Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 5 (3.3.1922)
- Date
- 1922-03-03
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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*. Jahraan,. Nr. 5 (ßfflJgfntlEfifltt. W” ,Mä Detlsge zur „Allgemeinen Leitung de§ IudentumK". — — - ■ ' ' .... ... .....■ ■■■■-■ .........■ 11 —— mh mm . C/S Scrli«, 28. »Februar. Tas mit 16. d. M. m der Hochschule für Musik stattgefuntene K o nz e r t desBereins z u r Pflege hebräischer (besänge unter Leitung seines Tiriizenten Kapellmeister Kellermann nahm einen sehr schonen Verlauf. sowohl die einzelnen Kompoiirionen als auch dis Ausführung durch Chor .unh Solisten fanden allgemeinen Beifall und brach den dem rührigen Vereinsdirigenten. der fein ganze» Tonnen und ferne ganze Kraft in den Dienst dieser idealen sache stellt, große Ehren. Besonders .>rvorgehoden fei eine größere Komposition von Kellermann für Chor., soti und Lrgel t<»kc k und ubariebokor deren Ausführung durch den ''einem weiter bis ins kleinste willig folgenden Ehor sowie die beiden Solisten (Frieda Wolf und Benno Z ieg - l e r). die ihren solopart mit viel Enrpfindung und tecliniscl-em Können au-nihrten. allgemeinen Beifall fand. Frieda Wolf zeigte in Psalm 2!» (mit Frauenchor > und al wi, alter Hochzeitsgesang (mit Klarinetren- und Klavierbegleitung) ihre oft gerühmten Vorzüge. Benno Ziegler fang zwei 2pli t\V*^ihomru unb Wajechulu) sowie solo in Bcragrüns „Tal" mit markiger stimme und beseeltem Vortrag. Fbolyta Gyarms entzückte durch den ausgezeichneten Vortrag dreier Geigenkompontioncn i Bearbeitungen KcllLrumnns» die Zuhörer. Nicht zu vergessen sei die vorzügliche Orgelbegleitung Walter Fischers. Auch die fephardischen Ehorgvsänge und die reizende Hausmusik fanden 'ehr viel Aöklang. Ter^Abeud bewies um: neuem, welch riefen Eindruck die Vorführungen des Vereins mact)en, und es wäre zu wünschen, daß ihm innner mehr Anhänger .zugeführt rvc rten mrd d»rß immer melzr Tarnen und Herren aus der Gesellschaft sich aktiv als singende Mitglieder an den Aufführungen beteiligen. 252 Berlin, 2* Februar. Tas Vvü d r>che Genesungsheim in 2£^ü*> p. das ini Erwerbe stcheudcu ifuuicn und V»ädcljeu Erholung und Kräftigung zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit gej währen will und ieit über 2«» fahren als Wohlfahrtsanstalt wirkt, wird am :M. April d. eröffnet. Ta infolge der schweren V^erhältnisie, unter denen das Heim wie alle Wohlfahrtsesttrichtungeu zurzeit zu leiden har. das Hans nur im beschränkten Umfange und voraussichtlich nur für Kim Monate ovxn gehalten werden kann, ist eine möglichst frühzeitige Meldung für die Ausnahme erforderlich. Berlin, ‘2*. Februar. lieber die Letzte Vorstellung des jüdischen KüustLerttealers schreibt Julius Bad in der „Welt am Monrag": „Tie Letzte Vorstellung der Wilnaer Truppe gab einen 'ehr erfreulichen Abschluß. Tas spiel „Grüne Felder" von Perez Hirfchbein ist wirklich ein „TorKdhll . harmlos-heirer und tech uichr ohne reizvolle kleine Mcinchlichkerteu. wie mir sclzeint. das literari-chEimvaudfreieste. was die Truppe überhaupt geboten hat. Tie beiden jüdifctvn Bauernfamilien. die sich den gelehrten jungen Rabbi, der ins Torf gekommen.ist. mißgönnen, ihn für ihre beiderseitigen Töchter kapern möchten — das alles :»t merkwürdig jüdisch und allgcnrein bäurisch und menschlich zligleill». und es rvurde prachtvoll gespielt. Ten jungen städtischen Theologen, denen Herz nur langsam in den grünen Feldern austanr. 'pielre Herz Großbarrh mir einer erstaunlichen geistigen Vornehmte:: und umerlrchen Zartheit - eine Delikateste der Komik, von der die meinen uwerer ..schüchternen Liebhaber" lernen könnten. Tie beiten Mörtel. das bLondbowcgliche und l.'us i'cirwarze plinnpe. wurden jung, bergest. voll natürlicl)er Heiterkeir von Bella Vellerina und Ro'a B r nba u m spielt, und nicht sclyväclxr war der natürliche Humor :brer Miwr. des mächtig polternden säpieiur und des schmächtig '"ch.aiir-u s^helano. Ein Ensemble von w einheitlich schlichter, freudiger- Sachlichkeit, wie Berlin cs heute nirgends mehr besitzt!" Danzig, im Februar. Ti? Israelitische sterbe kaffe zu> T a n z i g. im Fahre l*6»i begründet, beging Ende Fauuar das 2j ä h r i g e A m t s j u b i l ä u m ihres Ehrcuvornhenden. des Herrn Earl L i :l; i t! c L D>. drerllx eine wohl gelungene Atendst'ier rn Form eures sturungswNes ur Amvcsenheir von mehr al« Herrer:. te runter AbordniMlVn der (Gemeindebehörden und die Herren Kultusteamlln. Zahlreich^ Lob- und Ehrenredcn auf den Jubilar und testcuEheirau liuirten gel-alterr; die Feststinimung war vortrefflich. - Als weiteres sichtbares Zeichen seiner Beliebtheit, keines Ansehens und jahr^hntelamzen ersprießlicl-en Wirkend .zum Korrespondenzen und Aachrichtrn. Lklltschlsad. 