Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 4 (17.2.1922)
- Date
- 1922-02-17
- Page
- Seite 3 (sequence 17)
- Language
- German
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voll uorfttfraftcuen Ge sä lt gelt mit größter '„Hutdlmil>me. Teller» hervorragende Gestaltnngskunst hauchte diesen Liedern wannes Leben ein. lau 'Uii^tifraclitcu blieb nlU'rtiiui^ viele» vom Tert nnverstündlich. trotzdem der Xnilctt Dom Vortragenden mit meisterlicher Realistik Drl)cvrfti;t lvurte. ommcrtiiu Dicteu mict) diese Bieter tau MnsikalischAt l i e n t en lehr viel Intorestantcs. Edtnnnd und Rudolf Kitzel gaben Bruch» „Kol nidrei" für Violine und Klavier mit gutem tünftlerisclren Empfinden. Teller hatte au tftmuufc» Kitzel einen glanzettden Begleiter. — Frankfurt a. M., io. Tebrtmr. Unter allgemein .zahlreicher Beteiligung erfolgte auf dem rsraeUtischen Triedhvf die Beisetzung von Rabbiner Tr. Nobel. Eine ungewöhnlich große An.zahl Rabbiner der verschiedensten Richtungen folgte dem Trauerwagen. Man bemerkte außer den sämtlichen R?.bbinern ter hiesigen tfraclitifd>cii Gemeinde die Herren Rabbiner Tr. Unna lMmrnh-eim). Tr. Levi l.Main,^. Tr. Karlebach (Leipzig). Tr. Marr (Tarttntadt). Tr. Eohn (Marburg». Tr. T u n n e r HiWit a. Rh.), Tr. Hoffrnann (Breslcmst Tr. Wolf »Köln). Tr. Neuwirth (Bmgen). Tr. Bondi i'll.'a'n;», Tr. T onaty (RanTcggst Tr. I. Robel (schneidcnnchl), Tr. Lazarus (Wiesbctden), settrinardozent Tr. Heitreinan n (Breslau). Tr. T i e n e ut a n it XffatlHKlO und viele untere. In der Triedhof-halle stimmte Rabbiner Tr. Horovitz lTrankfnrt a. M.) da» Hctznr hatomim an. Ter Borsitzende der Israelitischen Gemeinte. Herr Insti.zrat Tr. Blau, bestieg dann die Kanzel, um der Tranerversammlung knttd.zutun. daß es der Wille des Verewigten gerve'en i-st. daß an seiner Bahre nicht gesprochen werden dürfe. - Tr. Nobel wurde noch kurz vor seinem Hrnscheiden von seiner Ernennung znnr Tozenten für jüdisrlre Religionsphilvwphie an der llniversitäd .Frankfurt in Kenntnis gefetzt. Es hat nicht sollen sein! yallsnü. z. Amsterdam, im Tebruar. Im holländischen Parlament wnrde ein lsieotzprojet! einer z>r?ir?-ri:he für Kansieute ein?, bra.i t. Inten, tie sam-irag ihre Ge'ri;äf tc '?e\i)Lvsien Hallen, tunen dide LSnnlag drei Ltunt.'n. r?n ."» x Uhr. erat Hallen. Ta tie jüdischen Kaustcule n.h unk dieen oewilligten trei stunden ni.hl zufrieden eeben. haben zahlreiche jüti'che taunnänni'che Vereine aegen tas proietu-.rle Gesetz p'.e.eniert. Reer auch ter ulleerndne Kaustentc-Verein in Rnutertarn \ eine ni^!ujüti'che Institution, har auch einer 'einer letzten Sitzungen eine RewAUion anaenemmeu. nwnach das Ge'etzproiek! in 'einer jetzigen Torm die jiiti'chen Uan»- leirrc benachteilige und die Richrillten ungerechlerwei'e berorp.:??. weehalb es tahin abgeäntert tocr^en soll, daß tie juti'chen Kauf l.ure. die sa:uste.' ihre Gestläste genchlonen Hallen, die'e sontttag den ganzen Tag über o'''c".t Halle.i tiirfeu. Aagsrn. Ter ungarische Jude bildet heule ßk-on ein cbenio schopstttdes Element, einen ebenso ergänzenden Teil der ungarischen Nation, daß terjenige die Nation