand wider rr-4 am. uns zu vernichten, sondern in jeglichem Zeitalter welche gegen uns auf. uns auszurotten, aber der Ewige, gelobt sei er. errettet uns aus ihrer Hand." Tas Pasiah'e^r tx also, wie Mainwnides sich ausdrückt'), zur pr,rmX ■ zum Gedächtnis an -z*. in Aegypten geschehenen Wunder eingesetzt, deren isksjt* währende Erwähnung auch künftige Geschlechter in bitterer Leideuszeit erheben und aufrichten und im Glauben an erre'-i erlösenden Gott stärken soll. Wir sollen es täglich und stür. lich erkennen und bekennen, dast „der Hüter Israels rirr schlummert und nicht schläft", daß er es ist. der immer r r neuem die Tklavenkerten zertrümmert, deren Lchwere ^en Nacken seiner Kinder krümmt und die Lchwungkrast izzzz 2cele schwächt, llnd ihn preisen für die sicht, und unsillrtdaren Wunder, die er immer wieder und wieder vollbringt. Und Israel befolgt diese Mahnung! Seit dem Auszug aus Mizrajim bis in die Gegenwart hinein, zu allen Zeiten unter allen Zonen, wohin das Schicksal es verschlagen Kur. galt und gilt ihm das Fest der „ungesäuerten Brote" als das schönste und erhabenste Tenkmal seiner national-religiösen Kraft und Lebensfähigkeit, das. wie ein Liegesbanner c*x Freiheit vom Genius seiner Geschichte emporgehalterr. ihnauch in Tagen grimmigster Verfolgung erstgegenleuckter seine Kinder mit Mut und Gottvertranen erfüllt, der ne rnrringenden feindlichen Welt laut und eindringlich zuzuruvni ..Gar oft, seit meiner Jugend, hat man mich bedrängt, nicht überwältigt. Auf meinem Rücken haben Pflüger gepstürr lang gezogen ihre Furchen. Ter Ewige aber ist gereckt: er zerschnitt das Leit der Frevlers. Ter Wahlspruch des tzzti* »dien Tntders ist eben auch das Losungswort des bivli^ckon Volkes: „Ich weist, dast .nein Erlöser lebt")." „Er ist der '^tt meines Vaters, ihn will idz rühmen" lErvdus r>, 2». Tarra anknüpfend bemerkt ein alter Lehrer: Als Israel das Lckst^-- Mvrc N'buchtm ‘l K. 4^r.; mett trockenen Fubes überschritten hatte, sprach es: Nicht nur - für die Wunder, die du. o Gott, mir und meinen Vätern schon erwiesen hast, stimme ich dir heute ein Tanklied an, sondern 7 für alle die Wunder, die du uns immerfort cavcveft und - auch den künftigen Geschlechtern erweisen wirst'). Tas Worr: damals fang Moses und die Kinder Israel dieses Lred dem . Ewigen und sprachen also", enthält nach einer sinnigen * Teurung unserer Alton die Mahnung: p--? die in , £ü%xajim unb am Lchilsmeer vollbrachten göttlichen Wunder : den folgenden Gcschlod)tcrn immerfort w zu verkünden, als wären sie Zeugen dieser groston Ereignisse gewe'en und hatten Tie'e wunderbaren Geschehnisse selbst mitcrlebt'». Toch in noch weit gesteigertem Maste obliegt uns die Pflicht, die Ge- . schichte von dem Auszug aus Aegypten dem gegenwärtigen . ^schlecht mitzuteilon. sie immerwährend unseren Kindern zu . erzählen: Sen kleinen und den grosten. ob sie fromm oder bö'e; ^nd. einfältig oder noch nicht zu fragen verstehen, und dies; zzni besonders in der Passahnacht, wenn die Lmnbole der - erlittenen Knechtschaft und der endlidi errungenen Freiheit. . das ungesäuerte Brot und das Bitterkraut vor ihnen liegen, i Freilich dem.Mascha", wie ihn die<"ag.rd.r uns oorsührr. diestun in ke ine religiöse Partei des Judentums hinein passenden Pro- . rotr-r» der entarteten Löhne Israels, die. wie eine Lage bo , richtet, auck) in Aegypten eristiert, aber zum grosten Teil in den drei über die Aegypter hereiugebrochcuon sin'teren Tag? 77:7 Leben erngobü'stt hätten"), ist keine Belehrung berzubringen. Er dünkt sich klüger-als »eine Vorsahren. wei»er als 'eine Zeit- und Lrammesgenvisen. auf die er mir Lrotz und Verachtung herabuoht. und deren Vertrauen aus die ZukulEr er . zrAi dem Hinweis auf die tränenreiche Vergangenheit und die nicht minder trostlose Gegenwart zu erschüttern sich anstchickr.; Mir ihm zu disputieren, ihm dcnNachweis führen zu wollen, dast gerade die Trangsalierungen. die Israel unausgefevt erfährt. \ es 'eien, die seine Hoffnungen aus eine glücklichere Zukuntt; nähren, wäre vergebliche Mühe. Er würde uns to wenig i verstellen, wie wenig cr sich selbst, die <siesüh!e der ihn deein- \ stufenden nichtjüdischen Welt und die Ergebnisse der taustmd- ] jährigen Leidensgeschichte des jüdisch?» Volkes versteht. Nur \ stine alte, scheinbar wohlmeinende, in Wirttichteit aber irre- ' führende Frage: Was soll euch die»er Treust. die»e Treue und; Hingabe an ein Ideal, das errch nur Kränkung rrnd Zrrrück- : stnung. Httst und Verfolgung einbringr. darf rnchr uu'eeirntroorter bleiben. Und die Antwort wird ihm von jeher :.i der Ledern allst, in dieser ..Nacht der Hur" erteilt: Ta fragst: Was »oll ..euch" dreier Tierr'rk Lo *prrch: - D'aUnen l2v. 2 4. Hiob Il>, 25. - * galkur Llliinwui V ichall^ry Ibidem. Genesis radba K. <».