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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-02-17 · Heft 4 (17.2.1922) · p. Seite 38

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 4 (17.2.1922)
Date
1922-02-17
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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AUivit s tadt Jmuni sich iticOcr«v?Uificucit m,aUi„toidH'it Li, den rKiijfeiu benachk»rligt. hatte riefe .Trage die Vliifiiicrt'ninfeit des Uomitccs erweckt miD bildete scher» feit längerer;leit den Hegen sinn) seiner Tätigkeit. M• einet Anpchl tum an den Völkerbu,ck> gerichteten Memo-rande»' verlangte das Muaititce von dein Völkerbünde, datz es zugunsten d.r von der Entrechtung bedrohten Ariden eintrete, iiidem .inige Modifikationen in das Grundgesetz der Einbürgerung in der freien 3taDt Tcmzig hereingebracht werdet» sollten. Ab,zesel>cn von diesen Memoranden, nt die Telegation des llomitocs —-nr-drrette Berhandlung.n mir den Telegatienen der polivsä-en;)Legicrung und denen der freien stndt Tanzig beim Völkerbund eingctretcn. Herr Zahm, Präsident des Ta«.;vger Senats, versprach den jüdischen Verkrerern wahrend dieser Verhandlungen, ratz er ihre Vorschlmze. die Erleichterung der Tren,d'.,tei»:bürgerung bezlveckcnd. berücksichtigen werde. Tas Versprechen des (vt>ete der Tanzig,r Regierung wird sicherlich eine entschieden günstige Aenderung der Situation der Tanziger Luden mit sich bringen. Gele,zentlich der im September v. L. stattgefundeuen Tagung des VvlkerbnndratS habe:, sich die Regierungen Litauens und Lettlands gegenüber dem Völkerbünde verpflichtet, den Ansprüchen des stomit-es ^er jüdischen Tclegarionen bezüglich der Minderheit^rechte ihrer Länder völlig nach zukon,men. Genannte Regierungen nrunten demzufolge dem Völkerbunde ihre in diesem sinne arm,stierten Teklarationen unterbreiten. Lnfol,zc des verspäteten Anfangs derselben wnrdr die diesbezügliche Prüfung -aus die nächste, wahrscheinlich tm -lprit statt - findende Tagung des Völterbnndrats aufgeschobern Ln der Zwischenzeit werden sich die Negierungen des litauischen und lettischen Staates mit dem Generalsekretär des Völkerbundes zrvecks Abfassung der Mindeeheitsklanseln in Verbindung setzen. Tie 'eitens des Nom:rees mir Bezug auf Lettland dem Völkerbund eiugereichte Xeiifi'ri.vift, die auch durch direkte Berhandlunge« in Heus miuimitu iv irrte, enkhält eure T"rleaung der Ansprüche der jüdischen V.'inderheit dieses Staates und hebt die Verfolgungen und manutgfaltigen Nrpressalien, denen die Luden und insbesondere die Heimkehrenden seitcns der lettischen Negierung ansgesetzt sind, hervor: ne betont zugleich, das; Lettland der seitens der anderen Negierung-?:'. lLitaurn. Bolen uhou gegenüber den nationalen Minderheiten üd."'- l-ommenen Pflicht nicht inxchgekommen ist. Tie Vertreter des Nomiters haben nt Ir Bezug auf Litauen d:m Völkerbund ein Mentoranduin unterbreitet, dem eine seitens der liluui'chen Telegation vor der »Triedenskonvren.; im Namen der l'taui'chen Negierung dem Ueniitct der jüdischen Telegatienen um '» August l'.Mt» gemachte Teklaratiou beigelegt war. Tas litauische Volt verspricht in die'er Teklaratiou. das; es am Vorabend der Bertvirklichnng der natioualen Selbständigkeit der jüdischen Minderheit eine volle Autonomie gewähren nurd. Tank dieser Haltung der litauischen Negierung konnten die Luden Litauens tvährend der -etzten zlvei Lohre ihr inneres Leben organisieren. indem ne einen judisclren Nationalrat ein'etzten. welcher vor der Negierung durch ein Ministen um für jüdisct)e Angclegenlwiten vertreten ist. - Tiese gegenüber dem Komitee der indischen Telegarionen gemachte Teklaratiou wurde du rot) eine andere seitens der Führer der wichtigsten Parlament arischen Gruppen Litauens dein jüdischen Nationalst diews Staates im Herbst abgegeben^ Teklaratiou bestätigt und zuletzt uodj durch die am 7. Dezember in der konstituierende!, Versammlung in stonutv vorgelesene stu.dgebnug. Tie Vertreter des Komitees d^r jüdischen Telegarionen hatten am V\. Januar d. o. eine Unterredung mit den, Sekretariat der Abteilung sür Milwerheitsrect!e, kx der ne ihre Ansprüche nochmals wiederholten und den Eies dieser Abteilung über die Situation der jüdischen Bevölkerung Litauens in Kenntnis setzten, sie benutzten diese Gelegenheit. an, diesem die zwecks Benützung ihrer Nichte zu unternehmenden schritte zu suggerieren. Tie Vertreter des Nomitees haben sich noch gegenüber dein Völkerbünde verpflichtet, demselben das nötige Material zur Verfügung zu stellen. 