selbst niederbricht, der die unAirnetren Juden ni„derbrechen will. Was u:a:i heule als Indenfrage betrachtet, ift keine Intein'rage. ist crn-e .ungarische »Trage. Tür die ungariscl-e Ration eine Lebensfrage nnd auch die Trage der Ehre. Wir müssen die Herrschaft ter Gesetze wiedcrheritellen. Erworbene und verdiente Rechte zu versenken, wü re der N a t i on rn i t glorreicher Vergangenheit nicht würdig, die die' hoclKredende Kultur mit der Rechtsachtnng und nrit der edlen Ritterlichkeit in schönstem Bunde vereinigt. Möge das ungarische Volk klar sehen und sich von Inden abwenden, die auf Irrwegen tf?ljen, möge cs auf feine eigene nuchterrre Einsicht, auf fein fühlend Herz hören nn»7 nicht auf die Brandstifter, die selber den Brand ver-^ Ursachen und dann die Teucrglocten ziehen. Tann wird die Iudenfrage — die ungarische Trage gelöst sein." Ter neue Minister dcS Innern. Gras Kuno K l e b e ls d e r g. denen ganze politische Veraanaenb.it ihn gegen den Deute so billigen Vorwurf schützt, ein ..Iudensöldling" zu sein, erklärte anläßlich des ersten Empfanges seines Bcamtcnkörpers, daß cr es für feine erste Aufgabe betrachten werte, die öffentliche Ordnung unbedingt aufreckstzuerhalten. ..Tie« nt nach dem Weltkriege und den in seinem Gefolge ausgetretenen Bewegungen eine schtvere Aufgabe. Am leichtesten aber ist didc Aufgabe in Ungarn, weil die breiten schichten des Nngartnms nicht vom revclutionären Geist erfaßt sind. Wir haben von der Vergangenheit gelernt — fuhr der Minister fort —, taß aus Worten und Aufrufen niemals Mehl wird, daß die Agitation nrr> die Aufreizung nicht die Hefe sind, mit der sich Brot backen ließe. Wir bedürfen der Steigerung der Arbeit und der Produktion, deren unerläßliche Vorbedingung die bürgerliclre Ruhe bildet. In uns ist der Wille, die Wachsamkeit und die Kraft. die bürgerliche Lrdnnng unter allen Umständen auircchtzuerhalten. damit jeder soh n der ungarischen Ration ohne Unterschied der Rationalität, der Konfession, der sozialen u n d der Vermögen s u m st ä n d e hier di e voll st e P e r - -f-o i; c n - n n d V e r 11t ö g e ns rciheit g : nieß c." Von Mah und sstrn. T ie G, e '' e l l t eh a s:; u r k n m s. E. V.. hält am .. Marz Hochschule für die Winenichaft des stvae!4. ihre G e n e x a i d e r » a;i enthält nach d.n üblich.n gcstlästl Acndernng von '» der Satzung g!iedsbeit^ä:7?. Ten Mitgliedern „Monatsschrift für Geschichte und besondere Einladung zu. Ter V der Gesellschaft ist an die Tirma Förderung d e I ti den d. I.. nachmittags »'» Uliv. in der Judentums. Berlin X. Artillerie i m l ti n g ab. Tie Tagesordnung ich.'» Berichten einen Antrag aus über die Reuteststtzaug der Mit ging mit H.'N l«» l>. der Wissenschaft des Judentums" eine »erlag aller Veröffentlichungen z. Budapest, im T.druar. In den letzten Wcxl'.en sind in der ungarifct)7n Lorfentl-ichkeit wiederholt Aeußertuigen über die Indenfrage gefallen, die in erfreulichem Gegensatz? zu dem offenbar bereits im Absterben befindlichen „autistmiti'chen Uurs" stehen und als unverkcurbare Symptome des Erwach uts der ungarischen Manen aus-7er tiefen Lhnmacht zu bewerten