Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-02-17 · Heft 4 (17.2.1922) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 4 (17.2.1922)
Date
1922-02-17
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3224737-3229509-3229513--76600-3289220
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SS. Jahrgang. Nc. 4 Berlin, 17. Februar 1922 Beilage zur „Allgemeinen Leitung deö Judentums". Korrespondenzen und Aschrichten. Lkutschlsnü. Berlin, 14. Februar. Ter Perein für jüdische beschichte und Literatur hielt am 15. v. M. unter dem Par sitz des Herrn Professor Tr. I. Elb 0 gen seine ordentlichc Generalversammlung ab. Nach Feststellung der Beschlußfähigkeit. Verlesung und Genehmigung des Protokolls der vorjähriae»v Mitgliederversammlung gedachte der Vorsitzende tiefbcweer der im veraaneenen Zähre verstorbenen Mitglieder Aadviner Tr. Samson H 0 ch f e l d mid Moritz Wolf» o U ii.. deren Andenken die Per- »ammlnug durch Erheben von den Platzen ehrte. Zn dem darauf folgenden Geschäftsbericht äußerte der Vorsitzende seine Freude über das der den Mitgliedern wieder errrachte Jnteresie au den 'Veranstaltungen des Vereins und verwies dabei ans die unermüdliche Propaganda des Herrn Benas l'cüti, die auch in dieser schweren;Y\t ante Erfolge gezeitiet habe. Nur in der Herausgabe und Zustellung des Jahrbuches an die Mitglieder sei eine Verzögerung ein- .-ekretcn. die atvr eine Folge der traurigen ZeitverhälLrusie itud darum zu entschuldigen- 'ei. Hierauf erstattete Herr Benas Levy den Kassenbericht, der folgendes Ergebnis aufwies: Tie Einnahmen betrugen 55 :>4>,55 Mark, die Ausgaben 12 45-5,:J»5 l'airf, der >Zasienbestand 22 .^'.»5,19 Mark. Auf Antrag der 'Revisionskommission wurde dem Schatzmeister mit herzlichen Tankesworten für seine ersprießliche Wirksamkeit die Entlastung erteilt. Zn besonderen WahU>inaen criolgte dann die Wiederwahl des Professors El bogen zum ersten, des Tr. Nudolf Leswinity zum .zweiten Vorsitzenden sowie die des Gestuuworstandes und der Nevisionskommission. Au» Antrag des Vorsitzenden wählte d:e Versammlung folgende Mitglieder als Veirar: Tr. Earl 2 ch w arz. ,Fabrikant sigmnnd 2 n l i n <\ e r . Maaiitratsrat N e u m a n n und Uran Henriette L e? f e r. Ein Antrag des Tr. Bernfeld, das Zahrvuch wieder .zum 1. Zanuar erscheinen zu lassen, wird der Nedatlionstommi'siou z»ir Erwägung überwie'en. Ten letzten Punkt der Tagesordnung bildeten die Zeit s'.'tzuug des -Haushaltes und die Bewilligung der üblichen snbventionen. 2XD Berlin, 14. Zebraa-e. . Jüd'stleu Lehrern, die ein über di? Bedürfnisse des Elementarunterrichts hiuausgeheudes Wissen aus den: Gebiete der NeligionswissciEchasten Nachweisen. wollen, in Gcle^niicit geboten, vor einer vom Vorstand der Berliner Zu di scheu (Gemeinde eingesetzten Kommission durch Ablegung einer Prüfung den gewünschten Nachweis erbringen. Tie Brüning, die alljährlich im März und September frarrfinder. erstreckt 'ich aus folgende Gebiete: Methodik, bibli'che Geschichte. Hebräisch, jüdische Geschichte. Neligionslehre. Nelkgionsphiloiophie und Einleitungsivi»»enschast. Gesuche um Zulassung zur Prüfung und .zu richten an den schul-, mrd Talmnd-Tlwra-Vorftaud der Zu di scheu Gemeinde. Berlin X ,'t. Oranienburger Straße 2ll. Interessenten w^rd auf Ersuchen Abdruck des Prüfungsreglements veradfolgt-. — Berlin, l4. Februar. Bei einem synagogeneinbruch überrascht und festgenommcn wurden in der Nacht zum letzten sonn tag zwei Arbeiter namens Artur schwanitz und Berthvld Ir meling. Als ein Eimovhner des Hauses -Heidereutergasse 4 nachts heimkehrte, sah er zu seiner Verwunderung. daß in der Tür zu der dort sich befindenden Synagoge cin Tictrich stak. Er benachrichtigte die Nevierpolizei, die sofort mehrere Beamte entsandte. Tie»e durchsuchten die Synagoge und entdeckten drei Männer, die alles Silber zeug zum Mitnehmen in einen sack gepackt hatten. Zwei, schwanitz und Zrmeliug, konnten feftgenommen werden, während der Tritte entkam. Tie beiden wollten ihn nur dem Vornamen Nichard nach kennen. Tiefer harte sie, wie sie behaupteten, in einer schaut Wirtschaft in der Schönhauser strasze, lvo sie sich zufällig getroffen hatten, aufgefocdert, mit ihm zu kommen. Ec hatte die Eingangs tür mit einem Tietrich geöffnet, und alle drei waren daun auf dem Hof an die Synagoge herangegangen. Hier öffnete „Nichard" wieder eine Tür. und nun kamen ne auf die Galerie. Tort rincu ne Portieren ab. banden diese zusammen und ließen »ich daran in das