Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 7 (31.3.1922)
- Date
- 1922-03-31
- Page
- Seite 78 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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1'chen Machenschaften der arabü'chen Agitatoren hin. ..Es wäre", f schloß Mr. Malone. ..eine fürchterliche schände, wenn j wir von der Balfour-Teklaration auch nur ein j Iota abweichen wollt e n." * i Vaifour und Churchill. | E i n Brief an Tr. W e im a n n.! 2it Arthur James BaLfour. der, wie uereits berichtet, bci einem Londoner Meeting der English Zionist Federation am j 13. März eine Rede halten wollte, richtete an Tr. Weizj mann, den Präsidenten der Zionistischen Lrganisation. fol-; aendes Tchreibcn: Lieber Tr. Wcizmanu! Ich bedaure schr. daß unvvrliergesehcne und dringende Angelegenheiten. die meine Zeit in Anspruch nehmen, es mir unmöglich machen, an der von der Englii'h Zionist Federation am 13. Mär; veranstalteten - j Versammlung teil zuuehmeu. bei der ich gehofft hatte, eine Ansprache ' halten zu können. Vom Standpunkt der zionistischen suche ist dies j “nK*f,~ünFfit)"111^7rciTiT, lagen zu können, ganz unwesentlich. Nichts. \ was in der Queens Hall hätte gesagt werden können, und nichts, was; irgendein Auditorium, vor dem ich sprechen dürite. hätte tun können.! könnte die Kraft und den. Wert von Ehurchil 1 s letzter Er - k l ä r u n g erhölwn. Weder sie noch ich haben jemals daran ge zweifelt, daß die Teklaration vom 2. November 11*17 noch immer Ausdruck der Politik dieses Landes ist. aber in den zwifchenliegeudcu Jahren hat es nicht an Versuchen gefehlt, etwas in sie hiucinzulefen. was sie niemals ent- Wie welsche List und jüdische Tücke sich einst orrbanLrn, um Len JuLknrrinstrn der DuLmrrinrn, ihrinrich von TreitschKe, in Las jfahrwaffrr des internationalen jüdischen Liberalismus -u bugsieren. Eine gar schlimme Tatsache, den deutschen Studenten zur Warnung enthüllt von X. P. Z. ^war läßt der geistige Verkehr mit dem Anstande noch zu qJ wünschen übrig, besonders wegen Erschwerung des Zeitschriftenaustausches. Trotzdem aber ist. wenn auch verspätet. in Deutschland von einem Aussatze Kenntnis genommen worden, der wohl nur .für Italien bestimmt war. indem jenseits der Alpen nicht zu befürchten, daß aus ihm gewisse, den „deutschnationaten" Leser, peinlich berührende Folgerungen gezogen werden könnten: wir meinen den Artikel über..Heinrich von Treitschke und Eavour". den Mar EorniceUns, Professor an der Universität Berlin'), im ersten septemberheste des vorigen Jahrganges der .Äuova Anwlogia" zuRom hat erscheinen lassen. Ihm ist dasHauptmcrterial für die folgenden Enthüllungen entnommen. Anderes beruht auf persönlichen Erinnerungen eines ehemaligen Zuhörers Heinrichs von Treitschke. - * * hielt, oder sie ihres Legitimen Zinnes zu entkleiden. Tie klare und st aats itt ä n n i f ch e Kundgebung des staatsi e k r e t ä r s f ü r d i e H o 1 o «i c n wird, wie ich horte, allen solchen Versuchen ein Ende, bereit e n : i. n d F rennde der z i o n i st r s ch e n V c rv c g n n g . g l e i ch m i r . dürr e n . w e n n sie a lt ch n i ch t die Z ch w i e r i g l e . t e n u nreri ch ätzen, die zu über w i u d e n sind, mit Z u v e r - t i d) t a u f Den Erfolg der B e w e g n iu] in d i e Z u k n n f t b l i ek e u. Ihr ergebener rgez.) Arthur James Batwuc. Ter in dem Brief en:haltcne Hinweis bezieht sich auf jene Antwort. die Ehurchill der arabischen Telegarion in London auf ihre Einwendungen zum Verfassungsentwurf mr Palästina erteilt hat. Nach dem offiziellen Bericht hat Ehurchill der Telegation erwidert, daß die Zukulnt Palästinas nur auf Grund der Balfour-Teklararion zu diskutieren sti. da ..natürlich keine Rede davon sein