sind, in die die Ereignisse Ser .UärcU)ini;?ti Oktoberrevolution., des roten Terrors und der fremden Besetzung des Landes das ungarisch? Volk verfetttt hatten. Ter mit demokratifcDem Programnt gewählte neue Abrzcordnete -7es hauptstädtischen w. Wahlbezirkes Tr. Johann B e n e d e k. der sproß einer alten angesehenen sA'kler christlichen Trunili?. hak sich in einer d?r jüngsten Nummern tos „Eghenlösög" über die ungarische Indeltfrage geäußert. In diesem Artikel bete lichtete Tr. Bencdek in großen ntarkigen Ingen die Ereignisse der Vergangenheit und die verschiedenen Symptom? dos antisemitischen sturfes. die zur Lähmung der Ittdustrie und des Handels, zur Entfernung vertienstvollcr Männer von der Universität. aus derc öffentlichen Aenttern und aus den Lehrstühlen führten, rrnd fährt daun fort: ..Und es gibt Leute, die glauben, daß es »o iu Ordnung ist, daß sie daniit das llngartum kräftigen. Törichte Meinung! Niemals noch bcdnrste diese Nation in größerem Maste des Iufammenhaltens. der Eintracht als jetzt. I»ur Wiederausrichtung ter ohnmächtigen Ration.;iiiu Wiederaufbau des zertrünt inerten Landes bedürfen mir aller sträfte. alw auch der Rräite der von edler Vaterlandsliebe durchdrungenen ungarischen Bruder jüdischer Konfession. Wer diese Zl r a f t zerstören, wer das Judentunr lahmen will, .der schadet damit nicht de m I u dent u ln. s o n de r ir vc m llngart u in. | f ii r t a. M.. schillerstraße l'K übergegangen. BncherbesteU:ingea und diesbezügliche Anfragen find dorthin richten. In Berlin wurden in den streiktagen mehrfach organisierte Brr. suche rechtsradikaler Agitatoren beobachtet, die durch den streik verursachte Erregung zur schurnng einer P o g r o m ft i m nt u tt g aus zunutzen. — Es wird beabsichtigt, hier in Berlin ein j n d i? ch e s -he bräifches» Gymnasium - für Knaben und Madären — von serra unfsteigend— zu gründen. In dieser Anstalt soll das Lehrziel der all i gemeinen höheren schulen mit einer starken Pflege des Hcbräi'chon verbunden worden. Eltern, die den Wunsch lmvcn. ihre Kt »der in einer solchen schule ausoilden zulasten, werden gebeten, möglichst umgehend mit Herrn Tr. Lieber manu. Berlin XW, Tile War denberg-straßc N, sich schriftlich in Verbindung zu setzen. — Wie »ms mitgeteilt wird. ist die Z e n t r a l w o h l f a h r t^ - stelle der deutschen Inden (Berlin. Rofenstraße -) jederzeit bereit. Auskünfte über die im Teutichen Reiche vorhandenen jüdischen Wohli fahrtseinrichtnngen zu geben und mit ihren Erfahrungen j c.waigen Ratfucl^nden b^iztistehen. Herr T. statz in I schöneberg. Rofenheimcr straßc G Mktinhaber der Ttrm.t! Ermann Rofenfeld n. Eo.. Iernialemer straßc feierte j am!>. Tebrnar mit feiner Gemahlin das Test di'r goldc'nen Hochzeit i Ter ..'jhichsbnnd jüdifclier Trontwldaten" gibt jetzt eine ,>sitfchrist ..Ter Schild" l»erans. von der uns die ersten Nummern vorliegen. Besonders zeitgemäß ist darin ein Protest gegenüber den ungeheuerlichen Anschuldigungen des Generals Luden dorff gegen die Juden in seinem Knegsbnclre. Ans Breslau wird uns geschrieben: Am :«». Januar hielt Herr seminardozent Tr. Hei ne mann im