82 Berti«, 28. Februar. Aus ter 36. Borftandssitzung des Jüdischen Frauenblmdes. die am 25. und 26. Januar in Berlin statt^ fand, wird uns von ersten Versuchen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Bekämpfung der Tuberkulose berichtet. Tas auf der Herbsttagung des Jüdischen Frauenbundes angenommene, aufklärende Flugblatt ..Was alle Kinder wissen müsten" ist fertiggestellt. Es ist auf farbigem Papier, mit hübscher Zeictprung und einfachem, für Kinder verständlichen Tert für eine Verteilung an schulen und Fürforgeftellen besonders geeignet. Lehrer und Lehrerin/ Fürsorgerin und Hortnerin könnten das geschriebene Wort durch Besprechungen in Schulstunden, an Elternabenden und bei Hausbesuchen in den Familien der Kinder wirksam unterstützen. Bestellungen lder Mindestpreis beträgt 16 Pfennig pro stück) nimmt die Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, Berlin-Wilmersdorf Giefelerstraße 16, entgegen. Je mehr sich die verantwortlichen.Kreise zur Mitarbeit an der Bekämpfung der Tuberkulose verpflichtet fühlen, desto stärker nmcht sich der Mangel eines geeigneten Heimes fühlbar, das gesundheitlich gefährdete Kinder (Lungenipitzenkartarrh, aufnimmt, um eine beginnende Krankheit erfolgreich auszuheilen. Ter Füdische Frauenbund wird, gemeimchäKlich mit anderen Fnstitutionen. versuchen, a) bestehende Heime für diesen besonderen Z»weck mitzubenutzen, b) eine Neueinrichtung zu schaffen. Bei der Verteilung der Gelder der Füdischcn Kinder Hilfe wird der Iüdiscl)e Frauenbund beantragen, einen ..Tuberkulose-Fonds" dereitzustellen. Als Fanrilienaufgabe irn beste:: sinne macht es der Züüische Frauenbund seinen Lrtsgruppen und angefchlvsienen Vereinen zur moralisä-cn Pflicht. sicl) für die Mitarbeit an der „Iüdisä-cu Kiuterhilfe" einznsctzen. Tie Sammlungen sollen erstens dazu dienen, den lokalen Bedürfnisien der Kinderfürsorge aufzuhelfen. Ein zweiter Teil fließt dem Reichsfonds für jüdische Kinderhilfe zu. der Rcichsanüallcn «z. B. F'enbura. seaeberg, ^>epzin) stützen sowie allgemein-jüdische Kindernot lindern will. Fm geistigen Zusammenhang nur dieser materiellen Kinder- und Fugendfürsorge steht die Mitarbeit des Füdi'chen Frauenbundes an jüdischen Erziehuugssragen. Vor und während des Krieges i>öt der Jüdische Frauenbund in verschiedenen Er.ziehungskonferenzen versucht, die maßgebenden stellen Kür Reformen und modern-pädagogische Ideen zu interessieren. Aus Anregung des Füdisctwn Frauenbundes lvird die Zentralwohlfahrtsttelle der deutschen Juden im Herbst d. I. eine Erziehungskonserenz in Berlin veranstalten. Tie Konferenz soll einmal in Form von Vorträgen die jüdisch-pädagogische:: Probleme in Finnilie, schule, Anstalt und Beruf theoretisch behandeln, soll die soziale mrd sozivlogiscl)e Entwicklung der Juden — als Urfodje der heutigen schaden — beleucht?» und zu den Fragen der modernen Pädagogik und Jugendbewegung Stellung nehmen. Besonderen Wert legt aber der Jüdische Frauenbund auf den 2. Teil der Konferenz, der in Sachverständigensitzungen die Turchführung praktischer Reformen erörtern will. Um diesen praktifck)en Teil vorzubereiten, sollen im Frühjahr d. I. in sechs stüdten: Berlin. Hanrburg. Frankfurt, München. Leipzig, Breslau, Vorbesprechungen ftattfinden. deren Ergebniffe und Vorschläge der Herbstkonseren z als Material zugrunde gelegt werden sollen. Tie Themen für dieie Vorbesprechungen sind.' 1. Vorschläge zur Anstaltsreform: 2. BcrusserZiehung und Berinsberatung: 3. Ausbildung von pädtUzogifchen und technischen Ansta!rsbeamtinuen. Ter Jüdische Frauenbund hat Fragebogen entworfen die als ..Stammbaum jüdisclier Kinder" Angaben über ^ertunst. gesundheitlicix' und geistige Entwicklung. Berufswahl und Vesonder-- heiteu der Familiengeschichte zusammen fairerwollen und. nach ihrer Vearteitung. einen wichtigen Beitrag zur killrnrlnstori'chen Eutwicklung der Juden darstclleu können. Z»ur Ausfüllung der Bogen (die Material ans den verschiedensten schichten, aus Groß- und Kleinstädten znsanuueutragcn sollen» haben sich einige ^rr-^ruppen und Vereine schon bereit erklärt, die spätere Berirbeirung ist kür wisienschaftli-h geschulte Kräfte gedaäit.