Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-03-31 · Heft 7 (31.3.1922) · p. Seite 85

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 7 (31.3.1922)
Date
1922-03-31
Page
Seite 85 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3229509-3229516--76667-3289296
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

SS ES hat ja selbst im Meer der Fisch «ein HauS. sein Heim, fein Lager weich. Und in der Wüste seinen Tisch Ter Leu und dort sein Königreich. Refrain. Du gutes Herz, was stürmt und drängt In dir fo wild und' heiß daS Blut? Weil es noch nicht als süßer Tau Aus uns rer Väter Grüften ruht. _Refrain. Es kommt, gell heulend, der Orkan. Läßt Völker steigen und vergehn. Euch aber lähmt noch feiger Wahn? Wann wollt ihr in die Heimat gehn? Refrain. Tie Heimat, die ihr zaudernd kränkt. Die euer Schwäche Haß entweiht? — Der Himmel voller Zeichen hängt: Tie Zeit ist da. da ist die Zeit! Refrain. Lelekrüchte. Die Hauptsprache« der <?rde» Tie Verteilung der verschiedenen Sprachen auf dem Erdball hat infolge der Veränderung der Erdkarte durch den Weltkrieg auch manche Verschiebung erfahren, und deshalb m eine Zusammenstellung wertvoll, die Erich Paget in der ..Umschau" über die Hauptipracl)en gibt, die von mehr als 30 Millionen Men'chen gesprochen werden. Nach der Zahl der Sprecher steht das E h i n e s i f ch e mit enva 300 Millionen an erster Stelle. Tabei handelt es sich hier aber weniger um eine Spraclze als vielmehr um eine Spracherrarnppr. denn die einzelnen chinesischen Mundarten unterscheiden sich sikr vzcl schärfer voneinander als etwa die deutschen. Unter dielen Mundarten ist das Nordchinesncl^ am wichtigsten, denn cs ist Umgangs- und Schriftsprache in dem politisch einflußreichsten (Gebiet Chinas. An zweiter Stelle steht Englisch mit 120 bis 130 Millionen Sprechern: es ist die verbreitetste Weltverkehrs'prache und wird wobl auch 'eine Stellung behaupten. Teutich wird von über 70 Millionen gesprochen: außer in Deutschland und Teut'ch-Sesterreich und der dentschen Schweiz noch in Teilen der Tschechoslowakei, Polens, Liranens. Estlands. Livlands, in Siebenbürgen und in den Sprachinseln von Ungarn und Rußland. Außerdem leben in Amerika nock crwa 10 Millionen Deutsche mit deutscher Muttersprache, und bis zu den Umwälzungen durch den Krieg gab es in Australien lflo in Asien 60 000, in Afrika 70 000 Deutsche. Starke deutsche Elemente enthält auch das sogenannte „Jiddisch", das von etwa 6 Millionen Menschen in Polen. Rußland und Amerika gesprochen wird. Diese Sprache, die allerdings mit hebräisct-en Buchstaben geschrieben wird, beruht auf einem oberdeutschen Dialekt, in den schrifrdentsche. hebräische und polnische Wörter ausgenommen find. An vierter Stelle steht das Russische mit knapp 70 Millionen Sprechern, die in Großrußland und Sibirien leben. Weißrussisch und Kleinrussisch sind dem Russischen sehr ähnlich, und wenn es zu einer Wiedervereinigung Rußlands mit der Ukraine und Sibirien kor^rnt. dann würde daS Russische das größte zusammenhängende Sprachgebiet der Erde umfassen. nämlich 20 Millionen Quadratkilometer mit 100 Millionen Sprechern. Spanisch wird von etwa 60 Millionen gesprochen; fast ebenso viele Menschen bedienen sich des Japanischen. An siebenter Stelle sieht das Hranzo»i'che. und zwar gebrauchen es 40 Millionen in Frankreich. Belgien. Algier und einem Teil Kanadas, französisch ist noch immer Weltverk.brssprache, besonders im nahen Lrient. aber seine frühere große Bedeutung hat es zweifellos eingebüßt. Diejenigen beiten Sprayen, die dem rtranzösischen in ihrer Verbreitung nahe stehen, sind das Bengali, das in der indischen Provinz Bengalen von etwa edenso vielen Menscl)en gesprochen wird wie das französische, und dar H i n d u st a n i mit über 40 Millionen Spreitrern in Noibirdien. In weitem Abstand danach kommt das Italienische mir 33 SSiI«. flotten Sprechern, und außerdem läßt sich noch zu den Hauptivrachen daS Arabische rechnen, das von über 30 Millionen in Arabien. Syrien. Mesopotamien Aegypten und Nordafrika gesprochen wird. Literarische Mitteilungen. — Palästina und Südsyrien. Reisehandbuch. Im Aufträge der Palastina-Expreb-Eompany verfaßt von Jesaias Preß (Jerusalem). 