'Nach schliesumg der Tagung des Völkerbnndsrats wurde Herr \*t b erso k der ständige V-crrretor des stoiniloes der jü-d:'ch-en T 'l.'- zationen in Genf. beauftragt, die vor, der Teputatiou des .Zromi.--'es der jüdi'chen Tolegrstwnen cingrleiteten Aktionen weiter zu verfolg,'«. Aus tsn» übet Palästina. Uific c,innerlich, waren im Anichlns; an den letzte», arabischen Ueborsall in Jerusalem drei Luden, die sich den, arabischen Mob beim Ansturm auf das jüdische Stadtviertel entgegengesteht hatten, verhaftet und von einem svndcrgericht zu schlverer Zuchthausstrafe verurteilt worden. Ln der jikdiichen Bevölkerung hat dieser Urteilsspruch ''eincr.zei: starke (Entrüstung hervorgerufcn. da er als eine Aberkennung des selbstschutzrcchtes ausgesatzt werden mutzte. Ln diesen Tagen hat nun vor den, Appell,,tionsgericht die Revisions- Verhandlung stattgesunden.' Ter Gerichtshof erkannte auf ,Freisprechung der Verurteilten und hob in der Urteilsbegründung hervor. datz „das Recht auf Selbstschutz nicht angetastet locrden dürfe". Tiefe Entscheidung wurde von den palästinensischen Juden mit großer (Genugtuung ausgenommen. Tür die Rechtszustände in Palästina ist d-amit aber auch ein Präzedenzfall von grundsätzlicher Veden tung geschaffen. Rach einer „Times"-Meldung hat Lord Rortheliffe am Ll. Lanuar Bombay vertanen, um sich direkt nach Palästina zu begeben. Nach englischen und amerikanischen Blattermeld,mgen fcljciut cs. das; Palästina im Frühjahr einen autzerordentlich starken Touristen, besuch erwarten darf. Tie „American Erpretz Evnipany" wird etwa 4'** Touristen bis Mitte März nach Palästina bringen, die Londoner ,Tir,na Thomas b'vok S: sons bis April m Touristen. Bei einer anderen Londoner Gesellschaft haben sich insgesamt ~>«m;o Perforwu aus England und den Ländern des europüiscticn Kontinents angemeldet, die in den nächsten beiden Monaten das Heilige Land besuchen ,vollen. Ter Leiter einer auterrkanifchen Schiffahrtsgesellschaft. Mr. George Hyman. berichtet über einen nie beobachteten Andrang von Palästina- Touristen. Tie palüftinensifchen Behörden bereiten indessen die Unterkunftsstätten sür die Reifenden vor. Besondere Kommissionen in den Städten und jüdischen Siedlungen befassen sich mit der Schaffung guter Reiseverbindnngen innerhalb des Landes und sind eifrig bemüht, den Touristen alle Bequemlichkeiten zu sick)ern. Lusgesmut werden ungefähr iotwwi Touristen envartet. und zwar vornehmlich Luden, die die jüdiscize Aufbauarbeit und die Entwicklungsmöglichkeiten des Landes studieren wollen. Tie Zollbehörden in Palästina v-eröffen:lichen eine Lifte von landwirt'chafllickTcn Maschinen und Werkzeugen, die einem Einfuhrzoll n i ch r unterließen. Zu den au'eenrhrten Gegenständen gehören: Pflüge, Mäh-. Trcfch- und Häck'elma'chiueu. senfen. sicheln. Eggen und Hacken. Tas Lndustrie- und Handek-departement der palästinensischen Neaierung hat eine gonnuiffion acbilter. die sich u,it der Entwicklung tleu.er. aber l,'ben-wichtiger BlärBchastszweige dos Landes b.-'asieu -oll. Mau tenlr daoei besonders an eine Umstellung tos gegenwärtigen Milchwirtfchastsfystems. das noch viel zu tvünschen übrig lätzr. Ln den nächsten Monaten wird die Milchprodnttion der Ztolonien und Törfer genau sestaestellc unk die Milchvorteitung im Einvernehmen mit dern Transporrdepartement vorgeno-nnnen werden. Ta die amtlichen stellen überzeugt sind, datz die palästinensische Milchproduklion den Lntandbedarr decken kann, führt man den gegerrwärtraen Milchmangel in den Städten auf die bisher übliche Verteilung-,nethode zurück. Zur Förderung des städtischen Milchtnarktcs sollen allen Personenzügen eigene Milchwaggons deigegebcn rverden. Aus Haifa wird gemeldet, datz die BaugeseUfchast ..Nav, shanon". die vor zwei Lahren zu dem Zweck gegründet wurde, in der Nähe von Haifa eine jüdifcl^ Vorstadt zu crrichrcu. nunmehr ihre Arbeit - in Angriff genonunen hat. Lu, Lanuar soll zwischen dem Terrain der Vorstadt und Haifa eine Verbindnngsstratze. im ,Tebrnar ein V-anertnru, errichtet werten. Ter palästinensische Lberpostmeister ist bemüyr. zlvif.h.'n Haifa und Beirut einen regclmümgen Postdampfervertehr einzurichten. Tie erforderliche älonzesnon 'oll der ..llhedivial Mail b'o." übertragen werden.

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