schuf hinab, um daraus dris Silberzeug zu stehlen. Um sich nicht durch irgendeine .zufällige Berührung zn verraten, schnitten sie die elektrische Leitung durch, weil ne damit rechneten, daß irgendeine ' .Lärmvor^ichtung vorhanden sein könnte. Zum schütz gegen die uralte zogen sie auch die Talarc. die sie in dem Vtabbinerzimmer fanden, über ihre Uleidung. Als sic mit dem Zusammenpacken ungefähr fertig waren. wurden sie ertappt und feftgenommen. Tie Ermittlungen ergaben. Iah es sich mii eine Bande handelt, die planmäßig..arbeitete" und ohne Zweifel noch mehr auf dem Nerbhotz hat. Einer der drei hatte mit einem Tienstmädchen in dem betreffenden Hause ein Verhältnis angeknüpst. um sich über die Tertlichkeit und die Gepflogenheiten zu unterrichten. S£2 Berlin, 14. Februar. Tie Moritz-Lazarus-stift u n g hat an jetzige und ehemalige Hörer der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums emen Preis von 2*#»» Mark für die Bearbeitung des folgenden Themas zu vergeben: steinthal als Ethikcr und Neligionsphrlofoph. Tie Arbeiten sind dis zum 15. Februar 1925 bei der Hochschule einzureichen: sie sind mit einem Kennwort zu versehen, das auch auf einem geschlossenen Briefumschlag stehen muß. der die nschsvlgerrde. mit voller Namcnsuntcrfchrifr vollzogene Erklärung enthalten muß: Ich versichere auf mein Ehrenwort, daß ich diese Arbeit ohne fremde Beihilfe angefertigt ljabe. A. R. Berlin, 14. Februar. Ter Telegier t e n t a g des Verbandes der jüdischen L e h r e r v e r e i n e im T e u t - scheu Neiche findet in diesem Zahre am und 7. Zuni in Berlin statt. Vorsitzender t.s Ortsausschusses ist Herr seminar lehrer Hermann Falk e n b e r a . Berlin \ 57, Lottumstraße 22. Telephon (Norden 522 22». Tas Z ent r a I tut t e a it, an das alle Zuschriften zu richten sind, befindet sich bei Frau A. N o s e n t h a l - B u d w i g, Berlin X IV 52. Ealvinstraße 2". Telephon Moabit 5»r!5. &&& Berlin, 14. Februar. Eine llei\rmt: über die sterblichkeu unter den Juden gibt Tr. saloman in der ..Zcwi'h Ehroniele". Bci einem Leben in noch »o ärmlichen Verhältnissen ist sie stets .erinoerals bei den Nichtjuden. so ist das Verhältnis iür Galizien ßir die Jahre l^»7 bis 1'.-" von Geburten zu Todesfällen bei Nömi'ch-llatholiten 45,."»: 42.»>. bei Griech i'ch - atholiten 45.4 : 5>7. bei Juden l",5 :7.'.» bei' einem Bevölkerunasverhällnis von 4^:12:11. In Preußen betrug die Sterblichkeit 1'.*'* unter ten Juden 15.»:. unter den Nichtjuden 17.'.»: in Nußlaud 1'.*»5 14 iJuden» zu der übrigen Bevölkerung. 'Auch unter der städtischen Bevölkerung biete: »ich ein ähnliches Bild. Tie Gründe hierfür dürsten »ein: Wo immer, haben »'ich die Juden frei gehalten vom r'llkoholismus und daun weifen sic wesentlich weniger siphilis am. Endlich kommen ihr traditionelles Familienleben und ihre relativ höbe re Bildungsstufe i»i Betracht. Eigentümlich ist es mit der Tuberkulös?. Entgegen der Annahme, ist der Jude ihr gegenüber widerstandsfähiger als »eine 11mg:buna. so war die Sterblichkeit an Lungentuberkulose in- Budapest l'.-'l "5 für Katholiken 44,1-5. kür Inden 2»M*. Für Wien 1!nu-ik; , gesamte Tuberkulose): 4'.Mi pro Mille Katholiken. 17.'.» pro Mille Inden. Erklärung: llein Alkoholismns und Ans'wrben der Empfänglichen aus früheren ungünstigen Berhä'rnisien. Ueverlebcn der Unempfänglichen. - ZlSnigsberg, 1". Februar. Am 29. v. -Vi. tagte hier unter Borsitz des sanitätsrats Tr. Rosenkranz 11nsterburg» die Generalversammlung des Tstprcußischeu snnagogenvervandes. Nach eingehenden Nekeraten von Lehrer Mannheim l^Tsterodet und Tr. med. Posne r »Insterburg» über die »virtschastliche Notlage der Gemeindebeamtcn wurde ein Normalvcrtrag für alle oftprensrischen Gemeinden angenommen, der zwar nicht den Wünschen der Ne»'eren ten, der Yiabbiner und Lehrer vollkommen gerecht wird, aber einen vemerlenswcrten Fortschritt gegenüber den bisherigen Zuständen darstellt. Tanach wird jeder Beamte zunächst ans drei Jahre ai' gestellt: ivird der 'Vertrag-nicht iechs Monate vor Ablauf gekündigt, io gilt er als veriängert und kann bis zum Ende des siebenten Jahres nur nach Entscheidung des schiedsgcrichks des Lstprcußi'chen Tun agogenverbandes gekündigt werden. Nach »ieben Jahren ist der Beamr. lebenslänglich angestellr. Zu allen de»i Kultus und Unterricht be treffenden Sitzungen des Vorstandes mrd der E'emeiudevertrerung wird der Bea»nte hinzugezogen. Tas G»ehalt soll durch leuorungs

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.