könne, daß sr. Majestät Regierung Verpflichtungen nicht erfülle, die sie gegenüber dem jüdischen Belt cingegaugen sei." * Ter Rüittritt Montag«». Infolge eigenmächtiger Veröffentlichung der Forderungen der indischen Regierung ans Nachgiebigkeit gegenüber den, türkischen Wünschen, ohne daß er vorher zu Meter Veröffentlichung die Zustimlirnng seiner Ministerkollegen einaeholt hatte, wurde Montagn. dcr Miccister für Indien, von Lloyd George ansgefordert, um seinen Rücktritt einzukommcu. der vom Ministerknoinett angenommen wurde. Lloyd George hat Lord Terby zum Rachwlger Montagus ernannt. Auch die Stellung Lord Readings soll im Zusammenhang mit dieser Affäre erschüttert 'ein. Wie weit der Rnckrrttt Montagus und eventliell auch Lord Readings auf die Palästinatrage zurückwirken 'konnte, läßt sich derzeit noch nicht übersehen. Tas Ministerium Lloyd George soll durch das eigenmächtige Vorgehen Montagus eine starke Erschütterung erlitten baden und sind Gerüchte verbreitet. daß eventuell, da Baliour avgelehnt hat. Austen Ehamberlain als Nachfolger Lloyd Georges in Betracht kominen wll. Ehamtvrlains Stellung zur BaEonr-TeNaration und allen damit verbundenen Fragen ist nach außen hin unbekannt. Wie cs heißt, soll von allen liberalen Kabiuettsmitgliedern m;r Ehurchill. der in letzter Zerr mit dem,ganzen Gewicht-'einer bcdeiust'.nwr! Persönlich' lest sich für die Unantastbarkeit der Balwur-Tetlaratien eingesetzt hat. im Amte verbleiben, was ja auch nicht ohne Bedeutung fein dürfte. J. P. Z. Läßt sich da im April 1^»0 bei dem Herrn Professor Heinrich von Treitschke in Heidelberg ein Mann melden aus Welschland. Er empfängt ihn, obwohl der Fremde den mehr als verdächtigen Vornamen Jlaceo trägt, und es dem deutschen (belehrten, ob seiner Studien über die staarsmänmsche Tätigkeit des Grasen Eavour. bekannt sein mußte, wie heftig dieser Jsacco, der außerdem noch den nicht minder stürmischen Vatersnamen Artom führt, aus Anlaß seiner Zugehörigkeit zum Judentum, von der klerikalen Presse Italiens angegriffen worden war. als er Kabinenssekretär des italienischen Premierministers bis zu denen acht Jahre vorher erwlgtem Ableben war. Hatte da nicht der aristokratische Klub in Karlsruhe viel völkischer gedacht und gehandelt, indem er der Aufnahme Artoms unter seine Mitglieder, obwohl dieser seit l«*ks als Gesandter des katholischen Königs Viktor Emanuel 11. von Italien beim Großherzog von Baden beglaitbigt war. die größten Schwierigkeiten in .den Weg legte, die erst behoben wurden, als die italienische Regierung mit Abberufung ihres Gesandten drohte, was der badischen wegen des schon damals in der Lust liegenden Konfliktes mit dem benachbarten Frankreich sehr unbequem gewesen wäre-)! Aber nicht genug, daß der germanische Hüne den äußerlich kleinen, unbedeutenden südjuden empfängt. — man könnte das ja als Höflichkeitsakt gegen eine befreundete Regierung noch hingehen lassen. Rein, was viel schlimmer: In einem Briefe an seinen Verleger Hirzel hält er's nicht unter seiner Würde, ihn als sehr sympathisch zu schildern; ja. am 13. April 1870 scheut er sich nicht einmal, dem italienischen Juden selbst mitzutciten, er hätte der Worte nicht genug, um ihm für die wohlwollende Aufnahme zu danken, die sein historischer Essay über Eavour, wofür er die Einleitung l) Als solcher bezeichnt er sich selbst aus dem Umschlag des Heftes. Toch ist er im neuesten Vorlesungsverzeichnisse der Universitär Berlin nicht aufzutrudeu. Von dieser Klubangelegenl.eit ist in dem Eornice'iusschen Artikel nicht die Rede, sie wird hier mich mündlicher Überlieferung eben nur mißdeutet. Eine genauere und ausführlichere Tarstellung derselben nach den jetzt zugänglichen Archivaüen in Karls ruhe wäre wünschenswert.