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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-03-03 · Heft 5 (3.3.1922) · p. Seite 58

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 5 (3.3.1922)
Date
1922-03-03
Page
Seite 58 (sequence 14)
Language
German
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r*N * - T i. ö o l) a ii;i c s 'Je 11 e l, ucDcntUiijci Professor an der Umpertital Breslau: (sin neuer 'Jiinfiurottert. Xrtinffription. Uebersetzung und Erklärung nebst Bemerkungen über die vOüttin ttinfarraf und verwandte Hott Heiken t „Studien zur Geschichte und Kultur de« Altertums", X. Band, I. Heft). Paderborn. Truck und Merlan von Jerd. Schvningh. HM*. «>4 3ctteil. Verfasser bietet Umschreibung und Uebersetzung eines Prozessivnshymnus der babylonischen Göttin Niukarrak, neben der auch die Namen Gula, Bau und Ninsun als scl)einbar identisch Vorkommen. Sie wurde als heilbringende, schwere Krankheit abwehrende Gottheit verehrt, und als ihr Symbol wird der Hund genannt. Ter Vorzug der Arbeit liegt in einer lückenlosen Zusammenstellung der babylonischen Quellen über Namen, ftultftatten, Helte und Symbole der Genannten; ich bedauere, daß nicht auch andere Quellen benutzt wurden, die vielleicht mancIZe wünschenswerte Aufklärung geboten oder empfangen hätten, und denke dabei vor allem an Mitteilungen im babylonisäien Talmud, die nachgewiesenermasreu oft auf sehr alte Traditionen zurückgehen. — Zu Borsippa als Kultstütte iS. 33) weise ich darauf hin. daß im babylonischen Talmud Aboda zara 53 in Borst ppcr„das- Hans -Nimrods^ als Götzentempel bezeichnet wird, der von den Anbetern verlassen wurde, dessen Identifizierung noch nicht fettiteht. Aul den Tempel in Babylon «ebenda» ist wohl Sanheorin nn>a zu beziehen. Jutereffant ist die Nachricht b. Ab. zara Ul>, wo fünf ..ständige" Götzentempel erwähnt werden: der Tempel des Bel in Babylon, der Tempel des Nabu in Borfippa. des Tarata (— Tcrtetv, Atargatis» in Mabvog (griech. Hierapvlis). des Serapis in Askalou und des Nischra in Arabien. Zum Hundesymbol weise ich auf Sanyedrin 4-ib hin, ivu die im 2. Baud der Könige 17, erwähnten Götter der Arowiter. Nibchaz und Tartak mit Hund und Esel bezeichnet (oder symbolisiert?» iverden. Blausuß l,.Götter. Bilder und Symbole", Nürnberg HUI, S. -7» denkt dabei it. a. an Nin a zu, babylonische Gottheit der Medizin. Göttliche Berohrung des Hundes erwähnt übrigens auch Zuveual. Sat. l3, und b. Ab. zara 3U. „beim Hunde schwären", bekanntlich griechiscl»c Sitte. Rosen zweig (Stuttgart). G . e l i r A. T h e i t h a b e r : „T e r Untergang der den! i cy e n Z u d e v". x*»iiu'it«‘. ivrlviierte Auilaae. Jüdischer Bei.lag, Berlin SW 7. Gebunden 2*i Mark, broschiert'2" Mark. A!:- dieses Werk im Jot>re H.M1 nun ersten Male erschien, hat es ungeheures Auüeln'n. in mana>m Krenen einen Sturm der Entrüstung. erregt, Jeder empfand., driß der Berianer in diesem Buche eines der heikelsten, aber auch wichtigsten Probleme des modernen Judentums angeschnitten hatte. Tie Auflage war binnen kurzer Zeit j vergr'.fsen und iinolge persvnl.icl»r Inanspruchnahme des Verfassers konute eine Neuaustage zunächst nicht erscheinen, In der letzten Zeit j bar der Bermüer d^is Merk nun einer Neubearbeitung unterzogen - und d»rbci allen durch die erste Aussage aufgeworfenen Frmzen und den durch die Zeit bedingten neuen Verhältnissen Rec!)nun.g getragen, w daß lirit der letzt erschienenen zweiten Auflage ein ganz neues ätorf entstanden ist. Thei lieber steht mmbivendbrr den Untergang der deut.sct»en Juden wrtschreiten rmd führt dies mit nuerbittlicher Sci>irfe m‘r die Erstlreimmgen des modernen S er ua Hebens zurück. 'Wenn man Zahlen wie die sollenden hört: 23 Prozent der dentfcheu j Zuden bleiben ehelos, 23 Prozent gelten eine 1Hin1;clK ein und .">«» Pro-! zenr der jüdischen Elsen habeit dits Ztveikindersystcm durclMMhrt so kann nuui sich den erschütternden Schlnsrwlgerungen des Autors - nicht verschließen, «ein Jude, dem das Bestehen des Zndentums am! Herzen liegt, kein Führer irgendeiner jüdischen Organisation wird! versäumen können, sich mit diesen Problemen auseinander zu setzen.! Auch Nichtjuden werden das Werk mit größtem Jnterestc leien und | aus die besonderen Verhältnisse der nichts üdisäxm Bevölkerung! mit grvfrem Nutzen amvenden könmn. Außerdem bietet das 'Werk ein außerordentlich reiches Material für Statistiker. Bevölkerungspoli! Ufer und Soziologen. Wir können unfern Geiern die Lektüre dieses Bmlies aufs wärmste empfehlen. * Ter XU. Z t u ti t st enkv n g r o ß Tas Zionistische Zentral burean in London gibt »oelvn im jüdischen Verlag. M'rlin. eine ausfüyrlicise Zusammenstettnng der Verhandlungen des XII. Zionistischen Kongresses in Karlsbad lseraus („Ter XU. Zionistenkongreß. Karlsbad. 