1921, Verlag Benjamin Ha rz, Jerusalem- Berlin-Wien. Durch die historischen Ereignisse der letzten Zeit ist Palästina, als nationale Heimstätte der Juden unter englischem Protektorat, in den Vordergrund des allgemeinen Interesses getreten. Palästina ist nicht mehr das heilige Land der Bibel und der Vergangenheit allein, es ist nunmehr auch das gelobte Land der Zukunft, besten auswärtige Besucher an Zahl immer mehr zunehmen. Dem Bedürfnis dieser Besucher entspricht vollkommen das uns vorliegende Palästina-Reisehandbuch, das. abgesehen von der Einleitung, die eine Reihe vonfür Touristen unentbehrlichen Ratschlägen und Winken enthält, auch ein getreues Bild von Land und Leuten entwirft. Es gibt dem Reisenden reichliche Aufklärung über die geographischen, ethnographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes, über seine Geschichte und die Geschichte der neuen jüdischen Ansiedluna, über Zugänge und Reisewege, ferner eine ausführliche Beschreibung Jerusalems und seiner Umgebung sowie die Beschreibung der übri gen Landesteile. Vier Bilder von dem Mater E. M. Lilien und drei Karten, fünf Plane und zwei Grundrisse zieren das Buch und erleichtern dessen Gebrauch. Das' hübsch ausgestattete Palästina-Reisehandbuch ist als ein wohlgelungenes, nützliches und zeitgemäßes Werk zu bezeichnen, das die weiteste Verbreitung verdient. - A. K. * — Joies Klausner: Geschichte der neuhebräischen Literatur. Jüdischer Verlag. Berlin 1921. Dieses Buch war ursprünglich russisch geschrieben (zweite Ausgabe. Ldessa 1912). Dann erschien dasselbe Buch auch in hebräischer Bearbeitung, und zwar von I. Klausner selbst, der sa einer unserer besten hebräischen Literaten ist. Außer seinen zahlreichen j Werken kennen wir von ihm die segensreiche Tätigkeit als Redakteur j des „Ha-Schiloach". das setzt in Jerusalem erscheint. Klausners j Werke zeichnen sich durch gediegenes Wissen, großen Gedankenreichtum j und schönen Stil aus. All dies eilt auch von dem vorliegenden Werke, i Tie deutsche Bearbeitung rührt von Hans Kohn her. der es wob! verstanden hat. den durchaus hebräischen und ziemlich unbekannten Stoif auch dem deutschen Lc'e^ nabezubrinaen. Doch muß ich be. merken, daß die deutsche Transkription der hebräischen Titel vielfach verfehlt ist. z. B. auf Seite 5.V ..Assaka d'rispak" (statt schaka». auf Seite 37: „Schomereth labbam" (lies: jabham). Letzteres, wobl nur Druckfehler, fordert die Bemerkung heraus, daß das Buch wohl nicht genügend sorgfältig korrigiert wurde, ein Urteil, das natürlich mehrere .Tehter dieser Art vor Augen bat. In dieselbe Reibe stellen wir auch, daß zwar ein Autörenverzeictmis gegeben ist. aber ohne Beifügen der Seitenzahlen. Sonst aber ist das Buch vorzüglich geeignet. uns den Werdegang und das Wesen der neuhebräischen Literatur vor.zusühren. und es wird seinen Platz auch neben N. Slomcbz' verwandtem Werke und neben Meifls ..Hastalah" behaupten können. Wien. S a m « e l K r a u ß. * — S imon Bernfetd: Tie jüdische Literatur, l. Teil: Bibel. Apokryphen und jüdisch-hellenistisches Schristrum. Indischer Verlag. Berlin 1921. Bernfeld ist ein überaus fruchtbarer Schriftsteller. Aus den verschiedensten Gebieten bat er sich erprobt und bewährt, nicht mletzt anch in bibelerklärenden und bibelkritischen fragen. Er schöpft ans Eigenem, wie denn ein Mann seines Wissens auch den gewöhnlichsten Stofs wird originell gestalten können. So anch in dem vorliegenden Werke, das sich jn wenig von den zahlreiclzen „Einleitungen" in die Bibel unterscheidet, das aber trotzdem, von echt jüdischem Geiste durchweht, die arofu Bedeutung des biblischen Schrifttums ganz anders wertet als die christlichen Jorscljer. Bei aller Kritik, die der Verfasser an den biblischen Büchern übt. weiß er sehr gut hervorzuheben, daß diese Bücher Israels teuerstes Gut bilden. In der Behandlung der Thora kommt er ohne die Begriffe 2. und E. (Jahoist

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.