1.—14. September." Broschiert 24 Mark, bessere Ausgabe Mark). Tie Schritt enthält alle Referate, die Begrüßungen, alle Beschlüsse und die wichtigsten Tebattenreden. 5rür das Verständnis der zwnistiscl»en Beivegung. der-englischen Palästina-Potttik und der geiZenwärtitzcn Jndenfrage überhaupt ist das Buch, die einzige auii>cnttfd>c Tarstellung über die Verhandlungen des ersten zionistischen Kongresses feit dem Kriege und der völkerrechtlichen Anerkennung der zionistischen Ziele, unerläßlich. Es wird daher nicht nur bei Zionisten und Inden. sondern auch bei Nichtjuden größtes Interesse finden. O ~ T r. Nathan den Nathan: Tie Erbpacht: Geschichte, Wesen und Reform. Welt-Verlag, Berlin 1921. Tie für alle großen Industrieländer Europas besonders nach dem Weltkriege brennend gewordene Agrarfrage wird in diesem Buche einer gründlichen, überaus klaren Behandlung unterworfen im Anschluß an die Institution der Erbpacht, deren Entstehung in die Zeit der Ptolemäerherrschaft in Aegypten fällt und die in den mannigfachsten Variationen bis in die Gegenwart sich erhalten hat. Tas 19. Jahrhundert ist allerdings in dem Bvdenbesitzproblem in Teutschland zum freien Eigentum übergegangen, aber dieser an geblrche Fortschritt hat schwerwiegende Mißstände, vor allem die ungünstige Verteilung des Grund und Bodens und die Entvölkerung des flachen Landes zur Jolge gehabt. Ter Verfasser gehört.zu den Anhängern der Wiedereinführung der Erbpacht, für deren moderne Gestaltung er neue, sehr beachtenswerte Vorschläge macht. Tie unverrückbare Grundlage ist für ihn natürlich der Gedanke, daß die Erbpacht nie wieder zu einem persönlichen Abhängigkeitsverholtuts. etwa zu irgendeiner ,Turin der Leibeigenschaft führt, sondern daß sic ausschließlich ein dingliches, vererbliches und veräußerliches Nutznießungsrecht fein - soll. Auf die vom Verfasser augekündigte Arbeit über die Anwendung der Erbpacht bei der jüdischen Kolonisation Palästinas darf man mit Recht gespannt sein. S p a n d a u. Tr. L öwen st a nr m. Sprechtag!. Aufruf. Brüder und S ch io e ft mi! Tas feit 1919 wirkende H o;;i i 1i-t z :t r Sanier u n u b e i i» r a e l i t i f che n W o h l f a h r t s a n ft alte it W i c n s hat sowohl durch Belieferung mit Naturalien als auch durch Beisteuer zu den Unterhaltungskosten des I f r a e l i t i s ch e n G c m e i n despitale s. des Altersversorg u n g s - und Sic ch e n h a u »e s . d e s Taub?t u m m e n - und Blinden: n st i t n t c s weseutuc>) dazu beigetragen, d-nß diese Anstalten vor der Schließung bewahrt wurden. Angesichts der ungeheuren Steigerung der A f Order u n g e n . die in dem N o t sch r e i der W i e n e r « u l t n s - gemeinde ei n e r s ch ü t t e r n d k s E ch v gefunden hat, scheu wir uns genötigt, an die Mildtätigkeit unserer Brüder und Schwestern in und außerhalb Wiens neuerdings zu appellieren. Wir tun dies im Namen unterer verlassenen Kranken i nd Siechen, des darbenden Alters sowie der bresthaftcn Jugend. Helfet uns also durch rascheste Sendung von Geldmitteln mittels rekommandierten Briefes an unsere Adresse: Wien I, Seitenstettenguffe 2. Sammelt in euren Bekanntenkreisen! T e n k e t a n d i e z a h l r e i ch c u würdigen Alten, die. chne Qvdach, ohne Nahrung und Kleidung, an Hunger, Kälte und Mange.' an jeglicher Pflege zugrunde izehen! Haltet euch vor Augen das Bild der Blinden. Hilflosen, verwaisten. Kinder, die bettelnd durch die Straßen irren! fühlet mit! den taubstummen Kleinen, denen angemessener Unrerriäst den Weg zu einem Erwerb bahnen könnte! Versetzet euch tu die Lage der Kranken, die kläglich zugrunde gehen mün'en. weil ihnen kein Spital seine Pforten öffnet'. Helfet, ehe cs zu spät ist: Redakteur Lud w i g H i r s ch f e t Ö, Schrittführer. Rabbiner Tr. M a r G r u uw a l d. Lbmanu. Zahlstelle kür Teutschland: Teutsche Bank. Berlin. Postscheck kvnto HMH», mit dem ausdrücklichen Vermerk für ..Komitee zur Sa nicrung der notleidenden israelirifEren-Wohlfahrtsanstalten Wiens".

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